Hallo,
Ich habe schon einige Zeit mit Suchen verbracht aber nicht wirklich
passendes gefunden.
Mein Problem: Band spielt in Kirche, während den Musikpausen sollten
beide Mixer-Ausgänge (gehen auf Aktiv-Boxen) stumm geschalten werden. In
der Kirche hört man ja eine Stecknadel fallen und wenn die Mikrofone und
Instrumente "Aktiv" sind ist das nicht wirklich wünschenswert, dürfte
auch keine Klick-Geräusche verursachen. Leider gibt es keine fertige
Lösung (außer Mikrofon-Schalter in Mono-Ausführung).Vieleicht hatte
schon jemand eine ähnliche Anwendung.
Danke im Voraus
Willi
Sitzt bei euch niemand am Mischpult? Der könnte den Master Fader auf 0
ziehen.
Wenn die Aktivboxen beim Ein-/Ausschalten kein Geräusch machen, könntest
du diese mit Funksteckdosen schalten.
Willi schrieb:> während den Musikpausen sollten> beide Mixer-Ausgänge (gehen auf Aktiv-Boxen) stumm geschalten werden.
Such mal nach dem Stichwort "Noise Gate" :-)
Mick schrieb:> Sitzt bei euch niemand am Mischpult? Der könnte den Master Fader> auf 0> ziehen.> Wenn die Aktivboxen beim Ein-/Ausschalten kein Geräusch machen, könntest> du diese mit Funksteckdosen schalten.
Doch, ein Musiker, ist aber peinlich, was auch schon passierte, den
Fader wieder Hoch zu stellen :((
Das mit der Funksteckdose muss ich probieren.
Willi
Hallo Willi
Jetzt versteh ich dich. Das Ganze sollte in deinem Fall "automatisch"
funktionieren. npn hat recht, du würdest sinnvollerweise ein Noise Gate
benötigen. https://de.wikipedia.org/wiki/Gate_%28Audio%29
Du kannst mal auf Ebay nach "audio gate compressor" suchen. Dazu findest
du diverse Geräte, die du in den Main Output hängen kannst. Mit dem
zusätzlich enthaltenen Kompressor kannst du euren Mix noch ein wenig
"voluminöser" machen.
LG
Mick schrieb:> Mit dem> zusätzlich enthaltenen Kompressor kannst du euren Mix noch ein wenig> "voluminöser" machen.
Der Einsatz eines Kompressors in einer Beschallungsanlage gestaltet
sich in der Praxis häufig als recht problematisch. Die Gefahr einer
akustischen Rückkopplung steigt signifikant an.
In diesem Fall (oder auch ganz allgemein bei PA-Systemen) empfiehlt
sich die Verwendung eines DSP-gesteuerten Feedback-Killers.
Paul B. schrieb:> Willi schrieb:>> Doch, ein Musiker, ist aber peinlich, was auch schon passierte, den>> Fader wieder Hoch zu stellen :((>> Wenn das vergessen wird, stehen die Leute nur wie die Karpfen auf der> Bühne...> http://www.naturpark-altmuehltal.de/tn_img/718214_...> ;-)> MfG Paul
Naja, so ist es auch wieder nicht. In einer Kirche, während einer Messe
zu spielen kann man nicht mit Musizieren auf einer Bühne vergleichen. Da
ist jeder Musiker schon angespannt auf den nächsten Einsatz, da ja jeder
kleinste Fehler total auffällt, ist sehr ruhig in der Kirche und jeder
lauscht auf die Musik.
Automatisch sollte die Regelung nicht sein, sondern wirklich Stumm.
Versehendliches Drücken einer Taste auf dem E-Piano ist wirklich nicht
zu überhören.
Ich stelle mir vor, ein Gerät (Fußtaster - Schalter) mit einer hellen
LED, das kann man nicht übersehen. Der Mischer steht ja nicht
unmittelbar neben dem Musiker (meist dahinter) da kann man schon mal
versäumen den Fader zu bedienen. Die meisten fertigen Geräte sind für
Gitarre ausgelegt und haben nur Klinke und Mono.
Und wie wär es mit einem Fet, der langsam (1-2 sec.) den Eingang des
Verstärkers kurzschließt?
RC, Fet, Steuerspannung und fertig...
Dann gibt es auch kein Click-Geräusch oder Membranabwurf der
Lautsprecher...
LN schrieb:> Der Einsatz eines Kompressors in einer Beschallungsanlage gestaltet> sich in der Praxis häufig als recht problematisch. Die Gefahr einer> akustischen Rückkopplung steigt signifikant an.>> In diesem Fall (oder auch ganz allgemein bei PA-Systemen) empfiehlt> sich die Verwendung eines DSP-gesteuerten Feedback-Killers.
Na ja, da gibt es so Kompressoren die haben ein Noise-Gate mit drinnen.
Da stellt man den Kompressor auf Durchzug und das Noisegate ein und
fettich. Da brauch ich dann keinen Feedback-Canceler da die Verstärkung
ja nicht erhöht wird. Aber auch mit aktiviertem Kompressor kann ich
Feedbacks sauber vermeiden indem ich den Ausgangspegel des Kompressors
einfach zurückfahre.
Besipiele: Behringer MDX ....
Habe zwei davon im Einsatz, funzen einwadfrei.
Aber mal was anderes: Selbst in der Kirche sollte auch die Anlage wenn
kein Eingangssignal da ist schweigen. Kein Brumm, kein Rauschen. Wenn da
was rauskommt mal an der Quelle suchen wo das herkommt. Wir beschallen
einen Saal für 150 Personen, wenn die Mikros gemutet sind ist da Stille,
da kannst Du eine Nadel fallen hören, da brauche ich nicht den
Summenregler zuziehen. Also: wo kommen die Störungen wirklich her?
rgds
Danke für die Antwort, es geht hier nicht um Brumm oder Störungen, es
währe zu umständlich alle Kanäle einzeln zu muten, darum möchte ich die
Ausgänge vom Mischer muten oder von den Aktivboxen trennen damit keine
unerwünschten Geräusche (räuspern usw.) oder Versehendliches Anklingen
eines Instrumentes die Kirche beschallen.
LG
Willi
Willi schrieb:> keine unerwünschten Geräusche (räuspern usw.) oder Versehendliches> Anklingen eines Instrumentes die Kirche beschallen.
Lösung 1:
Macht einfach einen potentialfreien(!) Kurzschlussschalter in die
Leitung zu den Aktivboxen:
Dadurch, dass der Widerstand das DC-Potential über dem Schalter auf 0
hält, knackst es nicht beim Schalten.
Lösung 2:
Steht drüber. Halb so schlimm, wenn da mal was kommt, wenns nicht
soll... ;-)
Wir verwenden Lösung 2.
Denn eins ist klar wie Kloßbrühe: auch den Schalter wird laufend jemand
vergessen. Entweder vergisst er das Muten (weniger schlimm) oder er
vergisst das Freigeben (schlimmer, weil beim Liedanfang dann nur ein
paar Instrumente seltsam vor sich hinklimpern, aber zum Glück immer noch
kein Weltuntergang)...
> Mischer Ausgang >-----------||----o-----o------||------> Box> Eingang> | |> - o> 100k | | /> | | /> - o> | |> GND >-----------------o-----o--------------> GND
Ist doch perfekt! Das ganze 2x (Stereo!) auf eine Platine, als Schalter
Reed-Relais, gesteuert von einem Funk- oder IR-EMpfänger. Oben drauf
noch je eine gut sichtbare rote und grüne LED - wäre schon fast ein
verkaufsfähiges Produkt!
Willi schrieb:> keine> unerwünschten Geräusche (räuspern usw.) oder Versehendliches Anklingen> eines Instrumentes die Kirche beschallen.
Hallo Willi,
das geht dann eben wirklich nur über die Trennung (Lothar), den
Summenregler oder Erziehung. Wir haben immer jemanden, der vor Beginn
immer mal auf das Mikro klopft nach dem Motto - "ist schon an?" oder
"aufwachen". Das krieg ich aus dem nicht mehr raus. Aber ich bin jetzt
dazu übergegangen, dann extra Laut zu stellen, vielleicht wird's ihm ja
irgendwann peinlich. Anonsten muten wir halt alles was nicht offen sein
muß.
Alternative: Spendiert der Band/Chor einen eigenen Mischer, mischt das
dort ab und führt das dem Hauptmischer zu. Dann könnt Ihr den ganzen
Musiktrakt am Eingang des Hauptmischers muten. Kostet wahrscheinlich
genausoviel wie ein Compressor/Noisgate und ist flexibler.
rgds
Willi schrieb:> Doch, ein Musiker, ist aber peinlich, was auch schon passierte, den> Fader wieder Hoch zu stellen :((
Dann liegt das Problem doch aber beim Bediener.
Wenn es wohl offensichtlich einen Summenregler gibt, dann sollte man da
jemanden hinstellen der damit umgehen kann...
Sag mal bitte, welches Mischpult ihr habt. Vielleicht gibt es da noch
elegantere Lösungen ohne zusätzliche Hardware ... Stichwort Mute Groups
(eher bei digitalen Pulten) oder Busse zum Routen (das haben teilweise
schon die billigsten Behringer-Teile).
Ich schrieb:> Busse zum Routen (das haben teilweise> schon die billigsten Behringer-Teile).
Hilft nix.
Wenn das auf eine Subgruppe geroutet ist dann hat der auch wieder einen
Gruppenregler aber keinen "Gruppen-Mute". Müsste man den aus der Gruppe
rausschalten, dann kann ich auch gleich den Mute-Schalter nehmen.
rgds
Willi schrieb:> Band spielt in Kirche
Ich würde vorschlagen die Eingangstüre zu sperren! Kirche bedeutet
Religion und deshalb sind schon millionen Menschen getötet worden, im
Gegensatz zu Umweltverschmutzungen (dont stink and drive..)!
?!? schrieb:> Alles schön und gut.> Aber was hindert denjenigen, der vergißt den Fader wieder hochzustellen> daran, den Schalter wieder einzuschalten? :-)
Eine große rote blinkende LED?
Willi schrieb:> Band spielt in Kirche, während den Musikpausen sollten> beide Mixer-Ausgänge (gehen auf Aktiv-Boxen) stumm geschalten werden.
Das Xenyx XL1600/2400 hat einen Main Mute mit LED.
275EUR bei Thomann. Ist natürlich zu teuer im Vergleich zum Schalter,
ist einer der wenigen Mischer der das kann.
rgds
Willi schrieb:> Danke an alle für die (fast allen) hilfreichen Antworten. Werde den> Vorschlag von Lothar bauen, mit einer Riesen LED.
Wie soll das mit der LED gehen???? Der Ausgang des Mischpults hat bei
0dB so etwa 1V effektiv NF, 1,4V Spitze, damit bringst Du keine LED zum
Leuchten. Dazu bräuchtest Du:
Einen 4PST Schalter (4 fach ein) - je einen für die beinden Stereokanäle
und einen weiteren für die LED, die LED musst Du dann über eine
zusätzliche Spannungsquelle versorgen.
rgds
Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum: 08.10.2015 07:42
Willi schrieb:
> Danke für die Antworten, das mit dem Schalter finde ich gut, welcher> Kondensator währe Ideal, Folienkondensator?
Ja. Aber ein kleiner SMD-Kerko würde auch ausreichen...
Sowas z.B.
https://www.reichelt.de/Vielschicht-SMD-G1210-High...
Bei allem gebotenem Respekt:
einen 10µF/35V KeramikKondensator, welcher parallel zum Eingang an einer
Aktivbox hängt, funktioniert gut als Körperschallmikrofon. Der Schalter
legt ihn ja direkt auf Masse. Bitte vorab testen. Bitte auch testen, ob
der 100k schon klein genug ist. Ich würde instinktiv 4K7
nehmen.(Bauchgefühl)
Als Kondensatoren daher 1µF Folie als Vorschlag?
Axelr.
DG1RTO
Lothar M. schrieb:> Ja. Aber ein kleiner SMD-Kerko würde auch ausreichen...
X7R und Audio? Gut, in dieser Anwendung mag das durchgehen, aber wer
schon einmal aus Unwissenheit oder Versehen X7R oder schlechter in einem
Mikrofonvorverstärker oder ähnlichem verbaut hat wird das nie wieder tun
;)
Stichwort Mikrofonieeffekt und Verzerrungen durch Nichtlinearitäten.
Holger B. schrieb:> X7R und Audio?
Jetzt seid mal nicht heiliger als der Papst...
> Gut, in dieser Anwendung mag das durchgehen
Richtig, hier haben wir Line-Pegel, die weit weg sind von dem, was so
ein Kerko an Piezospannung aufbringt...
TelTower (Axelr.) schrieb:> Bitte auch testen, ob der 100k schon klein genug ist. Ich würde> instinktiv 4K7 nehmen.(Bauchgefühl)
Der Vorschlag war eben genau das: ein Lösungsansatz. Wenn es mit der
tatsächlich verwendeten Konstellation nicht geht, dann muss man was
anpassen. Theoretisch würde bei einem wirklich gleichstromfreien Aus-
und Eingang auch das hier reichen, denn die Kondensatoren sind ja schon
in den Geräten verbaut:
Lothar M. schrieb:> Theoretisch würde bei einem wirklich gleichstromfreien Aus-> und Eingang auch das hier reichen, denn die Kondensatoren sind ja schon> in den Geräten verbaut:
wirklich gleichstromfrei?
oft eine Wunschvorstellung!
6a66 schrieb:> Willi schrieb:>> Danke an alle für die (fast allen) hilfreichen Antworten. Werde den>> Vorschlag von Lothar bauen, mit einer Riesen LED.>> Wie soll das mit der LED gehen???? Der Ausgang des Mischpults hat bei> 0dB so etwa 1V effektiv NF, 1,4V Spitze, damit bringst Du keine LED zum> Leuchten. Dazu bräuchtest Du:> Einen 4PST Schalter (4 fach ein) - je einen für die beinden Stereokanäle> und einen weiteren für die LED, die LED musst Du dann über eine> zusätzliche Spannungsquelle versorgen.>> rgds
Ja so ähnlich habe ich es mir vorgestellt, vielleicht auch mit
Reedrelais und einem einfachen kleinen Schalter (Fußschalter)
Schreiber schrieb:> wirklich gleichstromfrei?> oft eine Wunschvorstellung!
Ja, die dort verbauten Tantals sind of von spürbaren Leckströmen
geplagt. Mit dem vorgeschlagenen 4k7 dürfte aber auch das kein Problem
mehr sein...
Lothar M. schrieb:> Ja, die dort verbauten Tantals sind of von spürbaren Leckströmen> geplagt.
Wo werden denn Tantals als Koppelkondensatoren eingesetzt? Also völlig
wertfrei gefragt, aber das hab ich noch nie gesehen, und ich hab täglich
Audiotechnik vor mir, wenn auch nicht aus dem Consumerbereich...
Holger B. schrieb:> Wo werden denn Tantals als Koppelkondensatoren eingesetzt? Also völlig> wertfrei gefragt, aber das hab ich noch nie gesehen, und ich hab täglich> Audiotechnik vor mir, wenn auch nicht aus dem Consumerbereich...
Ok, gerade gesehen, auf meinem Freescale i.MX6 SABRE for Automotive
Infotainment Evalboard sind Tantals als Koppelkondensatoren am CODEC
verbaut. Naja, für Automotive muss es ja billig sein :-p
Behringer ultradrive DCX2496 oder Ultracurve DEQ2406,
der Drive hat eine RS-232/485, der Curve eine Midi-Schnittstelle. FÜr
beide gibt es ein Protocol Guide und man muss nur noch passende bytes
für "mute master on/off" hinschicken.
Außerdem könne beide jeweils noch etwas klangliche Verbesserung
beisteuern.
Alternativ: Klassisches Relais-Mute
Signalrelais (Fujitsu/Takamisawa NA oder RY-Serie), zwei Wechsler.
Ein Relais pro Kanal (ist ja vermutlich Symmetrisch und Stereo)
Öffnerkontakte auf Masse, COM an den Ausgang, Schließer auf
Eingangssignal.
zwischen COM und NO einen Widerstand von 4,7kOhm. Damit gibts keine
undefinierten Zustände beim Umschalten und sollte auch keine
Ploppgeräusche verursachen. Alternativ kann man auch noch Masse und
Ausgang über >=4,7k verbinden, dann geht der Pegel in zwei Stufen auf
Null.