Die gezeigte Schaltung (Miller-Integrator) kann in der Simulation
einwandfrei nur mit IDEALEM OPV arbeiten. Jedes realistische Modell (und
natürlich jedes reale Bauteil) beinhaltet nicht-ideale Eigenschaften,
die ohne Gleichspannungs-Gegenkopplung die Findung des gewünschten
Arbeitspunktes verhindern. Dabei spielen Offset-Spannung und
Offset-Strom die Hauptrolle.
Beim µA741 ist es priomär der Eingansoffset, der - auch ohne
Einganssignal - eine Ausgangsspannung erzeugt.
Folge: Die gezeigte Integratorschaltung kann sinnvoll nicht ohne
Gleichspannungs-Gegenkopplung betrieben werden.
Das kann erfolgen durch Einsatz als Baugruppe innerhalb einer
stabilisierenden Über-Alles-Schleife (Filter, Oszillator) oder eben
durch einen "ausreichend" großen Parallelwiderstand im
Gegenkopplungszweig.
Dabei meint "ausreichend": Kompromiss zwischen "klein genug", um den
Ausgangsoffset in akzeptablen Grenzen zu halten und "groß genug" um die
Hauptaufgabe der Schaltung (Integration) nicht zu stark zu stören, denn
dadurch wird die Schaltung zu einem Tiefpass erster Ordnung, der nur
eingeschränkt als Integrator wirken kann.
Inder Praxis wählt man oft einen Widerstand in der Größenordnung
(100...1000)*R2.
Nachtrag_1: Soll der Integrator - auch bei korrektem Arbeitspunkt -
nicht in die Begrenzung laufen, sollte das Eingassignal symmetrisch zu 0
V sein.
Nachtrag_2: Wenn das ganze nur eine Siumulationsaufgabe ist, würde ich
das Modell eines IDEALEN OPV nehmen.