Guten Abend,
ich habe gerade diesen Artikel gelesen:
http://www.mikrocontroller.net/articles/LED
Nun habe ich eine Frage. Ist die Flussspannung immer konstant über eine
LED? Also z.B. wenn die Flussspannung einer grünen LED 2,2V ist und ich
die Schaltung mit 3,3V betreiben. Fallen immer (egal wie groß der
Vorwiderstand ist) 1,1V über diesen? Oder kann die Flussspannung
beeinflusst werden, wenn der Vorwiderstand zu groß wäre?
Bestn Dank!
@Georg (Gast)
>ich habe gerade diesen Artikel gelesen:>http://www.mikrocontroller.net/articles/LED
Auch verstanden?
>Nun habe ich eine Frage. Ist die Flussspannung immer konstant über eine>LED?
Nochmal lesen!
> Also z.B. wenn die Flussspannung einer grünen LED 2,2V ist und ich>die Schaltung mit 3,3V betreiben. Fallen immer (egal wie groß der>Vorwiderstand ist) 1,1V über diesen? Oder kann die Flussspannung>beeinflusst werden, wenn der Vorwiderstand zu groß wäre?
Ja.
Georg schrieb:> (egal wie groß der> Vorwiderstand ist)
So egal kann der Widerstand nicht sein, sondern hat besondere Bedeutung.
Bei Gleichstrombetrieb:
-Allgemein gilt R=(Ub-Uf)/I (in einer Reihenschaltung ist der Strom
stets gleich, nur die Teilspannungen nicht).
-Bei Impulsbetrieb (z.B. Multiplexbetrieb) kann der Widerstand
deutlich kleiner ausfallen.
-Auch der Betrieb an eine Konstantstromquelle ist möglich.
Ansonsten ist der Verweis auf das Datenblatt immer zu empfehlen.
vielen Dank Inkognito für die nette Antwort.
Inkognito schrieb:> nur die Teilspannungen nicht
Genau um die Teilspannungen geh's mir hier. Also wenn ich diese LED
verwende:
https://media.digikey.com/pdf/Data%20Sheets/Lite-On%20PDFs/LTST-C190YKT.pdf
und 10k Vorwiderstand einsetze.
+3,3V-----LED------10K-----|GND
^
MP
Welche Spannung messe ich an MP? Der Strom sollte (Nach der Formel im
Artikel) (3,3V-2,1V)/10k = 0,12mA
Und somit eine Spannung über R von 1,2V
Wäre das richtig? Ist der Strom so nicht zu gering um die LED leuchten
zu lassen?
Falk B. schrieb:>> Also z.B. wenn die Flussspannung einer grünen LED 2,2V ist und ich>>die Schaltung mit 3,3V betreiben. Fallen immer (egal wie groß der>>Vorwiderstand ist) 1,1V über diesen? Oder kann die Flussspannung>>beeinflusst werden, wenn der Vorwiderstand zu groß wäre?>> Ja.
Falk, falsch gelesen? Je nach Wert des Vorwiderstandes verändert dies
die Spannung über der LED, ansonsten wäre ein korrekter Wert
überflüssig.
Georg schrieb:> Welche Spannung messe ich an MP? Der Strom sollte (Nach der Formel im> Artikel) (3,3V-2,1V)/10k = 0,12mA> Und somit eine Spannung über R von 1,2V
Normalerweise rechnet man andersrum. Man hat eine Flussspannung bei
gegebenem Strom, z.B 2.1V bei 2mA. Dies ergibt dann einen Vorwiderstand
von
(3.3V - 2.1V) / 2mA = 600Ohm
Wäre es andersrum, müsste über einer LED eine Spannung gemessen werden,
wenn sie in der Luft hängt, also nirgends angeschlossen ist. Die
Spannung über (Leucht)Dioden wird durch den Strom und die Temperatur
bestimmt, schau dir dazu U/I-Kennlinien in Datenblättern an. Suche dir
einen beliebigen Punkt und berechne den Vorwiderstand dazu. Zusätzlich
kannst du auch mit einer Simulationssoftware (z.B. LTSpice)
herumspielen, ist für das Verständnis manchmal ganz hilfreich.
Hallo Georg,
bei 0,12 mA wird die Led nicht hell leuchten.
Bei einem Strom von 10 mA benötigst Du einen Vorwiderstand von 120 R.
An der Led fallen bei diesem Strom ca. 2,1 Volt ab.
Auf Seite 4, Fig. 2 kannst Du sehen welche Spannung bei welchem Strom an
der Led abfällt.
Gruß Jörg
Georg schrieb:> Oder kann die Flussspannung beeinflusst werden, wenn der Vorwiderstand> zu groß wäre?
Dieser Vorwiderstand ist eigentlich nur der Versuch, eine (mehr oder
weniger gute) Konstantstromquelle für die LED zu bauen.
Nehmen wir mal an, die Vorwärtsspannung der gelben LED sei typisch 2,2V,
schwanke aber von 2,0 bis 2,4V. Wenn nun 5V als Versorgung da sind, dann
verbleiben für den Widerstand 2,6..3,0V. Also eine Schwankung um 15%.
Und weil der Widerstand ja konstant (für 2,2V berechnet) ist, wird auch
der Strom um 15% schwanken.
Bei einer Versorgung mit 3,3V bleiben 0,9...1,3V am Widerstand. Darum
wird der Strom um 44% schwanken.
Und bei 12V bleiben für den Widerstand 9,6..10V. Damit wird auch der
Strom um lediglich 4% schwanken.
Je hochohmiger also der Vorwiderstand, umso stabiler ist der LED Strom,
umso unempfindlicher ist die Schaltung gegen Toleranzen der
Flußspannung.
Georg schrieb:> Fallen immer (egal wie groß der Vorwiderstand ist) 1,1V über diesen?
Wenn du dir die Kennlinie von der LED und die Kennlinie des Widerstandes
zusammen im Strom-Spannungsdiagramm für deine Betriebspannung
aufzeichnest, bekommst du den Arbeitspunkt, also die Flussspannung und
den Strom als Schnittpunkt der beiden Kennlinien. Dafür braucht man
keine großartige nummerische Simulation mit LTSpice oder irgendwelche
Rechnereien.
Jörg R. schrieb:> Auf Seite 4, Fig. 2 kannst Du sehen welche Spannung bei welchem Strom an> der Led abfällt.
Vorsicht! Dieses Diagramm zeigt, welche Spannung bei welchem Strom bei
einem "typischen" Exemplar dieses LED-Typs abfällt. Wie nah oder wie
fern Georgs LED von diesem typischen Exemplar ist, weiß niemand. Wenn er
zwei LED hat, können die durchaus auch nach verschiedenen Richtungen
abweichen.
Genau deswegen kriegt man mit einem simplen Vorwiderstand auch keinen
exakt vorhersagbaren Strom aus einer LED. Dazu müßte man schon jedes
LED-Exemplar einzeln vermessen und einen jeweils eigenen Vorwiderstand
ausrechnen. Die Temperaturabhängigkeit der Kennlinie hätte man damit
aber immer noch nicht ausgeglichen.
Zum Glück ist das alles nicht so schlimm. Wenn man den LED-Strom so
berechnet, daß er 10..20% unter dem erlaubten Maximum liegt, dann wird
auch bei stärkeren Streuungen kein Exemplar das Maximum überschreiten.
Und eine Stromänderung um 20% sieht das Auge nicht. Schon die Effizienz
bei der Umwandlung von Strom zu Licht schwankt mehr zwischen
LED-Exemplaren.
Lothar M. schrieb:> Je hochohmiger also der Vorwiderstand, umso stabiler ist der LED Strom,> umso unempfindlicher ist die Schaltung gegen Toleranzen der> Flußspannung.
Meinst du nicht je mehr Spannung am Vorwiderstand abfaellt umso stabiler
wird der Strom durch die LED?
Ob der Vorwiderstand für einen passenden Strom ausreicht, hängt von der
Spannung ab, die man hat. Bei geringer Spannung (etwa 3,3 V Versorgung
für eine LED die schon etwa 3 V braucht) müsste man ggf. tatsächlich den
Widerstand an die Exemplare anpassen. Im Normalfall (etwa 5 V
Versorgung) ist die Spannung am Widerstand schon groß genug, dass es da
auch 50 mV mehr oder weniger von der LED eher nicht ankommt.
Die Temperaturabhängigkeit ist i.A. so dass die Flussspannung mit er
Temperatur sinkt und damit dann über den Vorwiderstand mehr Strom
fließt. Die meisten LEDs werden davon aber trotzdem nicht heller, weil
mit der Temperatur auch die Effizienz abnimmt - i.A. reicht es nicht
einmal aus um über die abnehmende Flussspannung die annehmende Effizienz
ganz zu kompensieren.
Helmut L. schrieb:> Meinst du nicht je mehr Spannung am Vorwiderstand abfaellt umso stabiler> wird der Strom durch die LED?
Ja, das gilt natürlich auch wegen des Ohmschen Gesetzes.
Wegen U=R*I mit I=konstant ergibt sich U~R und im Umkeharschluss also:
je größer der Vorwiderstand ist, umso mehr Spannung fällt an ihm ab.
Oder andersrum: je mehr Spannung am Vorwiderstand abfällt, umso weniger
macht eine Spannungsschwankung bei der Last/LED aus.
Rechne das einfach mal mit 100V aus oder mit 1000V: der Widerstand wird
immer größer...
Und letztlich hat also eine ideale Stromquelle einen "unendlich
großen" (Innen-)Widerstand gespeist aus einer "unendlich hohen"
Spannung.
Lothar M. schrieb:> Rechne das einfach mal mit 100V aus oder mit 1000V: der Widerstand wird> immer größer...
Ich weiss das. Betreibe meine LEDs immer mit 25kV aus dem Zeilentrafo
:=)
Ich habe mir schon gedacht das du das so meinst, aber es koennte sonst
einer auf die Idee kommen bei 3V einen 1M einzusetzen und wundert sich
dann das die LED nur ein Photon pro Stunde abgibt.
Lothar M. schrieb:> Und letztlich hat also eine ideale Stromquelle einen "unendlich> großen" (Innen-)Widerstand gespeist aus einer "unendlich hohen"> Spannung.
Schafft man selbt mit einem Transistor nicht. Die Earlyspannung setzt
dir da Grenzen.
Helmut L. schrieb:> Ich habe mir schon gedacht das du das so meinst, aber es koennte sonst> einer auf die Idee kommen bei 3V einen 1M einzusetzen und wundert sich> dann das die LED nur ein Photon pro Stunde abgibt.
Ja, das ist der Fall, wenn man nichts hat (nur 3,3V) und daran einen
"möglichst hochohmigen" Vorwiderstand für einen leider unveränderlichen
Konstantstrom berechnen muss und nur eine Seite der Formel zum Ohmschen
Gesetz anschaut.
Ein Vorwiderstand und seine Wirksamkeit ist letzlich immer begrenzt
durch die Versorgungsspannung.
> Lothar M. schrieb:>> Und letztlich hat also eine ideale Stromquelle ...> Schafft man selbt mit einem Transistor nicht.
Ich sprach von einer mathematisch "idealen" Stromquelle. Dass man
technisch nur irgendwelche Näherungen hinbekommt, steht auf einem
anderen Blatt. Und auch jede Konstantstromquelle aus Transistoren und
Schaltreglern ist letztlich nur die Simulation eines möglichst
hochohmigen Vorwiderstands gespeist aus einer möglichst hohen
Spannung...
Helmut L. schrieb:> Ich weiss das.
Ich weiss das... ;-)
Elektrofan schrieb:>> Ich weiss das. Betreibe meine LEDs immer mit 25kV aus dem>> Zeilentrafo :=)>> Gute Idee. Als Schalter eignet sich dann so etwas:>> http://www.kz.all.biz/img/kz/catalog/middle/167099.jpeg>> Geeignet auch für 3-farbige LED ;-)
3-farbige LEDs sind ja auch fuer Drehstromanschluss gedacht. Meistens
sind die im Stern geschaltet :=)
Helmut L. schrieb:> 3-farbige LEDs sind ja auch fuer Drehstromanschluss gedacht. Meistens> sind die im Stern geschaltet :=)
Sind das die blinkenden Sterne, die man kurz vor Weihnachten immer im
Supermarkt bekommt?
Hp M. schrieb:> Sind das die blinkenden Sterne, die man kurz vor Weihnachten immer im> Supermarkt bekommt?
Genau, die mit dem roten CEE Stecker dran...
Helmut L. schrieb:> Hp M. schrieb:>> Sind das die blinkenden Sterne, die man kurz vor Weihnachten immer im>> Supermarkt bekommt?>> Genau, die mit dem roten CEE Stecker dran...
Und wenn du den Netzanschluss ein wenig belastet, so dass der Generator
in die Knie geht, siehst du sogar den Drehstrom rotieren :-)
Räusper schrieb:> Und wenn du den Netzanschluss ein wenig belastet, so dass der Generator> in die Knie geht, siehst du sogar den Drehstrom rotieren :-)
Eben, dann laufen die LEDs im Kreis.
Elektrofan schrieb:>> Ich weiss das. Betreibe meine LEDs immer mit 25kV aus dem>> Zeilentrafo :=)>> Gute Idee. Als Schalter eignet sich dann so etwas:>> http://www.kz.all.biz/img/kz/catalog/middle/167099.jpeg>> Geeignet auch für 3-farbige LED ;-)
Aha. Werden die heutigen LED-Fernseher so gebaut? Irgendwo muss
man doch die ganzen alten Zeilentrafos sinnvoll unterbringen.