asdf schrieb:
> aber woher kommt die
> Leistung? Was bedeutet es wenn ein Widerstand die Leistung dissipiert
> die er aufgrund von thermischem Rauschen selbst generiert?
Die Leistung kommt aus der Wärmeenergie die der Widerstand hat.
Betrachte dazu das Bild im Anfang. Der linke Widerstand hat z.b.
Raumtemperatur und damit ein thermisches Rauschen. Ob man das jetzt als
Rauschspannungsquelle in Reihe mit einem idealen Widerstand modelliert
oder als Rauschstromquelle mit idealem Widerstand parallel ist an sich
egal aber diese Darstellung wird nachher noch Vorteile haben, daher habe
ich die rauschquelle durch eine Stromquelle dargestellt. Beachte bei
der ganzen Analyse immer dass es sich hier um ein Model handelt, bzw um
den Versuch das Konzept "Rauschen" mit Standardschaltungstechnik
abzudecken.
Der rechte Widerstand sei für dieses Experiment runter auf 0K gekühlt,
heißt er erzeugt keinerlei Rauschleistung.
Jetzt verbinden wir beide Widerstände. Da sie den selben Wert haben
herrscht Leistungsanpassung. Der Linke Widerstand (bzw seine
Ersatzrauschstromquelle) erzeugt eine gewisse Rauschleistung, welche aus
der Wärmeenergie des Widerstandes kommt. Diese Leistung verteilt sich
auf beide Widerstände gleichmäßig. Dabei bekommt jeder Widerstand die
Rauschleistung Kb*T*B ab, wobei B die Bandbreite der Messung ist.
Als Endeffekt fließt jetzt Leistung von dem heißen Widerstand zum kalten
Widerstand, welcher sich dabei auch langsam erwärmen wird. Sobald er
dies tut erzeugt er ebenfalls eine Rauschleistung welche wiederrum
Leistung zurück zu R1 transportiert. Sobald beide Widerstände die selbe
Temperatur erreicht haben gleicht sich der Energietransport genau aus
und das ganze System hat seinen Ruhepunkt erreicht.
Das ganze ist äquivalent mit einem Metallstab welcher auf einer Seite
heiß ist und auf der andere Seite kalt. Sobald man das System sich
selber überlässt gleicht sich die Temperatur auf beiden Seiten an bis
das Gleichgewicht wiederhergestellt ist.
Der Wärmetransport erfolgt ebenfalls über die Elektronenbewegung,
physikalisch hängt Wärmefluss und Stromfluss eng zusammen.
Wenn du jetzt bei unserem Widerstandssystem den zweiten Widerstand
abklemmst hast du keine Leistungsanpassung mehr. Der Widerstand
R1 verbraucht die gesamte Leistung die die Stromquelle erzeugt. Da der
Strom durch R1 verdoppelt wurde, ist die Leistung die an ihm entsteht
vervierfacht. Das ist auch der Grund wo diese ominiöse "4" in der
Formel "4*Kb*T*B" herkommt.
Wir haben jetzt also die paradoxe Situation dass die Rauschstromquelle
die Leistung 4*Kb*T*B aus der Wärmeenergie des Bauteils nimmt, welche
dann an dem Widerstand wieder in Wärmeenergie umgewandelt wird.
Physikalisch passiert einfach nichts. Der Widerstand ist einfach "warm".
Das Modell was für Schaltungstechnik gut geeignet ist sagt jetzt aber
"Der Widerstand erzeugt die Leistung X und dissipiert diese direkt
wieder".
Was du also siehst ist ein harmloser aber verwirrender Nebeneffekt des
Modells.