Hallo Herbert und Muck.
Herbert Z. schrieb:
Problem ist aber, in der passenden Höhe für ein Gammamatch an den
Blitzableiter zu kommen. Aber das Problem ist lösbar.
Vermutlich braucht man da für die korrekte Anpassung einen Kumpel bei
der Feuerwehr mit Zugang zum Leiterwagen.
Nein. Es langte eine Erdungsklemme für Strassenbahnoberleitungen. Die sind zum Schrauben und haben eine Stange zur Bedienung. Von der Treppe des Aussichtsturms war einer der Blitzableiter mit der Stange von der Seite erreichbar. Ich habe den Abgriff nicht optimiert, aber mit der Matchbox ließ er sich Anpassen und das ganze hat gut funktioniert.
Wenn man sich eine solche Vorrichtung so umbastelt, dass man auch die Betätigungsstange senkrecht (d.h. parallel zum Blitzableiter statt im 90° Winkel wie an einer Oberleitung) benutzen kann (flexible Kupplung aus einem Stück Gartenschlauch?), sollte das auch ohne den seitlichen Zugang funktionieren. Die 4-5m sind ausreichend für einen Gammamatch.
So eine mag Loop ist doch deutlich besser, auch weil man die zunehmenden
elektrischen Störungen gut ausblenden kann.
Stimmt. Ist aber bei einem Aussichtsturm im Wald nicht so wichtig.
Ausserdem sind Magloops zum Senden etwas zickig. Extrem schmalbandig und hohe Spannungs/Stromüberhöhungen. Ok, letzteres ist bei 10W kein riesen Problem
Meine Breitband Suchantenne ( 50R /240R mit 240R Abschluss und rechts
und links jeweils 5 Meter Draht als Dipol) hat 12db mehr Signal im
Vergleich zur Loop ,aber aber auch wesentlich mehr Störungen.
Empfangen ist eine andere Nummer. Da könnte ich mir durchaus eine Umschaltung auf eine Rahmenantenne im Empfangsfalle vorstellen. Schlecht entstörte Schaltnetzteile gibt es zwar im Wald seltener, aber trotzdem kann es nett sein, auch andere Störsignale ausblenden zu können.
Allerdings muss ich den Kram auch schleppen......das ging vor 20 Jahren auch noch besser. Darum bin ich mittlerweile zu EFHWs übergewechselt. Auch wenn die Endspeisung wegen der Trafoverluste elektrisch nicht so ideal ist, bietet sie doch konstruktive Vorteile beim Errichten einer behelfsmäßigen Antenne.
Zum TO: Du kannst als Behelfsantenne grundsätzlich alles anschliessen, was metallisch leitend und groß genug ist, und mit einer Matchbox anpassen.
Allerdings gibt es dabei Fallen: Dachrinnen sind oft aus Zink oder verzinktem Material. Zink selber ist ein eher schlechter Leiter, und die Korrosionsprodukte von Zink haben teilweise sehr schräge halbleitende Eigenschaften. Zudem sind Dachrinnen und die Fallrohre oft nur ineinander gesteckt, was die Chance auf komische Kontakte erhöht......also bei Zink wäre ich wirklich misstrauisch.
Auch Eisen hat einen relativ schlechten Leitwert....aber wenn die Oberfläche (Skineffekt) groß genug ist, kann es doch funktionieren.
Wenn Du damit rechnest, eine Behelfsantenne benutzen zu müssen, dann solltest Du das, wenn es keine permanente Antenne ist, auch regelmäßig üben. Das ganze ist komplizierter als es sich anhört, vor allem wenn es unter Zeitdruck und bei schlechtem Wetter und Dunkelheit geschehen soll.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de