Hallo,
ich suche den ultimativen sehr schnellen OP-Amp um ein symetrisches
Signal (DC! bis 350MHz) von 0,8Vss auf 5,6Vss an 50 Ohm zu bekommen.
Wo ist das Ende der Fahnenstange?
Gibt es da nix schnelleres?
Bei welchem Hersteller noch mal suchen?
Kater Sylvester schrieb:> Hallo,> ich suche den ultimativen sehr schnellen OP-Amp um ein symetrisches> Signal (DC! bis 350MHz) von 0,8Vss auf 5,6Vss an 50 Ohm zu bekommen.>> Wo ist das Ende der Fahnenstange?> Gibt es da nix schnelleres?> Bei welchem Hersteller noch mal suchen?
Die üblichen verdächtigen: Analog Devices, TI, National
Von AD ist die AD8000 Serie ziemlich schnell. Falls zu großer DC-Offset
/ Drift stören, ist dem mit einem DC-Servo beizukommen.
>ich suche den ultimativen sehr schnellen OP-Amp um ein symetrisches>Signal (DC! bis 350MHz) von 0,8Vss auf 5,6Vss an 50 Ohm zu bekommen.
Dann brauchst du wohl ein mehrstufiges Konzept, bei dem die Verstärkung
auf mehrere Stufen verteilt wird.
>Gibt es da nix schnelleres?
Schneller als was?
>Bei welchem Hersteller noch mal suchen?
Parametrische Suche bei TI, AD, MAXIM, National,... Da gibt es heute
Hunderte von sehr schnellen OPamps.
>Falls zu großer DC-Offset / Drift stören, ist dem mit einem DC-Servo >beizukommen.
Wenn er DC messen will??
ralf schrieb:> http://cds.linear.com/docs/Datasheet/6409fa.pdf
Vielen Dank! :-)
10GHz Oh haue ha! Das ist wohl das Ende der Fahnenstange?!
Ich brauche einen, der auch ein paar mA treiben kann.
Bei 13dBm an 50 Ohm sind das 20mA * Wurzel 2 = 28mA
>Vielen Dank! :-)>10GHz Oh haue ha! Das ist wohl das Ende der Fahnenstange?!
Leider ist die Betriebsspannungsentkopplung des Demo Board Murks. Wieder
die übliche Parallelschaltung aus 470nF, 100nF, 1nF und 100pF, was zu
extremen Impedanzspitzen führt und die Schaltung notorisch instabil
macht. Besser zwei oder drei identische keramische 470nF Highcaps der
kleinsten Bauform, die man bekommen kann, parallelschalten.
Ich habe hier die OPAMPS THS3201 / THS3202 im Einsatz.
Die können auch nennenswerte Großsignalverstärkung, sowie mindestens
80mA treiben. Damit ließe sich soetwas in einer Stufe realisieren.
Allerdings wirst Du um einen DC-Servo nicht herum kommen, da es sich um
einen current feedback Verstärker handelt. Die haben prinzipbedingt eine
relativ hohe Unsymmetrie und damit Neigung zum DC-drift.
Layouttechnisch sind die etwas anspruchsvoll (siehe Datenblatt /
Appnote) aber machbar.
Michael O. schrieb:> Allerdings wirst Du um einen DC-Servo nicht herum kommen, da es sich um> einen current feedback Verstärker handelt.
Heisst das, das die beiden Eingänge nicht gleichwertig sind?
Ich brauche einen Differenzverstärker um das differentielle Signal eines
DDS-Bausteins von DC bis 350MHz auf SMA oder BNC geben zu können.
Kater Sylvester schrieb:> ich suche den ultimativen sehr schnellen OP-Amp um ein symetrisches> Signal (DC! bis 350MHz) von 0,8Vss auf 5,6Vss an 50 Ohm zu bekommen.
Ich hatte überlesen, dass das Signal nach dem Verstärken noch
symmetrisch sein soll. Für Symm/Asym funktioniert der THS gut (16bit DAC
/ 400MSPs, wobei ich an der Auflösung weniger Interesse habe als an der
Samplerate).
Michael O. schrieb:> Ich hatte überlesen, dass das Signal nach dem Verstärken noch> symmetrisch sein soll.
Ups, habe ich das wohl blöd geschrieben.
Also das Signal kommt aus dem DDS AD9854 oder AD9910.
Ist an dieser Stelle symmetrisch und soll verstärkt auf ein
asymetrisches 50 Ohm-SMA-Koaxkabel gehen.
Normalerweise nimmt man an dieser Stelle einen (Mini-Circuits)
Transformator & ERA-1.
Da aber bei mir auch ganz niedrige Frequenzen möglich sein sollen, geht
ein Transformator hier natürlich nicht.
>Normalerweise nimmt man an dieser Stelle einen (Mini-Circuits)>Transformator & ERA-1.
Also, zuerst kommt da mal ein Tiefpaß. Und dann ist ein Signal von
5,6Vss in diesem Frequenzbereich sowieso eher unüblich. Für ein solches
350MHz-Signal bräuchtest du einen Verstärker mit mindestens 6200V/µsec
Slewrate! Und wenn das einigermaßen linear verstärkt werden soll, dann
ist sogar das noch viel zu wenig.
Wie kommen Leute immer auf so völlig überzogene Forderungen??
>ralf schrieb:>> http://cds.linear.com/docs/Datasheet/6409fa.pdf>Vielen Dank! :-)>10GHz Oh haue ha! Das ist wohl das Ende der Fahnenstange?!
Naja - so ein bißchen nach Ende der Fahnenstange heutzutage klingt der
schon mal, aber bei den Großsignalfähigkeiten hapert es ein bißchen bei
dem. Der kann wohl nur 5V in der Versorgung vertragen, so daß der nicht
unbedingt die anvisierten 5,6Vss liefern können wird.
Nimm die bereits vorgeschlagenen THS3201 / THS3202, die können
ordentlich Strom liefern, sind sehr großsignalfähig (ich glaube die
können mit +/-8V betrieben werden, was so an die 12Vss ermöglicht,
vertragen über 100mA, haben eine SlewRate von um die 10000V/µs. THD
liegt sehr weit open, auch bei größerer Aussteuerung.
Die Eingänge sind zwar nicht gleich (Current FB), aber ich glaube durch
intelligente R-Beschaltung läßt sich sowas auch für symm. Ansteuerung
nutzen, so daß der DDS auf beiden Zweigen gleichen Widerstand sieht, und
der OPV symm. verstärkt.
Ina schrieb:> Leider ist die Betriebsspannungsentkopplung des Demo Board Murks. Wieder>> die übliche Parallelschaltung aus 470nF, 100nF, 1nF und 100pF, was zu>> extremen Impedanzspitzen führt und die Schaltung notorisch instabil>> macht. Besser zwei oder drei identische keramische 470nF Highcaps der>> kleinsten Bauform, die man bekommen kann, parallelschalten.
Ina hast du dir die Serienresonanzkurve von 470nF mal angeschaut?
Bei den hohen Frequenzen dürften sich diese Kondensatoren eher als
Induktivitäten entpuppen.
Ich würde sogar noch weiter gehen. Diesen Kondensatorketten muß man noch
zusätzlich 10pF und 1pF parallel schalten. Erst die 1pF Kondensatoren
liegen in der Serienresonanz noch leicht unterhalb der 10GHz.
HF Schwingen kommt auch sehr oft von ungeeigneten Layouts, bei welche
auf der Unterseite keine durchgehende Massefläche ist, die alle 5mm zur
oberen Massefläche entlang der Signalführende Leiterbahnen, und am IC
Selber, durchkontaktiert sind. Die Durchkontaktierung selber ist nämlich
auch schon eine Induktivität von ca 0,5nH, und nur die lückenlose
Massefläche auf der Unterseite ist bei der Frequenz wirklich Masse.
Ralph Berres
>Ina hast du dir die Serienresonanzkurve von 470nF mal angeschaut?>Bei den hohen Frequenzen dürften sich diese Kondensatoren eher als>Induktivitäten entpuppen.
0603-Caps haben um die 0,6nH. Zwei, drei davon parallel ergeben rund
0,2nH. Macht bei 2GHz rund 2,5Ohm, was völlig ausreichend klein ist.
>Ich würde sogar noch weiter gehen. Diesen Kondensatorketten muß man noch>zusätzlich 10pF und 1pF parallel schalten.
Das Parallelschalten ungleicher Caps (siehe Anhang) kann verheerende
Resonanzen mit extremen Impedanzspitzen zur Folge haben. Die
Entkoppelwirkung ist dort nicht nur gleich Null, der Verstärker kann
sogar spontan auf dieser Frequenz anfangen zu schwingen!
Du vergisst das diese Kondensatoren bei etwa 15MHz Serienresonanz haben
und oberhalb 15MHz bereits eine INDUKTIVITÄT darstellen. Diese beiden
Kondensatoren sind in der gesamten rechten Hälfte keine Kondensatoren
mehr, sondern Induktivitäten. Das ist eher kontraproduktiv. Und 2 Ohm
Impedanz sind für eine Stromversorgung in einen Verstärker mit so hohen
GBW viel zu hoch. Schaue dir mal die Impedanzkurven von 0603
Kondensatoren bei den verschiedenen Kapazitäten an.
Ina schrieb:> Das Parallelschalten ungleicher Caps (siehe Anhang) kann verheerende>> Resonanzen mit extremen Impedanzspitzen zur Folge haben. Die>> Entkoppelwirkung ist dort nicht nur gleich Null, der Verstärker kann>> sogar spontan auf dieser Frequenz anfangen zu schwingen!
Genau das passiert wenn sie im induktiven Bereich betrieben werden.
Diese Resonanzspitzen werden durch Kondensatoren ( die sich auch
kapazitiv verhalten ) vollständig unterdrückt.
Schaue dir mal Mikrowellenschaltungen die bis in den mm Bereich gehen
an.
Ralph Berres
>Du vergisst das diese Kondensatoren bei etwa 15MHz Serienresonanz haben>und oberhalb 15MHz bereits eine INDUKTIVITÄT darstellen. Diese beiden>Kondensatoren sind in der gesamten rechten Hälfte keine Kondensatoren>mehr, sondern Induktivitäten. Das ist eher kontraproduktiv.
Es ist in erster Linie die Impedanz entscheidend, weil
Laststromschwankungen an dieser einen Spannungsabfall verursachen. Wenn
dieser Spannungsabfall zu groß wird und die
Betriebsspannungsunterdrückung des OPamp zu gering ist, kann dadurch
eine gefährliche Mitkopplung entstehen und der Verstärker schwingt.
Deswegen muß die Impedanz der Betriebsspannungsentkopplung für die
gesamte Bandbreite des OPamp möglichst gering sein, möglichst unter 1
Ohm.
>Genau das passiert wenn sie im induktiven Bereich betrieben werden.
Nein.
Du hast zwar Recht, wenn du sagsts, daß eine Betriebspannungsentkopplung
natürlich kapazitiv sein sollte, weil sie ja schließlich Ladung liefern
muß, aber das tut sie auch, wenn sie eine induktive Komponente hat.
Üerlege dir, daß die Alternative, nämlich dein 10pF und 1pF Cap sowieso
keine große Ladung mehr liefern können.
>Diese Resonanzspitzen werden durch Kondensatoren ( die sich auch>kapazitiv verhalten ) vollständig unterdrückt.
Ralph, die Resonanzspitzen werden durch die Parallelschaltung der Caps
erst erzeugt!! Es wechselwirkt die Serieninduktivität des einen mit der
Serienkapazität des anderen. Und wenn der Serienwiderstand beider Caps
zu klein ist, gibt es ganz fiese Impedanzmaxima.
Schau dir noch mal mein Bildchen im Anhang an: Du siehst drei Kurven:
1. Kurve b: Ein 100nF Cap. -> kein Impedanzmaximum.
2. Kurve c: Zwei identische, parallelgeschaltetet 100nF Caps. -> kein
Impedanzmaximum.
3. Kuvre a: Ein 100nF Cap und ein 100pF Cap parallelgeschaltet. ->
Impedanzmaximum von rund 100 Ohm!
Eine solche Parallelschaltung kann man nur mit Elkos und Tantals
resonanzfrei machen, aber nicht mit keramischen Caps.
>Schaue dir mal Mikrowellenschaltungen die bis in den mm Bereich gehen>an.
Ich habe jeden Tag beruflich mit GHz-OPamps zu tun. Diese waren mit der
bisherigen Parallelschaltung unterschiedlicher Entkoppelcaps immer
notorisch instabil. Erst mit der Parallelschaltung mehrerer,
identischer, keramischer Highcaps im 0603-Gehäuse arbeiten diese stabil.
Ina schrieb:> Üerlege dir, daß die Alternative, nämlich dein 10pF und 1pF Cap sowieso>> keine große Ladung mehr liefern können.
Ein 10pF und ein 100pF alleine reichen natürlich nicht. Ich habe bisher
recht gute Erfahrung gemacht mit der Parallelschaltung von 100nF 1nF
100pF und 1pF.Wenn es bis in den NF Bereich reingeht muß noch ein 10uF
parallel,
Aber mit 470nF alleine ( auch 2 parallel ) hat bei mir jeder HF
Verstärker geschwungen. Die Parallelresonanz in deinen Fall werden
vermutlich durch die parasitären Kapazitäten verursacht. Eine
Induktivität alleine kann nie eine Resonanz verursachen. Und nach deinen
Diagramm sind die Kapazitäten bei der Resonanzfrequenz keine Kapazitäten
mehr sondern reine Induktivitäten, da weit oberhalb der Serienresonanz
der Kondensatoren betrieben.
Versuche mal die Kombination 100nF 1nF 10pF 1pF
Ralph Berres
Bei den Simulationen sollte man auch in Betracht ziehen, daß die kleinen
Kapazitäten C0G sind, die anderen aber X7R oder gar Z5U, daher also bei
HF große Verluste haben. Als Filter-C auf einer Versorgung ist dies
sogar von Vorteil, und aus diesem Grund werden nach wie vor
Resonenzkreise nicht rein aus verschiedenen C aufgebaut, sondern immer
noch aus L und C.
>Ich habe bisher recht gute Erfahrung gemacht mit der Parallelschaltung>von 100nF 1nF 100pF und 1pF.
Ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht, das möglichst genau zu
simulieren. 4c+2c.PNG zeigt den Impedanzschrieb von einmal der von dir
favorisierten Kombination aus 100nF, 1nF, 100pF und 1pF und der von mir
empfohlenen Kombination aus zwei identischen 470nF/0603 Caps. Bei den
Serieninduktivitäten habe ich versucht, zu berücksichtigen, daß zwei
Caps näher beieinander angeordnet werden können als vier.
Ich habe bei den sehr kleinen Kapazitäten möglichst verlustreiche
Ausführungen herangezogen, um die Impedanzmaxima möglichst stark zu
bedämpfen. Die genauen Daten habe ich aus einem Datenbuch von Murata.
Um beide Kurven in eine Grafik zu bekommen, mußte ich ein wenig mit TINA
tricksen: Die rote, horizontale Kursorlinie markiert 1 Ohm Impedanz, die
blaue 10 Ohm.
Man erkennt, daß deine Kombination (grüne Kurve) drei Impedanzmaxima
aufweist, bei 100MHz (2 Ohm), 390MHz (7 Ohm) und 4,6GHz (180 Ohm). Der
Peak bei 100MHz ist jetzt nicht allzustark ausgeprägt und der bei 4,6GHz
dürfte in den meisten Fällen außerhalb der Bandbreite liegen.
Bedenklicher ist da schon der Peak bei 390MHz. Bei nicht sehr kritischem
OPamp aber eine ganz brauchbare Entkopplung.
Meine Kombination (braune Kurve) weist keine Impedanzmaxima auf. Auch
sind für Frequenzen bis rund 400MHz die Impedanzen wesentlich kleiner.
Für Frequenzen über 400MHz sind die Impedanzen beider Kurven im Schnitt
recht ähnlich, wobei meine Kombination aber keine Impedanzmaxima
aufweist.
Noch etwas ganz Grundsätzliches: Du sagtest, daß meine Kurve oberhalb
rund 8MHz nur noch induktiv sei. Auch deine Kurve ist induktiv! Und zwar
von 13MHz bis 100MHz, von 150MHz bis 400MHz, von 500MHz bis 4,6GHz und
über 5,6GHz, nämlich überall dort, wo die Impedanzkurve die für eine
Induktivität tpische, positive Steigung hat!!
Hallo Ralph,
ganz einfach, in der Menu-Leiste "Tools" und dann "Copy Bitmap to
Clipboard" wählen und dann das Bild in einem beliebigen Programm
einfügen. Je nachdem was du gerade angewählt hast, werden entweder das
Schematic oder die Diagramme kopiert.
branadic
>Ina hier mal meine Simulation mit LTspice
0,2nH pro Cap sind völlig unrealistisch. Wie soll das gehen, wenn du die
alle vier parallelschaltest? Da kommen einige Millimeter Leiterbahnlänge
zusammen und jeder Millimeter schlägt mit rund 1nH zu Buche.
Auch die 0,5 Ohm bei 100nF und 10nF sind unrealistisch. Übliche Werte
liegen um die 0,1 Ohm. Bei 100nF wird es schon schwer, etwas zu finden,
das nicht deutlich unter 0,1 Ohm liegt.
Problematisch dürfte sein, dass viele Hersteller sich mit genaueren
Angaben zu den Parasitics eher ausschweigen. Da hilft dann nur noch eine
optimistische Abschätzung der parasitären Parameter über die
Packagegröße:
http://hft.uni-duisburg-essen.de/arbeiten/Vortrag_Imam_Owais.pdfhttp://hft.uni-duisburg-essen.de/arbeiten/Vortrag_Ouajdi_Ochi.pdf
und natürlich ausprobieren.
Man findet in den Weiten des Internet teilweise auch Angaben eine
ungleichmäßige Abstufung zu verwenden, bspw. 6.8µ Tantal und 100n, 4.7n,
1n, 680p, 10p, 4.7p, um Resonanzüberhöhungen zu vermeiden.
Im Zweifelsfall schaut man aber einfach ins Datenblatt des Bausteines,
da sind zumeist schon Empfehlungen gegeben. Wenn man dann noch das Demo
Board des Bausteines eingehender studiert wird man sicherlich eine
geeignete Abstufung finden.
branadic
Ina schrieb:> 0,2nH pro Cap sind völlig unrealistisch.
das habe ich für die Serieninduktivität des Kondensators selbst
kalkuliert.
Bei den 0603 Baugrößen könnte das auch im etwa passen.
0,5 Ohm sind bei den hohen Frequenzen auch nicht so unrealistisch. Wegen
Skineffekt Abstrahlverluste etc. Die Leiterbahnen von der
Stromversorgung zu den Abblockkondensatoren habe ich mit höhere
Induktivität angesetzt, und auch einen Widerstand in Reihe gesetzt.( den
sollte man eh immer haben , wegen der Tiefpasswirkung ). Die
Kondensatoren sollten unmittelbar nebeneinander gesetzt werden ( Ich
setze immer 2 aufeinander ) und sich direkt am Anschlußbeinchen des
abzublockenden IC befinden. Die Masseseite sollten über 4-5
Durchkontaktierungen direkt am Kondensator mit der Mssseunterseite
verbunden sein. Jede Durchkontaktierung hat ca 0,4nH Induktivität.
Überhaupt sollte man mit Durchkontaktierungen unmittelbar an den
Masseanschlüssen der aktiven Bauelemente und entlang Striplines nicht
geizen.
In den UKW Berichte wurde mal ein SHF Vorverstärker mit dem Programm
Puff simuliert, und da wurde recht anschaulich dargestellt, welchen
Einfluss zu wenig Durchkontaktierungen auf die Schwingfreudigkeit des
Verstärkers hat.
Irgendwo hatte ich mal ein Datenblatt von Epcos über dieSerienresonanz
verschiedener SMD Kondensatorgrößen gefunden. Aber wie das so ist , wenn
man sie dann nochmal sucht findet man sie nicht mehr.
Alex vielen Dank für die ( recht optimistische ) Simulation. Aber ich
habe die Erfahrung gemacht, das diese große Kondensatoren sich in der
Realität bei den hohen Frequenzen irgendwie anders benommen haben.
Abschliesend mus ich dem Branadic recht geben. Man müßte erst mal die
tatsächlichen parasitären Größen der Kondensatoren in Erfahrung bringen.
Zumindest die Allerwelts Konsumerbauteile schweigen sich da restlos aus.
Warum das wohl so ist? Man sollte also notgedrungen auch hier spezielle
für EHF-Zwecke gebaute Kondensatoren verwenden. Sonst ist und bleibt es
ein Ratespiel.
Ralph Berres
Brauchst Du einen linearen Verstärker für ein Analogsignal, oder geht
auch ein Komperator?
Ich hatte mal sowas was mit einem LVDS Receiver (SN65LVDS390) gemacht:
Ich führte dabei mein Signal auf zwei Receiver, (1+2), hatte beim
zweiten Receiver A+B vertauscht und nutzte die Austganssignale (1Y -
2Y) wieder als differenziellen Ausgang mit 2 x 3.3V => 6.6 Vpp
Das funktionierte prima bis ca. 400 MHz
>Problematisch dürfte sein, dass viele Hersteller sich mit genaueren>Angaben zu den Parasitics eher ausschweigen.
Taijo Yuden gibt für alle Klasse 2 Caps Impedanzschriebe an. Bei den
Klasse 1 Caps schweigen sie sich aber auch aus. Murata und Kemet haben
auch Angaben in ihren Datenblättern, teilweise auch für einzelne Typen.
>Da hilft dann nur noch eine>optimistische Abschätzung der parasitären Parameter über die>Packagegröße:>>http://hft.uni-duisburg-essen.de/arbeiten/Vortrag_...>>http://hft.uni-duisburg-essen.de/arbeiten/Vortrag_...>>und natürlich ausprobieren.
Schöne Links! Bei der Modellierung muß man etwas aufpassen: Eine
Serienersatzimpedanz macht natürlich nur Sinn im Zusammenhang mit einem
Serienersatzmodell. Man kann nicht einfach noch einen Parallelcap
dazupacken und bei den Impedanzen der restlichen Serienschaltung dann
von Serienersatzimpedanzen sprechen.
Generell ist die Messerei im GHz-Bereich schon fragwürdig. Herr Völkel
von Würth hat mir mal erzählt, daß die Impedanzmessungen von Bauteilen
im GHz-Bereich deshalb so aufwendig sind, weil man wegen der
problematischen Kontaktierung der winzigen Bauteile über unzählige
Einzelmessungen mitteln muß.
Man sagt, daß 0805-Caps knapp unter 1nH Serieninduktivität haben.
Bedenkt man aber, daß 1mm Leiterbahn mit rund 1nH zu Buche schlägt, sind
bei schlechten Layouts diese kleinen Werte natürlich völlig
unrealistisch.
>Man findet in den Weiten des Internet teilweise auch Angaben eine>ungleichmäßige Abstufung zu verwenden, bspw. 6.8µ Tantal und 100n, 4.7n,>1n, 680p, 10p, 4.7p, um Resonanzüberhöhungen zu vermeiden.
Diese Kombinationen sind historisch entstanden, zu einer Zeit als man
große Kapazitäten nur in großen Gehäusen unterbringen konnte. Für eine
HF-Schaltung in 50R-Technik benötigt man in der Regel eine
Entkopplungskapazität im µF-Bereich, um auch für größere
Lastschwankungen genügend Ladung bereitstellen zu können. Andererseits
bietet ein solcher Cap zuviel Induktivität und die Entkopplungswirkung
bei sehr hohen Frequenzen ist gleich Null.
Also hat man in den saueren Apfel gebissen und den größeren Kapazitäten
immer kleinere parallgeschaltet. Interessanterweise wurde schon damals
teilweise von Resonanzen berichtet und in einigen Datenblättern
vorgeschlagen, einzelnen Caps dieser Kombinationen kleine Widerstände in
Serie zu schalten.
Seit es die hochkapazitiven keramischen Highcaps gibt, sieht die
Situation glücklicherweise ganz anders aus. Man kann die µF-Kapazitäten
in winzigen 0603 Gehäusen unterbringen. Während ein bedrahteter
Tantalcap früher rund 10...15nH Serieninduktivität mitbrachte, eine
spätere SMD-Version rund 5nH, können keramische Highcaps das heute mit
0,6...0,8nH! Das ist natürlich ein Quantensprung und die lästige
Parallelschalterei unterschiedlicher Kapazitätswerte mit allen ihren
Nachteilen ist passé. Deine obige Kombination besteht immerhin aus
sieben Caps. Wie soll das im GHz-Bereich zuverlässig funktionieren?
Die Nagelprobe haben die keramischen Highcaps bei uns im Labor
bestanden: Bei den früheren, umständlichen Parallelkombinationen, die
immer in den Datenblättern empfohlen wurden, hatten wir immer das
Problem, daß wir den Ausgang eines GHz-OPamps nie direkt mit einem 10:1
Tastkopf berühren konnten. Wir mußten immer einen kleinen
Serienwiderstand einfügen, um die kapazitive Last des Tastkopfes (rund
10pF) zu entkoppeln und die notorische Schwingneigung zu unterdrücken.
Seit wir keramische Highcaps verwenden, ist das Problem weg.
Ralph Berres schrieb:> hallo Andre>> Besten Dank für den Tip. Also auf ein nächstes.>
Warum umständlich?
Einfach CRLT-C oder mir wegen ALT-Print. Eigentlich reicht auch nur
'Print'
Peter schrieb:> Brauchst Du einen linearen Verstärker für ein Analogsignal, oder geht> auch ein Komperator?>> Ich hatte mal sowas was mit einem LVDS Receiver (SN65LVDS390) gemacht:> Ich führte dabei mein Signal auf zwei Receiver, (1+2), hatte beim> zweiten Receiver A+B vertauscht und nutzte die Austganssignale (1Y -> 2Y) wieder als differenziellen Ausgang mit 2 x 3.3V => 6.6 Vpp>> Das funktionierte prima bis ca. 400 MHz
Und die Dinger hatten keine Hysterese? Wollte das auch mal ausprobieren.
Nur hatte ich den Eindruck, das praktisch alle Komparatoren mit
Hysterese ausgestattet sind, was die Art des Eingangssignals stark
einengt.
Den Offset kann für symmetrische Signale per rückgeführtem Tiefpaß zum
negativen Eingang in den Griff kriegen.
Ina schrieb:>>Problematisch dürfte sein, dass viele Hersteller sich mit genaueren>>Angaben zu den Parasitics eher ausschweigen.>> Taijo Yuden gibt für alle Klasse 2 Caps Impedanzschriebe an. Bei den> Klasse 1 Caps schweigen sie sich aber auch aus. Murata und Kemet haben> auch Angaben in ihren Datenblättern, teilweise auch für einzelne Typen.>
Nun bestellen wir bei Reichelt und warten ab...
>>Da hilft dann nur noch eine>>optimistische Abschätzung der parasitären Parameter über die>>Packagegröße:>>>>http://hft.uni-duisburg-essen.de/arbeiten/Vortrag_...>>>>http://hft.uni-duisburg-essen.de/arbeiten/Vortrag_...>>>>und natürlich ausprobieren.>> Schöne Links! Bei der Modellierung muß man etwas aufpassen: Eine> Serienersatzimpedanz macht natürlich nur Sinn im Zusammenhang mit einem> Serienersatzmodell. Man kann nicht einfach noch einen Parallelcap> dazupacken und bei den Impedanzen der restlichen Serienschaltung dann> von Serienersatzimpedanzen sprechen.
Für eine Hochschularbeit erstaunlich praxisnah. Muß ich schon sagen!
>> Generell ist die Messerei im GHz-Bereich schon fragwürdig. Herr Völkel> von Würth hat mir mal erzählt, daß die Impedanzmessungen von Bauteilen> im GHz-Bereich deshalb so aufwendig sind, weil man wegen der> problematischen Kontaktierung der winzigen Bauteile über unzählige> Einzelmessungen mitteln muß.>> Man sagt, daß 0805-Caps knapp unter 1nH Serieninduktivität haben.> Bedenkt man aber, daß 1mm Leiterbahn mit rund 1nH zu Buche schlägt, sind> bei schlechten Layouts diese kleinen Werte natürlich völlig> unrealistisch.>>>Man findet in den Weiten des Internet teilweise auch Angaben eine>>ungleichmäßige Abstufung zu verwenden, bspw. 6.8µ Tantal und 100n, 4.7n,>>1n, 680p, 10p, 4.7p, um Resonanzüberhöhungen zu vermeiden.>> Diese Kombinationen sind historisch entstanden, zu einer Zeit als man> große Kapazitäten nur in großen Gehäusen unterbringen konnte. Für eine> HF-Schaltung in 50R-Technik benötigt man in der Regel eine> Entkopplungskapazität im µF-Bereich, um auch für größere> Lastschwankungen genügend Ladung bereitstellen zu können. Andererseits> bietet ein solcher Cap zuviel Induktivität und die Entkopplungswirkung> bei sehr hohen Frequenzen ist gleich Null.>> Also hat man in den saueren Apfel gebissen und den größeren Kapazitäten> immer kleinere parallgeschaltet. Interessanterweise wurde schon damals> teilweise von Resonanzen berichtet und in einigen Datenblättern> vorgeschlagen, einzelnen Caps dieser Kombinationen kleine Widerstände in> Serie zu schalten.>
Tja, meine Diplexer-Theorie ;-)
Ich vermisse bei euren Betrachtungen den Einfluß der eigentlich zu
entkoppelten Schaltung/IC !!!!
> Seit es die hochkapazitiven keramischen Highcaps gibt, sieht die> Situation glücklicherweise ganz anders aus. Man kann die µF-Kapazitäten> in winzigen 0603 Gehäusen unterbringen. Während ein bedrahteter> Tantalcap früher rund 10...15nH Serieninduktivität mitbrachte, eine> spätere SMD-Version rund 5nH, können keramische Highcaps das heute mit> 0,6...0,8nH! Das ist natürlich ein Quantensprung und die lästige> Parallelschalterei unterschiedlicher Kapazitätswerte mit allen ihren> Nachteilen ist passé. Deine obige Kombination besteht immerhin aus> sieben Caps. Wie soll das im GHz-Bereich zuverlässig funktionieren?>
Ein neuer Markt! Könnte man Standardbauelemente in einer Art
Dickschichtschaltung draus machen.
>Ich vermisse bei euren Betrachtungen den Einfluß der eigentlich zu>entkoppelten Schaltung/IC !!!!
Du spielst auf die Zusammenhänge an, wie sie in Figure 1 von diesem Link
http://www.national.com/ds/CL/CLC115.pdf
diskutiert werden?
Hm. Ist Ina nicht Irina??
Also, das Bild sagt wenig.
Ich spiele auf die Innenschaltung an und wie die aktiven transienten
Signale das Geschehen beeinflussen.
Letztlich wurden bislang hier nur kaum gedämpfte Schwingkreise
angesprochen. Das IC bedämpft diesen! Gleichzeitig regt es diesen durch
seine aktiven Schaltvorgänge an!
Suche mal nach +abdul +irina +diplexer
Der neueste Thread wird der richige sein. Eine komplette Theorie steht
noch aus.
>Hm. Ist Ina nicht Irina??
Namen sind wie Schall und Rauch...
>Also, das Bild sagt wenig.
Ich meinte natürlich auch den Text dazu.
>Ich spiele auf die Innenschaltung an und wie die aktiven transienten>Signale das Geschehen beeinflussen.
Da hast du natürlich Recht. Zunächst mal ist aber wichtig, keine
ausgeprägten Resonanzen im Impedanzgang der Betriebsspannungsentkopplung
zu haben. Sonst können Laststromänderungen den OPamp zum Schwingen
bringen.
Da die Lastströme letztlich über ohmsche Widerstände fließen, also die
Gegenkopplungswiderstände und die üblichen 50...75R
Terminierungswiderstände, erwarte ich jetzt keine größeren
Überraschungen, wenn zusätzlich Lastströme durch die
Betriebsspannungsentkopplung fließen. Ausgeprägte und nicht "isolierte"
kapazitive Lasten sind natürlich absolut verboten!!
Dann laß doch den Namen weg!
Hm. Ausgeprägte... Nun stell dir vor, da sitzt ein CMOS-Treiber dran.
Das sind dann 10 Ohm Wirkwiderstand (Ausgangs-MOSFET) und am Ausgang
100pF und mehr, je nach Leitungslänge, die das Ding dann knallhart auf
obiges Konstrukt schaltet. Schaltzeit vielleicht 2ns!