Hallo,
ich habe den ADC MAX1239 und will mit ihm eine Spannung aus einem
Frequenzgenerator einlesen können. Allerdings will ich den ADC noch
durch einen Verpolungsschutz und einem Überspannungsschutz schützen (An
dessen Eingang darf nur eine Spannung zwischen -0.3V und 3.6 V anliegen.
Aber wie mache ich das?
Eine Spannungsbegrenzung mit Zener-Diode eignet sich nicht für ein
hochfrequentes Signal aus einem Frequenzgenerator oder? (Habe gelernt,
dass man diese Schaltung nur bei konstanter Stromentnahme verwendet)
Und für den Verpolungsschutz hätte ich eine einfache Diode für die
"einseitige Gleichrichtung" verwendet.
uwe schrieb:> Eine Schottky Diode vom ADC Pin zu GND und eine Schottky vom ADC Pin zu> 3.3V.
Hat diese Schaltung eine extra Bezeichnung, da ich gerne noch eine
Erklärung dazu nachlesen würde.
Ich verstehe die Funktion noch nicht ganz. Wenn ich z.B. 5 V anlege,
dann ist die obere Diode in Durchlassrichtung und es fließt ein Strom
von meinem ADC-Pin zu VCC. Aber wie wird dadurch die Spannung begrenzt?
Der ADC sieht dann jedenfalls nicht mehr als VCC + Uf der Diode, das
verkraftet er. Das Dumme ist immer nur, dass die Spannung dann rückwärts
auf den Ausgang des Spannungsreglers gelangt und der sich dagegen nicht
wehren kann.
*Gast schrieb:> Ich verstehe die Funktion noch nicht ganz. Wenn ich z.B. 5 V anlege,> dann ist die obere Diode in Durchlassrichtung und es fließt ein Strom> von meinem ADC-Pin zu VCC. Aber wie wird dadurch die Spannung begrenzt?
Durch den Innenwiderstand der Quelle und den Strombedarf der
Schaltung. Aber wenn da ein 5V USB Netzteil o.ä. dran hängt, killt das
die komplette Schaltung durch Überspannung auf VCC. Ganz vorsichtige
Naturen bauen daher noch einen Serienwiderstand vor die Dioden ein:
1
3.3V--+---
2
-
3
^ ----
4
ADC --+--| |---O
5
- ----
6
^
7
GND---+---
Kommt aber darauf an mit was da an den Eingang ran soll...
Statt dem Serienwiderstand könnte man auch ne flinke Feinsicherung
einbauen, oder?
Die löst dann aus, bevor die Dioden kaputtgehen.
Das Bus-Pumping Problem (Es fließt ein Strom nach Vcc, die Spannung dort
kann sich ggf. unzulässig stark erhöhen) würde ich dann mit einer
selbstgebauten Power-Zener Diode lösen (NPN +Zd).
Sobald zum Beispiel 12V angelegt werden, fließt Strom über die Diode
nach Vcc ab, dort wiederum wird die Leistung in der Leistungs-Zener
verbraten bis die Feinsicherung durchschmilzt.
Wenn ein Linearregler Vcc versorgt, muss der noch mit einer
Verpolungsschutzdiode versehen werden, die mögen das nicht wenn Vout
größer als Vin ist.
Wobei es da auch Typen gibt, die einen integrierten Schutz besitzen,
wenn ich mich nicht irre.
Sascha_ schrieb:> Statt dem Serienwiderstand könnte man auch ne flinke Feinsicherung> einbauen, oder?> Die löst dann aus, bevor die Dioden kaputtgehen.
Das ist der Traum aller Anfänger.
Oder andersrum: jeder Bonddraht eines ICs ist flinker als diese flinke
Sicherung...
*Gast schrieb:> Aber wie mache ich das?
Normalerweise reicht ein Vorwiderstand, denn Schutzdioden hat der
Eingang selbst, und als Messeingang fliesst ja kaum Strom, meist sind
10k erlaubt ohne das Messergebnis zu verfälschen, und diese 10k, mit den
Schutzdioden die mehr als 20mA aushalten, fängt Überspannungen bis 200V.
Braucht man mehr, kommen externe Schutzdidoen nach GND und VCC dazu die
mehr Strom aushalten.
Lothar M. schrieb:> Oder andersrum: jeder Bonddraht eines ICs ist flinker als diese flinke> Sicherung...
Och, so eine Z-Diode mit 5W und 6.8V kann schon über 10A für 500ms
verkraften. Bei so einem Strom ist die flinke Sicherung dann aber schon
nach 20ms durch.
Jim M. schrieb:> Aber wenn da ein 5V USB Netzteil o.ä. dran hängt, killt das> die komplette Schaltung durch Überspannung auf VCC
Die Schaltung wird mit 5V über USB versorgt und danach kommt ein
Spannungsregler auf 3,3V (1A).
So richtig klar ist mir die Schaltung noch nicht und auch die Simulation
funktioniert nicht.
Gibt es keine Alternativen?
*Gast schrieb:> Jim M. schrieb:>> Aber wenn da ein 5V USB Netzteil o.ä. dran hängt, killt das>> die komplette Schaltung durch Überspannung auf VCC>> Die Schaltung wird mit 5V über USB versorgt und danach kommt ein> Spannungsregler auf 3,3V (1A).>> So richtig klar ist mir die Schaltung noch nicht und auch die Simulation> funktioniert nicht.>> Gibt es keine Alternativen?
Also ausser selbst nachdenken meinst du?
Ingo L. schrieb:> Das Dumme ist immer nur, dass die Spannung dann rückwärts> auf den Ausgang des Spannungsreglers gelangt und der sich dagegen nicht> wehren kann.
Das ist m.E. eine Frage des Stromverbrauchs der Schaltung `hinter` dem
Spannungsregler.
Sascha_ schrieb:> Ich wollte auch grade sagen...> Wird ja wohl keiner mit nem Schweissgerät an den ADC Eingang gehen.
Warum nicht?
Wenn die Eingangsbeschaltung schon die 60V Leerlaufspanung eines
Schweißgerätes nicht aushält, wozu braucht man dann eine?
Nop schrieb:> Och, so eine Z-Diode mit 5W und 6.8V kann schon über 10A für 500ms> verkraften.
Und währenddessen steigt dann die Versorgungsspannung Vcc auf 10V an...
:-O
Lothar M. schrieb:> Und währenddessen steigt dann die Versorgungsspannung Vcc auf 10V an...
Ja gut, ich hab ja auch außerdem noch nen DC-DC-Wandler, der bis 11V
spezifiziert ist, und der ADC ist mit nem 2:1-Spannungsteiler
angeschlossen, welcher am Eingang somit auch bis 10V abkann. Ganz
anderes Projekt natürlich. ;-)
Lothar M. schrieb:> Sascha_ schrieb:>> Ich wollte auch grade sagen...>> Wird ja wohl keiner mit nem Schweissgerät an den ADC Eingang gehen.> Warum nicht?> Wenn die Eingangsbeschaltung schon die 60V Leerlaufspanung eines> Schweißgerätes nicht aushält, wozu braucht man dann eine?
Für alles unter 60V.
> Nop schrieb:>> Och, so eine Z-Diode mit 5W und 6.8V kann schon über 10A für 500ms>> verkraften.> Und währenddessen steigt dann die Versorgungsspannung Vcc auf 10V an...> :-O
Dagegen hatte ich ja die Leistungs-Zener von Vcc nach GND mit drin...
Die leitet den Strom so lange ab, bis die Sicherung durchgebrannt
ist...Und dann passiert erstmal nichts...doch dann plötzlich, mit
Donnerhall!...passiert wieder nichts...
Sascha_ schrieb:> Dagegen hatte ich ja die Leistungs-Zener von Vcc nach GND mit drin...> Die leitet den Strom so lange ab, bis die Sicherung durchgebrannt> ist...
Worauf Lothar hingewiesen hat: Eine 6.8V-Z-Diode bricht zwar bei 6.8V
durch. Wenn man aber 10A durchbläst, dann fallen an ihr nicht etwa 6.8V
ab, sondern 10V. Das ist bei Suppressordioden übrigens genauso, daß bei
ernsthaften Strömen deutlich mehr als die Durchbruchspannung daran
abfällt.
Naja und wenn man also 10A durchbläst, damit die Sicherung durchfliegt,
dann ist BIS zu deren Durchbrennen über der Diode eben 10V. Wenn die
restliche Schaltung diese 10V nicht für 20ms verkraftet, ist die Diode
umsonst verbaut.
Sascha_ schrieb:> Also ausser selbst nachdenken meinst du?
Das habe ich und die Lösung mit einer Zener-Stabilisation und einer
Diode zur Gleichrichtung vorgeschlagen.
Und die Schaltung mit den beiden Dioden verstehe ich auch nach dem
Überlegen nicht.
MaWin schrieb:> Normalerweise reicht ein Vorwiderstand, denn Schutzdioden hat der> Eingang selbst, ..., mit den> Schutzdioden die mehr als 20mA aushalten,
Das halte ich für stark übertrieben. Ich weiß zwar, dass die AVRs in der
Praxis viel mehr aushalten als in den Datenblättern angegeben ist, aber
man muss es ja nicht übertreiben.
Das Datenblatt sagt: am Eingang maximal Vcc+0,5V und da ist man schon
mit 0,1mA drüber (0,6V). Einen max. Strom für die Diode habe ich im
Datenblatt nicht gefunden. Die App-Note AVR182 sagt auf Seite 4:
empfohlen ist max. 1mA. Damit ist der Eingang schon auf Vcc+0,708V
(gemessen).
Ich bleibe deshalb immer unter 1mA.
*Gast schrieb:> Und die Schaltung mit den beiden Dioden verstehe ich auch nach dem> Überlegen nicht.
Dann nochmal aufmalen und simulieren. Kompliziert isses nicht, man darf
aber nicht einfach alles ideal ohne Widerstände annehmen. Realistisch
haben Leitungen, Spannungsquellen immer welche und die werden hier
gefordert, wenn hohe Ströme fließen.
batman schrieb:> Dann nochmal aufmalen und simulieren. Kompliziert isses nicht, man darf> aber nicht einfach alles ideal ohne Widerstände annehmen. Realistisch> haben Leitungen, Spannungsquellen immer welche und die werden hier> gefordert, wenn hohe Ströme fließen.
Stimmt, wenn man den Innenwiderstand der Spannungsquelle nicht
vernachlässigt macht die Schaltung Sinn. Denn dann fällt dort die
überschüssige Spannung ab.
Ich habe die Schaltung nun simuliert und dabei ist mir aufgefallen, dass
die Ausgangsspannung am Lastwiderstand (bei mir am ADC-Eingangspin) vom
Innenwiderstand der Quelle und dem Lastwiderstand abhängt. Und natürlich
auch von der Flussspannung der Dioden.
Nun habe ich das Problem mit der Dimensionierung!
Angehängt habe ich die Simulation der Schaltung mit LTSpice.
batman schrieb:> Tja man muß sich schon grob was definieren, wogegen der Schutz helfen> soll. Dann kann man rechnen. 100kV-Blitzeinschlag, 230V AC> Netzspannung,..
Es soll gegen eine falsche Einstellung am Frequenzgenerator helfen. Also
ungefähr gegen eine Spannung von +-24V schützen.
Sascha_ schrieb:> Dann reicht ein Serienwiderstand und die Ableitdioden.
So einfach auszulegen ist die Schaltung laut der Simulation allerdings
nicht!
Die Schaltung soll zwar vor einer Spannung von +-24V schützen,
allerdings muss sie eine Spannung zwischen -0.3V und 3.6V am "Ausgang"
(am Eingang des ADCs) liefern.
1N 4. schrieb:> Du simulierst wohl Müll...
Dies zu erkennen ist wohl keine Kunst. Schwieriger ist es allerdings den
Fehler zu finden bzw. ihn so darzulegen, dass ein Anfänger ihn versteht
und verbessern kann.
Dioden mit 0,3V Vf gibts.
1N 4. schrieb:> Ein Schutz-R und zwei Dioden sind üblicher Standard
Üblicher Standard für übliche Probleme. Für alles andere gibts was von
Ratiopharm.
(Falls das jetzt nicht verstanden wurde: Der Standard hilft gegen ein
standardisiertes Problem.)
In irgendeinem alten Lehrbuch über CMOS-IC's war das mal so
vorgeschlagen:
1
1N4148
2
+----|>|----o VCC 3,3V
3
|
4
10k | 1k
5
in o----[===]---+---[===]---o ADC Eingang
6
|
7
|
8
+----|<|----| GND
9
1N4148
10
11
ZD 3,6V
12
VCC o----|<|----| GND
Die beiden Dioden begrenzen die Überspannung und Unterspannung auf ca
0,7V. Der 10k Widerstand begrenzt die Stromstärke.
Falls ein nennenswerter Strom durch die Dioden fließt, wird die
Über-/Unter-Spannung so hoch sein, dass auch die internen Schutzdioden
des IC leitend werden. Für diese wiederum begrenzt der 1k Widerstand den
Strom auf höchstens 0,3mA.
Die Zenerdiode sorgt dafür, dass durch den abgeleiteten Strom die
Spannungsversorgung nicht über 3,6 ansteigt. Bei mehreren zu schützenden
Eingängen sollte man auf die Belastbarkeit der Zenerdiode achten.
> allerdings muss sie eine Spannung zwischen -0.3V und 3.6V> am "Ausgang" (am Eingang des ADCs) liefern.
Das glaube ich nicht. Ausnahmsweise traue ich dem Datenblatt mal nicht.
Bei allen IC's die ich jemals in meinem Leben gesehen habe, darf die
Eingangsspannung mehr als 0,3V Über- und Unterspannung haben. Nur muss
man bei mehr als 0,3V damit rechnen, dass die Eingangs-Schutzdioden
leitend werden. Sofern der Strom ausreichend begrenzt ist, ist das kein
Problem.
Alles andere wäre äußerst exotisch.
So irgendwo ab 0,3 V jenseits der Versorgung fangen die internen Dioden
zum Substrat an zu leiten. Ab da kann es dann zu Fehlfunktionen kommen.
Für einen echten Schalten braucht man i.A. schon einen deutlichen Strom,
etwa um einen Latch-up auszulösen. Die 0,3 V könnten da höchstens bei
hoher Temperatur ausreichen.
Die Lösung mit Widerstand - Dioden - Widerstand sollte da schon
ausreichen, weil über den 2. Widerstand der Strom begrenzt wird.
*Gast schrieb:> Allerdings will ich den ADC noch> durch einen Verpolungsschutz und einem Überspannungsschutz schützen (An> dessen Eingang darf nur eine Spannung zwischen -0.3V und 3.6 V anliegen.
Große Frage???
Woher erwartest Du eine Überspannung?
*Gast schrieb:> Und für den Verpolungsschutz hätte ich eine einfache Diode für die> "einseitige Gleichrichtung" verwendet.
Ist irgend jemand zu blöd, das richtig anzuschliessen?
Und ist das wieder mal ein T-Thread?
ek13 schrieb:> Welchen Frequenzbereich hat deine Quelle?> ...welche Signalformen?> Wie Hoch ist der Messstrom oder wie hoch kann deine Quelle belastet> werden?
Sinussignal aus dem Frequenzgenerator (ca. 1MHz). Aus dem Generator kann
natürlich ein hoher Strom geliefert werden.
Aus dem Spannungsregler für die 3,3V stehen 1A zur Verfügung.