Hallo Alle!
Ich möchte die Spannungen der Einzelzellen eines 2s Akkus ermitteln.
(die werden dann digitalisiert zur Überwachung)
Dafür nehme ich Operaionsverstärker in der Subtrahierer Schaltung, alle
Widerstände sind 15kOhm. Nun bekomme ich das nicht so richig hin. An
einem Ausgang habe ich annähernd die Spannung der ersten Zelle, aber
minimal höher, Zelle hat 3,313V und am Ausgang liegen 3,294V (Zelle im
Bild oben)
Die untere Zelle hat 3,336V, am Ausgang des OPs messe ich aber 5,93V?!
OPs sind AD744, Versorgungsspannung sind die gesamten 6,65V des Akkus.
Aber auch mit einem externen Netzteil getestet. Dann bei zB 9V
Versorgungsspannung 3,282V an dem OP oben und 8,26V unten. Bei 16V
pendelt sich die oben gemessene Spannung bei 3,23V ein, während unten
15V gemessen sind. Der OP versucht, den in- auf in+ hochzuziehen und
schafft das nicht.
Wo ist jetzt mein Denkfehler?
Danke im Voraus!!!
Dein OPV ist ungeeignet. Das Zauberwort heißt "Rail-to-Rail Input
Common-Mode Voltage Range", wie z.B. beim LMC6482. Die Genauigkeit
Deiner Schaltung hängt stark von der Gleichheit der Widerstände ab.
Gerhard
Hi! Hate es vorher mit dem LT1637 versucht, bekomme das aber auch nicht
hin. Der ist zwar Rail-to-Rail (deswegen auch diesen gewählt), aber die
Ausgangsspannungen sind auch unpassend. Die untere Zelle wird hier gu
gemessen, die obere hingegen nicht, da habe ich über 6 Volt....
Darf V- und in- beides auf Erde? das ist ja bei der unteren Zelle der
Fall....okay, über einen Widerstand ist in- an Erde. Widerstände sind
mit dem goldenen Ring, also auf 1% genau, es geht mir aber erstmal nur
ums Prinzip, und die Abweichung ist dafür zu groß. Alle Widerstände sind
15k, ist das okay so?
Bary schrieb:> Darf V- und in- beides auf Erde? das ist ja bei der unteren Zelle der> Fall....okay
Nein, ist es nicht. Dort liegen die Eingänge auf der halben
Zellenspannung.
> Alle Widerstände sind 15k, ist das okay so?
Finde ich recht niederohmig --> Zellenentladung
Das verstehe ich nicht. Auf der halben Zellenspannung? Ich greife die
Zellen doch einzeln ab, also die untere von Erde bis "Mitte" und die
obere von "Mitte" bis Akku-Plus. Dahinter kommt jeweils die Subtrahierer
Schaltung. Danach müsse ich vom Out des OP zur Erde die jeweilige
Zellenspannung bekommen. Wenn nicht rail-to-rail etwas vermindert. Aber
nich verdoppelt, wie jetzt bei der einen Zelle... Wo ist nur der Fehler
Bary schrieb:> Darf V- und in- beides auf Erde?
Da man diese Bezeichner in deiner Schaltung nicht finden kann,
kann ich dazu nur Mutmaßen. Aber ich würde mal die Zellenspannung
und die OP-Versorgung galvanisch trennen, also den OPs eine eigene
Versorgung gönnen.
Dann downloadest du dir LTSpice und simulierst da deine Schaltung.
Mit dem Tutorial schaffst du das nach ca. 20 Seiten.
Bary schrieb:> Das verstehe ich nicht. Auf der halben Zellenspannung?
Ja, wo sonst?
Der +Eingang des OPV ist über einen R/R-Teiler an die Zellenspannung
angeschlossen. Demnach liegt am +Eingang die halbe Zellenspannung. Der
OPV stellt nun seine Ausgangsspannung so ein, daß die Differenz zwischen
den Eingängen =0 wird. Das ist der Fall, wenn die Ausgangsspannung
gleich der Zellenspannung ist, weil der Teiler am -Eingang die
Ausgangsspannung zum -Eingang hin halbiert.
Der "untere" AD744 kann so jedenfalls nicht funktionieren.
Laut Datenblatt braucht er zwischen den Eingängen und der negativen
Betriebsspannung 3,5Volt Abstand.
Bary schrieb:> Wo ist jetzt mein Denkfehler?
Die Schaltung taugt nichts, vor allem entladen die Widerstände die Akkus
und müssen hochpräzise sein.
Miss den unteren Akku direkt (man muss keine Differenz zu 0 bilden) und
den oberen mit einem LTC1043 an den zweiten Analogeingang verfrachten.
Das mit den Widerständen ist nur zum Teil ein Einwand:
Wir haben zwei Widerstände in Reihe auf GND. Das sind 14kOhm + 14kOhm =
28kOhm Widerstand.
Spannung ist 6.6V
Der Strom, der über die Widerstände abfließt ist dann
I = U/R = 6.6 / 28000 = 0.2mA
Die 10000mAh-Batterie würde dann in 5 Jahren entladen werden. Das können
wir glaub ich verschmerzen
Rechnung:
10000mAh / 0.2mAh = 50000h
50000h / 24h = 2000d
2000d / 365d = 5y
Michael B. schrieb:> Miss den unteren Akku direkt (man muss keine Differenz zu 0 bilden) und> den oberen mit einem LTC1043 an den zweiten Analogeingang verfrachten
Es sollen damit auch andere Akkus überwacht werden, 3s,4s etc. Was genau
ist an der Schaltung prinzipiell falsch? Habe mit lt1637 rail-to-rail
auch keinen Erfolg
1. Wie sind eigentlich die beiden OP Ausgänge verschaltet? Da endet das
Papier.
2. Misst du jeweils gegen Masse?
3. Wie schon gesagt wurde geht das nur mit einem Rail to Rail OP.
4. Wie Michael B. gesagt hat ist die Schaltung empfindlich gegenüber
Gleichtaktfehler. Besser ist für den oberen Teil ein
Instrumentenverstärker.
Bary schrieb:> Es sollen damit auch andere Akkus überwacht werden, 3s,4s etc.
Ich LIEBE Salamischeiben.
Hast du noch ein paar mehr, Wildschwein und Hirsch ?
Udo S. schrieb:> 3. Wie schon gesagt wurde geht das nur mit einem Rail to Rail OP.
Nee, braucht man nicht. Die OPV-Eingänge liegen nie an den Rails,
sondern immer um eine halbe Zellenspannung über der negativen Rail und
höchstens auf Höhe der halben Gesamt-Akkuspannung. Die Ausgänge liegen
immer auf der Höhe einer Zellenspannung.
Udo S. schrieb:> 1. Wie sind eigentlich die beiden OP Ausgänge verschaltet? Da endet das> Papier.
die gehen an einen AD-Wandler
> 2. Misst du jeweils gegen Masse?
ja
> 3. Wie schon gesagt wurde geht das nur mit einem Rail to Rail OP.
ja, wie schon geschrieben, auch versucht.
> 4. Wie Michael B. gesagt hat ist die Schaltung empfindlich gegenüber> Gleichtaktfehler. Besser ist für den oberen Teil ein> Instrumentenverstärker.
das ist genauer. Erklärt aber nicht, dass der untere OP immer höhere
Ausgangswerte bei höheren Versorgungsspannungen liefert. Offensichtlich
möchte er ausgleichen, schafft es aber nicht.
batman schrieb:> Ähm, der obere IN+ bekommt ja nicht die halbe Zellenspannung, sondern> die halbe Akkuspannung. Was soll der messen?
soll die Spannung der jeweiligen Zelle messen.
Joachim B. schrieb:> pro Akku einen potenzialgetrennten DC/DC Wandler SIM1> https://www.reichelt.de/dc-dc-wandler-am1s-1-w-9-v-110-ma-sil-4-sim1-1209-sil4-p57502.html
Eingangsspannung 12v, Ausgangsspannung 9V, müsste ich dann einfach mit
9/12 skalieren?
Bary schrieb:> Joachim B. schrieb:>> pro Akku einen potenzialgetrennten DC/DC Wandler SIM1>>> https://www.reichelt.de/dc-dc-wandler-am1s-1-w-9-v-110-ma-sil-4-sim1-1209-sil4-p57502.html> Eingangsspannung 12v, Ausgangsspannung 9V, müsste ich dann einfach mit> 9/12 skalieren?
nö, was dir zu Verfügung steht
UE/UA 12/05 05/05
ein AVR braucht i.d.R. 5V
Da ein SIM1 4 Beine hat und potenzialfrei arbeitet kannst du doch jeden
für die Eingangsspannung nehmen welche über >=5V zur Verfügung steht,
Ausgang 5V für einen AVR, alle Zellen über der untersten Zelle werden
dann hochgelegt
Versorgung SIM1 (Eingang) -> SIM1 (Ausgang) -> AVR (VCC/GND) -> ADC
Eingang / GND vom AVR (so sieht er nur die mittlere Zelle, das unter und
über dieser ist interessiert nicht)
Dieser liegt dann auf seinem GND auf der Mittenanzapfung erste(untere)
Zelle zur 2ten(oberen) Zelle in der Luft, das sieht aber der 2te AVR
nicht für den ist es wie unten, dewegen schickt man die Daten seriell
über Optokoppler raus um sie wieder zum Sammler auf GND zu beziehen, der
alle Daten auf GND bezogen erhält.
Michael B. schrieb:> Miss den unteren Akku direkt (man muss keine Differenz zu 0 bilden)
So ist es.
Für die unterste Zelle reicht ein Stück Draht:
Am Eingang des Drahtes: die Spannung der untersten Zelle (gegen GND)
Am Ausgang des Drahtes - simsalabim -
die Spannung der untersten Zelle (gegen GND gemessen)
>Bary (Gast) schrieb:>einem Ausgang habe ich annähernd die Spannung der ersten Zelle, aber>minimal höher, Zelle hat 3,313V und am Ausgang liegen 3,294V (Zelle im>Bild oben)
Ist doch ok bei 1% Rs.
>Die untere Zelle hat 3,336V, am Ausgang des OPs messe ich aber 5,93V?!
Tja, schlechte Wahl, der AD744.
Daß Du den AD744 nimmst, erklärt klar das Problem. Denn Du verläßt bei
der unteren Zelle eindeutig den CommonMode-Bereich, welcher erst 3,5V
über Null anfängt.
ZWeitens hast Du mit 6,9V Betriebsspannung versucht, was genau so
Quatsch beim AD744 ist, denn der will schonmal mindestens 9V sehen.
>Hi! Hate es vorher mit dem LT1637 versucht, bekomme das aber auch nicht
Der sollte auf alle Fälle passen.
>hin. Der ist zwar Rail-to-Rail (deswegen auch diesen gewählt), aber die>Ausgangsspannungen sind auch unpassend. Die untere Zelle wird hier gu
Was heist gu? Gut? Dann ist ja dieses Problem gelöst.
>>gemessen, die obere hingegen nicht, da habe ich über 6 Volt....
Schaltungsfehler irgendwo ...
Bin nun die Schalung mehrfach durchgegangen und wieder nachgesteckt auf
dem Bredboard.
Dabei alle möglichen Kombinationen von durchnumerierten OPs versucht.
Ergebnis: Einer der LT637s ist anscheinend defekt, nur bei Verwendung
diesen kommt falsche Ausgangsspannung, sein Bruder mach das richtig und
auch die beiden AD744 auch.
Auf der Lochraster-Platine macht das ja auch nur einer LT637 falsch.
Nun habe ich einen LT637 (smd) auf die kleine Breakout-Platine fürs
Breadboard gelötet und den "fehlerhaften" auf meiner Lochraster-Platine
ersetzt und nachgemessen. Wieder defekt?!
Die Schaltung läuft aber jetzt zumindest mit den AD744 so wie sie soll,
die ist also prinzipiell richig.
Ist der LT637 nun ein für diese Anwendung unpassender Typ?
(Rail-to-rail, +-22V supply waren die Kaufkriterien.) Oder gehen die
beim Löten tot?(top Weller SMD Station, auf 320°, unterm Mikroskop, also
nur kurzer Kontakt)
Bin wieder verwirrt : )
Oben ist ein Schaltbild angehängt.
LT Spice geht ja nicht so ganz direkt unter Linux...
...und ich müsste mich da etwas zurecht finden. Erste Skizze im Anhang.
Sieh aber nicht anders aus als das, was ich oben bereits gepostet habe.
Michel M. schrieb:> kommt noch .. etwas angepasst, Werte noch nach Wunsch anpassen ...> lauffähig
Vielen Dank für die Mühe!
zum Positiven: ich habe in den letzten Paar Tagen Einiges über OPs
gelernt.
Die Lösung war aber, dass die kleinen Breakout-Platinchen nicht
symmetrisch sind gegen Verdrehung um Z-Achse. Da es mit nicht-SMD-Teilen
ja irgendwann ging, bin ich dem wiederholt nachgegangen und alle
durchgepiept. Dabei fiel das auf. Die Bahnen verlaufen unterschiedlich,
je nach Ausrichtung der Schrift auf der grünen Platine, siehe Bild! : D
Ich danke allen für die Kommentare!
Michel M. schrieb:> Chip verkehrt herum aufgesetzt ?!
Um es kurz zu fassen, ja. Ich habe jetzt quasi die Platine unter dem
Chip gedreht, damit sie wie die darüber steht und die
Lochraster-Schaltung nicht verändert werden muss. Eben getestet, läuft =
) Jetzt noch die Kapazität in die +Vs Leitung für beide OPs und einen
Optokoppler für die Datenleitung des AD Wandlers ergänzen.
Vielen Dank nochmal