Hallo,
um meine Passwörter sicher zu verwalten möchte ich ein (kleines) Gerät
mit Display einsetzen, welches bei Bedarf mittels Masterpasswort die
gesicherten Passwörter freigibt. Ein Handy kommt dabei nicht Frage, da
es mir einfach zu unsicher ist.
Was gibt es? Was ist zu empfehlen?
Viele Grüße
Jochen
Ich nutze dazu ein Stück Karton, auf welchem diverse Codes verschlüsset
aufgeschrieben sind. Ich entschlüssle dann "on the fly". Vorteil: kleine
Bauform!
John Drake schrieb:> Ich nutze dazu ein Stück Karton, auf welchem diverse Codes verschlüsset> aufgeschrieben sind.
Soll im Ernstfall auch leichter vernichtbar sein, sagt man. Oder hat
schon mal jemand sein Handy gegessen?
A. K. schrieb:> Oder hat schon mal jemand sein Handy gegessen?
Vor der Erfindung der Smartphones gab es ja mal den Trend, daß die
Dinger immer kleiner werden mussten, da konnte man sie beim Einatmen
durchaus verschlucken ...
Ich seh die Sache irgendwie immer zwiegespalten.
Zettel mit Passwort am Heimrechner halte ich für relativ legitim.
Ist ja elektronisch nicht auszulesen.
Wenn der Rechner nur zu Hause steht ist auch die Gefahr eines
Fremdzugriffs auf den Zettel eher gering.
Wenn jemand bei einem einbricht und dann eh an der Elekrtronik sitzt
macht das nun auch nicht groß etwas ob das PW nun aufm Zettel steht oder
der Einbrecher das dann knackt nachdem er mit dem Rechner unterm Arm
verschwunden ist.
Sowaa merkt man sich im Kopf da kommt keiner ran.
4 bis 8 Stellige Pins kann man sich hoffentlich merken, wenn nicht
wenigstens die Handbewegung auf einem Keypad.
Mit System kann man sich große und sichere Passwörter gut merken.
Minimal Beispiel:
Man mag die Sonne und die letzen drei stellen der telefonnummer von der
Mutti seien 123.
Da es so schön ist Rahmt man sich sein Passwort noch in Ausrufezeichen
ein und benutzt Sonderzeichen die Buchstaben ähnlich sehen
!ichm@g$onne123!
Und sowas kann man locker auf 30 stellige Passwörter ausweiten wenn man
will.
Geht es darum vorgegebene Passwörter zu merken hilft man sich mit ner
Geschichte.
GWI4E: Gestern war ich 4 mal essen
Um so dämlicher der Satz oder die Geschichte umso besser kann man sich
das merken.
A. K. schrieb:> Oder hat> schon mal jemand sein Handy gegessen?
Zumindest haben schon Leute ihre Sim Karte gegessen. Was heute auch
nichts mehr nützt...
Einfach zu merkende Passwörter nutzen: http://xkcd.com/936/
Alte Lochkarten, Ferritkernspeicher, EPROMs, 8Zoll-Disketten oder
Datasetten eignen sich hervorragend zur Datenablage. Die meisten
Scriptkiddies können damit nichts anfangen.
Mike Mike schrieb:> Da es so schön ist Rahmt man sich sein Passwort noch in Ausrufezeichen> ein und benutzt Sonderzeichen die Buchstaben ähnlich sehen>> !ichm@g$onne123!>> Geht es darum vorgegebene Passwörter zu merken hilft man sich mit ner> Geschichte.>> GWI4E: Gestern war ich 4 mal essen>> Um so dämlicher der Satz oder die Geschichte umso besser kann man sich> das merken.
Das ist alles schön und gut, aber funktioniert nicht wenn man so
bescheuerte Systeme hat wo man das Passwort alle paar Wochen ändern
muß....
Außer man verfügt über einen "Gedächtnispalast" wie der aktuelle
Sherlock.
Timm Thaler schrieb:> Einfach zu merkende Passwörter nutzen: http://xkcd.com/936/
Wobei man beachten sollte, dass es einem Bot nicht schwer fällt ein
Wörterbuch (und etwaige Kombinationen) abzuarbeiten. Man sollte sich
also nicht verleiten lassen, "powerhorse" mit "P0w.rhörs' "
gleichzusetzen. beim ersten Beispiel sind nur Kleinbuchstaben vorhanden,
für jedes Symbol bestehen also nur 26 Möglichkeiten. Zudem lässt sich
das mit entsprechend optimierten Algorithmen recht schnell raus-finden,
indem z.B. beliebte "Vorwörter" mit einem Wörterbuch kombiniert werden.
Hängt natürlich auch immer davon ab, wofür man das Passwort verwenden
will. Der Onlinezugang zu einem Browsergame, bei dem nach dreimaliger
Falscheingabe der Zugang gesperrt wird? Da hätte ich kein Problem mit
"powerhorse". Die Festplattenverschlüsselung würde ich mir allerdings
sparen, wenn ich mir nicht mehr als "powerhorse" merken will.
Intel meint zu den Passwörtern:
P0w.rhörs' 4 Monate
powerhorse 0s
correcthorsebatterystaple 144 Mio. Jahre
https://www-ssl.intel.com/content/www/us/en/forms/passwordwin.html
Sni Ti schrieb:> P0w.rhörs' 4 Monate> powerhorse 0s> correcthorsebatterystaple 144 Mio. Jahre
Eine Erkenntnis, die Compuserve schon von 2 Jahrzehnten hatte. Deren
Passwörter nach dem Muster <Wort1><Sonderzeichen><Wort2> aufgebaut
waren. Die wäre Intel zufolge heute noch einigermassen brauchbar.
Allerdings dürfte Intel hier mehr oder weniger nach dem simplen Prinzip
"Zeichensatz" hoch "Länge" gehen, ohne Wortmuster auf der Rechnung zu
haben. Wenn Schemata aus solchen Wortmustern um sich greifen und die
Knackprogramme von "buchstabenweise probieren" auf "wortweise probieren"
umsteigen, dürfte die Bilanz wieder anders aussehen.
Denn dann landet man bei "correcthorsebatterystaple" bei
"Grundwortschatz hoch 4" statt "26 hoch 25".
"mybonnieisovertheocean" braucht 12 Jahre.
Das kürzere "peterissteinewurst" braucht schon 214325 Jahre, da scheint
die Sprache wohl eine Rolle zu spielen.
Und "We will not retain information entered into this password grader."
braucht dann schon 1.2502964779092521e+50 Jahre.
Mit dem leicht zu merkenden "Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur
sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et
dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et
justo duo dolores et ea rebum." kommt man dann auf geringfügig sicherere
2.3340002467998337e+276 Jahre.
Und "Allerdings dürfte Intel hier mehr oder weniger nach dem simplen
Prinzip "Zeichensatz" hoch "Länge" gehen, ohne Wortmuster auf der
Rechnung zu haben. Wenn Schemata aus solchen Wortmustern um sich greifen
und die Knackprogramme von "buchstabenweise probieren" auf "wortweise
probieren" umsteigen, dürfte die Bilanz wieder anders aussehen."
gilt als "infinity years".
Ob dieser Intel-Passwort-Tester wirklich ernstzunehmen ist?
A. K. schrieb:> Wenn Schemata aus solchen Wortmustern um sich greifen und die> Knackprogramme von "buchstabenweise probieren" auf "wortweise probieren"> umsteigen, dürfte die Bilanz wieder anders aussehen.
Klartextpaßwörter, auch in solchen Kombinationen, sind viel zu leicht
knackbar und daher ein NoGo. Zumindest die Verfremdung mittels Zahlen
und Sonderzeichen ist Pflicht.
Laut dem Intel-Test wird eher die Sonne zur Supernova, als daß jemand
meine Paßwörter knackt. Leider steht dort nicht, auf welche Hardware
sich der Test bezieht. Was auf dem heimischen PC Millionen Jahre dauert,
kann auf fußballfeldgroßen GPU-Arrays, wie sie vermutlich die NSA
besitzt, durchaus in Sekunden erledigt sein.
Der Intel-Test rechnet zumindest ein paar Sachen mit ein, was die
Wortverwendung betrifft. Ersetzt man z.B. "powerhorse" durch
irgendwelche Buchstaben gleicher Länge, steigt die benötigte Zeit
erheblich.
Ansonsten schreiben sie ja selbst, dass der Test keinesfalls eine
Garantie ist. Man muss natürlich immer beachten, wie genau der Angriff
erfolgt. Z.B. durch ein Tool, dass die 100 häufigsten Wörter mit Zahlen
kombiniert oder einen gezielten Angriff, bei dem nicht nur die Sprache
des Opfers sondern auch alle Geburtsdaten der Familienmitglieder usw
bekannt sind.
Wenn nun irgend ein Scriptkiddie seinen Paswortcracker so konfiguriert,
dass er folgendes Schema abklopft:
"häufiges_Wort1+häufiges_Wort2..+Ziffer_n" mag er vielleicht nur einen
kleinen Prozentsatz der englischsprachigen Nutzer erwischen, bei
sensiblen/ wertvollen Daten reicht das.
Z.B. wenn mal wieder ein Datensatz samt (verschlüsselter/ gehashter)
Passwörter "verloren" geht.
Bei den Adobepasswörtern hat man ja sehr deutlich gesehen, dass ein
Angreifer gar keine so hohe Kreativität benötigt ;-)
Noch mal zu dem xkcd Beispiel:
Bei einem 20+ stelligem Passwort ist man sicher noch gut dabei, wenn man
schätzt, dass die 4 Wörter innerhalb der 3000 meist verwendeten liegen:
4^3000. Wenn man dann aber die Länge kennt, oder nur 8-12 Zeichen zur
Verfügung hat (was den meisten Webseiten entsprechen dürfte) wird das
eben deutlich unsicherer. Daher würde ich persönlich bei den meisten
Passwörtern nicht auf Sonderzeichen verzichten wollen ;-)
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Mit dem leicht zu merkenden
Ach was, das ist bestimmt schon als Template im Passwortgenerator
hinterlegt ;-) Da haben dann die Skriptkiddies, die sonst nie was
konfiguriert bekommen auch mal Erfolg.
A. K. schrieb:> Wenn Schemata aus solchen Wortmustern um sich greifen und die> Knackprogramme von "buchstabenweise probieren" auf "wortweise probieren"> umsteigen, dürfte die Bilanz wieder anders aussehen.
Das ist längst der Fall, daher sind simple Aneinanderreihung von
Wörterbuchwörtern als unsicher anzusehen.
Beispiele für geknackte Passwörter:
thatsthewayilikeitbabyidontwannaliveforever
qwertzuiopüasdfghjklöäyxcvbnm,.-
Mehr gibts hier zu lesen:
http://www.heise.de/ct/artikel/Die-Passwortknacker-1779840.html
Icke ®. schrieb:> Klartextpaßwörter, auch in solchen Kombinationen, sind viel zu leicht> knackbar und daher ein NoGo. Zumindest die Verfremdung mittels Zahlen> und Sonderzeichen ist Pflicht.
Du hast das Bild nicht verstanden?
Das Problem ist doch, dass die Verwendung von Sonderzeichen zu schwer zu
merkenden Passwörtern führt, so dass Passwörter mit weniger Stellen
verwendet werden. Und da schützen auch keine Sonderzeichen oder
Leetspeak, weil das schon längst in den Rainbow-Tables mit drinsteht.
Außerdem: Du darfst gern Sonderzeichen verwenden, aber die Verwendung
zur Pflicht zu machen senkt die Sicherheit. Der mögliche Coderaum wird
dadurch unnötig eingeschränkt.
Aber das haben wir schon bei der Enigma falsch gemacht...
Timm Thaler schrieb:> Außerdem: Du darfst gern Sonderzeichen verwenden, aber die Verwendung> zur Pflicht zu machen senkt die Sicherheit. Der mögliche Coderaum wird> dadurch unnötig eingeschränkt.> Aber das haben wir schon bei der Enigma falsch gemacht...
Deswegen hat's wohl bis 2013 und der Zuhilfenahme von verteiltem Rechnen
gebraucht, bis der Funkspruch der U106 entziffert wurde.
Den Zusammenhang zwischen Sonderzeichen und Enigma sehe ich übrigens
nicht.
Daher: -v, bitte.
N0R
Norbert M. schrieb:> Deswegen hat's wohl bis 2013 und der Zuhilfenahme von verteiltem Rechnen> gebraucht, bis der Funkspruch der U106 entziffert wurde.
Das lag daran, dass der Spruch sehr kurz war.
> Den Zusammenhang zwischen Sonderzeichen und Enigma sehe ich übrigens> nicht.https://de.wikipedia.org/wiki/Enigma_%28Maschine%29#Kryptographische_Schw.C3.A4chen
Es ist einfach eine blöde Idee, den Coderaum unnötig zu verkleinern.
Alphabet Kleinbuchstaben: 26 Zeichen
Alphabet Klein- und Groß: 52 Zeichen
Alphabet und Ziffern: 62 Zeichen
Alphabet, Ziffern und Sonderzeichen: 95 Zeichen, ja nach zugelassenen
Sonderzeichen
Damit ergeben sich im letzten Zeichensatz bei einem 8 stelligem Passwort
95^8 Möglichkeiten.
Wird allerdings vorgegeben, dass zwingend Klein- und Großbuchstaben,
mindestens eine Ziffer und mindestens ein Sonderzeichen enthalten sein
müssen, dann entfallen schonmal alle Passwörter, die diese Bedingungen
nicht erfüllen. Werden ausserdem Varianten wie 00000000 oder aaaaaaaa
abgelehnt, entfallen auch diese Passwörter. Damit wird der Coderaum
verkleinert und der Angreifer muss diese Kombinationen schonmal nicht
mehr prüfen.
Genau das ist bei der Enigma durch den Einsatz der Umkehrwalze passiert,
die verhinderte, dass ein Buchstabe auf sich selbst verschlüsselt wurde.
Machen wir es mal an einem kurzen Zeichensatz fest. Es gibt nur AB und
12, das Passwort soll 2 Zeichen lang sein.
Dann gibt es für ein uneingeschränktes Passwort 4^2 = 16 Möglichkeiten.
AA, AB, A1, A2,
BA, BB, B1, B2,
1A, 1B, 11, 12,
2A, 2B, 21, 22,
Jetzt wird vorgegeben, dass min. 1 Buchstabe und min. 1 Ziffer vorhanden
sein müssen. Damit wird das Passwort eingeschränkt auf 8 Möglichkeiten.
.., .., A1, A2,
.., .., B1, B2,
1A, 1B, .., ..,
2A, 2B, .., ..,
Das kannst Du jetzt hochskalieren auf den vollen Zeichensatz.
Timm Thaler schrieb:> Machen wir es mal an einem kurzen Zeichensatz fest.
Von der Theorie würde ich dir zustimmen, in der Praxis würde ich das
jedoch als nicht relevant bzw. nicht allzu gewichten da es auch noch
darauf ankommt, welche Methode der Angreifer zum entschlüsseln nimmt..
Zumal müsste der Angreifer ebenfalls wissen, welche Passwortrichtlinien
du gesetzt hast, sonst kann er schlecht seine Algos zum entschlüsseln
anpassen. So würde ihm nicht anderes übrig bleiben, als die Gesamte
Palette durchzueiern. Erst recht, wenn er nur einen Hash ohne
Herkunftsangaben hat.
Timm Thaler schrieb:> Das Problem ist doch, dass die Verwendung von Sonderzeichen zu schwer zu> merkenden Passwörtern führt, so dass Passwörter mit weniger Stellen> verwendet werden.
Nein, das eigentliche Problem besteht darin, daß 90% der User zu faul
und zu phantasielos sind, sich ein gutes Paßwort auszudenken. Es kann
doch nun wahrlich nicht so schwer sein, sich einen einfachen Satz zu
merken, z.B.
"meinschönerSchrebergarten"
...und wenigstens zwei der vorkommenden Buchstaben durch eine Zahl oder
ein Sonderzeichen zu ersetzen. Natürlich nicht gerade die üblichen
Ersetzungen, sondern zufällig gewählte. Beispiel:
"m8insch%n8rSchr8b8rgart8n"
Das ist dann auch sicher:
"It would take about 8148724506676778000 years to crack"
"Das kann ich mir nicht merken, huäh heul". Nein User Faulpelz, du bist
einfach nur zu stinkig, dir drei Dinge zu merken, den Satz und die
Ersetzungen "e" durch "8" und "ö" durch "%".
Hallo,
das Problem ist ja weniger, sich ein Passwort auf diese Weise zu merken,
sondern dass man ja eigentlich für jeden Zugang ein eigenes Passwort
verwenden soll.
Und wenn man mal überlegt bei wievielen Shops, Mailern, Foren man
angemeldet ist, und wie selten man manche davon benutzt, dann ist die
ursprüngliche Frage des TO, nämlich wie merke ich mir, welches Passwort
ich für welchen Zugang verwendet habe, durchaus berechtigt.
Man müsste sich eine Verknüpfung zwischen der Seite und dem Passwort
ausdenken, die man dann im Kopf herleiten kann, sowas wie
"NameDerSeiteRückwärts" o.ä., also ein festes Schema, nach dem man das
Passwort bildet. Dann ist es mit dem merken wieder leicht, und man kann
für jeden Zugang ein separates Passwort wählen.
Grüße,
Andario
Warum? Die Substitution ist vollkommen unnötig und erhöht die Sicherheit
nur scheinbar.
Allerdings ist das Ausgangspasswort auch schrott, weil Du es auf
bestimmten Tastaturen nicht eingeben kannst.
bissl Offtopic zu meinen Ansichten hinsichtlich Passwörtern
Wichtig ist auf jeden Fall meiner Meinung nach, das es keine
offensichtlichen Längenbegrenzungen gibt a la "Ihr Passwort muss mehr
als 7 und weniger als 9 Zeichen haben" und das nicht Hollywood-mässig
bei der Eingabe zurückgegeben wird wieviel davon nicht stimmt.
Wir sind ja hier nicht bei traditionellen Safe-Schlössern, bei denen man
hört ob es einrastet.
Ansonsten halt hab ich immer noch so den wirren Gedanken das man ja wie
zu Schulzeiten einen Text einfach auswendig lernt. Aber hier gilt ja
wieder, wenn jemand das Muster kennt "Passwort ist ein Schulgedicht mit
korrekter Interpunktion und Co." dann reduziert das die Möglichkeiten
schon wieder auf ein schaffbares Volumen.
Wenn aber nur bekannt ist "Hier muss ein Passwort unbestimmter Länge
rein" und es kommt nur ok oder not ok zurück, dann kann es schon dauern
bis sich der Passwort-Guesser zu Goethes/Fausts Osterspaziergang
durchgehangelt hat.
Timm Thaler schrieb:> Das Problem ist doch, dass die Verwendung von Sonderzeichen zu schwer zu> merkenden Passwörtern führt, so dass Passwörter mit weniger Stellen> verwendet werden.
Ich sehe das Problem aber oft umgekehrt. Bei vielen Seiten muss das
Passwort zwischen z.B. 8 und 12 Zeichen lang sein. Nun muss ein
Angreifer nur 8, 9, 10, 11 und 12er Passwörter durchgehen, wenn er die
Wörter dazu aus dem Wörterbuch nehmen kann, fällt es ihm nicht schwer.
Da erhöht man die Sicherheit durch Sonderzeichen schon enorm.
Timm Thaler schrieb:> Warum? Die Substitution ist vollkommen unnötig und erhöht die Sicherheit> nur scheinbar.
Warum nur scheinbar? ob ich bei einem 8-Stelligen Passwort 8^26 oder
8^99 habe macht schon einen Unterschied.
Dass nun "mine" -> "m1ne" nicht viel bringt sollte klar sein, aber gegen
"m9n%" wäre abgesehen von der Länge weniger auszusetzen. Gegen ein
Passwort, dass tatsächlich zufällig generiert wurde noch viel weniger.
Timm Thaler schrieb:> Allerdings ist das Ausgangspasswort auch schrott, weil Du es auf> bestimmten Tastaturen nicht eingeben kannst.
Wie oft kommt das vor? Ich persönlich war noch nie in der Bedrängnis,
mich von einer nicht-deutschen Tastatur bei eBay, etc einzuloggen. Falls
ich es doch müsste, könnte man sich die entsprechenden Symbole auch
zusammen kopieren oder die Tastatursprache umstellen.
Da aber die Tastaturen der meisten Leute in der jeweiligen Landessprache
sind, musst du mir mal erklären, warum es von Vorteil sein soll, wenn
man das Passwort auf möglichst vielen fremden Tastaturen eingeben kann.
In der Regel gehört zu einer fremden Tastatur nämlich auch ein fremder
PC.
Ist hier schon mal jemanden hier die Idee gekommen das ihr mehr Zeit mit
der such nach sicheren Passwörtern verbringt als die hochtechnisierten
Passworthacker benötigen diese zu knacken. Passwörter sind und bleiben
eine krücke um menschen davon abzuhalten etwas zu erfahren.
Im Kampf Maschine gegen Maschine sind sie so gut wie nutzlos.
Da entscheiden Performanz, Strategie und Taktik.
Um eine durch Menschen erdachten Text mit endlichem Zeichensatz zu
enschlüsseln kann der Schlüssel größer sein als der eingentliche Text.
Trotzdem wird er schneller zu entschlüsseln sein als ihr für das merken
eurer Superpasswörter benötigt. Ganz einfach weil die Information im
verschlüsselten Text enthalten ist.
Von daher ist es leichter eine vermutete Information mittls Korrelation
aus einem verschlüsselten Text zu fischen und von dieser Korrelation auf
das Passwort zu schließen als ein beliebiges Passwort zu erraten.
Namaste
Winfried J. schrieb:> Ist hier schon mal jemanden hier die Idee gekommen das ihr mehr Zeit mit> der such nach sicheren Passwörtern verbringt als die hochtechnisierten> Passworthacker benötigen diese zu knacken.
Ja, daran wird man insbesondere in Umgebungen erinnert, die Richtlinien
für sichere Passwörter erzwingen und 2-3 Mal ein neues sehen wollen.
> Trotzdem wird er schneller zu entschlüsseln sein als ihr für das merken> eurer Superpasswörter benötigt. Ganz einfach weil die Information im> verschlüsselten Text enthalten ist.
Passwörter dienen nicht zwangsläufig der Verschlüsselung.
Um Passwörter zu erraten ist die Verifikation eines korrekten Passwortes
entscheidend. Bei Online-Systemen ist das oft nur begrenztem Umfang
möglich. So wird deine Bank bei x-ten Versuch, irgendwelchen Unsinn
einzugeben, den Zugang schlicht sperren. Ende der Vorstellung.
Interessanter ist daher oft der Zugriff auf die entsprechenden
Datenbanken in den Servern. Selbst wenn da das Passwort als Hash
gespeichert wird lässt sich damit deutlich mehr Unfug stiften als bei
der überdies langsamen Online-Prüfung.
@ AK
genau das ist der Kern meiner Aussage
Kann ich eine Korrelation zwischen einem Veschlüsselten Datum und einem
beliebigen Ereignis vermuten so muss ich diese Korrelation nur
verifizieren und neben her erfahre ich zumindest ein gültiges
MetaPasswort mit welchem ich die restliche Datenbaank sofern sie das
gleiche Metapasswort verwendet in klartext vor mir habe.
Deshalb ist es besonders unsinnig Verschlüsselungen auf offensichtlich
Korrelationen zu verwenden und für diese gar ein
Universalpaswort/~algorythmus zu verwenden damit werden sowohl
Algorythmus als auch Passwort kompromitiert.
Verschlüsselung und passwort bieten nur eine zeitliche und technologisch
begrenzte Sicherheit. Maschhinen können schneler und leichter
kombinieren und verifizieren als Menschen. Menschen haben dafür eine
Intuition welche maschinen grundsätzlich abgehet, welche sie aber
inzwischen leicht mittels Kombinatorik nachbilden und somit
substituieren können.
Somit ist der Glaube an sicherer Kommunikation ein Mythos der zu Grabe
getragen gehört, worauf ein Herr Snoden viel Mühe und Risiko verwand
hat.
Und nun kommen die "Passwortmerker" wieder mit der alten Mähr daher, nur
um die Legende von Sicherheit durch Verschlüsselung wieder zu beleben
und so den Abgreifern das Leben zu erleichtern, indem sie die Massen in
Sicherheitglauben verblöden.
Winfried J. schrieb:> @ AK>> genau das ist der Kern meiner Aussage
Bahnhof. Was ist ein Metapassword?
Passwörter werden zudem meist nicht verschlüsselt gespeichert, sondern
gehashed. Einen sicheren Algorithmus vorausgesetzt ist es nicht möglich,
aus dem Hash das Password zurück zu gewinnen.
> Und nun kommen die "Passwortmerker" wieder mit der alten Mähr daher, nur> um die Legende von Sicherheit durch Verschlüsselung wieder zu beleben> und so den Abgreifern das Leben zu erleichtern, indem sie die Massen in> Sicherheitglauben verblöden.
Und andererseits kommen jene, die aus Angst, unangenehm auffallen zu
können, lieber vorsorglich allen interessierten Kreisen alle Information
frei Haus liefern.
Winfried J. schrieb:> Verschlüsselung und passwort bieten nur eine zeitliche und technologisch> begrenzte Sicherheit.
Logisch. Was denn sonst? Für jeden Panzer gibts einen passenden
Panzerknacker. Trotzdem gibts Panzer.
Andreas Hartig schrieb:> Und wenn man mal überlegt bei wievielen Shops, Mailern, Foren man> angemeldet ist, und wie selten man manche davon benutzt, dann ist die> ursprüngliche Frage des TO, nämlich wie merke ich mir, welches Passwort> ich für welchen Zugang verwendet habe, durchaus berechtigt.
Selten benutzte Paßwörter muß man sich doch gar nicht merken. Die packt
man in eine verschlüsselte Datei und denkt sich dafür ein möglichst
sicheres Kennwort aus. Dann ist es auch kein Problem, für kritische
Onlinedienste völlig sinnlose und lange Zeichenfolgen zu verwenden und
diese per CopynPaste einzutragen. Das wiederum ist den meisten aber
schon wieder zu viel, Bequemlichkeit siegt stets über Sicherheit.
Jedenfalls bis zum Schadeneintritt.
Timm Thaler schrieb:> Warum? Die Substitution ist vollkommen unnötig und erhöht die Sicherheit> nur scheinbar.
Nicht scheinbar, sondern signifikant, weil sie das Vorberechnen von
Hashtabellen extrem erschwert. Deine Argumente diesbezüglich ziehen nur
bei sehr kurzen Paßwörtern.
> Allerdings ist das Ausgangspasswort auch schrott, weil Du es auf> bestimmten Tastaturen nicht eingeben kannst.
Das war a) nur ein Beispiel und b) ist dies bisher das am weitesten
hergeholte Argument.
Sni Ti schrieb:> Warum nur scheinbar? ob ich bei einem 8-Stelligen Passwort 8^26 oder> 8^99 habe macht schon einen Unterschied.
Denkfehler: Der Angreifer muss trotzdem 8^99 testen, da er ja nicht
weiss, welche Zeichen Du verwendet hast.
Gibt der Login aber vor, dass zwingend Sonderzeichen, gemischte
Groß-Kleinschreibung und Zahlen enthalten sein müssen, muss der
Angreifer weniger als 8^99 testen, weil alles, was da nicht reinfällt,
ignoriert werden kann.
Sni Ti schrieb:> Wie oft kommt das vor? Ich persönlich war noch nie in der Bedrängnis,
Dann mach mal Urlaub in Frankreich oder Dänemark und versuch dort im
Internet-Cafe Deine Emails zu lesen. Da suchst Du erstmal die
Zeichentabelle...
Timm Thaler schrieb:> Denkfehler: Der Angreifer muss trotzdem 8^99 testen, da er ja nicht> weiss, welche Zeichen Du verwendet hast.
Nicht wenn die Wahrscheinlichkeit berücksichtigt wird. Die häufigsten
Zeichen zuerst.
Icke ®. schrieb:> Selten benutzte Paßwörter muß man sich doch gar nicht merken. Die packt> man in eine verschlüsselte Datei und denkt sich dafür ein möglichst> sicheres Kennwort aus.
Das ist zwar nicht restlos sicher, aber meiner Meinung nach die einzig
praktikable Methode.
Es häufen sich schnell hundert Passwörter für verschiedenste
Onlinedienste an. Zusätzlich das Admin/root-Passwort fürs Betriebssystem
und den Internetrouter. Dazu kommen PINs von EC- und Kreditkarten, der
Entsperrcode fürs Handy und für die SIM, zusätzlich noch Kombinationen
für das Fahrradschloss und den Safe. Selbst das Autoradio will einen
Code haben. Das alles kann man sich unmöglich merken, wenn die
Passwörter verschieden sein sollen.
> ... weil sie das Vorberechnen von Hashtabellen extrem erschwert.
Hashtabellen sollten bei einem halbwegs aktuellen System aufgrund von
"Salz" sowieso nicht mehr funktionieren.
Timm Thaler schrieb:> Dann mach mal Urlaub in Frankreich oder Dänemark und versuch dort im> Internet-Cafe Deine Emails zu lesen.
Auf unsicheren PCs sollte man sowieso keine wichtigen Passwörter
eingeben. Die Gefahr, dass diese lokal mitgeschnitten werden ist relativ
groß.
A. K. schrieb:> Nicht wenn die Wahrscheinlichkeit berücksichtigt wird. Die häufigsten> Zeichen zuerst.
Genau so ist es. Wenn ich alle 99 Symbole verwende, habe ich eine gute
Chance, dass mein Passwort nicht geknackt wird. Dem Angreifer reichen da
sicher die Leute, die nur 26 verwenden. Warum expotentiell höheren
Aufwand betreiben um an ein paar Accounts mehr zu kommen?
Timm Thaler schrieb:> Dann mach mal Urlaub in Frankreich oder Dänemark und versuch dort im> Internet-Cafe Deine Emails zu lesen. Da suchst Du erstmal die> Zeichentabelle...
Wie ich oben schon schrieb:
Sni Ti schrieb:> In der Regel gehört zu einer fremden Tastatur nämlich auch ein fremder> PC.
Wenn ich tatsächlich in einem Internetcafé meine Mails checken würde,
hättest du auch recht mit deinem Argument 26 vs 99 Zeichen. Dem
Keylogger ist es in der Tat egal ob ich nun Sonderzeichen verwende oder
nicht.
In der heutigen Zeit sehe ich persönlich keinen Grund (außer in
absoluten Notfällen) sich in einem Internetcafé einzuloggen. Heute haben
bestimmt 98% entweder Notebook, Tablet oder/und Smartphone dabei. Wenn
man sich da ein WLAN sucht, kann man das Passwort zumindest über SSL
schützen, statt es als Klartext am fremden PC einzugeben. Und die Leute,
die einem Smartphone bisher widerstehen konnten, gehören sicher auch zu
dem Personenkreis, der es 2 Wochen ohne Mails aushält ;-)
Winfried J. schrieb:>> Und die Leute,>> die einem Smartphone bisher widerstehen konnten, gehören sicher auch zu>> dem Personenkreis, der es 2 Wochen ohne Mails aushält>> nö!
OK, ich formuliere es um; zumindest die Schnittmenge sollte hier relativ
groß sein.
Hätte ich selbst kein Smartphone, hätte ich auch kein Problem damit für
zwei Wochen eine automatische Antwort "bin im Urlaub" einzurichten. Da
könnte ich mich deutlich besser entspannen (in doppelter Hinsicht) als
wenn ich Internetcafés nutzen würde.
Bei mir ist es genau umgekehrt. Wenn ich dienstlich unterwegs bin ist
schon ein Handy zu sensibel für meinen rauhen Arbeitsalltag.
Ein Smartphon wäre bei mir unter einer Woche im Wert unterhalb der in
ihm selbst verbauten Rohstoffe angelangt.
In meiner Freizeit wäre es nett aber sinnlos. Da ist schon das Laptop
der Overkill. Neuerdings "tyranisiert " mich meine OW permanent mit
Fragen aus "Quisduell" seid ihre Töchter ihr ein I_Pad_Mini zum
Geburtstag aufs Auge drückten um ihre Mutter an die Leine zu legen.
Zugegeben ich spiele auch damit, aber bei der Arbeit? Ich würde
wahnsinnig müsste ich so ein Teil tagsüber hüten. Bin ich daheim tuts
der Desktop sehr komod, im Hotel der Laptop, aber Mails und Internet?
Ohne das würd ich was anderes tun, tu ich aber nicht. ;)
Namaste
Ich möchte hier einwerfen, dass es zumindest bei vertrauenswürdigen
Online-Plattformen nicht ohne Weiteres von außen möglich ist, alle n^m
Passwortkombinationen mit brute-force oder rainbowtables auszuprobieren.
Klar, darf ein Passwort nicht leicht zu erraten sein oder in der Top 100
der meist genutzten Passwörter stehen, aber Webseiten, die nur eine
gewisse Anzahl an Fehl-Logins zulassen, bevor gesperrt und/oder der
Betroffene benachrichtigt wird, wirken der teilweise hier zu
mathematisch diskutierten Passwortkombinations-Diskussion entgegen.
Banking-Portale und andere Webseiten die hoch kritische Daten verwalten,
verwenden mittlerweile vermehrt eine 2-Wege-Authentifizierung, in dem
zwei (hoffentlich) unabhängige Geräte in den Login-Prozess eingebunden
werden (z.B. mTAN).
Todsicher? Nichts ist unmöglich, aber schwieriger knackbar zu machen!
Meine obigen Punkte beziehen sich auf Systeme, auf die ein Angreifer nur
von Außen Zugriff hat. Geht es darum, eine geklaute Datenbank oder
andere Daten mit direktem (lokalen) Zugriff zu knacken, gelten die
Gesetze der Kombinatorik, des Social Engineerings, der Rechenpower usw..
Das sicherste Masterpasswort für Keepass & Co ist hinfällig, wenn
zwischen Tastatur (oder Maus) unbemerkt ein USB-Keylogger steckt, der
die Eingaben per Bluetooth/WLAN/usw. an den Angreifer weiterleitet.
Guckt mal bei Amazon unter "KeyGrabber USB" und ab und zu mal hinten an
Euren Rechnern nach.
Unter uns: Ich kann dieses Passwort hier "aHz32T" überall auf einem
Zettel liegen lassen, solange niemand meinen Benutzernamen oder die
Plattform dafür kennt, denn die Kombinationen und der Aufwand die
letzten beiden Informationen zu beschaffen übersteigt meist die
Passwortsicherheit an sich, vorausgesetzt ein Fremder findet den Zettel
und kann keine Rückschlüsse auf mich schließen (social hacking).
Sicherheitsabfragen für Kennwortzurücksetzungen können riesige
Sicherheitslöcher bilden. Das Passwort ist megasicher und die
Sicherheitsabfrage z.B. durch den Expartner zu beantworten. Mhh, fail!
Alles zusammengenommen: lange, komplexe Passwörter sind natürlich super
und erstrebenswert - ganz klar! Aber wer sich für vertrauenswürdige
Online-Portale nicht in eine persönliche OutOfMemoryException befördern
möchte, sollte nicht nur der Komplixität seiner Passwörter Wichtigkeit
beimessen, sondern auch noch die anderen Sicherheitsaspekte
berücksichtigen, wie eine 2-Wege-Authentifizierung nutzen, sichere
Antworten für Sicherheitsabfragen haben und auf Mitteilungen auf
Fehl-Logins achten usw..