Hallo zusammen,
ich verwende einen IR 2104 zum treiben einer Halbbrücke für eine 15A
Pumpe. Ich habe ca. 1m Leitung vom Netzteil zum Motor-Treiber und
nochmal 1m zur Pumpe.
Die Schaltung funktioniert grundsätzlich erstmal (auch wenn der
High-side FET bei sehr großer Last und breitem PWM sich sehr aufheizt).
Jetzt habe ich natürlich überall extrem hohe Spannungsspitzen durch die
Pumpe, muss aber alles von derselben Quelle versorgen (12V
Autobatterie). Um den Gate-Treiber stabil zu haben, habe ich eine Spule
eingebaut - was auch gut funktioniert. Wenn ich allerdings einen
Kondensator an die Versorgungsspannung anschließe, dann läuft die Pumpe
nicht mehr an - auch das Gate des High-side FETs wird nur ab unz zu mal
geschalten (was natürlich sich gegenseitig bedingt - auch wegen der
Bootstrap Schaltung).
Die Schaltung ist angehängt. Kann jemand dieses Verhalten erklären? Was
kann ich dagegen tun?
Informatiker schrieb:> Ich habe ca. 1m Leitung vom Netzteil zum Motor-Treiber und> nochmal 1m zur Pumpe.
Sehr schlecht. Wenn du da 15A Motorstrom brauchst, solltest du
Versorgung des Motors und des Treiber voneinander trennen. Im
Anlaufmoment zieht der Motor die 12V in die Knie und das mag der UV
Lockout des Treibers gar nicht. Der 100µF sorgt dafür, das du
Motorboating erzeugst, also: an - Spannung bricht ein - UV Lockout
schaltet ab - Spannung steigt - Treiber schaltet wieder ein - Spannung
bricht ein, usw.
So ein 100µF kann ja keine 15A Ausfälle überbrücken.
Dicke und kurze Kabel direkt von der Stromquelle zum Motor. Und
ebenfalls von der Stromquelle ein getrenntes Kabel zur Treiberei.
Darf man fragen, warum es überhaupt eine Halbbrücke sein muss?
Informatiker schrieb:> (auch wenn der> High-side FET bei sehr großer Last und breitem PWM sich sehr aufheizt).
Der Bootstrap-Kondensator muß über den "unteren" Mosfet periodisch
nachgeladen werden, sonst kriegt der "obere" zu wenig Gate-Spannung.
Mehr als 90% Einschaltdauer sind wohl kaum drin.
Platziere die Schaltung besser direkt an die Batterie.
Ich gehe davon aus, daß das Batteriekabel da ankommt, wo im Schaltplan
"12V" steht. Das wäre schon richtig. Dann ersetze die Spule durch eine
Diode, und puffere den Treiber mit 1000µF. So bleibt der Treiber durch
Batterieseitige Spannungseinbrüche unbehelligt.
Mch wie Matthias gesagt hat.
Matthias S. schrieb:> Versorgung des Motors und des Treiber voneinander trennen.
Vor allem auch für die Masse.
Und ein Sternpunkt für die Masse möglichst nahe an der Batterie
Matthias S. schrieb:> So ein 100µF kann ja keine 15A Ausfälle überbrücken.
Dafür habe ich ja die Spule un den 100µ Kondensator dahinter.
Matthias S. schrieb:> Dicke und kurze Kabel direkt von der Stromquelle zum Motor. Und> ebenfalls von der Stromquelle ein getrenntes Kabel zur Treiberei.> Darf man fragen, warum es überhaupt eine Halbbrücke sein muss?
Das geht nicht so einfach - es soll an den Auto-Akku angeschlossen
werden, da brauche ich etwas längere Kabel - die aber problemlos 15A
vertragen können. Kleider kann ich keine separaten Kabel für die Treiber
verwenden.
Matthias S. schrieb:> Darf man fragen, warum es überhaupt eine Halbbrücke sein muss?
Grundsätzlich täte es auch ein FET und eine Freilaufdiode, von der
Halbbrücke verspreche ich mir aber weniger Hitzeentwicklung.
der schreckliche Sven schrieb:> Mehr als 90% Einschaltdauer sind wohl kaum drin.
Das ist kein Problem, ich mache minimal 10% und maximal 90% - die
Bootstrapspannung reicht da noch problemlos bei 15kHz. Ohne Kondensator
an der Last läuft es ja auch.
der schreckliche Sven schrieb:> Platziere die Schaltung besser direkt an die Batterie.> Ich gehe davon aus, daß das Batteriekabel da ankommt, wo im Schaltplan> "12V" steht.
Das würde ich gerne machen, aber das Gerät soll an die autobatterie per
Kabel angeklemmt werden, ich kann die nicht kürzer als 1m machen.
der schreckliche Sven schrieb:> Dann ersetze die Spule durch eine> Diode, und puffere den Treiber mit 1000µF. So bleibt der Treiber durch> Batterieseitige Spannungseinbrüche unbehelligt.
1000µF wären sinnvoll - da werde ich mir mal einen Kondensator
bestellen. Eine Diode kann ich nicht verwenden - die Motorinduktivität
erzeugt auf Vcc Spitzen von >25V beim Schalten (ist das okay so?!), die
ich mir durch die Diode dauerhaft in meine Schaltung holen würde (schon
ausprobiert...).
Udo S. schrieb:> Vor allem auch für die Masse.> Und ein Sternpunkt für die Masse möglichst nahe an der Batterie
Leider kann ich das bei meinem Aufbau nicht machen. Dafür wollte ich ja
den Lastkondensator haben. Später natürlich größer als 100µF, aber es
läuft halt schon mit 100µ nicht!
Informatiker schrieb:> die Motorinduktivität> erzeugt auf Vcc Spitzen von >25V beim Schalten
Das ist nicht die Motorinduktivität, sondern die des Kabels zwischen
Batterie und Schaltung. Wenn der obere Mosfet abschaltet, schickt die
Kabelinduktivität einen Impuls hinterher. Das trägt sicher zur Erwärmung
des Mosfets bei. Der Elko mit 100µF über den Mosfets ist einfach ein
schlechter Witz. Da darfst Du noch zwei Nullen dranhängen.
Nebenbei: Wenn Plus- und Minuskabel voneinander getrennt sind, erhöht
das die Induktivität enorm (Luftspule).
Informatiker schrieb:> Udo S. schrieb:>> Vor allem auch für die Masse.>> Und ein Sternpunkt für die Masse möglichst nahe an der Batterie>> Leider kann ich das bei meinem Aufbau nicht machen. Dafür wollte ich ja> den Lastkondensator haben.
Ja nee, dann mache der Treiberschaltung eine eigene Regelung, damit sie
nicht durch den Motorstrom einbricht. Oder besser, lass das mit der
Halbbrücke sein und nimm den einzelnen MOSFet mit Freilaufdiode ohne den
Treiber.
>> Darf man fragen, warum es überhaupt eine Halbbrücke sein muss?>> Grundsätzlich täte es auch ein FET und eine Freilaufdiode, von der> Halbbrücke verspreche ich mir aber weniger Hitzeentwicklung.
Das solltest du zumindest mir mal erklären, da ich es nicht verstehe.
Warum soll die Halbbrücke weniger warm werden als die 1-Quadranten
Schaltung?
Tunichtgut der I. schrieb:> Die Schaltung ist schon mal unsinnig!
Was heißt denn das genau?
> Wie sie aufgebaut ist wissen wir nicht!
Suboptimal. :-)
> Also neu machen und die Regeln einhalten, schon funktioniert es!
Und was heißt das?
1. Die unsinnige Schaltung neu und "die Aufbauregeln einhalten"?
Teils kennt er sie nicht, teils geht es nicht anders...
oder
2. Komplettneuaufbau "nach Regel(n)"? Äh...
Ich verstehe zwar halbwegs, was Du willst - und es mag ja auch
vieles daran stimmen - der Ratsucher aber dürfte sich damit doch
schwer tun.
@Informatiker:
Erste Maßnahme zur Treiber-Entkopplung wäre eine Diode vor_demTreiberversorgungsanschluß - so wie im Anhang.
Grund:
Matthias S. hat recht. Im Innenwiderstand der Batterie sowie dem
Widerstand der ganzen Leitungen hat man einen sog. "stromabhängen
Spannungsabfall" (berechnet sich nach U = R * I).
Der Anlaufstrom ist noch weitaus höher als 15A (vielleicht 50A
bis 150A - wodurch in dem Zeitraum also gut 3- bis ca. 10facher
Spannungsabfall entsteht... wer weiß, wie weit die Versorgung
am Treiber wirklich einbricht.
Matthias S. schrieb:> Warum soll die Halbbrücke weniger warm werden als die 1-Quadranten> Schaltung?
Weil über dem FET nicht konstant ~0.7V abfallen.
Matthias S. schrieb:> Ja nee, dann mache der Treiberschaltung eine eigene Regelung, damit sie> nicht durch den Motorstrom einbricht.Camel-Driver schrieb:> Erste Maßnahme zur Treiber-Entkopplung wäre eine Diode vor_dem> Treiberversorgungsanschluß - so wie im Anhang.
Ich habe die Spannung eigentlich mit einem Oszi gemessen und die ist
durch die Spule recht stabil, werde trotzdem mal die Diode reinbauen -
es sollte nicht schaden.
Camel-Driver schrieb:> wer weiß, wie weit die Versorgung> am Treiber wirklich einbricht.
Ich habe das mit nem Oszi (110MHz) durchgemessen. Die Spannung ist recht
stabil(+-2V).
der schreckliche Sven schrieb:> Informatiker schrieb:>> die Motorinduktivität>> erzeugt auf Vcc Spitzen von >25V beim Schalten>> Das ist nicht die Motorinduktivität, sondern die des Kabels zwischen> Batterie und Schaltung.
Ok, ich werde die Kabel soweit es geht verdrillen, mal schauen was das
bringt.
der schreckliche Sven schrieb:> Der Elko mit 100µF über den Mosfets ist einfach ein> schlechter Witz. Da darfst Du noch zwei Nullen dranhängen.
Zwei Nullen sind schon etwas viel, aber eine Null werde ich dranhängen,
hatte bloß keinen zur Hand. Allerdings geht es schon mit den 100µF
nicht...
Informatiker schrieb:> Matthias S. schrieb:>> Warum soll die Halbbrücke weniger warm werden als die 1-Quadranten>> Schaltung?>> Weil über dem FET nicht konstant ~0.7V abfallen.
Ist das ein Witz? Wieso sollten über dem MOSFet konstant 0,7V abfallen?
Ein MOSFet hat keine Sättigungsspannung wie bei BJT bekannt.
Und ausserdem hilft dir, wenn es ein Problem wäre, ein
2-Quadrantensteller dabei nicht weiter. Spar dir den Aufwand und steuere
lieber die Lowside anständig an.
Informatiker schrieb:> Ich habe das mit nem Oszi (110MHz) durchgemessen. Die Spannung ist recht> stabil(+-2V).
Fakt ist aber, das es nicht funktioniert und die Highside im Fehlerfall
nur sporadisch angesteuert wird - ein typisches Zeichen für UV Lockout.
Jens G. schrieb:> Er meinte sicherlich die Freilaufdioden-Funktion ...
Meinste wirklich? Aber das würde sich nur auf den oberen MOSFet beziehen
und nichts verbessern.
Matthias S. schrieb:> Informatiker schrieb:>> Matthias S. schrieb:>>> Warum soll die Halbbrücke weniger warm werden als die 1-Quadranten>>> Schaltung?>>>> Weil über dem FET nicht konstant ~0.7V abfallen.>> Ist das ein Witz? Wieso sollten über dem MOSFet konstant 0,7V abfallen?
Nicht über dem FET sondern über der Freilaufdiode. Da ist ja das "nicht"
dabei.
Matthias S. schrieb:> Jens G. schrieb:>> Er meinte sicherlich die Freilaufdioden-Funktion ...>> Meinste wirklich? Aber das würde sich nur auf den oberen MOSFet beziehen> und nichts verbessern.
Doch klar - die Freilaufdiode würde warm werden, was ich durch einen
high-side-FET verhindern möchte.
Matthias S. schrieb:> Informatiker schrieb:>> Ich habe das mit nem Oszi (110MHz) durchgemessen. Die Spannung ist recht>> stabil(+-2V).>> Fakt ist aber, das es nicht funktioniert und die Highside im Fehlerfall> nur sporadisch angesteuert wird - ein typisches Zeichen für UV Lockout.
Das hört sich sehr vielversprechend an! Ich werde das mal angehen (mit
ner Schottky), vielen Dank!
Informatiker schrieb:> Nicht über dem FET sondern über der Freilaufdiode. Da ist ja das "nicht"> dabei.
Aber der MOSFet hat doch die Freilaufdiode intrinsisch eingebaut. Was
meinst du, wo die Energie der Gegen-EMK des Motors nun bleibt? Die
verschwindet doch nicht, sondern läuft entweder über die Bodydiode oder
den eingeschalteten oberen MOSFet. Der muss also dann die Energie
verbraten - in Wärme. Schlimmer noch, wird er eingeschaltet, wird der
Motor auch noch gebremst.
Matthias S. schrieb:> Aber der MOSFet hat doch die Freilaufdiode intrinsisch eingebaut.
Ich hoffe die wird so gut wie nie benutzt (bzw. sehr sehr kurz), denn
der FET wird ja geschaltet und hat einen sehr niedrigen innenwiderstand
(7.5mOhm). Die Energie wird dann in der Motorwicklung verbrannt (bzw.
auch ohnehin durch mechanische Reibung). So landet halt weniger Wärme im
Treiber. Das ist ja der ganze Sinn der Halbbrücke.
Informatiker schrieb:> Das hört sich sehr vielversprechend an! Ich werde das mal angehen (mit> ner Schottky), vielen Dank!
ICh habe es versucht - wie erwartet ist die Spannung hinter der Schottky
sehr stark gestiegen (auf 25V), was die Schaltung schnell zum qualmen
gebracht hat...
Hat jemand eine bessere Idee?
Informatiker schrieb:> ICh habe es versucht - wie erwartet ist die Spannung hinter der Schottky> sehr stark gestiegen (auf 25V), was die Schaltung schnell zum qualmen> gebracht hat...
Das macht die Kabelinduktivität. Ein kleiner Elko mit 100µF hat einfach
zu viel ESR und ESL, um da etwas puffern zu können. Schon ein
Folienkondensator mit ein paar µF wäre besser. Aber wie ich schon
geschrieben hatte: Klotzen, nicht kleckern!
Ich habe jetzt die Stromversorgung des Treibers getrennt und nun läuft
das System auch mit Kondensator am Eingang an - das war auf jeden Fall
eines der Probleme!
Wenn die Pumpe unter starker Last steht, habe ich trotzdem immer noch
das Problem, dass der high-side FET heiß wird.
der schreckliche Sven schrieb:> Das macht die Kabelinduktivität. Ein kleiner Elko mit 100µF hat einfach> zu viel ESR und ESL, um da etwas puffern zu können. Schon ein> Folienkondensator mit ein paar µF wäre besser. Aber wie ich schon> geschrieben hatte: Klotzen, nicht kleckern!
Ich habe leider keine großen Kondensatoren zur Hand - sind bestellt.
Deswegen habe ich die Zuleitung Netzteil - Treiber auf 10cm verkürzt.
Den 100µ habe ich immer noch dran (jetzt läuft der Motor mit dem ja an).
Ich habe die Gate Widerstände auf 0 Ohm reduziert, aber das hat auch
keine merkbare Verbesserung gebracht (die rise-time ist jetzt bei
200-500ns, also völlig in Ordnung)
Ich habe nun Messungen an den Gates gemacht (siehe Anhang).
Gelb ist low-side gate, blau ist high-side-gate. Jeweils belastet und
unbelastet.
Mir macht vor allem der Unterschied zwischen "Low-side-Gate falling edge
unbelastet" und "Low-side-Gate falling edge belastet" sorgen. Ist das
richtig so oder gibt es da ein Problem?
Tunichtgut der I. schrieb:> Informatiker schrieb:>> Sollte das klappen, werde ich statt dem L mal ein RC Glied>> einbauen mit>> 1 oder 2 Ohm Widerstand.>> ???
12V -- 1 Ohm -- 100µF -- IC
GND-------------------|--------|
Tunichtgut der I. schrieb:> Wo ist das Problem dem ic eine vernünftige Spannungsversorgung zu> spendieren?
ICh hab halt die unstabilen 12V und brauche mind. 10V für den IC, lieber
etwas mehr. Klar könnte ich auf ~5V runter und dann auf 12V wieder hoch,
aber extra buck und boost Wandler einbauen? Da versuche ich lieber die
12V zu glätten. Ich habe ja kaum Strom am IC.
Wenn jemand die Oszi Aufnahmen bewerten könnte, wäre das super - ich bin
leider nicht tief genug in dem Thema drin.
Informatiker schrieb:> denn> der FET wird ja geschaltet und hat einen sehr niedrigen innenwiderstand> (7.5mOhm). Die Energie wird dann in der Motorwicklung verbrannt (bzw.> auch ohnehin durch mechanische Reibung).
Die wird zusätzlich im MOSFet verheizt, denn du damit schön stresst. Die
Theorie ist unsinnig, denn wer will schon den Motor aufheizen? Ich kann
dir nur empfehlen, den ganzen Halbbrückenaufbau sein zu lassen und ganz
simpel einen kräftigen MOSFet in die Lowside zu legen.
Tunichtgut der I. schrieb:> Ja, und das ist großer Murks!
Warum? Wie geht es besser? Ich bin hier, weil ich lernen möchte!
Matthias S. schrieb:> Informatiker schrieb:>> denn>> der FET wird ja geschaltet und hat einen sehr niedrigen innenwiderstand>> (7.5mOhm). Die Energie wird dann in der Motorwicklung verbrannt (bzw.>> auch ohnehin durch mechanische Reibung).>> Die wird zusätzlich im MOSFet verheizt, denn du damit schön stresst. Die> Theorie ist unsinnig, denn wer will schon den Motor aufheizen? Ich kann> dir nur empfehlen, den ganzen Halbbrückenaufbau sein zu lassen und ganz> simpel einen kräftigen MOSFet in die Lowside zu legen.
Die Lowside ist bei mir ohnehin auch bei der größten Last absolut kalt.
Den Motor heize ich lieber auf als den Treiber, denn der Motor hat eine
viel größere Wärmekapazität und kann auch viel mehr Wärme ableiten. Der
schmort im Gegensatz zum Treiber nicht nach 10s Blockieren durch.
Bevor ich die Halbbrücke hatte, hatte ich einen ganz normalen Aufbau mit
FET (IRF 3808) und Freilaufdiode (DSSK48-003B). Die Freilaufdiode ist
bei Last so heiß geworden, dass ich entschieden habe, auf eine
Halbbrücke umzusteigen.
O.K. Du möchtest also etwas lernen? Warum setzt Du dann nicht das
Applikationsbeispiel 1 zu 1 um? Erst einmal mit einer rein Ohms hin
Last. Eine Glühbirne reicht. Bringe das erst einmal zum Laufen.
Es läuft ja - wenn der Motor wenig Last hat, dann läuft es ohne Probleme
und bleibt absolut kalt. Erst ab ca. 7A fängt er an sich rapide
aufzuheißen. Das ist übrigens auch der Punkt ab dem das Netzteil anfängt
Geräusche zu machen und die Überschwinger bei den Schaltvorgängen
signifikant größer werden.
Bei Vollast (ca. 13A) bleibt der FET 2-3s lang kühl, dann weitere 2-3s
lang erträglich und dann zu heiß zum Anfassen. Man merkt auch wie der
Strom um 1A kleiner wird, wenn der FET sich aufheizt.
Informatiker schrieb:> Kann jemand dieses Verhalten erklären? Was> kann ich dagegen tun?
High-Side-MOSFET falsch angeschlossen?
Zeig mal deine Platine von oben und unten ohne Messstrippen.
Eberhard H. schrieb:> Informatiker schrieb:>> Kann jemand dieses Verhalten erklären? Was>> kann ich dagegen tun?>> High-Side-MOSFET falsch angeschlossen?>> Zeig mal deine Platine von oben und unten ohne Messstrippen.
Wird der Ignorant nicht machen. Das funktioniert ja prinzipiell, nur
sollen wir ihm das abnehmen? Ich zweifle stark daran.
Ich habe mal den Motor zwischen 12V und Ausgang gesetzt (vorger war er
zwischen Ausgang und GND), jetzt wird der Low-side FET heiß. Es ist also
offensichtlich so, dass der FET heiß wird, der meim "an" zustand leitet
und der Freilauf-FET kalt bleibt.
Die FETs haben einen Widerstand von knapp 0.01Ohm, was bei 15A knapp 2W
sind. Dazu kommen noch Schaltverluste. Diese sind aber gering, da es ja
bei kleinerem PWM Verhältnis absolut kalt ist.
R_JA (Junction-to-Ambient ) ist 62K/W, ohne Kühlkörper kommen wir also
auf 120° über Raumtemperatur. Das Verhalten ist also völlig normal und
die Schaltung funktioniert wie erwartet! Mangels Erfahrung habe ich die
0.01 Ohm einfach vernachlässigt, da der FET bis 140A dimensioniert ist,
aber das darf man offensichtlich nicht machen, denn durch P=R*I^2 steigt
die Leistung quadratisch mit dem Strom - also macht selbst ein kleiner
Widerstand bei entsprechendem Strom viel Wärme!
Tunichtgut der I. schrieb:> Eberhard H. schrieb:>> Informatiker schrieb:>>> Kann jemand dieses Verhalten erklären? Was>>> kann ich dagegen tun?>>>> High-Side-MOSFET falsch angeschlossen?>>>> Zeig mal deine Platine von oben und unten ohne Messstrippen.>> Wird der Ignorant nicht machen. Das funktioniert ja prinzipiell, nur> sollen wir ihm das abnehmen? Ich zweifle stark daran.Informatiker schrieb:> Ich möchte allen danken, die hier mitüberlegt haben! Für mich als> Neuling in der Leistungselektronik war das eine sehr große Hilfe!
Der einzige von Dir richtig abgelesene Wert aus dem Datenblatt ist der
R_JA. Ein FET bleibt kalt, arbeitet also auch nicht. Daher ist er
überflüssig wie deine anderen Modifizierungen der Schaltung.
Du mußt noch sehr viel lernen.
Wenn man die Suchfunktion im Forum benutzt, dann kann man ein sehr
schönes PDF finden in der solche Probleme gut erklärt werden.
Also schön weiter lernen.
Tunichtgut der I. schrieb:> Ein FET bleibt kalt, arbeitet also auch nicht. Daher ist er> überflüssig wie deine anderen Modifizierungen der Schaltung.
Du machst Deinem Namen alle Ehre.
Schau mal:
Informatiker schrieb:> Bevor ich die Halbbrücke hatte, hatte ich einen ganz normalen Aufbau mit> FET (IRF 3808) und Freilaufdiode (DSSK48-003B). Die Freilaufdiode ist> bei Last so heiß geworden, dass ich entschieden habe, auf eine> Halbbrücke umzusteigen.
Die Freilauf-Diode wurde heiß, der Freilauf-Mosfet wird nicht heiß. Er
arbeitet also doch, und tut genau das, was er soll.
Informatiker schrieb:> muss aber alles von derselben Quelle versorgen (12V> Autobatterie).
Das ist mal wieder geil. Erst heisst es Autobatterie und dann
ist da auf einmal (5 Tage später!) ein Netzteil das anscheined schlicht
überlastet wird:
Informatiker schrieb:> Erst ab ca. 7A fängt er an sich rapide> aufzuheißen. Das ist übrigens auch der Punkt ab dem das Netzteil anfängt> Geräusche zu machen und die Überschwinger bei den Schaltvorgängen> signifikant größer werden.
Informatiker schrieb:> angels Erfahrung habe ich die> 0.01 Ohm einfach vernachlässigt, da der FET bis 140A dimensioniert ist
140A ist der Grenzwert, den der Fet noch aushält wenn du es schaffst
seine Metallfläche auf 25°C zu kühlen!
Ein TO220 Gehäuse wird ohne zusätzliche Kühlung bei 1W Verlustleistung
schon ordentlich warm. So warm, dass sich das Metall "heiss" anfühlt.
Und bei 10A und 0,01 Ohm Rdson hast du 1W. Ohne die Umschaltverluste zu
berücksichtigen.
der schreckliche Sven schrieb:> Tunichtgut der I. schrieb:>> Ein FET bleibt kalt, arbeitet also auch nicht. Daher ist er>> überflüssig wie deine anderen Modifizierungen der Schaltung.>> Du machst Deinem Namen alle Ehre.> Schau mal:>> Informatiker schrieb:>> Bevor ich die Halbbrücke hatte, hatte ich einen ganz normalen Aufbau mit>> FET (IRF 3808) und Freilaufdiode (DSSK48-003B). Die Freilaufdiode ist>> bei Last so heiß geworden, dass ich entschieden habe, auf eine>> Halbbrücke umzusteigen.>> Die Freilauf-Diode wurde heiß, der Freilauf-Mosfet wird nicht heiß. Er> arbeitet also doch, und tut genau das, was er soll.
O.K.
Udo S. schrieb:> Das ist mal wieder geil. Erst heisst es Autobatterie und dann> ist da auf einmal (5 Tage später!) ein Netzteil das anscheined schlicht> überlastet wird:
Es ist ein großes Netzteil, das auf 20A ausgelegt ist - die Endanwendung
läuft mit nem Akku.
Mit einem 1 Ohm Widerstand und 200µF Elko konnte ich die
Spannungsspitzen auf +-1V reduzieren, sodass ich nun nict nur den
Treiber, sondern auch meine Logik (Arduino Nano mit eigenem LDO) von
dieser Spannung versorgen kann. Bei früheren Versuchen ist sie
durchgebrannt.
Udo S. schrieb:> 140A ist der Grenzwert, den der Fet noch aushält wenn du es schaffst> seine Metallfläche auf 25°C zu kühlen!> Ein TO220 Gehäuse wird ohne zusätzliche Kühlung bei 1W Verlustleistung> schon ordentlich warm. So warm, dass sich das Metall "heiss" anfühlt.> Und bei 10A und 0,01 Ohm Rdson hast du 1W. Ohne die Umschaltverluste zu> berücksichtigen.
Völlig richtig! Durch den Quadratischen Anstieg der Leistung mit dem
Strom hat man bei moderaten Strömen einen kühlen FET, währent man beim
dreifachen Strom auf einmal 10 mal mehr Verlustleistung hat - das habe
ich nicht berücksichtigt.
Ich nehme jetzt einen FET mit kleinerem Innenwiderstand, um das Problem
zu lösen - ich bin gerade an der Grenze wo es heiß wurde.
@TueDugefälligstwasmirpaßt I., 42. Marquis de Sade:
Du stammelst hier (für Anfänger wie den TO sogar GROSS-)teils nicht
nachvollziehbares Zeug, spickst alles mit Beleidigungen etc. und
drückst einem längst einsichtigen TO auch noch einen zusätzlichen
Demütigungsversuch 'rein?
Alle Achtung, und kaum die Forenregeln verletzt. Darin scheinst
Du also hohe Profession zu haben... ob auch bzgl. Elektronik, das
ging zumindest aus den hiesigen Beiträgen nicht recht hervor.
@Informatiker:
Glückwunsch, Du bist dem ... des Verrückten ausgewichen und kamst
trotz dessen Kreuzfeuer an Dein eigentliches Ziel. Gut gemacht! :)