(GSM = 2G/3G/LTE/usw.) Macht man das immer noch so? Was kann/sollte man heute kaufen?
Für einen reverse ssh tunnel braucht man erstmal einen Gateway-Rechner und einen passenden Mobilfunktarif. Insofern ist eine klassische Wählverbindung klar im Vorteil; auch, weil die in der "richtigen" Richtung aufgebaut wird.
Natürlich wäre eine echte Netzwerkverbindung nett, aber am einen Ende geht nur GSM und am anderen Ende gibt es wahlweise DSL oder GSM. Oder evt. einen uberspace, aber den wird man auch nicht als Gateway missbrauchen können.
GSM: Nein, CSD müsste inzwischen in allen deutschen Mobilfunknetzen deaktiviert sein.
Festnetz: Analog schwierig, mit G.711 und wenig Jitter kann 9600bps halbwegs gehen. Eine ISDN-Datenverbindung ginge schon eher, dafür müssen aber alle Beteiligten RFC4040 unterstützen, die Telekom z.B. kann das.
Natürlich wäre eine echte Netzwerkverbindung nett, aber am einen Ende
geht nur GSM und am anderen Ende gibt es wahlweise DSL oder GSM.
Dann passt es doch, Business-DSL-Produkt mit fester IP-Adresse (alternativ Dynamic-DNS-Zeug), Mobilfunk-Seite baut dorthin einen VPN-Tunnel auf, fertig.
Sicher ging das, war auf Multiuser-Systemen noch in den 90ern der
übliche Weg
Das ging dann über GSM-CSD-Modems? Das hat man statt gewöhnlicher Festnetz-Analog-Modems genutzt wenn man unterwegs war? War das nicht die totale Nische (mobiler PC ohne IP)? z.B. das Modem "Nokia CardPhone" scheint aber für Windows gewesen zu sein, was ja schon sehr lange einen IP-Stack hatte?
Heutzutage "macht man" das alles per Cloud, also IP auf beiden Seiten (mit MQTT, HTTP+REST, oder halt auch SSH) und zentralem Gateway
Äh, du meinst ohne PPP und IP? Sicher dass das überhaupt jemals so ging?
Die Serielle Console von Linux funktioniert bestimmt, damals wie heute. Früher war wohl mgetty sowieso dabei, aber selbst das abgemagerte agetty sollte das können. Tatsächlich benutzt habe ich so eine Modem-Verbindung nur zu einer MicroVAX.
Du wirst bei einem IP-Telefonnetz keine V.90 Modemsignale mehr über das
Basisband bekommen.
Das kommt sowieso nicht in Frage. Aber ein GSM-Modem kann ja ein völlig anderes Verfahren zur Datenübertragung nutzen. Das funktioniert(e) jedenfalls (mehr oder weniger zuverlässig).
Aha, CSD ist der Suchbegriff, das ist ja dann Prä-GPRS.
Es lief längere Zeit parallel. Ich habe damals gerne HSCSD (quasi CSD mit Kanalbündelung) genutzt, weil es bei grösseren Datenmengen deutlich günstiger war als GPRS.
Sicher ging das, war auf Multiuser-Systemen noch in den 90ern der
übliche Weg
Das ging dann über GSM-CSD-Modems?
Über normale analoge Modems, ISDN (X.75) und auch über GSM-(HS)CSD, ja.
Die Mobilfunknetze haben in Richtung Festnetz umgesetzt, so dass die Gegenstelle ein analoges Modem oder (mit Einschränkungen, weil V.110 oder V.120 benötigt) ein ISDN-Endgerät sein konnte.
Die Serielle Console von Linux funktioniert bestimmt, damals wie heute.
Das war nicht die Frage - die Frage war, wie man über das Mobilfunknetz einzelne Bytes überträgt statt IP-Pakete, äquivalent zum Festnetz-Modem. Die Antwort hat Hmmm geliefert - es ging tatsächlich, über GSM-CSD, was aber nicht mehr existiert. Bei GPRS, EDGE und nachfolgenden Systemen geht es nicht mehr.
Das ist dann aber eher das High-Level-Protokoll und würde auf GSM-CSD aufsetzen. Bloß was für mobile UNIX-Systeme gab es in den 90ern, vor Linux und Android?
Bloß was für mobile UNIX-Systeme gab es in den 90ern, vor Linux und
Android?
Über CSD konnte man alles machen, was auch über eine Modemverbindung möglich war. Was in der Praxis gemacht wurde, steht auf einem anderen Blatt.
Dass man über eine aufgebaute Verbindung nicht direkt PPP spricht, sondern sich erst per Terminalemulation anmeldet, war übrigens ebenfalls gängig, bei CompuServe gab es z.B. "GO PPPCONNECT", bei BTX/Datex-J war es ähnlich.
Und vor PPP gab es noch SLIP und CSLIP, da mussten sogar die IP-Adressen mangels Möglichkeit im Protokoll aus dem Klartext ("Your IP address: x.x.x.x") geparst werden.
Bei einem Provider der IPv6 kann, könnte auch eine direkte
IP-Verbindung funktionieren.
Das wäre traumhaft. Laut ipv6-test.com bekommt mein Telefon mit T-Mobile-SIM eine 2a01:599:902:2bd5 Adresse, "Native IPv6", SLAAC=No (was immer das bedeutet).
Heißt das, ich stecke diese SIM-Karte in einen billigen LTE-Router und der macht dann genau das gleiche wie eine DSL-Fritzbox, nur eben per Funk? Und ist über so eine Adresse erreichbar?
Allerdings sehe ich bis jetzt nur falsche Fehlermeldungen wie Name or service not known oder Network is unreachable oder sogar Permission denied. Ich hätte mir aber wenigstens ein Connection refused gewünscht, ssh muss ein Telefon ja nicht können.
Heißt das, ich stecke diese SIM-Karte in einen billigen LTE-Router
Bei billigen Routern ist vermutlich die Firewall fix auf "alles eingehende blockieren" gestellt... Und es ist auch nicht auszuschließen dass der Provider es blockiert. Prinzipiell sollte es aber so gehen.
Die IPv6-Adresse ist vermutlich auch nicht fix, was auch problematisch sein könnte
Ich glaube, auch per IPv6 sind Mobilfunkteilnehmer i.d.R. nicht eingehend erreichbar, so dass das Internet-Grundrauschen (Portscans etc.) bei Dir keinen Traffic verursacht.
Aber wenn Du die Verbindung vom Mobilfunk- zum DSL-Teilnehmer aufbaust, sollte es gehen. Ansonsten gibt es auch Mobilfunklösungen, die für die Kommunikation untereinander gedacht sind, z.B. Vodafone CDA.
Ich glaube, auch per IPv6 sind Mobilfunkteilnehmer i.d.R. nicht
eingehend erreichbar, so dass das Internet-Grundrauschen (Portscans
etc.) bei Dir keinen Traffic verursacht.
Schade, früher war alles viel einfacher.
Die IPv6-Adresse ist vermutlich auch nicht fix, was auch problematisch
sein könnte
Naja, das ist ja dann kein Thema mehr, kein Nachteil ohne Vorteil ;)
Vielen Dank soweit!