Suche günstige SSD, Alternative zu Lexar NM620?

OP #7498577
Lesenswert?

Ich habe einen alten Dell Precision Tower 3620, den ich gerne zukünftig in meiner Bastelecke verwenden möchte. (Software-Entwicklung für kleine Windows Programme und Mikrocontroller, lesen von Datenblättern, Messgeräte-Steuerung mit LabVIEW und was eben noch so anfällt beim Elektronik basteln)

Der Rechner hat leider nur eine mechanische SATA HDD, deshalb würde ich gerne eine SSD verbauen. 512GB dürften für meinen Verwendungszweck mehr als ausreichen. Ich kenne mich leider im SSD-Markt überhaupt nicht aus, ich habe nun die Lexar NM620 ins Auge gefasst, ist diese SSD zu empfehlen oder gibt es in der gleichen Preisregion (ca. 35€) ein Modell welches ich eher in Betracht ziehen sollte?

Beitrag #7498583 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7498587 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7498620
Lesenswert?

Marc X. schrieb:

Der Rechner hat leider nur eine mechanische SATA HDD, deshalb würde ich gerne eine SSD verbauen. 512GB dürften für meinen Verwendungszweck mehr als ausreichen. Ich kenne mich leider im SSD-Markt überhaupt nicht aus, ich habe nun die Lexar NM620 ins Auge gefasst, ist diese SSD zu empfehlen oder gibt es in der gleichen Preisregion (ca. 35€) ein Modell welches ich eher in Betracht ziehen sollte?

Wenn Du die hier meinst https://www.lexar.com/product/lexar-nm620-m-2-2280-nvme-ssd/ dann ist das eine M.2 Typ M NVMe SSD.

Du musst prüfen:

  • Ist Dein Rechner neu genug, damit er von NVMe booten kann? Ohne Bios/UEFI-Support kann er das nämlich nicht.

  • Kann das Betriebssystem mit NVMe umgehen? Windows 7, so wie es auf DVD ausgeliefert wurde, konnte es nicht.

  • Hat Dein Rechner einen passenden Slot auf dem Mainboard? Achtung! M.2 gibts in den Codierungen A, B, E, und M, und in verschiedenen Längen von 30mm bis 110mm. Typ M ist für NVMe (PCIe) SSDs, Typ B für SATA-SSDs (und LTE-Modemkarten), Typ E für WLAN-Karten. Jeder Typ ist mechanisch kodiert, so dass nur elektrisch passende Karten auch mechanisch einsteckbar sind.

Wenn Du eine 2.5" SATA-HDD hast, wäre ansonsten eine 2.5" SATA-SSD die einfachere Lösung. Da ist die Datenrate zwar nicht so hoch (max. 520MB/s anstelle von bis zu 3000MB/s), aber bei alten Rechnern und alter Software ist das wohl weniger entscheidend.

fchk

#7498665
Lesenswert?

Marc X. schrieb:

Ich kenne mich leider im SSD-Markt überhaupt nicht aus, ich habe nun die Lexar NM620 ins Auge gefasst, ist diese SSD zu empfehlen oder gibt es in der gleichen Preisregion (ca. 35€) ein Modell welches ich eher in Betracht ziehen sollte?

Erst mal überprüfen, ob der PC mit einer NVME-SSD zurecht kommt. Bzgl. der SSD täte ich eher eine NVME Samsung EVO 970 nehmen. Kostet zwar mehr, hat aber IMHO einen anerkannt guten Ruf. Den hatte Lexar zwar auch, der Markenname ist allerdings derweil verkauft. Lustigerweise hat aktuelle scheinbar eine 1TB EVO bei Saturn den gleichen Preis wie eine 500GB EVO.

Wenn's auch eine SATA SSD sein darf, dann ebenso Samsung EVO oder auch Crucial MX500. Die sind dann auch in Deinen Preisrahmen.

Ob sich der Unterschied SATA NVME im Alltag bemerkbar macht? Hängt vom Gesamtsystem ab. Ich kompiliere des öfteren z.B. komplette Linux Kernel auf einem >10 Jahre alten System mit 6-Kern Xeon und reichlich RAM. Da ist der zeitliche Unterschied zwischen HDD und SSD marginal. Auf einem Officerechner mit i5 und 8GB Speicher ist der Geschwindigkeitszuwachs mit SSD deutlich zu spüren, der Unterschied SSD - NVME dann aber nicht mehr.

(Firma: matzetronics) #7498818
Lesenswert?

Ich schlage vor, das du dir einen handelüblichen Einbaurahmen für 3,5" auf 2,5" zulegst und da eine 2,5" SATA SSD verbaust. Als Beispiel von Bezos: https://www.amazon.de/Einbaurahmen-Festplatten-Wechselrahmen-Halterung-Schrauben/dp/B0041E7AKO/ Da gibts aber dutzende.

Und ich benutze die Intenso SSD, die es zur Zeit günstig bei Pollin gibt, als 128GB bis 960GB. HDClone/Free hat mir bei der Übertragung der Daten der alten Platte auf die neue geholfen.

Meine alte HP Z400 Workstation kann nicht von NVME booten, hat aber dafür unendlich viele SAS Ports, die mir nix nützen :-P

(Firma: matzetronics) #7498918
Lesenswert?

Manfred P. schrieb:

Ich glaube, die sind in der Resterampe gelandet, weil sie in den regulären Kanälen niemand haben will.

Ich habe hier 3 Stück in diversen Notebooks und Sat PVR und bisher tun sie alle ihren Job (die älteste seit etwa 1,5 Jahren). In der Xeon Ballerkiste ist eine 1TB Intenso. Die Rückgabe wäre bei Pollin kein Problem, u.a. deswegen kaufe ich da. Ich will jetzt aber keine Diskussion vom Zaun brechen, ich denke da an die endlosen Threads, welche HDD am wenigsten kaputt gehen. Und ja, ich habe auch schon defekte Samsung SSDs gesehen.

OP #7498921
Lesenswert?

Der Rechner kann mit einer M.2 NVME PCIe SSD mit Key M umgehen (PCIe 3.0), daher wäre es unsinnig eine SATA SSD zu verbauen, dafür sind PCIe SSDs inzwischen zu günstig um die deutlich höhere Geschwindigkeit nicht zu nutzen, daher habe ich im Eingangspost bereits eine solche SSD genannt.

Meine Eingangsfrage war auch nicht ob das Teil in meinem Rechner funktioniert oder nicht, sondern ob das gewählte Modell brauchbar ist, oder ob es in der gleichen Preisregion etwas sinnvolleres gibt (z.B. Lebenserwartung und Geschwindigkeit)

Ich bedanke mich daher für alle bisherigen Antworten, auch Samsung Evos ziehe ich aufgrund der Empfehlungen hier nun in Betracht und habe auch schon ein paar gute Angebote entdeckt.

Manfred P. schrieb:

Matthias S. schrieb:

Und ich benutze die Intenso SSD, die es zur Zeit günstig bei Pollin gibt, als 128GB

Eine 128er Intenso SATA von Polin im externen USB-Gehäuse hat sich hier verabschiedet, nicht mehr beschreibbar und Daten kaputt. Ich glaube, die sind in der Resterampe gelandet, weil sie in den regulären Kanälen niemand haben will.

SSDs können von jedem Hersteller sterben, ist mir vor einigen Jahren auch bei einer Crucial aus dem MediaMarkt passiert, die hatte nicht mal nen Monat durchgehalten, trotzdem ist Intenso bei mir draußen, mit deren Produkten habe ich bisher durchweg schlechte Erfahrungen gemacht, was die Haltbarkeit betrifft (vorallem USB-Sticks) und man kann sich auch nie sicher sein, was dort nun wirklich verbaut ist durch die wechselnden Zulieferer, vor einiger Zeit gab es auch mal hier einen Thread wo Bilder einer Intenso SSD gepostet wurden, welche komplett ohne Speicher-Chips ausgeliefert wurden (das nenne ich mal Qualitätssicherung)

(prx) A. K. schrieb:

Ich favorisiere SSDs von Flash-Herstellern selbst.

Dem kann ich mich nur anschließen, spontan würden mir aber nur Lexar (Longsys), Crucial (Micron) und Samsung einfallen, gibt es noch andere?

Beitrag #7499001 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7499011
Lesenswert?

Hallo Marc,

schau Dich mal bei Alternate um, siehe Link.

https://www.alternate.de/SSD

Dort hast Du eine ganze Menge an SSDs und die technischen Daten an einem gemeinsamen Ort zusammen, um zu vergleichen.

Ich hätte Dir auch zu einer Samsung EVO geraten, was ja weiter oben bereits genannt wurde.

Den benötigten Platz für Deine Daten und das OS solltest Du bei deiner Abschätzung im Punkto SSD verdoppeln, da SSDs bei einem Füllzustand von > 50%, 60%, 70%, ... immer länger benötigen um Ihre Zellen, Zwecks, Langlebigkeit umzuorganisieren. Die Algorithmen der SSD Controller, die die Flashzellen verwalten, versuche ja die Anzahl der Schreibvorgänge auf die einzelnen Zellen zu optimieren, weshalb sie eine gewisse Anzahl jungfräulicher Zellen benötigen um Ihre Arbeit zügig verrichten zu können.

Markus

#7499019
Lesenswert?

(prx) A. K. schrieb:

Wobei ich davon ausgehe, dass Seagate andere Verträge mit den Flash-Herstellern hat, als diverse kurzfristig kalkulierende Resteverwerter.

Sehe ich auch so. Von den meisten 3rd-Party-Assemblierern lasse ich die Finger, eine der wenigen Ausnahmen bei Arbeitsspeicher ist für mich Kingston. Die aber ich auch nur dann nehme, wenn nichts anständiges anderes zu bekommen ist.

Und 'ne SSD von denen? Nee. Ich habe weiter oben eine in den geforderten Preisrahmen passende Samsung-SATA-SSD verlinkt, und auch NVMe-SSDs von Samsung bewegen sich in der gleichen Größenordnung. TLC, kein QLC.

https://www.heise.de/preisvergleich/samsung-oem-client-ssd-pm9b1-512gb-mzvl4512hblu-00b07-a2882061.html

https://www.heise.de/preisvergleich/samsung-ssd-970-evo-plus-500gb-mz-v7s500bw-a1972733.html

https://www.heise.de/preisvergleich/samsung-ssd-980-500gb-mz-v8v500bw-a2485467.html

Ich wüsste nicht, warum man dann ausgerechnet was von "Intenso" oder so kaufen sollte.

OP #7499034
Lesenswert?

Harald K. schrieb:

(prx) A. K. schrieb:

Eigene Flash-Fabs hat er nicht.

Dann würde ich Lexar gleich wieder aus der Liste der vertrauenswürdigen Speicherkarten- und SSD-Hersteller streichen.

Warum denn das? Lexar = Longsys, die entwickeln ihre eigenen Chips selbst, die haben nur keine eigene Fabrik zur Chipherstellung, das ist aber bei vielen so, Apple, Broadcom, Nvidia und Qualcomm haben auch keine Fab.

#7499049
Lesenswert?

Markus W. schrieb:

eine gewisse Anzahl jungfräulicher Zellen benötigen

Jungfräulich müssen sie nicht sein, gelöscht reicht. Wenn das Betriebssystem gelöschte Files auch im Storage-Device freigibt (TRIM), reichen 10% bei üblicher Nutzung locker aus. Wenn es das nicht tut, sind bald alle jungfäulichen Blöcke schon mal in Gebrauch gewesen und sie werden sowieso erst bei Bedarf gelöscht.

#7499058
Lesenswert?

Marc X. schrieb:

Apple, Broadcom, Nvidia und Qualcomm haben auch keine Fab.

Bei Firmen wie Intenso sollte man einrechnen, dass sie die Flash-Chips kurzfristig kalkuliert aus verschiedenen Quellen kaufen und bei 3 Exemplaren gleicher Bezeichnung 3 verschiedene Flash-Chips unterschiedlicher Herkunft drauf sein können. Und wer massgeblich über den Preis verkauft, könnte versucht sein, jene Chips abzunehmen, die die Flash-Hersteller den Top-Kunden nicht andrehen wollen. Wenn aus der gleichen Flash-Fabrikation je nach Tagesform unterschiedliche Qualität kommt.

OP #7499068
Lesenswert?

(prx) A. K. schrieb:

Marc X. schrieb:

Apple, Broadcom, Nvidia und Qualcomm haben auch keine Fab.

Bei Firmen wie Intenso sollte man einrechnen, dass sie die Flash-Chips kurzfristig kalkuliert aus verschiedenen Quellen kaufen und bei 3 Exemplaren gleicher Bezeichnung 3 verschiedene Flash-Chips unterschiedlicher Herkunft drauf sein können.

Klar, es ging aber um Lexar/Longsys.

OP #7499095
Lesenswert?

(prx) A. K. schrieb:

Marc X. schrieb:

Klar, es ging aber um Lexar/Longsys.

Yep. Aber wie ist es bei Longsys wirklich? Wer hat darüber präzise Information? Deren Eigenauskunft legt nahe, dass das wenig mehr ist als ein Teil eines von mehreren Unternehmen genutzten Büroblocks in Shenzen.

Naja ich vermute nicht das es nur ne 2-Mann-Bude in China ist, die werden schon eine entsprechende Mannschaft irgendwo haben, natürlich kann es sein, das die auf der Website angegebene Adresse nur eine kleine Verwaltungsgesellschaft ist, immerhin haben sie Lexar gekauft, da scheint schon eine gute Menge Geld dahinter zu stecken.

Harald K. schrieb:

Marc X. schrieb:

Da gibt es extrem viele, spontan fallen mir GigaDevice und Puya ein,

Und die /produzieren/ NAND-Flash mit sehr hohen Kapazitäten, wie er in SSDs verwendet wird?

Produzieren tun sie ja nicht, sind ja fabless ;)

Das war nicht deine ursprüngliche Frage, ich habe mich bisher nicht damit auseinandergesetzt welche Firmen NAND für SSDs vertreiben und auch keinen vollständigen Überblick über alle Halbleiterfirmen und ob diese eine eigene Fabrik besitzen.

Ich hab jetzt mal kurz Google angeworfen und ISSI (großer „Hersteller“ von eMMCs und andere NAND Speicher) ist zum Beispiel auch fabless, ebenso wie Silicon Motion, welche die Controller von vielen SSDs (inklusive Crucial) herstellt.

Ob eine Halbleiterfirma eine eigene Fab hat, sagt nichts darüber aus, ob sie ihr „Handwerk“ beherrscht oder nicht. Moderne Halbleiterprozesse sind teuer und bis so eine Fabrik mal steht und die ersten Chips am Ende rauskommen, kann es Jahre dauern. Durch den Fabless-Ansatz ist es möglich schnell Zugriff auf die modernsten Halbleiter-Prozesse zu haben und bietet die Möglichkeit sich auf die Entwicklung zu konzentrieren.

#7499155
Lesenswert?

(prx) A. K. schrieb:

Harald K. schrieb:

Wer bitte soll "Longsys" sein?

Chinesischer Hersteller in Shenzen. Der hat Micron den Namen "Lexar" abgekauft, weil nicht nur du noch nie was von davon gehört hast. Eigene Flash-Fabs hat er nicht.

Brauch man auch nicht, das ist mehr eine Frage der Qualitätssicherung.

Sandisk war jahrelang nahezu fabless. Kingston ist der größte Anbieter von Speichermodulen, obwohl sie die Chips nicht fertigen. Etliche Hersteller von SSDs bauen Fremdcontroller ein. Wenn's der Controller versemmelt, nützt der beste Speicher nix.

#7499164
Lesenswert?

Michael L. schrieb:

Sandisk war jahrelang nahezu fabless.

WD/SanDisk sitzt mit der aktuellen Generation der Extreme Pro gerade tief in der Tinte. Ja, eine eigene Fab ist keine Garantie. Und ein bekannter Name gewährleistet auch nicht, dass man ein halbes Jahr später jene Hardware bekommt, die im Review gut abgeschnitten hat. Auch hier hat sich WD mit einem klammheimlichen Wechsel von CMR auf SMR bei einer NAS-Disk(!) Ruhm erworben.

#7499372
Lesenswert?

In der letzten Chip war eine Bestenliste, die auch online ist: https://www.chip.de/bestenlisten/Bestenliste-NVMe-SSDs-fuer-M2-und-PCIe--index/index/id/1403/ Wie man persönlich wichtet und worauf man Wert legt, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Speichere ich darauf unwiederbringliche Daten, ist mir das durchaus 5€ Aufpreis für Samsung oder Crucial wert. Ist es ein Arbeitsrechner, der die Daten eh von einem NAS holt und dort ablegt, dann kann man auch dem schelleren Preisleistungssieger den Vortritt lassen.

(Firma: schlechthin) #7499523
Lesenswert?

welche komplett ohne Speicher-Chips ausgeliefert wurden

Oder ein Troll hat die Dinger runtergelötet und dann behauptet die wären so verkauft worden.

https://www.youtube.com/watch?v=VNa_5sXekSM

Die günstigen Marken kaufen ihre Teile günstig ein und verbauen das, die Leistung kann genauso gut sein wie bei den Marken, aber man bekommt es n paar Euro günstiger. Wenn ich die nur ab und zu brauch würde ich das nehmen.

#7499600
Lesenswert?

Gerald B. schrieb:

Speichere ich darauf unwiederbringliche Daten, ist mir das durchaus 5€ Aufpreis für Samsung oder Crucial wert.

Wichtige Daten auf nur einem Datenträger bleibt immer ein Lottospiel. Kauf Dir für die 5€ besser nen Döner. Für wichtige Daten hilft nur eine Backupstrategie. Je nach Wichtigkeit hat man 3 oder mehr Kopien vorliegen. Da Flash über die Jahre vergeßlich werden kann, sollten Backups mechanisch erfolgen (HDD, Bandlaufwerk).

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren