Gast
#7182368
Hallo zusammen, mich beschäftigt seit einigen Tagen die Polaritätsmessung von induktiven Stromwandlern - genauer: Einphasenstromwandler. Der Stromwandler soll mir ein Abbild der Primärseite geben. Für das Gedankenexperiment werde der Wandler mit einem idealen Sinus, beginnend bei Phi = 0, von P1 nach P2 durchflutet. Die Übertragung möge ideal 10/1 A sein. Die Phasendifferenz zwischen Primär- und Sekundärseite sei gleich Null, sodass der Strom auf der Sekundärseite der Primärseite augenblicklich folgend von S1 nach S2 fließe. Zur Einfachheit möge nur die erste Halbwelle zur Betrachtung kommen. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, deswegen bitte korrigieren, wenn ich jetzt falsch liege: Wenn der Primärstrom nun ansteigt und seinen Spitzenwert erreicht, dann ist zu dem Zeitpunkt der Spitzenwert auch auf der Sekundärseite erreicht. Wenn man sich dabei die Ladungen vorstellt, dann sind diese in ihrer Anzahl zu eben jenem Zeitpunkt ja am höchsten. Dieser Höchstwert ergibt sich jedoch nicht nur auf P1 respektive S1, sondern zum gleichen Zeitpunkt auch auf P2 und S2. Was reinfließt, muss ja auch irgendwo raus und das Rauskommende muss entsprechend die selbe Höhe haben. Wenn man nun die Polarität ermitteln will bzw. messen möchte, ob der aus der Sekundärseite herauskommende Strom die gleiche Richtung wie der auf der Primärseite hat, kann das nach meinem o.g. Verständnis ja nicht durch das "Zählen" der Ladungsmenge geschehen, sondern durch die eindeutige Richtungsbestimmung der bewegten Ladungen. Doch wie geschieht das konkret ? Wenn ich ein Amperemeter zwischen S1 und S2 klemme, dann wird der Zeiger des Amperemeters auch in Zeitlupe betrachtet den gleichen Verlauf aufweisen, als wenn ich S1 und S2 am Amperemeter oder P1 und P2 bei der Durchflutung vertauschen würde. Wo ist mein Denkfehler ? Wie ermittelt man konkret die Richtung der augenblicklich bewegten Ladungen ohne einen Bezug zur Spannung zu haben ? Wie sähe das dann beispielsweise bei einem Sägezahnsignal aus ? Ich starte das Signal von Null beginnend auf der Primärseite von P1 nach P2. Der Strom kommt von S1 heraus und fließt nach S2. Ist an P1 der Höchstwert angekommen, dann liegt dieser doch im selben Augenblick auf dem Ende der Leiterschleife an ?