HF Leistung schätzen bei kurzen Impulsen

OP #8062817
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Mir ist ein ONWA AIS Transceiver KS200A zugelaufen der angeblich nicht funktioniert/nicht sendet. Allerdings kann ich mit einem RTL SDR auf den richtigen Freqeunzen (161,975MHz und 162,025MHz) kurze Impulse hören und im Wasserfall auch sehen. Eine Leistungsabschätzung wäre natürlich schön denn das können auf der Werkbank nur wenige mW sein....

Wie geht man da vor?

#8062824
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Einfach z.B.: Vergleichende Messungen? Oszillogramm Stromverbrauch? Wenn das Gerät nur ein paar mW braucht, wird er nicht mit 5W senden. Im Physikunterricht hat ein Dipol mit angeschlossener Glühlampe zum Nachweis gereicht, wenn die Impulse lang genug sind?

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#8062930
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Thomas R. schrieb:

Allerdings kann ich mit einem RTL SDR auf den richtigen Freqeunzen (161,975MHz und 162,025MHz) kurze Impulse hören

Lange Pulse kannst du bei AIS nicht erwarten. Die anderen sollen auch zu Wort kommen. Hast du den Senderausgang sauber mit 50 Ω abgeschlossen, d.h. mit einem kräftiges 50 Ω Dämpfungsglied, an dessen Ausgang du zum Messen mit 50 Ω ran gehst? Sonst misst du nur Hausnummern, weil du nicht weißt, wie der Ausgang auf Fehlanpassung reagiert.

Lu schrieb:

Im Physikunterricht hat ein Dipol mit angeschlossener Glühlampe zum Nachweis gereicht, wenn die Impulse lang genug sind?

Bei der maximalen Dauer einer AIS-Aussendung von nicht einmal 27ms wird deine Glühbirne eher ein Maß für die Energie des Pulses als für die Leistung sein.

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#8062934
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Thomas R. schrieb:

Eine Leistungsabschätzung wäre natürlich schön denn das können auf der Werkbank nur wenige mW sein....

Wie geht man da vor?

Antennenausgang mit 50R abschließen. Dazu parallel einen Spitzenwertgleichrichter anlegen, bestehend aus Schottkydiode, C, R, mit einem DC-Voltmeter Spannung über C/R messen, rechnen.

P = (Udc * 0,707)² / R | R= 50 Ohm

Gruß... Bert

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#8062947
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Wenn du von wenigen mW ausgehst, dann löte 2 100R SMD Widerstände 1206 so zusammen an eine 50R SMA Buchse, dass zwischen beiden ein kleiner NTC erhältlich bei Reichelt mit 1,3mm Durchmesser Platz hat. Dann misst du die Abwärme über ein paar Minuten und misst den Widerstand des NTC. Danach bildest du diesen R Wert DC mäßig mit einem regelbaren N-Teil nach. P=U2/R.

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#8062952
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Herbert Z. schrieb:

Wenn du von wenigen mW ausgehst, ...

Wenn der AIS-Transponder ordnungsgemäß sendet, kommen da 5W raus (37dBm). Das sind deutlich mehr als "ein paar Milliwatt". Das Tastverhältnis ist allerdings so klein, dass die 1206er sich trotzdem nicht nennenswert erwärmen und die Taktung so langsam, dass du keine stabile Temperatur erreichen wirst, ohne deutlich größeren Aufwand zu treiben (Erhöhung der thermische Masse, gute Isolation).

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#8062974
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Thomas V. schrieb:

"Max Hold" bzw. "Peak Hold" am Spektrumanalyzer aktivieren? Dann bleibt die Anzeige für ein paar Sekunden stehen und Du kannst es ablesen.

Peak Hold hält nicht die Anzeige an, sondern speichert den Spitzenwert. Du brauchst also mehrere Durchläufe um ein nichtkontinuierliches Signal hinreichend gut zu erfassen.

Die Funktion zum Anhalten der Anzeige heisst "Gated Sweep".

Im richtigen Leben würde man sowas mit einem Leistungsmesser mit Peak-Tastkopf messen. Der NRV-Z32 oder -T33 wäre eine gute Wahl.

#8062994
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Rainer W. schrieb:

und die Taktung so langsam, dass du keine stabile Temperatur erreichen wirst,

Wenn das so ist, dann taugt meine Methode nicht, dann muss R&S ran... In meiner Anordnung messe ich mit den 1206 er und dem NTC von Reichelt ab 200µW wenn ich gut bin und sicher ab 800µW bis 200mW mit hoher Genauigkeit.. Ich messe meistens Sinus Dauerstrich.

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#8063010
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Herbert Z. schrieb:

Wenn das so ist, ...

Warum sollte es nicht so sein?

Bei ruhendem Schiff senden Class-B und Class-B+ Transponder alle 3 Minuten einen Positionsdatensatz und zusätzlich alle 6 Minuten einen Schiffsdatensatz.

Ein Class-B+ AIS Transponder (SOTDMA) würde mit 5W senden. Die vollständige Typenbezeichnung des Gerätes müsste dafür allerdings KS200A+ lauten.

Falls die Bezeichnung wirklich KS200A (ohne +) lautet, würde das auf einen älteren Class-B AIS Transponder (CSTDMA) hindeuten, der mit nur 2W sendet.

#8063197
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Rainer W. schrieb:

Wikipedia sagt dir etwas? Da gibt es Leute, die haben die Technik beschrieben - für jeden frei zugänglich ;-)

Man hat Schwerpunkte, aber das fällt nicht da rein. Das Thema ist kein "muss". Du weiß doch auch nicht alles was beschrieben ist oder? Außerdem, ab einer gewissen Anzahl von Weihnachten auf dem Buckel sortiert man sich anders und man kommt mit weniger aus, auch mit weniger Wissen.;-)

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#8063255
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Bert 0. schrieb:

Antennenausgang mit 50R abschließen. Dazu parallel einen Spitzenwertgleichrichter anlegen, bestehend aus Schottkydiode, C, R, mit einem DC-Voltmeter Spannung über C/R messen, rechnen.

Da es nur kurze Sendeimpulse sind, dieses DC Signal mit einem einfachem Speicheroszi aufzeichnen. Die Spannungshöhe durch Vergleich mit einem Signalgenerator kalibrieren.

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