Was macht diese Zusatzschaltung in meinen Hameg HM605 Oszilloskop?
Das Gerät paßt vom Herstelldatum und von den PCB-Layouts zu den 5.85er-Plänen.
Die Zusatz-Leiterplatte hat eine Hameg-Kennzeichnung, scheint also Original zu sein, ist in den 5.85er-Plänen aber nicht dokumentiert, weshalb ich sie hier in blau ergänzt habe.
Die Schaltung sieht irgendwie ungewöhnlich aus.
Der Elko im Kollektorkreis ist ausgelaufen und die Soße hat den Lötstopplack schon etwas angegriffen. Die Funktion der Zeitbasis scheint trotzdem soweit OK zu sein. Habe den Elko erst mal ersetzt und alles gereinigt.
Wer weiß, was diese Zusatzschaltung bewirken soll?
Dachte ich auch erst, habe es nochmal überprüft und bestätige die Zeichnung.
Kann aber nicht ausschließen, daß Hameg den Transistor um 180° verdreht bestückt hat. Bei den 5 Bauteilen auf der Zusatzleiterplatte war das bestimmt eine Handbestückung.
Auf dem Foto ist der Anschluß zum Stufenschalter rechts zu sehen, und der Transitor hat seine runde Gehäuseseite oben (zur Kamera).
Ich rate mal, dass sie eigentlich gar nichts mit der Frequenz der Zeitbasis zu tun haben soll.
Aber was passiert, wenn die Basis von T3002 hart gegen 100µF auf ungefähr Masse-Potential geschaltet wird?
Ich /vermute/ -- noch ohne tiefere Analyse --, dass Elko C3010 auf die ungefähre Betriebsspannung von 1,2V vorgeladen werden, nach dem Zuschalten aber nicht mehr beeinflusst werden soll.
Wer weiß, was diese Zusatzschaltung bewirken soll?
C1 wird durch den Trnasistor im invers Betrieb zugeschaltet, in diesem Betrieb ist die CE Spannung bei wenigen zig Millivolt (typ 20..10 mV), also deutlich niedriger als im nicht-inversbetrieb.
Kurz: Eine Schalteranwendung, optimiert auf niedrige Restspannung.
Eine Schalteranwendung, optimiert auf niedrige Restspannung.
Dann hätte man genauso gut auf den Transistor verzichten und eine Drahtbrücke nehmen können, denn C1 wird zum gleichen Zeitpunkt "zugeschaltet" wie C3010.
Kurz: Eine Schalteranwendung, optimiert auf niedrige Restspannung.
Die Basis des BC549C hängt über den Basisvorwiderstand R1 mehr oder weniger fix auf dem Potential des Spannungsteilers R2/R3 (ca. 1,2V).
Wenn Ub > 0.6V + Ue schaltet der BC549 durch.
Wenn die Sägeszahnspannung ansteigt wird die Spannung Ube immer kleiner und bei weniger als etwa 0,6V sperrt der Transistor für den Rest des Sägezahnsanstiegs. Das Ganze wiederholt sich dann periodisch.
D.h. ganz am Anfang ist der 22uF-Elko parallel zum 100uF (C3010) geschaltet (Emitter- und Kollektor-Spannung sind deckungsleich).
Theoretisch müßte hier der Anstieg des Sägezahns etwas flacher verlaufen, weil sich 22uF+100uF langsamer aufladen als 100uF alleine, das kann ich aber an der Kurve nicht erkennen.
Das kannst du rausfinden, indem du die Leitungen A und B ablötest und
schaust was sich am Verhalten der Kiste geändert hat.
Das habe ich eben gerade gemacht als Du das geschrieben hast.
Die Sägezahnkurven verlaufen exakt gleich, egal ob die Zusatzschaltung nun verbunden oder an Punkt A abgetrennt ist.
Es bleibt rätselhaft, warum Hameg etwas Zusätzliches verbaut, wenn es ohne genau gleich funktioniert (Snakeoil?).
Ich überlege, es abgeklemmt zu lassen ("alles was keine Miete zahlt fliegt raus"), schließlich wurde die Timebase-Schaltung jahrelang auch ohne diese Placebo-Schaltung gebaut und erfolgreich verkauft.
Hast du das auf allen Einstellungen der Zeitbasis geprüft?
Bei den Einstellungen außerhalb des Bereichs 50ms/div bis 1s/div ist C3010 und die Zusatzschaltung nicht beteiligt.
Bei den Einstellungen unter 50ms/div wird der Sägezahn an den anderen Kondensatoren C3008, C3007, C3001 erzeugt.
Somit hat die Zusatzschaltung nur im Bereich 50ms/div bis 1s/div einen möglichen Einfluß (wenn überhaupt).
Aber ja, ich hatte auch die Stellungen unter 50ms/div eingestellt, wobei sich C3010 und C1 dann ganz langsam entladen (Größenordnung: Minuten) - vermutlich hauptsächlich durch den 1MOhm-Eingangswiderstand des messenden Oszilloskops.
vielleicht sorgt das für einen definierten Startpunkt durch Vorspannen auf 0,6V (damit bei 1s/div der Strahl gleich links startet und nicht nach Totzeit von x Sekunden)
Im Grunde wird der Startpunkt durch die Sättigungsspannung des BSX20, also etwa 20 bis 30 mV definiert. Nur für die schnellsten Stellungen der Zeitbasis wird kapazitiv unterstützt. Der Sinn eines nur zeitweise zugeschalteten Kondensators erschließt sich mir nicht, denn die Zeitbasis soll möglichst komplett linear arbeiten.
vielleicht sorgt das für einen definierten Startpunkt durch Vorspannen
auf 0,6V (damit bei 1s/div der Strahl gleich links startet und nicht
nach Totzeit von x Sekunden)
Das dachte ich anfangs auch, aber beim Umschalten auf einen Ablenkfaktor im Bereich 50ms/div bis 1s/div startet die Ablenkung bei dem Spannungswert, den C3010 gerade noch gespeichert hat, also auch z.B. irgendwo in der Mitte (beim Sprung von 50ms/div auf 100ms/div macht das maximal 1s für einen kompletten Durchlauf aus). Die Zusatzschaltung schaltet sowieso nur bei Spannungen kleiner 0,8V den C1 der Zusatzschaltung zum C3010 parallel (der Strahl ist dann relativ weit links). Da der C1 aber nur 22% des Kapazitätswertes von C3010 beträgt, ist der Einfluß auf den Sägezahn (abhängig auch von der zufälligen Restladung von C1) weder überwältigend groß, noch genau definiert.
Habe das Verhalten mit und ohne Zusatzschaltung oszillografiert, zu beliebigen Zeitpunkten umgeschaltet, und es gibt keinen Unterschied beim Sägezahn (= absolut deckungsgleich).
Der Sinn eines nur zeitweise zugeschalteten
Kondensators erschließt sich mir nicht, denn die
Zeitbasis soll möglichst komplett linear arbeiten.
Ja, eben!
Was würdest Du machen? Abklemmen oder wieder anschließen?
(OT: Dieses spannungsabhängige Zuschalten erinnert mich an Sinus-Wellenformer, die aus einem Dreiecksignal einen angenäherten Sinus formen sollen, nur daß da Widerstände in mehreren Stufen zugeschaltet und wieder weggeschaltet werden.)
Auch wenn es komplett blöd klingen mag: Irgend einen Sinn muß diese Schaltung haben - ich komme hat nicht drauf. Eventuell mal bei www.sky-messtechnik.de nachfragen. Herr Leichum kennt diese Geräte in- und auswendig, er hat seit den Achtzigern mit Hameg-Service zu tun.
Mir kommt in den Sinn, dass der Sägezahn durch die Zusatzschaltung
geglättet werden soll.
Der Sägezahn soll ja laut Definition sägezahnförmig sein (also mit konstanter Steigung), was willst Du da glätten? 22uF parallel zu 100uf macht nicht soviel aus, verringert nur etwas die Anstiegszeit (wozu?).
In dem Bereich wo der Transistor durchgeschaltet ist (ganz am Anfang des Anstiegs) ist der Strahl wahrscheinlich noch nicht mal auf den Schirm sichtbar (siehe Oszillogramm weiter oben). Habe das Timing aber diesbezüglich noch nicht detailliert untersucht.
Ich hatte geschrieben:
"...22uF parallel zu 100uf macht nicht soviel aus, verringert nur etwas die Anstiegszeit."
Muß matürlich heißen: "... vergrößert nur etwas die Anstiegszeit."
Ich habe nach gezielter Betrachtung nun doch eine sehr geringe Wirkung der Zusatzschaltung auf das Schirmbild feststellen können:
Es gibt eine kleine Linksverschiebung der abgebildeten Test-Kurve und zwar bei Ablenkfaktor...
50ms/div -> knapp 1mm (~5ms)
100ms/div -> ca. 0,5mm (~5ms)
200ms/div -> ca. 0,25mm (~5ms), kaum noch erkennbar
500ms/div -> nicht erkennbar (theoretisch 0,125mm)
1s/div -> nicht erkennbar (theoretisch 0,0625mm)
Die Triggerflanke des Rechteck-Testignals ist in allen Einstellungen mit und ohne Zusatzschaltung gut erkennbar.
Die Linksverschiebung rührt daher, daß der 22uF-Elko bis zum Erreichen des Abschaltpegels des BC549 zusätzlich etwas Ladung aufnimmt, bevor der Sägezahn den Strahl in den sichtbaren Bereich auf dem Schirm führt.
Schreibverzögerung gegenüber Trigger = Linksverschiebung auf dem Schirm.
Der Grund, warum das nun gemacht wurde, bleibt unklar, zumal die geringe Bildwiederholrate (>200ms/div -> 2s, 5s, 10s) trotz der Nachleuchtröhre bei meinem Exemplar kaum noch zu wirklich ablesbaren Schirmbildern führt.
Mit Standard-Phosphor wäre es noch weniger nutzbar.
Danke für den Tip!
Die Schrift ist mittlerweile auch schwarz statt grau, danke auch dafür.
Hier nochmal die zerschossene Aufzählung:
Es gibt eine kleine Linksverschiebung der abgebildeten Test-Kurve und zwar bei Ablenkfaktor...
50ms/div -> knapp 1mm (~5ms)
100ms/div -> ca. 0,5mm (~5ms)
200ms/div -> ca. 0,25mm (~5ms), kaum noch erkennbar
500ms/div -> nicht erkennbar (theoretisch 0,1mm)
1s/div -> nicht erkennbar (theoretisch 0,05mm)
Ein Photo bleibt ein Photo, auch wenn du darin rummalst.
Oder hat die originalgetreue Wiedergabe des Rauschens deiner Kamera durch Verwendung des PNG-Formats für deine Frage hier irgendeine Relevanz?
Ein Photo bleibt ein Photo, auch wenn du darin rummalst.
Oder hat die originalgetreue Wiedergabe des Rauschens deiner Kamera
durch Verwendung des PNG-Formats für deine Frage hier irgendeine
Relevanz?
Verstehe die Relevanz deiner Frage nicht (zum Thema selbst hast du nichts beizutragen?).
Hast Du ein Problem damit, daß ich in Ermangelung des 3. Kanals an meinen Oszilloskops den einen Kanal in rot möglichst realitätsnah nachgezeichnet habe? Oder daß ich die Kanäle bezeichen habe?
Und was ist das Problem mit PNG oder nicht-PNG?
Es sind beides verbreitete Bildformate, beide kann man hier in der Vorschau sehen oder öffnen.
Kann ich aber leider nicht mehr korrigieren, weitere Diskussion ist also
sinnlos.
Kommt hier leider immer vor, dass nan gesteinigt wird. Mit den ganzen Updates könnte man das doch auch mal angehen und unerwünschte Bildformate konvertieren. Um wenigstens ein bisschen den Frieden hier zu waren.