Hallo,
ich ham mal ne Frage.
Ist es möglich die beiden Kondensatoren an dem Quarz wegzulasssen?
Was wird passieren?
Schwingt der Quarz an oder nicht? Bzw. wird der uPC (AVR ATmega8) so
funktionieren?
Danke
>interner Quarz
internen Quarz gibts beim atmega8 nicht
>Schwingen ohne C's
meistens reichen die Streukapazitäten an den Anschlüssen zum Schwingen
aus.- aber eben nur meistens
Die geringfügig ungenaue Frequenz macht bei Kontroller-Anwendungen
meistens nichts aus.
Funktionieren würde es eventuell schon, aber die Schaltung arbeitet dann
wahrscheinlich nicht im richtigen Arbeitspunkt.
Was da rauskommt, ist mit ziemlicher Sicherheit kein "schöner" Sinus,
sonderen irgendein Signal, das mit der entsprechenden Frequenz schwingt.
Wenn du Pech hast, dann schwingt das System auch gar nicht auf der
Grundfreqenz sondern auf irgendeiner Harmonischen.
>>Was da rauskommt, ist mit ziemlicher Sicherheit kein "schöner" Sinus,>>sonderen irgendein Signal, das mit der entsprechenden Frequenz schwingt.
Wär ja auch doll, wenn da ein Sinus rauskommen würde.
@Lutz:
Wenn er Glück hat und die Anpassung durch die Streukapazitäten zufällig
stimmt, dann hat er schon nen Sinus.. allerdings ist die
Wahrscheinlichkeit recht gering..
Lutz schrieb:
> Wär ja auch doll, wenn da ein Sinus rauskommen würde.
Ich habe noch keinen Quarz gesehen, der im Rechteck schwingt - alle nur
Sinus. Ein Rechteck wird erst durch die zusätzliche Beschaltung draus
(Schmitt-Trigger).
Hallo,
was genau bringt dich auf die Idee, dass du die interne
Oszillator-Schaltung besser verstehst als die Leute, die das Datenblatt
geschrieben haben?
Gruss Reinhard
@Reinhard:
Hier ist doch die ganze Zeit die Rede von einem EXTERNEN Quarz und ob
dieser ohne Kondensatoren schwingt oder nicht.
Und mein Statement dazu war, dass eben eine Anpassung erfolgen muss,
dass der EXTERNE Schaltungsteil zusammen mit dem INTERNEN Schaltungsteil
ein schwingfähiges Gebilde ergibt. Und diese Dimensionierungen können in
keinem Datenblatt vorgegeben sein, da sie unter anderem von den Daten
des Quarzes abhänging sind.
Ausnahme wäre natürlich, wenn im µC Datenblatt exakt angegeben ist, mit
WELCHEM Quarz eines bestimmten Herstellers der µC zu betreiben ist.
Ohne das Datenblatt gelesen zu haben, bin ich mir ziemlich sicher, dass
der µC den Treiber für einen Pierce-Oszillator bereitstellt, denn beim
Colpitts-Oszillator würde sich die Frage nicht stellen, ob man die
Kondensatoren weglassen kann (dann hinge der Quarz in der "Luft")
@Christian:
Ich hab auch noch keinen Quarz gesehen, der im Rechteck schwingt.
Genausowenig wie ne Schaukel im Rechteck schwingt, tut dies ein Quarz.
Durch eine totale Überlastung des Quarz lässt sich sicher eine "Art"
Rechteck erzwingen, doch dies macht der Quarz sicher nur sehr kurzzeitig
mit und verabschiedet sich dann für immer.
>Und diese Dimensionierungen können in>keinem Datenblatt vorgegeben sein, da sie unter anderem von den Daten>des Quarzes abhänging sind.>Ohne das Datenblatt gelesen zu haben
Im Datenblatt des ATmega8 auf Seite 27, Figure 11, Tabelle 4
kann man sehen welche Kondensatorwerte empfohlen werden.
Diese Werte in dem DB können (immer noch, ohne das DB gelesen zu haben)
nur Schätzwerte sein, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zum
Erfolg führen.
Die Kondensatoren sind so zu Dimensionieren, dass sie in Summe mit aller
Streukapazitäten eine Ersatzkapazität ergeben, die dem CL des Quarzes
entspricht. CL ist also eine Eigenschaft des Quarzes, die bestimmend für
die Dimensionierung der Kondensatoren ist. Allerdings muss bei der
Dimensionierung der Kondensatoren auch die Kapazität der Pins des µC
berücksichtig werden.
Daher KANN weder im DB des µC noch im DB des Quarz eine sichere Aussage
über den richtigen Kondensator gemacht werden. Denn beide Komponenten
ZUSAMMEN ergeben ein schwingfähiges Gebilde, und beide Komponenten
ZUSAMMEN müssen als Ganzes betrachtet und dimensioniert werden.
Da Quarze mit ähnlicher Frequenz auch ähnliche CL haben, kann natürlich
ein grober Schätzwert im DB des µC angegeben werden, mit dem es
WAHRSCHEINLICH funktioniert.
Das ist dann für die Leute, für die ein Pierceoszillator Vodoo ist, der
auf wundersame Weise irgendwie schwingt und den man am Besten einfach
irgenwo her abschreibt und dann hofft, dass er schwingt.
@User:
genau aus diesem Grund sind bei dem ATmega auch Vorschläge gemacht, mit
welchen Kapazitäten der Bastler ein bisschen rumbasteln könnte, bis es
dann vielleicht irgendwie schwingt.
Was ich damit generell zum Ausruck bringen wollte ist einfach die
Tatsache, dass die eingangs gestellte Frage nicht pauschal mit Ja oder
Nein beantwortet werden kann. Es kann sein, dass es schwingt, muss aber
nicht. Und über die Qualität und Stabilität der Oszillatorschaltung kann
man so erst recht keine Aussage machen.
Nur noch ein Tipp am Rande:
Versuche, die Kapazitäten so groß zu machen, dass es schwingt, aber mach
sie nicht zuu groß, denn dann könnte es dir passieren, dass du die
maximal zulässige Verlustleistung des Quarzes übersteigst und dieser
sich dann irgendwann in einen Haufen Krümel im Blechmantel verwandelt
:-)
Wie wärs wenn du statt Vermutungen anzustellen, mal wirklich in das
Datenblatt schaust. Die Angaben dort sind nicht nur für "Bastler".
Zufällig hat dies schon jemand für nen anderen Thread verwendet
http://www.mikrocontroller.net/attachment/58836/AVR042.pdf
Ist Original von Atmel und für die gesamte AVR 8bit Architektur.
Da gibts so ein schönes Diagramm im Abschnitt "5.3 Safety Factor".
Es schadet aber auch nicht den gesamten Abschnitt 5 zu lesen.
Hallo,
Schrotty schrieb:
> genau aus diesem Grund sind bei dem ATmega auch Vorschläge gemacht, mit> welchen Kapazitäten der Bastler ein bisschen rumbasteln könnte, bis es> dann vielleicht irgendwie schwingt.
ein Glück, daß meine AVR und meine Quarze Deine Postings nicht gelesen
haben.
Die schwingen einfach mit 2x 22p an den Füßen fröhlich und stabil vor
sich hin.
Egal, ob Mega8, 88, 16, 32, 162, 644 usw.
Egal, ob 20Mhz, 16, 10, 8, 4 oder sonstwas.
Egal, ob neu oder ausgelötet.
Natürlich werden die um ein paar Herz daneben liegen, ist aber mir und
dem AVR egal und falls es mal stört (und ich eine geeignete
Referenzfrequenz auftreibe), kann ich immernoch einen 10-40pF Trimmer
statt des einen 22p nehmen.
Will damit sagen: man kann die Theorie auch übertreiben.
Zur Frage: warum sollte man die Kondensatoren weglassen wollen und damit
darauf hoffen müssen, das die Schalt- und IC-Kapazitäten zufällig
passen?
Gruß aus Berlin
Michael
Robert, wie wäre es, wenn Du mal das von dir beigefügte PDF liest??
Denn da steht klipp und klar drin:
"The value to look for in the data sheet of the crystal is CL" (S.8
Mitte)
Weiterhin steht auf S.10 Kap 5.4:
"The recommendations here will work well in most applications, but there
is no way to provide general values for the external capacitors that can
be guarantee to work with all resonators."
Ergo:
ATMEL sagt: "Hol dir den Wert von CL aus dem DB des Quarzes und
dimensionier das ganze dann entsprechend. Und falls du das nicht kannst,
dann hast hier ein paar Vorschläge, die in den meisten Fällen
funkltionieren, aber eben nicht garantiert funktionieren"
So und jetzt erklär doch DU mir mal bitte, ob ich in meinen Ausführungen
jemals etwas anderes behauptet habe. Im Gegeneteil: ich würde sogar
behaupten, dass ich sich meine Anmerkungen ziemlich mit denen in dem von
dir beigefügten Link decken.
@Michael
>Die schwingen einfach mit 2x 22p an den Füßen fröhlich und stabil vor>sich hin.
Stabil? Woher weisst du das? hast es gemessen? oder nur vermutet?
>Will damit sagen: man kann die Theorie auch übertreiben.
Stimmt, aber spätestens wenn man an nem Punkt angelangt ist, an etwas
NICHT mehr funktioniert, ist es ganz gut, man hat sich mit der Theorie
befasst.
Darum sage ich ja: Für Bastler ist diese Herangehensweise sicher ok, für
Serienentwicklungen sicher NICHT. Ich selbst habe es schon erlebt, dass
Oszillatoren nach nem halben Jahr plötzlich nicht mehr liefen und hab
gesucht und gerechet und am ende festgestellt, dass Ptot überschritten
war (mit 33pf-Kondensatoren). Nach Öffnen des Quarzes hat sich das auch
in Form winziger Haarrisse auf dem Kristall bestätigt. Bis dahin hatte
ich mich auch nicht mit der Theorie befasst und sah es wie du: "Wenn
schwingt, dann gut"
Seitdem seh ich das mit ein bisschen "Theorie" im Vorfeld gar nicht so
schlimm :-)
Hallo Packover,
>Ist es möglich die beiden Kondensatoren an dem Quarz wegzulasssen?>Was wird passieren?
Durch die Burdencaps erhält der Pierce-Oszillator erst die notwendige
Phasendrehung in der Gegenkopplung. Da die Burdencaps außerdem viel
größer sind als die undefinierten Streukapazitäten, wird der Einfluß
letzterer auf die Schwingfrequenz erheblich vermindert. Ich habe das
Ganze schon mal früher aufgeschrieben:
http://www.8052.com/forum/read/79811
Kai Klaas