Stromfrage - Kondensator zwischen Versorgung und GND

OP #4874665
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Hi,

Ich sehe im Internet als Beispielschaltung oft dieses (siehe Anhang): 
Ein Kondensator (z.B. Goldcap) direkt zwischen Versorgung und GND.

Ich habe nun folgende Vermutungen:
1.) Man geht davon aus, dass das Netzteil den Strom begrenzt
2.) So kurze "Stromstöße" (wenn der Kondensator noch leer ist) fallen 
nicht ins Gewicht und das hält jedes Netzteil aus
3.) Etwas anderes ;-)

Welche Vermutung ist richtig? ;-)

(ich weiß - Anfängerfrage :-(
Angehängte Dateien:
Gast #4874679
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Ich versuche es mal:

Zu Beginn ist der Kondensator leer und hat einen sehr geringen 
Widerstand,
also wird, sobald eine Spannung anliegt, zuerst der Kondensator 
aufgeladen.
Zumindest so lange wie der Widerstand geringer ist als der der 
eigentlichen Last (Verbraucher).

Mit dem vollen Kondensator kann der Verbraucher kurzzeitig mehr Strom 
ziehen, als das Netzteil eigentlich liefert.
Wie viel Strom das sein kann, liegt an der Größe (Kapazität) des 
Kondensators.

Der Kondensator ist also ein kleiner Pufferspeicher.
#4874687
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Sebastian K. schrieb:
> Ich sehe im Internet als Beispielschaltung oft dieses (siehe Anhang):
> Ein Kondensator (z.B. Goldcap) direkt zwischen Versorgung und GND.

Bestimmt nicht. Du siehst nie einen GoldCap zwischen VCC und GND.

Und selbst dort, wo man 1 Farad Kondensatoren sieht, im Auto an der HiFi 
Anlage, sind sie eher unsinnig.

Man sieht hingegen sehr oft 100nF oder 10nF Kondensatoren an jedem IC.

Die sind dort, weil die Zuleitung vom Netzteil ein winziges kleines 
bischen Zeit braucht, bevor von dort mehr Strom kommt, wenn mehr Strom 
benötigt wird.

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.14.1
Gast #4874770
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Sebastian K. schrieb:
> Ich sehe im Internet als Beispielschaltung oft dieses (siehe Anhang):
> Ein Kondensator (z.B. Goldcap) direkt zwischen Versorgung und GND.

Dann biete uns einen Link oder vergiss es. Du behauptest da was, was
wahrscheinlich ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Ich sehe
da sowieso nicht, welche Erkenntnis da zu gewinnen wäre. Hört sich
also eher nach Trollerei an.
#4874789
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Ich habe da etwas gefunden, sogar mit Goldcap:

Schaltung 1:
http://blackstrom.derschwarz.de/schaltungen/nixie/gold_cap.gif
Gesamte Beschreibung: 
http://blackstrom.derschwarz.de/schaltungen/nixie/index.shtml


Schaltung 2:
http://www.b-kainka.de/bast483.jpg
Gesamte Beschreibung: http://www.b-kainka.de/bastel48.htm

In beiden Fällen ist hier "VCC" die Spannungsversorgung der eigentlichen 
Schaltung, die durch den Super-Cap (mit-)versorgt werden soll - und in 
beiden Fällen ist die Quelle nicht wirklich leistungsstark.

---

Wenn man dagegen mF und µF verwechselt und bei 1000µF direkt in 1F 
umrechnet, würde man viele Goldcaps vermuten. ;)

---

Lothar M. schrieb:
> Und die Leitumgslängen und Querschnitte berücksichtigen.

...und auch ggf. den Innenwiderstand des Supercaps (es gibt durchaus 
solche mit 50 Ohm).
#4874800
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Achim H. schrieb:
> Ich habe da etwas gefunden, sogar mit Goldcap:
>
> Schaltung 1:
> http://blackstrom.derschwarz.de/schaltungen/nixie/gold_cap.gif
> Gesamte Beschreibung:
> http://blackstrom.derschwarz.de/schaltungen/nixie/index.shtml

Da ist kein 1F Kondensator.

> Schaltung 2:
> http://www.b-kainka.de/bast483.jpg
> Gesamte Beschreibung: http://www.b-kainka.de/bastel48.htm

Und das ist explizit eine energy harvestor Schaltung, die kleine 
Energiemengen sammeln soll, bis man genug hat um damit etwas anzufangen.

Das was der TE vermutlich meint, ist ein Abblock- bzw. Entkoppel- 
Kondensator. Und auch wenn dessen Grundfunktion ebenfalls in der 
Energiespeicherung liegt, so doch aus ganz anderen Gründen: um die 
Induktivität der Stromzuführung zu kompensieren. Diese Kondensatoren 
sind aber deutlich kleiner, in der Größenordnung von maximal 1µF. Und 
sie sind das deswegen, weil auch die Induktivitäten in der Praxis eher 
klein sind. Man muß kein Raketenwissenschaftler sein, um zu erkennen daß 
man in Schaltungen mit viel Strombedarf dicke und kurze Leitungen 
verwenden sollte. Und die haben nun mal auch weniger Induktivität als 
lange und dünne Leitungen.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4874827
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Achim H. schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> Und die Leitumgslängen und Querschnitte berücksichtigen.
> ...und auch ggf. den Innenwiderstand des Supercaps (es gibt durchaus
> solche mit 50 Ohm).
Bei den heutigen Supercaps/Ultracaps/usw. nicht mehr. Die haben alle 
Serienwiderstände im mOhm Bereich und realtiv hohe Leckströme:
http://www.capcomp.de/fileadmin/Webdata/partner/NESSCAP/Datasheet-module/NCE_2014_Data_5.0V1.5F.pdf

Aber die Rede war von einem Goldcap. Und das sind gemeinhin die alten 
Dinger aus der Jahrtausendwende, die dank der niedrigeren Leckströme zum 
Puffern einer Uhr oder RAM taugen:
http://www.farnell.com/datasheets/2059848.pdf?_ga=1.71941530.889680695.1475570528

Allerdings gibt es auch Kondensatoren, die beide Vorteile vereinigen:
http://www.farnell.com/datasheets/1640986.pdf?_ga=1.7913147.889680695.1475570528

Also gilt: Augen auf beim Goldcap-Kauf...  ;-)
#4874877
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Achim H. schrieb:
> Ich habe da etwas gefunden, sogar mit Goldcap:
> Schaltung 1:
> http://blackstrom.derschwarz.de/schaltungen/nixie/gold_cap.gif
> Schaltung 2:
> http://www.b-kainka.de/bast483.jpg
> In beiden Fällen ist hier "VCC" die Spannungsversorgung der eigentlichen
> Schaltung, die durch den Super-Cap (mit-)versorgt werden soll

In beiden Fällen, sowohl beim Fahrradrücklicht als auch der Uhr, handelt 
es sich (steht sogar in der Überschrift) um

Spannungsversorgung bei Stromausfall

Zumindest kurzfristig, wenige Sekunden.
Gast #4876252
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Hi,

Vielen Dank für eure Hilfe! Ich hab leider keinen Link mehr zur Hand, 
aber ich habe das oft gesehen. Scheinbar, wenn ich diese Diskussion 
richtig verstanden habe, gibt es eine Größenordnung, ab wann es Ok ist, 
einen Kondensator so zu beschalten wie in meiner Skizze und wann 
nicht....

Gruß,
Sebastian
#4876329
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Sebastian Kühner schrieb:
> Scheinbar, wenn ich diese Diskussion
> richtig verstanden habe, gibt es eine Größenordnung, ab wann es Ok ist,
> einen Kondensator so zu beschalten wie in meiner Skizze und wann
> nicht....

Das ist Unsinn. Schon die Frage, ob "es OK ist, einen Kondensator so zu 
beschalten" ist in dieser Allgemeinheit sinnlos. Es hängt von den 
Details ab. Also z.B. davon welche Kapazität der Kondensator hat und was 
für eine Art Stromversorgung verwendet wird.

Da prinzipiell jedes Stückchen Leiter eine Kapazität (gegenüber Erde 
und/oder einem anderen Leiter) hat, kann man eine solche Schaltung auch 
gar nicht ohne diesen Kondensator bauen.
Gast #4879285
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Die normalen 1F/5,5V Goldcapsbbesitzen einen Innenwiderstand von 200 
Ohm.

Um R_i auf 50 Ohm zu senken musst du vier dieser Goldcapsbbesitzen 
parallel schalten.

Wenn man dann 5V anlegen würde, dann fließt ein Strom von maximal 100mA 
und darauf muss man dann die Versorgung darauf auslegen.

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