Hallo Patti,
nach der Zeichnung enthält das Anemometer nur einen Kontakt. Was du da
zur Auswertung durchleitest, ist dir überlassen. Du musst nur die
Grenzwerte des Reedkontakts (max. 24 V DC, max. 20 mA) beachten.
Ich nehme an, dass die Auswerteschaltung nicht direkt am Anemometer sein
wird. Du musst also die Leitungsverluste berücksichtigen und daran
denken, dass lange Leitungen gute Antennen für Störsignale sind. Ein
Tiefpass ist also eine gute Idee.
Zur Berechnung des Tiefpasses und zur Entprellung:
Nach den von dir zitierten Daten ist die Frequenz der Ausgangsimpulse
bei 40 m/s Windgeschwindigkeit 50 Hz mit einer Periodendauer von 20 ms.
Was aber nicht bekannt ist, ist die Breite des Pulses. Ich erwarte
nicht, dass das Verhältnis Puls/Pause 1:1 ist, es kann - abhängig vom
mechanischen Aufbau - ohne weiteres auch 1:3 sein.
Du musst also Pulse ab ca. 5 bis 10 ms Dauer erkennen können.
Ebenso kennen wir noch nicht die Prelldauer des Kontakts. Als
"Hausnummer" nehme ich mal etwa 1 ms an.
Das Verhältnis zwischen der Dauer des Nutzsignals und des Störsignals
beträgt also im schlechtesten Fall nur 5:1. Das ist mit einem einfachen
Tiefpass schlecht zu machen.
Mein Ansatz wäre daher:
Das Anemometer über eine Stromschleife anschließen (erlaubt lange
Leitungen) und über ein RC-Glied alles oberhalb von ca. 100 Hz filtern.
Das Signal der Stromschleife dann periodisch samplen (z.B. mit einem
Takt von 1 ms) und einen Software-Entprellfilter analog dem der
Tastenentprellung von Peter Danegger verwenden. Da kannst du bei Bedarf
über den Sample-Takt und die Zahl der identischen Samples für die
erfolgreiche Flankenerkennung noch einiges machen.
Daraus bekommst du letztendlich die entprellte Information "Pulsbeginn"
bzw. "Pulsende" und damit die Periodendauer (in Sampletakten) als Basis
für alle weiteren Berechnungen.
Grüße
Stefan