Folientastaturen prellen nicht?

OP #4401723
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Moin moin,

ich bin gerade dabei eine Folientastatur an mein uC anzubinden und 
wollte grad mal ausmessen wie lange die Tastaturen eigentlich prellen.
Ich hab die Tastatur-Tasten mit einem 10k-Widerstand an 3,3V und schalte 
auf GND. Gegen EMV-Dreck sind an den Interrupt-Eingängen noch 100nF 
Blocker. Nun habe ich mir den Signalverlauf am Oszi angesehen und 
festgestellt, dass die Tasten so gut wie gar nicht prellen? Bestenfalls 
bei jedem 20. Tastendruck habe ich noch einen weiteren Puls nach ca. 
5us.

Ich hab dann zum vergleich noch mal einen SMD-Taster drangehängt und der 
hat bei der gleichen Beschallung rund 2,5ms lang geprellt, d.h. die el. 
Dämpfung ist es also wohl eher nicht.

Kann man generell davon ausgehen, dass Folientastaturen weniger als 
500us prellen? Hat da jemand Erfahrung mit?
Gast #4401734
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Hallo Fabian,

schließt Du wirklich mit dem Taster einen 100nF Kondensator kurz ?

Dann werden die Kontakte nicht lange halten ! Siehe Impulsstrom.

Man verbaut als EMV Filter eher solch eine Beschaltung
1
      Vcc
2
       |
3
       R1
4
T1a-R2-+--µC
5
       C
6
       |
7
T1b---GND

 und schaltet über den Widerstand R2 den Eingang auf Masse.

Bevor hier wieder ein Flame beginnt, ich und viele andere auch schalten
Taster nicht an Interrupt-Eingänge, sondern pollen diese per Timer all 
~10ms.
Siehe Tasterentprellung von Peter Dannegger (peda).
Gast #4401735
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Hallo Fabian,

wenn ein Taster jetzt vielleicht unterhalb eines Messbereiches prellt, 
was ist dann in 1 oder 5 Jahren?
Wie will man garantieren, dass solch ein Taster immer diesen Zustand 
behält? Er altert auch.
OP #4401767
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R2 hab ich vergessen zu erwähnen. Ist 1k.

Die Taster hängen an Interrrupts, weil der uC erst durch den Tastendruck 
aufgeweckt wird. Der uC braucht ca. 800us bis er aus dem Sleep-Zustand 
wieder aufnahmebereit ist (Sprich Interrupt-flag ist wieder gelöscht). 
Wenn die Folientastatur also prinzipbedingt weniger als 500us prellt, 
brauch ich mir um entprellung gar keine Gedanken machen.

Wenn die Tastatur altert wird die Folie doch eher weniger Sprunghaft. 
Von da ist es bei einer labberigen Tastatur noch unwarscheinlicher 
Prellen zu haben...?
Gast #4401823
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Hallo Fabian,

wird das Interrupt-flag INTn nicht erst nach verlassen des ISR gelöscht 
und ist für PowerDown Mode den etwas anderes als Level Interrupt möglich 
?

Somit muss man in der ISR dem INTn abschalten und die Taste entprellen, 
so dass man ein Zustandswechsel von High --> Low sicher erkennen kann.
#4401893
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Fabian F. schrieb:
> Nun habe ich mir den Signalverlauf am Oszi angesehen und
> festgestellt, dass die Tasten so gut wie gar nicht prellen?

Gratuliere, Du hast soeben die geplante Obsoleszenz entdeckt.
Man sollte tunlichst keine gute Entprellsoftware verwenden, damit der 
Kunde immer wieder neue Geräte kaufen muß.
Alle mechanischen Tasten altern und verschmutzen und prellen dann 
stärker.
#4402026
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Hallo,

Folientastaturen haben im Übergangsbereich eher die Eigenschaft, einen 
druckabhängigen Widerstand darzustellen. Sind ja Kohleschichten o.ä.

Sie "prellen" dadurch letztlich anders. Mit Schmutz, Abrieb usw. werden 
sie meist etwas hochohmiger in den Jahren. Wenn der PullUp bzw. die 
Pegel und Eingangswiderstände des µC passen, prellen sie scheinbar kaum. 
Sie setzen dann einfach manchmal aus, wenn man nicht stark genug 
draufdrückt.

Kommt aber praktisch auf das Gleiche raus.

Gruß aus berlin
Michael

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