>> Gibt es für Windows kein cups? Bei den bekannten Linuxdistris gehört
>> das zur Grundausstattung.
>
> Nein, das Druckmodell von Windows sieht komplett anders aus.
Das heißt ja nicht, dass CUPS nicht zusätzlich zum bestehenden
Drucksystem laufen könnte. Die Schnittstelle zwischen den beiden
Drucksystemen könnte ein virtueller Windows-Druckertreiber mit einem
großen "Erweitert"-Dialog sein, in dem die CUPS-spezifischen
Einstellungen
einschließlich der Auswahl des realen Druckers vorgenommen werden. So
etwas gibt es m.W. noch nicht, wenn man aber sieht wieviel GNU-, Linux-
und sonstiger Opensourcecode schon auf Windows portiert wurde, ist das
wohl eher eine Frage der Zeit.
> Solange auf dem Desktop kein DisplayPostscript genutzt wird, ist das
> Cups-Konzept dem von Windows verwendeten Ausgabekonzept eindeutig
> nicht überlegen.
Das Drucksystem war tatsächlich langezeit einer der Punkte, wo Windows
gegenüber Unix die Nase eindeutig vorn hatte. Im Gegensatz zu Windows
war es unter Unix nicht ganz leicht, grafik-, aber nicht postscript-
fähige Drucker so einzubinden, dass man problemlos aus jeder Anwendung
darauf drucken konnte. Vor dem Erscheinen von Ghostscript kaufte man
eben einfach einen superteuren Postscriptdrucker, mit Ghostscript konnte
man auch nicht postscriptfähige Drucker mit mäßigem Aufwand einbinden,
aber richtig leicht wurde die Druckerinstallation und -nutzung erst mit
CUPS. CUPS nach Windows zu portieren wird natürlich erst dann sinnvoll,
wenn CUPS das Windows-Drucksystem klar überholt hat. Mal schauen, was
kommt ...
> Bildschirmausgaben erfordern anderen Code als Druckausgaben.
Das ändert sich gerade mit der Einführung der Grafikbibliothek Cairo,
die schon von vielen Anwendungen genutzt wird:
"Currently supported output targets include the X Window System,
Quartz, Win32, image buffers, PostScript, PDF, and SVG file output."
Gegenüber DisplayPostscript hat dieses Modell deutlich weniger Overhead
bei der Bildschirmausgabe, da die Darstellung nicht den Umweg über ein
interpretiertes Zwischenformat geht. Mit Cairo lassen sich Grafik-
anwendungen nicht nur portabler gestalten, auch die Realisierung von
Exportfiltern in die gängigen Grafikformate ist damit fast ohne Aufwand
möglich. An diesem Punkt hinkt Windows gewaltig hinterher, was aber
wahrscheinlich aus politischen Gründen so beabsichtigt ist.
> ... nur daß er das als PDF bekannte Subset von Postscript erzeugt.
PDF ist kein Subset von Postscript, die beiden Formate sind völlig
unterschiedlich. Man kann kein PDF direkt an einen Postscriptdrucker
schicken. Und auf funktionaler Ebene ist es eher umgekehrt, da PDF viele
Features hat, die Postscript nicht hat.