Hallo Martin,
> Wieso ist nun mein Wirkwiderstand auch von C abhängig?
> Bei hohen Frequenzen geht der Widerstand des Kondensators gegen 0. Bei
> 2. geht dann der Wirkwiderstand auch gegen 0. Bei 1. nicht, gibt ja nur
> Imaginäranteil.
>
> Ist für mich verwirrend, vielleicht kann mir jemand auch die Sprünge
> helfen?
Leitwerte in Parallelschaltungen sind intuitiv
ich glaube, Du denkst im Kopf fälschlicherweise an Leitwerte und
wunderst Dich, daß sich die Leitwerte anders verhalten als die
Widerstände.
Für die Leitwerte in der Parallelschaltung gilt:
Y = 1/R + jwC
Der Realteil Real(Y) des komplexen Leitwertes Y (Admittanz) beträgt -
wie Du sicherlich intuitiv auch erwartet hättest - 1/R und ist
unabhängig von der parallel geschalteten Kapazität.
Widerstände in Parallelschaltungen sind nicht intuitiv
Bei der Invertierung einer komplexen Zahl invertierst Du ihre Länge und
gibst dem Winkel das entgegengesetzte Vorzeichen:
1 1
-------------- = ----- exp(-j phi)
|Z| exp(j phi) |Z|
Wie Du aus der Rechnung siehst, wird nicht der Realteil Real(Z) der
Impedanz Z invertiert und dem Realteil Real(Y) der Admittanz Y
zugeordnet.
Die Invertierung findet ausschließlich im Hinblick auf den Betrag statt,
und in diesem sind R und C in so komplizierter Weise enthalten, daß Du
sie nicht einfach trennen kannst.
Deine Annahme gilt nur dann, wenn reine Wirkwiderstände oder reine
Blindwiderstände vorliegen, aber nicht bei einer Mischung.
Gruß,
Michael