Ja, die zweite Abbildung macht klar, warum man eine Abtastplatte mit
mehreren Schlitzen anstelle einfacher Blenden vor jedem Fotodetektor
nimmt: Bei sehr hoher Auflösung wären die Schlitze der rotierenden
Scheibe und die Blenden so schmal, dass nur wenig Licht hindurch ginge.
Dadurch, dass man die einfache Blende durch ein Streifenmuster ersetzt,
werden mehrere Schlitze der rotierenden Scheibe parallel genutzt, was
die Lichtausbeute erhöht, ohne dadurch die Auflösung zu veringern.
Trotzdem ist das erste Bild etwas verwirrend, da dort die stationäre
Scheibe an ihrem gesamten Umfang ein Steifenmuster enthält, obwohl die
Streifen eigentlich nur im Bereich der Fotodetektoren benötigt werden.
Dieser Sachverhalt ist im zweiten Bild besser dargestellt.
Ich vermute, dass dieses Abtastverfahren vor allem bei sehr
hochauflösenden Drehgebern (>5000 Striche) eingesetzt wird. So etwas
habe ich aber noch nie aufgeschraubt, weil zu teuer ;-)
Bei den einfacheren Gebern bis ca. 1000 Strichen kommt eine einfache
Schlitzblende für jeden Fotodetektor zum Einsatz. Bei Computermäusen
(max. ca. 100 Striche) wird auf eine explizite Blende komplett
verzichtet und nur den seitliche begrenzten Erfassungsbereicht des
Doppeldetektors genutzt, um ein Übersprechen zwischen mehreren Schlitzen
der rotierenden Scheibe zu vehindern.
@Falk:
> Es ist eher ein mechanisch-konstruktiver Trick, die Auflösung des
> Encoders zu erhöhen, ohne dünnere Striche verwenden zu müssen.
Das habe ich nicht ganz verstanden. Man kann, um bei gleicher
Strichzahl die Auflösung zu erhöhen, die Anzahl der Detektoren erhöhen
oder das Empfangssignal analog auswerten. Aber wie soll das mit einer
zusätzlichen Strichscheibe funktionieren?