Neue Problemdimension in Frikallenfällen

Gast #1454598
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Ich habe eine neue Dimension des Frikadellenproblems (Frau wegen 
Mundraubes gekündigt) ausmachen können:

Wir haben in unserer Küche seit Anfang des Jahres freien Kaffee für alle 
und von dieser Regelung wird auch reger Gebrauch gemacht. 
Schätzungsweise gehen so um die 3x45 Tassen, also gut 100 Käffchen 
täglich "über die Theke". Keiner überzieht es, keiner nutzt es aus und 
alle sind zufrieden.

Letzte Woche gab es dann aber plötzlich Ärger, weil eine 
abteilungsfremde Person eine Abmahnung bekommen hatte, die sich aus dem 
Kaffeepool mit bedient hatte. Die Person berief sich darauf, dass ich 
ihr das erlaubt habe. Daher wurde ich in die P.A. einbestellt und 
befragt. Nach einigem hin und her kam ich dann drauf, dass es sich um 
eine Dame aus der Produktion handelt, die öfters mal was zu uns hoch 
bringt.

Und in der Tat errinere ich mich, dass ich im Zuge einer Besprechung mit 
ihr Kaffe getrunken hatte und ihr erklärt hatte, dass der frei sei. 
Tatsächlich habe ich ihr gesagt, sie könne sich ruhig einen nehmen, wenn 
sie kommt und wartet, so wie ich es höflicherweise mit allen 
"Abteilungsbesuchern" mache. Da man mir erklärte, dass der Kaffee nur 
für abteilungsinterne Personen und für die Bewirtung der Gäste sei und 
das unbeaufsichtigte Entnehmen schon irgendwo einem Diebstahl 
gleichkäme, nahm ich die Sache auf mich und stellte dar, dass ich ja der 
"Verfügungsberechtigte" sei und quasi eine Einladung ausgesprochen 
hätte. Daraufhin hiess es von Seiten der P.A. dass der Kaffee ja aus dem 
Abteilungsbudget bestritten würde und somit nur in Maßen zu entnehmen 
sei.

Um die Sache abzukürzen, sicherte ich zu, eine Packung Kaffee von mir 
aus zu kaufen und in den Pool einzusspeisen, was allgemein akzeptiert 
wurde - zumal die Produktionsdame vielleicht 10 Kaffee in all der Zeit 
stibitzt haben dürfte. Damit erachtete ich die Sache als erledigt.

Heute erkannte ich aber die wahre Dimension der Sache: Hintenrum erfuhr 
ich, dass sich der Produktionsleiter massiv bei meinem Chef beschwert 
hatte, weil ich durch meine Rückendeckung "es ihm unmöglich mache" 
gewisse Mitarbeiter und "Sachverhalte zu steuern", wie es hies. Der 
Betriebsrat hat die Sache nämlich zum Anlass genommen, den 
Produktionsleiter als "Frikadellenzähler" einzustufen. Im Weiteren wurde 
nämlich offenbar, dass man schon zweimal probiert hatte, Leute aus der 
Produktion zu kündigen, in dem man nach Gründen für Abmahungen sucht.

Jetzt habe ich den schwarzen Peter, weil ich der P.A. es vermiest habe, 
"Kosteneinsparungen" durchführen zu können.

Schon cool, was so läuft.
Gast #1454774
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Ein ehemaliger Chef, der mir aber nichts böses tat, machte gelegentlich 
Stichproben in der Belegschaft. Das war etwa Ende 1980. Z.B., wer hat im 
Servicefahrzeug 20 km entfernt am Einsatzort die B*ld-Zeitung oben auf 
dem Armaturenbrett liegen? Oder wer parkt schlecht? Sowas schädigt den 
Unternehmensruf.

Bei einem lockeren persönlichen Gespräch, sagte mir der Chef mal: Wenn 
wir jemanden wirklich los werden möchten, dann suchen und finden wir 
garantiert was: Dienst nach Vorschrift, hält niemand fehlerfrei durch.
Gast #1454901
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Das ist die Kehrseite des Kündigungsschutzes: eine ehrliche Kündigung 
von überflüssigen oder schlecht besetzten Stellen ist praktisch 
unmöglich, deshalb wird getrickst. Das selbe wie bei den 
Arbeitszeugnissen: jeder hat ein Recht auf ein "gutes" Zeugnis, also 
wird für Zwecke der Zeugnisformulierung und -interpretation das 
Intervall "schlecht"-"sehr gut" auf "gut"-"sehr gut" abgebildet. 
Wirklich geändert hat sich dadurch nichts, es ist nur alles ein bisschen 
verlogener.
Gast #1454921
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> Bei einem lockeren persönlichen Gespräch, sagte mir der Chef mal: Wenn
> wir jemanden wirklich los werden möchten, dann suchen und finden wir
> garantiert was: Dienst nach Vorschrift, hält niemand fehlerfrei durch.
Letztens in "Berlin Mitte(??)" (mit Günter Wallraff) sagte ein Anwalt 
(nicht das Naujocks!) Niemand wird wegen einer Frikadelle, 2,50€ oder 
ähnlichem entlassen, da steckt immer etwas anderes dahinter.
Mögliche Gründe die mir einfallen:
-Versucht einen Betriebsrat zu Gründen
-Streikteilnahme
-Gewerkschaftsmitgliedschaft
-betriebsbedingte Entlassen sind sowieso angesagt, aber man möchte nicht
 dem Sozialplan folgen, sondern selbst selektieren

> Bleibt doch eh in der gleichen Firma.
Du kennst das allgemeine Kostenstellengerangel also noch nicht? Wobei 
das hier eher nicht der Fall war...
Gast #1454942
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Wilhelm Ferkes (ferkes-willem) ... ruhig brauner brr...

war nur eine Frage (da man vomHörensagen gehört hat das im Westen die 
Chefs und Firmen ruhiger sind...) ... mir ist sowas ähnliches vom 
ehemaligem Arbeitskollegen letztens zu Ohren gekommen, nur dort war es 
statt Kaffe (diesen musste man bezahlen) eine Keksschüssel (diese 99Cent 
Kekse) - das war allerdings im Osten! Da im Osten ehh die verbissenen 
und unentspannte Leute sitzen ;)
Gast #1454967
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@Link zu:

Nee, kein Problem, ich war damals bei einem alten großen deutschen 
Unternehmen, und da wollte mir nie jemand was. Bin da irgendwann 
freiwillig ausgeschieden, sonst wäre ich da heute noch.

Später, bei einem Mittelständler:

>-Versucht einen Betriebsrat zu Gründen

3 Abteilungsleiter, versuchten einen Betriebsrat zu gründen. Nach 
mächtigem Terror der Geschäftsführung, sind die dann binnen eines Jahres 
sang- und klanglos verschwunden. Irgendwie wohl abgesägt. Das war 2007.

@Gast123:

Und ich bin hier wirklich im äußersten Westen, direkt an den 
BeNeLux-Ländern.
Persönliche Seite #1455289
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Krass ...

Erinner mich da an den Busfahrer.
Der war erkältet (oder hat sich während der Busfahrt erkältet, wie auch 
immer), und nahm von der Toilette ne Rolle Klopapier als 
Endlostaschentuch mit in den Bus.

--> Kündigung wegen Diebstahls!

---
Aber:
Ich bin der Meinung, das alles, was von der Firma mit nach Hause 
genommen werden möchte, egal, in welchem Zustand das "Gut" ist, von 
einem Vorgesetzten erfragt werden muss.


VG,
/th.
Gast #1455367
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@Stefan ...Dieter Nuhr ...Wer im Glashaus sitzt...

Und ja ich bin wo beschäftigt wo immer auf so ein Mist geschaut wird, 
wie auch meine Ex-Mitazubis, da laufen Affären..das glaub ich dem 
manchmal nicht mehr wenn er was erzählt - du wirst es nicht glauben aber 
man hat noch Kontakt zueinander ...

Das sollte keine West/Ost Diskusion werden ...



Jeder weis das ein Ossi mehr für sein Geld macht als ein Wessi ;PPP
Gast #1455405
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Das ist die Basis der weltweiten Justizsysteme.
Nur weil etwas so offensichtlich und für jeden Volltrottel erkennbar 
ist, ist es eben noch lange nicht die Wahrheit.
In einem  bekannten Kinderfilm wurde es mal so gesagt:
"Wem wollt ihr denn nun glauben? Mir, oder euren eigenen Augen?"
Das ist das zwangsläufige Ergebnis eines korrupten Systems. Gib einem 
Menschen Macht und er missbraucht sie. So haben die Gewerkschaftsbosse 
und Betriebsräte aus Angst um ihre fetten Einkünfte die Wirtschaft mit 
immer absurderen Forderungen nach Sozialleistungen, 
Arbeitszeitverkürzungen, Lohnerhöhungen ect. erpresst bis die Wirtschaft 
abgewandert ist, während Steinkühler und Co. die Streikkasse an der 
Börse verspekuliert haben. Die letzten Mohikaner wehren sich nun mit 
diesen Mitteln. Ist das Fair? Wohl nicht, aber das sind 
Kündigungsschutzgesetze ect. ja auch nicht.
Im Mittelalter wussten die Oberen aus bitterer Erfahrung:
"Wenn man den Armen nicht gibt, was sie zum überleben brauchen, dann 
kommen sie, um es sich zu holen."
Die Messer sind gewetzt, nur die Oberen sind heutzutage noch dümmer und 
blinder als das Inzüchtigen Blaublüter der Vergangenheit. Wohl dem, der 
ein trockenes Plätzchen hat, wenn die Party losgeht.
Gast #1455418
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... "Wenn man den Armen nicht gibt, was sie zum überleben brauchen, dann
kommen sie, um es sich zu holen." ...

Es ist wichtig, daß das einfache Volk wieder zum Glauben zurückfindet. 
So kann es sich in Demut und Bescheidenheit am Leben erfreuen, ohne dem 
Konsum oder den falschen Idealen einer libertären Gesellschaft 
nachzulaufen. Seine Geschicke läßt es von denen leiten, die dazu 
ausersehen sind. Nur der Glaube an einen Gott und die Verheißung der 
Auferstehung kann dieses Land wieder in Reihe der moralisch mächtigen 
Nationen zurückführen.
Gast #1455436
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Andreas schrieb:
>Das ist die Kehrseite des Kündigungsschutzes: eine ehrliche Kündigung
>von überflüssigen oder schlecht besetzten Stellen ist praktisch
>unmöglich, deshalb wird getrickst.

Niemand hindert einen Arbeitgeber an einer fristgerechten Kündigung.
Wenn ich heutzutage so sehe, was in den Betrieben abgeht und was da für 
ein Betriebsklima herrscht, dann bin ich nur froh schon auf Rente zu 
sein. Zu meiner Zeit gab es so etwas nicht.
Gast #1456246
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>@alter Hase
> sag mal, war die Firma zufällig auch mal im Ranking
> "Deutschlands beste Arbeitgeber?"

Nicht, dass ich wüsste, oder wie Al sagen würde: Das glaube ich nicht, 
Tim!

>sagte ein Anwalt
> Niemand wird wegen einer Frikadelle, 2,50€ oder
> ähnlichem entlassen, da steckt immer etwas anderes dahinter

Meistens beseitigt einer so mögliche Konkurrenz, Kritiker oder jemanden, 
der zuviel weiss. Da reicht es schon, wenn der Boss die junge Sekretärin 
vögelt und es einer mitbekommen hat. Den schmeisst man raus, um eine 
diesbezügliche Offenlegung als REturkutsche darstellen zu können.

Oder, es hat einer ein Auge auf ein Weib geworfen, dass Cheffe auch im 
Auge hatte. Habe ich schon erlebt. Der war dann plötzlich einfach 
draussen.
Gast #1458310
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Die sozialen Verwerfungen von heute sind Folge einer Politik im Namen 
der sozialen Gerechtigkeit. "Gestohlene" Frikadellen, "gestohlenes" 
Klopapier und "gestohlener" Kaffee sind nicht Gründe von Kündigung, 
sondern Vorwände. Selbst das Mittel betriebsbedingte Kündigung ist nur 
schwer einsetzbar. Angenommen, eine Firma stellt den Betrieb einer 
Produktlinie A ein und erweitert eine andere Produktlinie B. Die Leute, 
die in der Produktlinie A entwickelt haben, wäre in B nicht zu 
gebrauchen, aber man kann denen nicht einfach kündigen. Stattdessen 
geben sich irgendwelche dubiosen Berater und Trainer die Klinke in die 
Hand, um diese Leute fit zu machen, z. B. in objektorientierter 
Programmierung. Die kapieren es nie, aber es ist so prima "sozial". Eine 
solche betriebsbedingte Kündigung muss gut begründet sein und leider hat 
man oft einen bornierten Betriebsrat gegen sich. Betriebsbedingte 
Kündigung bei Umsatzeinbußen ist einfacher durchzusetzen, aber unter uns 
gesagt: Welches Unternehmen möchte schon mit dem Zeugnis bekannt geben, 
dass es ihm wirtschaftlich nicht so gut geht, dass es betriebsbedingt 
kündigen muss?

Die dummen Leute sitzen fest auf ihren Sesseln und forsche 
Jungakademiker haben es schwer, in die Firma zu kommen. Fette 
Personalabteilungen und starre Hierarchien sind leider Realität 
geworden.

Als Freiberufler ist es schwieriger geworden, wegen des 
Scheinselbständigkeitsgesetzes. Schon allein dieses Wort. Um den 
Unternehmen trotzdem Flexibilität zu ermöglichen, wurde die Zeitarbeit 
flexibiliert. Bei den Freiberuflern hat man eine Zwei-Jahres-Grenze 
eingeführt, bei der Zeitarbeit abgeschafft. Ist das nicht irre?
Gast #1458497
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@Susi Susanti:

>Eine solche betriebsbedingte Kündigung muss gut begründet sein
>und leider hat man oft einen bornierten Betriebsrat gegen sich.

Schlimmer als eine betriebsbedingte Kündigung ist auf jeden Fall eben 
eine "nicht" betriebsbedingte Kündigung. Denn andere Gründe, und der 
gibt es viele (Klopapier, Frikadelle, etc.), sind keineswegs besser, 
wenn man nicht gerade selbst wegen eines besseren Angebotes gekündigt 
hat.

Bin selbst vor einiger Zeit betriebsbedingt gekündigt worden. Mir kam es 
anfangs auch etwas dubios vor, und weiter oben schrieb ich schon mal was 
von einer versuchten Betriebsratsgründung, und was dann geschah. Man 
sitzt als normaler Mitarbeiter eben nicht im Controlling, und kennt die 
wirklichen Bilanzen nicht.

Bin gerade bei einem von der A-Agentur gesponserten Job-Coaching. Nach 
dem ich mich vorstellte, meinte die Mitarbeiterin: Ach, die Firma ist 
mir bekannt, da war letztens auch Herr XYZ bei mir. Herr XYZ war einer 
der Top-Leute in Schlüsselposition, die nach mir ebenfalls aus der Firma 
"gegangen" wurden. Die Firma ist anscheinend später so abgestürzt, also, 
ganz so schlimm hätte ich es denen nicht gewünscht.

Nur die Pest, aber nicht Pest und Cholera zusammen :-)
Gast #1458506
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tex wrote:

> So haben die Gewerkschaftsbosse
> und Betriebsräte aus Angst um ihre fetten Einkünfte die Wirtschaft mit
> immer absurderen Forderungen nach Sozialleistungen,
> Arbeitszeitverkürzungen, Lohnerhöhungen ect. erpresst bis die Wirtschaft
> abgewandert ist, während Steinkühler und Co. die Streikkasse an der
> Börse verspekuliert haben.

Leute, Leute, sagt mal wo lebt ihr eigentlich? In 
Vergangenheits-Country? Die Gewerkschaften haben niemanden vertrieben. 
Ich habe die Zeit als Arbeitnehmer (Worker ;)) noch aktiv miterlebt. 
Damals wurden 5 Prozent Lohnerhöhung im Elektrobereich gefordert und 
bekommen haben wir 1,9, bis 2,5 Prozent und eine Einmalzahlung von ein 
paar DM. Das war in den 80er Jahren, als Globalisierung noch kein 
Begriff in Deutschland war. Da waren die Gewerkschaften noch stark. 
Alles hat funktioniert, sogar die sog. "unproduktiven Kollegen" wurden 
mitgeschleift (und konnten dadurch Familien aufbauen). Ungelernte hatten 
konnten sogar nach firmeneigener, interner Prüfung an Stromleitungen im 
öffentlichen Netz arbeiten. Alle wurden voll bezahlt (nicht üppig, aber 
voll), voll entlohnt und nicht mit Niedriglöhnen, 1-Euro Jobs und 
Lohndrückerei zum Sklaven erklärt. Allen ging es gut und die Kunden 
haben die hohen Preise bezahlen können.

Heutzutage sind die Gewerkschaften schwach und erpressbar geworden. 
Scheingewerkschaften haben sich gebildet. Ehrlich gesagt, ich wusste 
damals gar nichts mit Gewerkschaften anzufangen, hab mich immer vor dem 
Beitritt gedrückt. Heute würde ich sofort in die Gewerkschaft eintreten, 
wäre ich dort noch beschäftigt. Damals gab es keine Manager, die das 
100-fache oder sogar mehr wie der Arbeitnehmer verdienten. Deren 
Einkommen war noch nachvollziehbar. Die Führungsetage verdiente gut (gab 
immer Neid), aber nicht utopisch viel und niemand fühlte sich dem 
Arbeitgeber ausgeliefert, höchstens chronisch unterbezahlt.

Heute bist du schnell ein Globalisierungsopfer, ein Nichts ohne Rechte, 
aber mit massig Pflichten, der wegen einer Frikadelle entlassen wird 
oder einer Ungereimtheit an der Stechuhr. Damals undenkbar, bei 
Verstößen gab es ein mündliches dududu, im schlimmsten Fall einen 
Eintrag in die Personalakte - da musste aber schon richtig was verzapft 
haben oder mehrfach blöd aufgefallen sein, z.B. bei Privatkram erledigen 
während der Arbeitszeit (einmal bei Kollegen miterlebt - war peinlich 
für alle - auch für den Chef). Wichtig war stets nur, ob die Arbeit gut 
erledigt wird, NUR DAS ZÄHLTE! Das war Loyalitätsbeweis genug und man 
wusste, wer bei der Arbeit gut war und wen man besser nicht im Team 
haben wollte - der wurde dann zu einfachen Arbeiten abgeschoben und war 
meist auch zufrieden.

Unser Wirtschaftssystem hier in der D-Land (bin kein Ossi) ist in den 
letzten Jahren zunehmend vom Finanzmarkt bestimmt und getriebenen 
worden, der die Umsatzrenditen vorgab. Die großen Konzerne gehören der 
weltweiten Finanzelite (Banken, Versicherungen, große Fonds mit 
internationalen Anlegern) SAL OPPENHEIM etc, die deutlich mehr Rendite 
sehen wollen, als man in den Branchen gemeinhin erwirtschaftet. Bis hin 
zu 25 Prozent und mehr - darunter leiden wir alle - Tendenz zunehmend. 
Weil die meisten unserer derzeitigen Arbeitsplätze solche Renditen nur 
unter extremer Einsparung an Lohn, Mitarbeitern, Sozialleistungen 
erwirtschaften können, wird immer mehr Druck auf den EInzelnen ausgeübt. 
Angefangen bei der Verkäuferin im Discounter - wer mal bei Aldi 
beobachtet weiß wei hektisch der Betrieb ab der Kasse ist - für eine 60 
Jährige undenkbar - die aber soll nach Vorgabe der Politik noch lange 
arbeiten oder die Rente wird gekürzt, falls sie jemals überhaupt über 
die Grundsicherung kommt. Die Anforderungen und Lohnsituation bei 
Ingenieuren führt mittlerweile zu Hasstiraden in Foren - mache kommen 
dennoch gut unter - andere gar nicht mehr - aufs Alter gesehen ist die 
Situation dort nicht besser - eher das Gegenteil.

Je weniger Mitarbeiter desto höher die Gewinnspanne, nur werden die 
Gewinne nicht mehr nach unten durchgereicht. Die Mitarbeiter sehen davon 
nix, das geht an die Inhaber, an die Shareholder, an die neuen Herren, 
die ihren Sitz dann in USA, in China und sonstwo haben. Wir 
erwirtschaften die Pensionsfonds der über ihre Verhältnisse lebenden 
Amerikaner, die mit ihren Hedgefonds ganze Häuserzeilen und 
Firmengeflechte bei uns aufkaufen. D-Land gibt es zum "Fielmann-Preis", 
da lohnt sich das Einkaufen für die vielen Billionen Dollar, die täglich 
spekulativ nach neuen Anlageformen suchen und dann unsere Ressourcen im 
Preis in die Höhe treiben. Allein in unserer Siedlung wurden ganze 
Zeilen an Namen verkauft die wie Anwaltspraxen klingen in denen nur ein 
Friedrich Merz unterkommt.

Wir sind die dummen Knechte des weltweiten Finanzimperiums, das sich 
spinnenartig über den Planeten Erde zieht und von immer weniger 
Fachleuten durchschaut wird - Otto Normal hat keine Chance mehr die 
Geflechte zu verstehen, er erfährt es nicht einmal. In allen 
Industriestaaten halten etwa 10 Prozent der Bevölkerung 50 bis 90 
Prozent der Vermögenswerte. Nein tex, die Gewerkschaften sind schon 
längst entmachtet und streicheln nur noch die Seele ihrer Getreuen 
Untertanen (und sie waren auch NIE das Übel dieser Welt*).

*schau mal was in England mit den Gewerkschaften unter Margaret Thatcher 
passierte, als diese Dame die Industrie zuschlug und England fortan zur 
führenden Nation in windigen Finanzgeschäften transferierte

Zitat aus Wikipedia

"Kritiker werfen ihr die Zerstörung eines gesellschaftlichen 
Gemeinschaftsgefühls durch die Zerschlagung der Gewerkschaften, die 
Ruinierung des öffentlichen Sektors, insbesondere des National Health 
Service durch Privatisierung, sowie Ignoranz gegenüber immateriellen 
gesellschaftlichen Werten vor. Das englische Gesundheitswesen gilt heute 
als das kostengünstigste in Europa, ist aber auch besonders für Skandale 
und sehr lange Wartelisten auf Operationen bekannt.[7] Qualitätsprobleme 
traten ebenfalls bei den unter Thatcher privatisierten englischen 
Trinkwasserversorgern (Wasserwerke) auf, da trotz angestiegener 
Wasserpreise (+46 % in 10 Jahren) nicht ausreichend in das Leitungsnetz 
investiert wurde."

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