So einen arg angestaubten Eindruck macht dieses Gerät auf mich noch
nicht. Klar, die neueren Oszis dieser Bandbreitenklasse haben 1GS/s,
teilweise ein buntes Display und eine USB- anstelle der RS-232-Schnitt-
stelle. Aber darauf kann man notfalls auch verzichten.
Bei einem gebrauchten THS720 musst du damit rechnen, dass
- der Akku hinüber ist,
- die BNC-Buchsen ausgefranst sind (der ausßenliegende Bajonettver-
schluss ist nicht aus Metall, sondern aus dünnem Kunststoff, und man
muss beim Einstecken der Tastköpfe schon sehr behutsam vorgehen),
- der ausklappbare und etwas filigrane Aufstellfuß beschädigt ist.
Das Gerät hat keine Drehknöpfe, sondern +/—-Wippen, an die man sich aber
gewöhnt. Die isolierten Kanäle sind manchmal ganz praktisch, weil dies
Differenzmessungen mit jedem der beiden Einzelkanäle ermöglicht.
Wenn du mit dem Oszi öfters außer Haus einsetzen möchtest, sind das
geringe Gewicht und die Netzunabhängigkeit auch nicht schlecht. Dann
solltest du aber darauf achten, dass das schicke Tek-Handtäschchen für
Oszi und komplettes Zubehör mit dabei ist.
Zum Preis: Die 500€ würde ich nur zahlen, wenn das Oszi in gutem Zustand
ist und zwei Tastköpfe und das Täschchen mit dabei sind. Für 400€ oder
weniger sollte auch ein TDS1012 mit ähnlichen Daten (aber 1GS/s) zu
finden sein, das zwar nicht batteriebetrieben, aber immer noch halbwegs
portabel ist und weniger "Verschleißteile" enthält.