Ich habe mich nun endgültig entschieden, mich selbstständig neben meinem
40h Job zu machen (vorerst). Hat jemand von euch schon sowas
durchgezogen? Bin leider in solchen Sachen total unaufgeklärt. Gibt es
Institutionen die Einen diesbezüglich kostenlos beraten (zumindest
Erstgespräch) oder am Anfang rechtlich und beratungstechnisch
unterstützen? Mein Vorhaben ist erst und ich bin sehr motiviert die
Sache durchzuziehen. Mein Startkapital ist zwar nur mein Dispo und meine
Freizeit ist knapp, ich bin trotzdem davon überzeugt, dass es ein Erfolg
sein wird. Nur wird es ca. 1 Jahr Zeitk osten, dass ich vom Gewinn leben
kann, sodass ich an meine Ing. Stelle noch angewiesen bleibe.
Ja. Hab ich, mach ich. Allerdings ist meine Transition umgekehrt. Ich
war voll selbstaendig und bin nun zusaetzlich angestellt. Man sollte mal
mit dem Arbeitgeber reden. Moeglicherweise, dh unter der Voraussetzung
dass der Arbeitgeber dich will weil ein Neuer sicher schlechter ist, ist
es moeglich auch zu reduzieren, zB auf 80%.
Mit 100% angestellt in der Freizeit was zustande zu kriegen ist
schwierig. Aber nicht unmoeglich.
"Ich habe mich nun endgültig entschieden, mich selbstständig neben
meinem
40h Job zu machen (vorerst)."
Schwierig.
"Hat jemand von euch schon sowas durchgezogen?"
Ja, ich ;-)
"Bin leider in solchen Sachen total unaufgeklärt."
Ganz schlecht. Schonmal was von einer Internet-Suchmaschine gehört. Wenn
Du schon an der allerersten Informationsbeschaffung scheiterst, sehe ich
schwarz. Ein klein wenig Eigeninitiative wäre nicht schlecht als
Grundlage in die Selbstständigkeit.
"Gibt es Institutionen die Einen diesbezüglich kostenlos beraten
(zumindest
Erstgespräch) oder am Anfang rechtlich und beratungstechnisch
unterstützen?"
IHK. Die möchten allerding nur kassieren (Pflichtmitgliedschaft). Vor
einiger Zeit haben die mir ein Angebot zukommen lassen, um meine
Geschäftsgrundlage ins Ausland zu verlagern. Witzig!
"Mein Startkapital ist zwar nur mein Dispo"
Wieso das denn? Noch keinen Euro angespart? Sehr schlechte
Voraussetzungen, denn zuerst einmal hast Du nur Kosten. Darf ich mal
nach Deinem Alter fragen?
"und meine Freizeit ist knapp, ich bin trotzdem davon überzeugt, dass es
ein Erfolg sein wird."
Ja, überzeugt sind da viele. Bei den meisten kehrt schnell Ernüchterung
ein. Hauptproblem am Anfang: Kunden.
"Nur wird es ca. 1 Jahr Zeitk osten, dass ich vom Gewinn leben"
Niemals! Nach einem Jahr vom Gewinn leben, halte ich in den seltensten
Fällen für machbar. Du brauchst, falls Du kaum Kosten hast, ca. 50.000,-
Umsatz pro Jahr. Du hast als Selbstständiger auf jeden Fall folgende
Ausgaben:
- Einkommensteuer
- Krankenversicherung (die Du zu 100% selbst bezahlst)
- Rentenversicherung (die Du zu 100% selbst bezahlst)
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Betriebshaftpflichtversicherung
Alles in allem hörst Du Dich an, als hättest Du den nächsten großen
Trend/Hype erfunden. Dann wäre mein Vorschlag: verkaufe die Idee für
fünf Millionen und 1% Umsatzbeteiligung.
Das war jetzt ernst gemeint.
Übrigens muss Dein AG einer Nebentätigkeit zustimmen. Falls Deine
Nebentätigkeit fachverwandt mit Deiner Angestelltentätigkeit ist, wird
Dein AG die Nebentätigkeit nicht zulassen.
>Übrigens muss Dein AG einer Nebentätigkeit zustimmen. Falls Deine
Sicher? Solange Du keine Schwächen zeigts während der normalen 40h beim
AG, und Du keine Konkurrenzsituation zum jetzigen AG mit deiner
Nebentätigkeit erzeugst, hat der meines Wissens gar nichts zu melden.
Ich kann also abends am Küchentisch als selbständiger Tütenkleber tätig
werden ...
@Dipling
Wenn du das ganze nebenberuflich machst und du wenig Zeit hast
bleibt dir nur Werbung und warten. Wenn du allerdings keine
Umsätze tätigst wird nach einiger Zeit das Finanzamt deinem
Treiben wegen Liebhaberei ein Ende setzen. Das Finanzamt ist
auch der Spielverderber schlechthin weil die irgendwann eine
Einnahmen/Steuerschätzung machen und Vorkasse verlangen.
Genaueres kann man sich ausgoogeln oder eben beim Finanzamt
erfragen. Keine schlechte Idee ist es jedenfalls mal so ein
paar Existensgründerlehrgänge mit Mindestbuchführung zu
besuchen damit man nicht alles was man vielleicht verdient
beim Steuerberater lässt. Kostenlos sind solche Leergänge
allerdings nicht. Schulen, bzw. Institutionen die das mal
gemacht haben waren die IHK, VHS und auch bei den Gewerkschaften.
Ohne Finanzamt kannste Sachen auch eine Weile in der Bucht
verticken. Wenn allerdings ein Anwalt gewerbliches Handeln
ohne Gewerbeschein wittert könnte Ungemach drohen durch eine
kostenpflichtige Abmahnung.
>>Übrigens muss Dein AG einer Nebentätigkeit zustimmen. Falls Deine>Sicher? Solange Du keine Schwächen zeigts während der normalen 40h beim>AG, und Du keine Konkurrenzsituation zum jetzigen AG mit deiner>Nebentätigkeit erzeugst, hat der meines Wissens gar nichts zu melden.>Ich kann also abends am Küchentisch als selbständiger Tütenkleber tätig>werden ...
sicher, Dein AG erwartet, dass Du ausgeruht zur Arbeit erscheinst. Wie
oben schon gesagt, das sind grundlegende Informationen, die Du wissen
solltest.
Dipling schrieb:
> Ich habe mich nun endgültig entschieden, mich selbstständig neben meinem> 40h Job zu machen (vorerst). Hat jemand von euch schon sowas> durchgezogen?
Ich habe mich direkt voll in die Selbstständigkeit gestürzt. Nach einem
8h-Tag auch noch die gesamten Vorbereitungen etc. durchzuziehen ist
schwierig.
Insbesondere wird es bei den Öffnungszeiten schwierig. Wenn Du
Feierabend machst, tun das andere auch :-)
> Bin leider in solchen Sachen total unaufgeklärt.
Ganz schlecht - ich habe mich über ein Jahr intensiv vorbereitet
(Internetauftritt, rechtliches, Buchführung etc. eingerichtet,
Hintergrundwissen sammeln, andere befragen usw.)
Und da war noch nichts entwickelt!
> Gibt es> Institutionen die Einen diesbezüglich kostenlos beraten (zumindest> Erstgespräch) oder am Anfang rechtlich und beratungstechnisch> unterstützen?
Ja, das sollte Deine IHK machen. Im Gegensatz zu vielen Unkenrufern
zahlst Du erstmal keinen Beitrag und zumindest unsere IIHK hier bieten
Einsteigern kostenlose Seminare und auch Steuerberater/Anwaltstermine.
Bisher sind meine Anfragen dort (insbesondere beim Handel mit dem
Ausland) immer sehr kompetent und auch kostenfrei beantwortet worden.
Ich habe bisher deutlich mehr Nutzen aus der IHK gezogen, als ich
gezahlt hab - allein der kostenlose Termin beim Patentanwalt war schon
alle bisherigen Beiträge wert :-)
> Mein Vorhaben ist erst und ich bin sehr motiviert die> Sache durchzuziehen.
Gut :-)
> Mein Startkapital ist zwar nur mein Dispo und meine> Freizeit ist knapp, ich bin trotzdem davon überzeugt, dass es ein Erfolg> sein wird. Nur wird es ca. 1 Jahr Zeitk osten, dass ich vom Gewinn leben> kann, sodass ich an meine Ing. Stelle noch angewiesen bleibe.
Das ist sehr blauäugig oder Du hast schon entsprechend große Nachfrage.
Nebenher ohne Geld und ohne Deine gesamte Zeit außerhalb der Arbeit?
Das wird nichts werden!
In den ersten Jahren muss man sich durchbeißen können - und zwar
Vollzeit.
Chris D.
(hat es nie bereut)
mein AG wollte es nicht zulassen ...
habe ich fristgerecht gekündigt...
und er mir versucht Steine in den Weg zu legen.
Ging sehr gut, weil ich schon zuvor Kundenkontakt aus meinem vorherigen
AV Umfeld hatte. Alter AG --> Kunde
Von 100 auf 0 auf 120 hat sich gelohnt.
Würde ich immer wieder machen, weil:
mehr Freiheit, mehr Eigenverantwortung, mehr Chancen.
Eventuell werde ich zwischendurch auch wieder mal in eine
großprojektbezogene Anstellung gehen aber nur in Leitungsfunktion. Das
bringt neue Kontakte und man hat die Chance auf zusätzliche Referenzen,
welche man allein nicht zu stemmen vermag.
Auf 2 Beinen steht sichs besser, aber der AG sieht das nicht gern, da es
dich freier und mutiger macht in deinem Handeln auch ihm gegenüber. Das
AR gibt ihm da Recht in dem es dir abverlangt seine Zustimmung zu
erlangen. Traut er dir das zu und du bist nützlich für ihn, so wird er
das zu meiden trachten. Dann bleibt nur der Sprung ins kalte Wasser, der
dir dann aber auch die nötige Motivation zum schwimmen gibt und die
Kraft es auch zu tun.
soviel zu meinen Erfahrungen