Abschirmung Koax-Kabel

Gast #1646642
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Hallo,

habe eine Verständnisfrage zum Thema Koaxialkabel.
Ich habe hier eine GPS-Antenne welche ich über ein kurzes Koaxialkabel 
an ein entsprechendne GPS-Modul anschließen kann.

Leider ist die Empfangsqualität des Gesamtsystems sehr schlecht. Jetzt 
hab ich um das Koaxkabel und das GPS-Modul Kupferfolie gewickelt und 
siehe da, dass Ganze funktioniert gleich viel besser. Wenn ich das Kabel 
ungeschirmt lasse und nur das Modul schirme, ist die Signalqualität 
wieder so schlecht wie vorher.

Aber irgendwie verstehe ich nicht wieso. Ich dachte Koaxialkabel sind 
aus EMV-Sicht super was Störungen von außen betrifft?

Hat jemand eine Erklärung?

Danke schonmal!
Gast #1646866
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Koaxialkabel sind überhaupt nicht ideal wenn es um Störungen geht. Diese 
Kabel gehören in die Kategorie der unsymmetrischen Kabel und verwenden 
den "Schirm" als Rückleiter. Deshalb kommen Störungen auf das Kabel auch 
voll zum tragen. Das ganze lässt sich mit Triaxialkabeln beheben. Diese 
haben noch einen zweiten Aussenleiter, welcher dann wirklich als 
Schirmung genutzt werden kann.
Gast #1647093
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Hey danke für die ausführlichen Antworten! Da hab ich mich aber ganz 
schön geirrt mit der "super Schirmung bei Koaxkabeln". Jetzt versteh ich 
auch wieso meine Kupferbastellösung so schön funktinoiert!

Danke euch zwei!
Schönen Abend noch!
#1648175
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Koaxkabel so schlecht geschirmt 
ist, wenn es wie beschrieben nur kurz ist und direkt an der Antenne 
angebracht, da fängt die Antenne selbst wesentlich mehr Störungen ein.
Ich denke, die Kupferfolie bildet z.B. einen Lambda/4 Sperrtopf, der 
Mantelwellen unterdrückt und damit in dem Fall eine Verbesserung 
bewirkt.
Gast #1648450
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Eine Frage hätt ich da noch:

Gib es eigentlich schirmenden Schrumpfschlauch? :-) Oder wär das die
Marktlücke?

Wie werden nachträgliche Schirmungen optimal realisiert?

Telemeter hat Ferritschrumpfschlauch im Angebot, ideal um mantelwelen zu 
unterdrücken.
allerdings preislich für Bastellösungen ehr uninteressant
Gast #1649316
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Dachte immer dass sich die Abschirmung durch den Skineffekt in drei 
Schichten teilt, eine innere Rueckleiterzone (da Widerstand durch 
Magnetfeldausloeschung mit Innenleiter geringer), eine tote mittlere und 
eine aussen auf Schirmpotential?
Gast #1650491
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>Dachte immer dass sich die Abschirmung durch den Skineffekt in drei
>Schichten teilt, ...

So isses auch, die (HF) Schirmwirkung eines Coax Kabels kommt durch den 
Skineffekt zustande.

Hier ein paar Zahlen

Schirmdämpfung 1 GHz
 40dB  RG58  1 Lagiger Schirm
 75dB  H155  2 Lagiger Schirm
130dB  UT141 Semi Rigid Coax, 1 Lagiger Schirm.

Wie man sieht, verbessert zwar ein zweiter Schirm die Dämpfung, dies 
wird jedoch mühelos durch eine 1 lagige HF dichte Konstruktion des 
Semirigid Coax in den Schatten gestellt.

Bei 1Ghz ist das übliche Coax Mantelgeflecht mit kaum mehr als 95% 
Überdeckungsgrad halt schon löchrig wie ein Küchensieb.
Gast #1650874
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"Bei 1Ghz ist das übliche Coax Mantelgeflecht mit kaum mehr als 95%
Überdeckungsgrad halt schon löchrig wie ein Küchensieb."

Ich nehme an, die "Loch viel kleiner als halbe Wellenlaenge = Dicht" 
Regel wird durch die "Loch naeher als halbe Wellenlaenge an der Quelle" 
Regel kaputtgemacht, oder lieg ich da jetzt falsch?... bin kein 
HF-Mathematiker, versuch nur mein Konzeptverstaendnis ggf zu verbessern 
;)
Gast #1653306
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Hat sich ja doch zu einer größeren Diskussion hier entwickelt. Auch wenn 
mir zu vielen Punkten hier das Hintergrundwissen fehlt beginne ich die 
fazinierende Welt der Koaxkabel zu lieben ;-)...

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