Handy-Akku-Größen

Gast #130963
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Für ein kleines tragbares Messgerät mit Mikrocontroller
suche ich einen Lithium-Ionen oder Lithium-Polymer-Akku.
Ich dachte mir, dass es am einfachsten sei einen Handy-Akku
günstig bei Ebay zu ersteigern und die Akkuzelle dann
auszubauen.
Nur leider finde ich im Internet nirgends Informationen
darüber, wie groß die Zellen in den fertigen Handy-Akkus sind.
Okay, ich weiß dass es im Modellbaubereich günstige Kokam-Akkus
gibt. Doch leider gibt es bei Kokam eine unüberschaubar große
Anzahl von verschiedenen Akkugrößen, und ich weiss nicht, wenn
ich mir heute einen Kokam-Akku kaufe, ich genau diesen in einem
Jahr überhaupt noch kaufen kann. Handy-Akkus sind immerhin
nach einigen Jahren noch erhältlich.
Wer kann mir weiterhelfen?

MartinK
Gast #130965
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>Was ist langlebiger ein RC Modell oder ein Handy?

kommt wohl drauf an, wer damit wie umgeht... :O

Also bei Handy-Akkus sollte man sich einen weit verbreiteten Typen
aussuchen, dann stehen die Chancen eigentlich gut nach Jahren auch noch
Ersatz zu finden. Bei Reichelt stehen übrigens auch die Abmessungen bei
(Handy Ersatzakkus). Aber was spricht gegen herkömmliche NiMH-Zellen?
Da diese auch mit Lötfahnen geliefert werden, kann man sich einen Pack
nach eigenen Vorstellungen basteln oder gleich auf die fertigen Packs
zurückgreifen!
LiIo währe mir jedenfalls zu gefährlich und zu stark beschränkt in
Sachen Lebenserwartung... .

Gruß,
Arne
Gast #130966
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Ja, ich wüsste auch nicht, was gegen NiMh-Akkus sprechen sollte. Das
Gerücht, LiIon-Akkus hätten eine deutlich größere Kapazität als
NiMh-Akkus, trifft meistens nicht zu.
Beispielsweise hat der Standard-Akku des Siemens S35 eine Kapazizät von
gerade mal 600 mAh bei 3.6V Spannung. Drei AAA-NiMh-Zellen sind kaum
oder gar nicht größer, können aber bis zu 900 mAh Kapazität aufweisen.
Und die Dinger kann man garantiert auch in zehn Jahren noch kaufen -
und auch noch günstig.
Das sinnvollere AA/LR6-Format ("Mignon") ist deutlich
hochkapazitiver; derzeitige Spitzenkapazität liegt bei 2500 mAh - und
das bei Preisen von ca. 3 EUR/Akku.
Gast #130968
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Stimmt, gerade wegen der hohen Selbstentladeung wuerde ich auch keine
NimH/NiCd fuer Messgeraete nehmen die vermutlich kaum Strom brauchen.

Ich selbst verwende mittlerweile ausschliesslich Lithium fuer alle
meine Projekte. Du solltest uebrigens nicht nur den Akku verwenden
sondern auch noch die Schutzschaltung die sich auch noch im Akku
befindet.
Die Handyzellen selber sind meistens eckig oder oval. Das haengt vom
Hersteller ab. In seltenen Ausnahmenfaellen kann man auch schonmal
Zellen finden welche wie AAAA-Batterien aussehen.

Ein Nachteil von Lithiumakkus ist leider ihre stark schwankende
Ausgangsspannung. Eine Zelle mit 3.6V Nennspannung liefert voll 4.2V
und kann bis etwa 2.7V entladen werden. Das macht es fuer die meisten
Sachen notwendig einen Schaltregler zu verwenden. Ich nehmen dafuer den
TPS61032 von TI.
Zum laden benoetigt man im einfachsten Falle eine strombegrenzte
Spannungsquelle. Das geht z.B mit dem L200 von SGS. Ich arbeite
momentan aber an einer Loesung mit dem BQ24100 von TI.
Die genannten Schaltregler setzen aber Ahnung vorraus da sie mit 500kHz
und 1MHz Schaltfrequenz arbeiten und kein Gehaeuse haben das noch von
tattrigen Opas geloetet werden kann. ;-)

Ausserdem koennte es dich noch interessieren wie das SchutzIC im
inneren eines Handyakkus arbeitet. Besorg dir dafuer mal das Datenblatt
zum S-8231 von Seiko. Diese IC, oder ein dazu compatibles, findet man in
den meisten einfacheren Handyakkus. Das fettere IC was du um inneren des
Akkus auch noch findest ist kein IC sondern ein Doppel-MOSFET.
Bei Akkus fuer Sony-Handys findet man dann meist noch ein weiteres IC
welches nichts anderes macht als ueber 1-wire Bus eine Seriennummer
bereitzustellen.

Aber Achtung! Lithiumakkus sind nicht ungefaehrlich. Wer die genannten
Datenblaetter nicht lesen und verstehen kann ist definitiv ungeeignet
um damit rumzuspielen!

Olaf
Gast #130969
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@Rufus
>Das Gerücht, LiIon-Akkus hätten eine deutlich größere Kapazität als
>NiMh-Akkus, trifft meistens nicht zu.

Das ist wie mit Brötchen oder Kuchen: Die Größe gibt keinen Aufschluß
über das Gewicht!

Fakt ist aber, daß bei LiIo die Energiedichte höher als beim namentlich
wohl bekannten Sprengstoff TNT ist. Sollte so ein Akku mal hochgehen -
gut Nacht! Hier erklärt sich auch die meistens in den Akkupack
eingebaute Schutzschaltung. NiCd und NiMH reichen da bei weitem nicht
ran.

Dennoch bitte ich um Nachsicht - die hohe Selbstentladung bei NiMH (lag
mal bei ca. 25%/Monate) hatte ich vergessen.

Gruß,
Arne

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