Ein Schritt weiter in die falsche Richtung und mit ein Grund, warum ich
in D nie und nimmer ein Geschäft anmelden würde!
Ist halt ein Problem für die Firmen, wobei die zu entrichtende MWSt ja
wieder abgezogen werden kann. Der Schritt verhindert nur einen
Steuerhinterzug, der durch die Querlieferungen eifrig betrieben wurde.
Gerade mit dem reverse charge wurde viel Betrug begangen!
Das ganze Spielchen wurde mir mal von einem Steuerberater erklärt und
beruht darauf, dass es in den europäischen Steuergesetzen einige
Inkonsistenzen gibt, die dazu führen, dass man beim Umdefinieren von
Lieferungen und Leistungen die Steuerart ändert und zu anderen Sätzen
versteuert. Damit kann man mehr Vorsteuer abziehen, als man hinterher
zahlen muss. Ist sozusagen ein Fehler in der Matrix.
Ganz verstanden habe ich es nicht, aber die Methode wurde auch auf die
Dienstleistungen im Bereich engineering angewendet. Daher haben
Österreich, die das reverse charge Verfahren angeblich nie eingeführt
hatten z.B. neue Gesetze für das Verleihen von Ingenieuren erlassen, was
nun unbedingt über eine Firma in AT zu erfolgen hat, soweit ich weiss.
Auch die Schweiz hat 2010 da einiges geändert, sodass das klassische
Projektgeschäft eingeschränkt wurde, wobei es dort auch noch um die
Themen Krankenkassen und Festbeschäftigung ging.
In Deutschland hat das dazu geführt, dass gewisse englische
Recruitmentfirmen nun über Deutschland abrechnen müssen und eine
deutsche UST-Bilanz vorlegen müssen. Zuvor hat man einfach eine
online-Rechung geschrieben und das Geld kam dann irgendwo aus England
her angeflogen. Viele Selbständige haben dann "vergessen", die in
Deutschland bei der Steuer anzugeben, so wie es mit austrianischen
Rechungen passiert ist. Das Geld floss oft auf ein Konto in AT,
vorzugsweise die Vorarlberger Sparkasse, die dann eine
Kurztransforamtion auf das Konto ihrer Schwester in ST Margrethen in
Schweiz vornahm, wo man es sich dann abholen konnte.
Da die "gewissen englischen Firmen" nun eine Rechung nach Deutschland
bekommen, können sie leider nicht mehr so bilig anbieten. (Ich hatte
mich immer gewundert, wie die leben konnten, billig gegenüber dem Kunden
und trotzdem hohe Stundensätze zahlen).
Ein Insider hat es mal so dargestellt: Die englischen Firmen, verstehen
sich als eine Art Robin Hood. Sie nehmen es von den reichen Firmen und
verteilen das Geld an die armen Ingenieure, ohne es den reichen
Politikern zufliessen zu lassen. Das ist doch fein, nicht?