Damit ein DVI-Ausgang der Graphikkarte korrekt funktioniert, muss das
Kabel (und der Monitor) bereits vor dem Einschalten des Rechners
angeschlossen und eingeschaltet sein. Der analoge Ausgang der
Graphikkarte sollte nicht gleichzeitig an einem Monitor angeschlossen
sein.
Grund dafür ist die beim Einschalten durchgeführte Monitorerkennung;
die Graphikkarte muss herausfinden, welcher ihrer beiden Ausgänge als
"primärer" Ausgang zu nutzen ist.
Das Videotiming kann man bei Benutzung des DVI-Anschlusses eigentlich
überhaupt nicht verstellen, da es vom Monitor vorgegeben wird; die
Graphikkarte/deren Treiber sollten daher keine Möglichkeit zur
Verstellung der Bildwiederholfrequenz bieten. So ist das jedenfalls bei
allen Rechnern mit DVI, mit denen ich so zu tun habe.
Viele Graphikkarten haben einen DVI-I-Ausgang, das ist ein
DVI-Anschluss, über den auch das analoge VGA-Signal ausgegeben werden
kann; dafür gibt's dann entsprechende Adapter.
Das gleiche gibt es auch bei den DVI-Eingängen von einigen Monitoren,
die dann selbst erkennen, ob ein analoges oder digitales Signal
vorliegt.
Möglicherweise stoßen hier zwei derartige Automatismen aufeinander.
Dagegen hilft ein DVI-D-Kabel, bei dem die analogen Signale nicht
verbunden sind.
Oft ist auch ein Update des Graphikkarten-BIOS erforderlich; bei einer
ATI Radeon 7500 (die ich mir eigens wegen deren DVI-Ausgang angeschafft
hatte) traten bei Benutzung des DVI-Ausganges äußerst seltsame
Störerscheinungen ("Schnee" im Textmodus) auf. Diese hatten nichts
mit dem verwendeten Graphiktreiber zu tun, da sie bereits während der
BIOS-POST-Meldungen auftraten. Das Problem verschwand durch
Installation eines neueren Graphiktreibers - der das Graphikkarten-BIOS
aktualisierte. Darauf wird zwar nirgendwo hingewiesen, aber der jetzt
korrekte BIOS-POST-Bildschirm spricht Bände.
Das war eine der letzten "echten" ATI-Graphikkarten, bei der nicht
nur der Chip von ATI hergestellt wurde, sondern die komplette
Graphikkarte.
Jedenfalls lohnt die Verwendung von DVI, je höher die
Bildschirmauflösung ist, desto mehr. Bei einem XGA-Display wird ein
Unterschied in der Bildqualität meist nicht wahrgenommen, bei
SXGA-Displays ist das hingegen nur bei äußerst glücklichen
Kombinationen aus Graphikkarte (Signalqualität!) und gutem Monitor
(analoge Signalverarbeitung) der Fall.
Jenseits von SXGA sollte man einfach nichts anderes als DVI verwenden,
das muss man auch nicht weiter untersuchen.