Wellenausbreitung in Mäanderleitungen?

Gast #2816475
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Hi,

ich habe einen Rat-Race Koppler entworfen. Der Kreisring ist allerdings 
zu groß, daher habe ich ihn mit Mäanderleitungen neu gebaut. Dabei ist 
der Umfang des Kreises mit mittlerem Kreisradius genau so lang wie die 
Länge meiner Mäanderleitungen. Jedoch hat der Koppler in 
Mäanderrealisierung eine leicht höhere Mittenfrequenz, was für mich 
heißt die Länge der Leitungen des Mäanderkopplers sind etwas fürzer als 
die des Kreisrings...

Daher meine Frage, ob sich Wellen in gekrümmten Leitungen immer den 
kürzesten Weg suchen, also immer an der Innenseite der Krümmungen lang 
laufen?
#2816953
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Das ist ein in der Hochfrequenztechnik gut bekannter Effekt, verursacht 
durch das Uebersprechen (Crosstalk) zwischen benachbarten Stuecken der 
Maeanderleitung. Das ist immer eine Kombination aus kapazitiver und 
induktiver Kopplung. Etwas vereinfacht kann man sich vorstellen, dass 
ein Teil des Signals eine "Abkuerzung" nimmt und daher schneller 
ankommt. Die Staerke des Crosstalks haengt von dem Abstand der 
zueinander parallelen(!) Leitungsstuecke ab (keine Kopplung zwischen 
Stuecken, die zueinander im rechten Winkel stehen!); ab etwas 4-6 
Leiterbahnbreiten von Kante zu Kante ist der Crosstalk dann 
vernachlaessigbar klein. Ausserdem "verschmiert" der Effekt das Signal, 
wuerde mich also nicht wundern, wenn die Bandbreite der Koppler 
groesser, aber die Guete kleiner ist als berechnet.

Ein zweiter, kleinerer Effekt ist, dass der Strom sich bei Knicken in 
der Leitungsfuehrung nicht gleichmaessig ueber den Querschnitt verteilt, 
sondern der Grossteil an der Innenseite entlang fliesst. Was wiederum 
eine effektive Leitungslaenge ergibt, die kuerzer ist als die 
geometrische.

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