Hallo,
die erste Aufgabe einer Sicherung ist die Leitung vor Überlastung zu
schützen. Wird dies nicht gemacht besteht Brandgefahr (vor allem an den
Kontaktstellen, da diese oft den größten Widerstand in einem kleinen
Bereich haben und sich somit stark erwärmen).
Die zweite Aufgabe ist im Fehlerfall abzuschalten wobei dies durch eine
kurzzeitige Überlastung der Leitung ausgelöst wird (vom FI mal
abgesehen).
Im "Hochspannungsbereich" >= 230V ist es einfach, da wird vor jeder
Leitungsquerschnittsreduktion eine Sicherung verbaut (im Detail kommen
dann auch noch andere Punkte hinzu, sind aber hier nicht interessant).
Im Kleinspannungsbereich <= 50V gibt es sehr viele Bauteile, die eine
strombegrenzende Funktion im Fehlerfall haben, wodurch eine Sicherung
oftmals eher im Fehlerfall abschaltet, als die Leitung zu schützen.
Wann eine Sicherung verbaut wird und wann nicht ist damit eine
Abschätzungsfrage, von Kosten und Nutzen (gilt allgemein für alle
Sicherheitsvorkehrungen). Hat man jetzt eine elektronische Schaltung,
die maximal 12V 4A und bei einem Kurzschluss z.b. auf 6V 6A einbricht
muss man abschätzen, ob die Verletzungsgefahr durch die 36W akzeptabel
ist und wie groß die Schäden an der Schaltung und der Umgebung sein
können.
Bei deinem Beispiel mit der LED Leiste und dem Laptopnetzteil wäre die
sauberste Lösung meiner Meinung nach zwei Sicherungen. Die erste sitzt
direkt am Eingang (und schützt damit die Leiterplatine, da es ja darauf
zu einem Kurzschluss kommen könnte und auch keine Garantie besteht, das
nicht irgend jemand ein stärkeres Netzteil anschließt (z.b. mal ne
Autobatterie, die auch schnell mal 100A und mehr liefert)). Die zweite
Sicherung sitzt am Ausgang um den maximalen Ausgangstrom sicher zu
begrenzen.
Das ganze funktioniert aber natürlich auch ohne die beiden Sicherungen,
ohne das ein extremes Risiko entsteht.
Gruß Kai