Gast
#3866231
Hallo, ich würde gern mal eure Meinungen zu folgendem Szenario hören. Es geht um einen Server, auf dem eine Anzahl unkritischer, einige kritische und eine hochgradig kritische Site laufen. (Datenvolumen (ca. 2 TB / Monat) und Rechenleistung sind easy von einem einzelnen Server zu bewältigen, kritisch meint die finanziellen Folgen im Falle eines Totalausfalles) Im Wesentlichen handelt es sich um Typo3 und Magento Sites und ein paar Wordpress-Dinger. Ich bin gerade dabei die Sites von diesem Server auf einen neuen zu migrieren und dabei diverse Updates durchzuführen und zu testen. Dabei ist mir aufgefallen, dass das ein guter Zeitpunkt ist um noch mal neu über Katastrophenfälle nachzudenken. Im Moment läuft der Server mit einem Raid-1 und es wird drei Mal am Tag ein Backup erzeugt. Das Backup wird Nachts auf einen Backupserver an einem anderen Ort übertragen, der ansonsten nicht am Netz ist und auch wieder ein Raid als Massenspeicher hat. Der Hauptserver steht in einem regulären Rechenzentrum, der Backupserver in einem Bürogebäude. Soweit ist das eigentlich ganz nett, das Problem ist, dass ich vor kurzem eine Wiederherstellung für eine unkritische Site aus diesem Backup machen musste und ich muss zugeben, dass mich der Aufwand dafür etwas unvorbereitet getroffen hat (Zeitaufwand). Eine Wiederherstellung der hochgradig kritischen Site würde vermutlich Tage dauern, dazu kommt ja noch, dass ein lauffähiger Server Voraussetzung ist, auf dem auch die ganze benötigte Software lauffähig und installiert ist. Das merke ich im Moment: Da gibt es zwar im Grunde keine Probleme dabei einen entsprechenden Server aufzusetzen, aber es summiert sich ganz schön auf, die ganzen Tools zu installieren und wenn man irgendwo einen kleinen Fehler macht, kann es Stunden dauern, bis man den gefunden hat und weitermachen kann. Allein für die sehr trickreich konfigurierte LuaTeX Installation habe ich Stunden gebraucht. Der langen Rede kurzer Sinn: Vier Katastrophenfälle interessieren mich im Moment: 1. Hardwareschaden der mehr als eine Platte oder ein Netzteil betrifft. 2. Katastrophenfall im Rechenzentrum (Brand, Hochwasser, etc.) 3. Netzstörung 4. Hacker Alternativ zum aktuellen Stand, könnte ich mir auch vorstellen: Szenario 2: Ein zweiter Server wird aufgesetzt und in regelmäßigen Abständen werden die Applikationsdaten vom laufenden Server auf den slave runterkopiert. Über rsync bzw. MySQL Replication. Bei dieser Variante dürfte auch die Verbindung zwischen den beiden Servern etwas langsamer sein, denke ich. Der Vorteil wäre, dass ich auf diesem 2. Server alle Sites betriebsbereit habe, ich kann die Applikationen mit ihrem Backup-Datenbestand testen und im K-Fall kann ich einfach über den Naheserver auf diesen Server umschalten und habe nur einen Tag an Daten verloren. Das ist zwar nicht schön, aber der Betrieb geht recht zügig weiter. Bis zur nächsten Synchronisation hätte ich außerdem einen Testserver, auf dem ich Anpassungen an der Konfiguration test kann. Nachts wäre dann wieder alles beim alten. Meines Erachtens bietet mir dieses Szenario auch einen kurzfristigen Schutz vor Hackern, jedenfalls wenn sie nach „Erst zerstören dann denken” handeln. Szenario 3: Replikation über DRBD Vermutlich würde ich im Störungsfall keine Daten verlieren und die Applikationen würden praktisch ungestört weiterlaufen, aber wie stark bremst sowas aus? Brauche ich da 10 GB/s zwischen den beiden Servern? Wenn ein Hacker eine Datei auf dem einen Server löscht, ist sie direkt auch auf dem anderen gelöscht, für diesen Fall also 0 Sicherheit, selbst bei einem unfähigen Hacker, oder? Vielen Dank für eure Meinungen Timm