Ätzanlage selber bauen!

Gast #289260
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Hallo!
Sorry, erstmal, falls es schon nen Thread gibt, aber ich hab bei der
Suche nix gefunden...

Also, ich möchte mir eine Ätzanlage selber bauen, am besten mit HCl!
Da ich Schüler bin, sollte das ganze möglichst günstig sein, also
schreibt mir bitte wenn jemand nen einfachen Bauplan kennt!

Größer als ne Europlatine werde ich sicher nie ätzen, das wäre also
schon ausreichend!

Danke!

Tobi
Gast #289262
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Du brauchst: einen Kunststoff / Acrylbehälter, eine Aquariumpumpe mit
Luftschlauch und Sprudelschlauch, eine Aquariumheizung, die bis ca.
40°C reicht und eine Aufhängevorrichtung für die Platinen. HCL als
Ätzmedium möchte ich Dir nicht empfehlen, nimm Natriumpersulfat - ist
unkompliziert und schnell, allerdings auch gesundheitsschädlich, wie
alle Ätzmaterialien. Ferner brauchst Du noch Entwickler
(Natriumhydroxid) nebst Schalen zum Schwenken und ´ne Platinenzange und
eine Belichtungsapparatur, die mit UV-Licht arbeitet. Insgesamt wirst Du
mit Arbeitszeit etwa auf 150-200 Euro kommen. Ob´s funktioniert, ist ´ne
andere Sache. All das kann man auch fertig kaufen (Firma ProMa, ehemals
isel), am günstigsten bei Reichelt. Da hat man dann auch die Garantie,
daß es funktioniert.
Gast #289265
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als Schüler hatte ich früher mit FeCl geätzt. Auf einer alten
Warmhalteplatte (die hatte 55 Grad geschafft) und mit Platine auf und
abbewegen hat es ca. 10 min gedauert. Soviel Zeit sollte man als
Schüler noch haben...
Jetzt habe ich auch gerade eine Ätzküvette gebaut. Das hat gekostet:
20€ für das Glas, fertig zugeschnitten (aber die Kanten musste ich
selber abschleifen)
8€ für die kleinste aber ausreichende Luftpumpe aus dem Aquarienbedarf
8€ für einen Sprudelstein aus Keramik (Stein gibts für 2€)
15€ für eine 100W Aquarien Heizung
vielleicht noch 10€ für Kleinkram wie Schlauch, Silikon zum Kleben
usw.
Das Ätzen dauert auch 8-10 min. aber man kann das jetzt so Laufen
lassen ohne die Platine zu schaukeln. Und ob die Resultate besser sind
kann ich nicht sagen weil ich vorher keine SMD Platinen gemacht habe.
#289266
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Wenn du unbedingt mit HCL ätzen willst, reicht eine Schale dafür aus. In
einer Ätzanlage kann das Zeug sogar sehr gefährlich sein.
Für eine Küvette hat es JoJoS oben schon beschrieben. Soviel hab ich
für meinen Selbstbau (30cm x 35cm x 3,5cm) auch in etwa bezahlt.
Die Maße kannst du dir ja frei wählen, nur in der Hohe und Tiefe darauf
achten, das 1. der Heizstab ausreichend eintaucht und 2. das er zwischen
die Scheiben passt. Also erst bauen, wenn du schon eine Heizung, bzw die
Maße davon vorliegen hast.
Aber es wurde ja auch schon oben gesagt, wenn du nur ab und zu mal
ätzen möchtest, ist Fe3Cl Schalenätzen immer noch das günstigste und
einfachste Verfahren.

Gruß
Micha
Gast #289267
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Hallo!

Naja, ich möchte eigentlich zuhause ätzen können, da ich teilweise auch
sehr sinnlose Schaltungen entwerfe (die nicht wirklich zu gebrauchen
sind) und auch Schaltungen die ziemlich eilig sind!

In der Schule muss ich min 1 Monat warten bis das Layout mal beachtet
wird, außerdem habe ich keinen besonders guten Draht zu dem Lehrer,
d.h. 3 mal muss ich was ändern weil ihm was nicht passt (zu dünn, zu
eng, ...) und sonderlich billig ists dort auch nicht!

Die Küvette sollte kein Problem sein, ein Freund von mir ist Glaserer,
das bekomme ich sicher ganz günstig!
Sprudelsteine gibts ja auch fast geschenkt, und Pumpe habe ich
bereits!
Wegen der Heizung muss ich mich noch umschauen, ob ich da was finde
sonst muss ich halt eine kaufen!
Ich hab auch vor jetzt mit Natriumpersulfat zu ätzen :)

Dann brauche ich eigentlich nur noch einen Belichter!
Hab mir gedacht, ich kann da einfach einen Gesichtsbräuner nehmen, sehe
ich das richtig?
Die gehen bei ebay sehr sehr billig her!

Danke für die Antworten!

Tobi
Gast #289269
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Gesichtsbräuner (mit UV-Röhren) geht sehr gut. Die Gesichtsbräuner mit
den Quarz-Brenner würde ich nicht empfehlen. Die können sehr heiss
werden.

Vor den Gesichtsbräuner ist eigentlich nie eine Scheibe. Das UV soll ja
nicht geblockt werden, weil das Gesicht ursprünglich mal braun werden
sollte...

Nicht jedes Glas lässt UV-Lich gleich gut durch. Die Scheiben von
teureren Bilderrahmen aus dem Fachgeschäft, blocken UV-Licht in der
Regel sehr gut. Die Scheiben vor Billigst-Rahmen aus Baumärkten lassen
in der Regel das UV-Licht recht gut aus.

Wenn Dein Freund Glaser ist, soll er Dir eben eine UV-Durchlässige
Glasscheibe zum Belichten besorgen. Das sollte kein Problem sein.

Bei meinem Gesichtsbräuner habe ich übrigens einfach zwei Holzlatten
mit Zwei-Komponenten-Kleber aufgeklebt, so dass ich ihn überkopf auf
den Tisch stellen kann und immer den gleichen Belichtungsabstand zur
Vorlage habe (Belichtungsreihe!).
Gast #289270
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Ich habe mir auch überlegt, die Platine nicht auf die UV Röhren zu
legen, sondern die UV-Röhren auf die Platine, dann habe ich das Problem
mit dem Glas nicht!

Unterm Strich kommt das ganze glaub ich gar nicht so teuer wie ich mir
das vorgestellt habe :)

Tobi
Gast #289271
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@ Tobi

warum versuchst Du es nicht mit dem Tonertransfer?
Den Laserdrucker und das Laminiergerät, die zu beschaffen sind, könnte
man dann ja auch anderweitig gebrauchen. Sauberer ist es auch.

Gruss
Dmitri
Gast #289272
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150 - 200,-€ brauchst Du definitiv NICHT ausgeben.

Gesichtsbräuner: e-Bay 5,- + Versand
Glas: 10,- (wenn Dein Kumpel Glaser ist, wohl noch günstiger)
Silikon zum kleben: 5,-€ (darauf achten, das es säurebständig ist)
Wasserkocher (zum vorheizen der Chemikalien, sonst wartest Du sich tot)
5,- €
Heizung: entweder Aquarienheizung (ca. 15,-€) oder einen Hochlastdraht-
widerstand in einem mit Sand gefüllten Reagenzglas (~ 1,-€)
Sprudelstein und Pumpe (ca.15,- original vom Zoohandel)
oder Sprudelstein und als Pumpe einen ausgedienten
Kühlschrankkompressor
(2,- für den Sprudelstein)
Kleinteile: ~ 5-10,-€

Es muß nicht immer alles teuer sein. Und wer handwerklich nicht ganz
ungeschickt ist, bekommt das ohne Probleme hin.

Gruß
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Gast #289274
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Und hier mal die ganze "Anlage":

Belichter: umgebauter Scanner mit e-Bay Gesichtsbräuner (umbau)
Küvetten: die Alten (selbstbau)
Wasserkocher mit Thermometer (umbau)
Bohrständer (selbstbau)
Was darauf nicht zu sehen ist, ist der Platinenschneider (habe ich im
Thread: "Platinen schneiden" reingestellt) (selbstbau)

Man kann also sehen, dass man viel selber machen kann und nicht
unbedingt ein Vermögen dafür ausgeben muß.
Zudem muß ich sagen, dass es natürlich auch primitiver und evtl.
noch günstiger geht als meine "Anlage".

Gruß
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Gast #289275
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Ach ja - selbst der Radiallüfter am Bohrständer, welcher dafür sorgt,
dass der Bohrstaub abgesaugt wird, ist kpl. selbst gebaut.

Man muß einfach etwas Fantasie haben und auch mal etwas probieren.

Die Beschriftungen und Aufkleber schneide ich mit meinem
Schneideplotter
(beruflich) !

Gruß
Gast #289277
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Hallo!

Ja, ich hatte tatsächlich vor einen alten Kompressor eines Kühlschrank
zu nehmen, wollte mich aber nicht lächerlich machen mit der Idee :)

Eine Frage hab ich noch!
Du hast den Sprudelstein unten, richtig?
Die Aquarienheizung am Rand, sehe ich das auch richtig?
Was ist dann der Streifen in der Mitte? Thermometer?

Tobi
Gast #289278
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Hallo

@Dmitri
Das ist ein original Dremel ! Vergleichbare Geräte bekommt man
ab und an mal bei div. Märkten (Penny, Aldi, ....) für unter 20,-€.
Vorteil gegenüber de, Original: günstiger, schon mit biegsamer Welle
und genauso gut. Ich habe mittlerweile einen original Dremel
und 3 "nachgemachte".

@Tobi
Ich habe keinen Sprudelstein sondern ein eine gelöcherte Platte,
in die ich auf der Unterseite Kanäle mit der Dtandbohrmaschine gefäst
habe. Anbei ein Bild dazu. Einmal die Sicht von unten und einmal die
Sicht von oben.

Gruß
Angehängte Dateien:
Gast #289284
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Hi

@Tobi
Ja der ist auch selber gemacht.
Es ist eigentlich alles mit den einfachsten Mitteln gebastelt worden.
Z.B. Dremelersatz, Akku-Schrauber, Standbohrmasch., Werkzeug !
Die verwendeten Materialien sind oftmals Abfälle gewesen.

Beim Kühlschrankkompressor solltest Du darauf achten, dass Du
am Auslass (also bevor die Luft aus dem Kompressor in die Küvette
geht)
einen Filter vorsetzt (z.B. eine alte Filmdose gefüllt mit etwas
Aquarienwatte), da beim Betrieb des Kompressors etwas Öl austritt,
was sonst in der Küvette landen würde. Zudem sollte man dem Kompressor
an der Einlaßseite ab und zu ein wenig Kompressoröl gönnen.

Gruß
Gast #289287
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> Da ich Schüler bin, sollte das ganze möglichst günstig sein, also
> schreibt mir bitte wenn jemand nen einfachen Bauplan kennt!

Na dann nehme mal besser Fe-III-Cl. Für eine "Ätzmaschine" benötigst
du eigentlich nur ein Gurkenglas mit Schraubdeckel für kleinere
Platinen und für größere geht eine Kunststoffdose, die es im Dreierpack
in jedem Billigladen gibt.
Gast #289288
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Hallo ,,,, :) (<- cooler nick 8))

naja, dafür ists jetzt schon fast zu spät!
So billig wie möglich hab ich geschrieben, weil ich eigentlich damit
gerechnet habe, dass mich das mehr als 100€ kostet!

Nachdem dem aber nicht so ist, kanns ruhig sowas in ner Küvette sein,
außerdem macht glaub ich das ätzen mit sowas viel mehr Spaß :P

Naja, freu mich schon drauf, bis Weihnachten oder so sollte es dann
fertig sein!

Tobi
Gast #289292
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Gibt es in Östereich keine Elektronikversender, wie Conrad oder
Reichelt
bzw. liefern diese nicht nach Östereich ?

Sonst gibt es noch die Möglichkeit der Apotheke !
Aber selbst "technisch reines" Natriumpersulfat ist fast nicht
bezahlbar
im Vergleich zu Persulfat vom E-Versender.

Gruß
Gast #289294
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suchst du dir einfach jemanden der in deutschland wohnt und der bestellt
das für dich und dann soll er dir das schicken :)

ich glaube für ein paar euro findest du schon jemanden :)

oder bei ebay gibts auch ätzmittel bzw. entwickler

mfg
Gast #289295
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Hallo Tobi,

bis vor einiger Zeit habe auch meine Erfahrungen beim Belichten von
Platinen gemacht. Mal klapptes gut, mal schlecht. Dann fand ich die
Seite von Thomas Pfeifer http://www.thomaspfeifer.net/index2.htm. Unter
Tricks hat er mit einem Bügeleisen die Platinen belichtet. Halt stimmt
so nicht ganz --- auf einfaches Papier(Reicheltkatalog) mit einem
Laserdrucker gedruckt und dann die Druckerschwarze auf die Kupferseite
aufgebügelt. Papier ablösen fertig. Ätzen.
Ich mußte noch am gleichen Tag es ausprobieren und was soll ich sagen,
holla es geht besser als mit meinem Belichter. Den habe ich bei Ebay
schon verschärbelt-1.2.3- weg den Mist.
Also die Stuckturen sind besser als erwartet, und die Bügeleisentechnik
hat sich schon im meinem Bekanntenkreis breit gemacht, da belichtet
keiner mehr.
Foilienschweißgeräte sind echt der Hit.

Als Ätzmittel nehme ich nur Natriumpersulfat. Wo es das bei euch gibt
??
Viel Spass beim Basteln

Gruß Condor

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