Hallo, ist euch schon einmal aufgefallen, dass (fast) jeder den Erfinder der Glühlampe kennt, aber nahezu niemand den der Energiesparlampe bzw. LED? Wir leben aktuell in einer Zeit wohlstandserhaltender statt wohlstandssteigernder Innovationen. Als KFZ, Eisenbahn, Flugzeug etc. erfunden wurden, fürchteten die Menschen sich vor dem Geschwindigkeitsdelir. Bei einer Reisegeschwindigkeit über 30 km/h könne man schwer krank werden. Doch Fernweh, Reiselust und wirtschaftliche Chancen wahren attraktiver als dieses potenzielle Risiko. Schließlich versprach diese Innovation die Möglichkeit entfernte Orte in annehmbarer Zeit zu erreichen. Solar- und Windkraft, Kernfusion, Elektroauto, LED-Lampe usw. ermöglichen kaum eine Steigerung von Wohlstand oder Lebensqualität. Sie verhindern eher eine Abnahme der Lebensqualität in ferner Zukunft, weil weniger radioaktive Abfälle, CO2 in der Atmosphäre etc. hinzukommen. Doch die ausbleibende unmittelbare/sofortige Wohlstandssteigerung sorgt kaum für Akzeptanz, insbesondere wenn andere potenzielle Gefahren lauern, z. B. Brandrisiko bei Elektroautos. Bei öffentlichen Diskussionen vermisse ich überhaupt die Betrachtung aus technischer Sicht. Es wird häufig über Steuerungsinstrumente, wie CO2-Zertifikate, Ökosteuer sowie über persönlichen Verzicht (Lastenrad statt Auto) gesprochen als über technische Maßnahmen. Wenn jemand doch über technische Möglichkeiten spricht, wird er schnell als Spinner abgetan oder ihm werden persönliche wirtschaftliche Interessen unterstellt (welche ja nicht einmal schlimm wären). Wir sind damit an einem Punkt angekommen, dass bessere Technologie oft links liegen gelassen werden, weil sie nur die Umwelt schützen, aber keine spürbare individuelle Verbesserung bringen. Eigentlich ist das kein ingenieurtechnisches Problem mehr. Es ist zwar technisch alles nahezu problemlos lösbar, aber man möchte eben aus Prinzip keine Windkraftanlagen in 15 km Entfernung, weil möglicherweise Infraschall. Solar möchte man auch nicht, weil Brandrisiko, Elektrosmog und weil jemand anderes damit Geld verdienen könnte. Wie kann man solche gesellschaftlichen Probleme eigentlich lösen? Werden Ingenieur in Zukunft überhaupt noch öffentlich ihren Beruf nennen können, ohne als Landschaftsverspargler denunziert zu werden?
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