Röhrenfan schrieb:> Genau diese EL34 hat nur den 57k Gitterwiderstand (Die anderen 580k) und
Wenn der Widerstand zu heiß wird, kann auch mal sich nur ein Ring
verfärben. Orange und Gelb sind dafür typische Kandidaten.
Kann auch sein, dass der Widerstand mal als provisorische Lösung
verändert wurde, weil einer Röhre einen Schlag hatte.
Röhrenfan schrieb:> Den 2. Verstärker habe ich ich noch nicht komplett durchgemessen weil
Die Kathodenspannung und Gitterspannung deren zwei Endstufenröhren
hättest Du schon messen sollen und hinschreiben sollen.
Zeno schrieb:> Jaein, das Orginal benutzt Enweggleichrichtung und da geht die> Kathodenkombination direkt zum Trafo.> Der Verstärker des TO hat halt Grätzbrücken verbaut und da geht die> Kathodenkombination logischerweise zum Minuspol.
Okay, hab verstanden. Bleibt also noch der falsch gezeichnete
Gleichrichter.
Dennoch sehe ich keinen Grund für das Glühen der Anoden. Auch mit
niedrigen G1-Ableitwiderständen wird der Arbeitspunkt vom
Spannungsabfall an den Katodenwiderständen bestimmt.
Kämen für mich zwei Kandidaten in Frage, der Koppelkondensator des
Treibers, oder der Katodenkondensator weisen einen Feinschluß auf.
Aber das gleich dreimal? Unwahrscheinlich.
Scheinbar gibt es noch etwas in dem Schaltplan, was wir noch nicht
kennen.
Phasenschieber S. schrieb:> Scheinbar gibt es noch etwas in dem Schaltplan, was wir noch nicht> kennen.
Oder einer hat das Ding mal verbastelt. Darauf deuten einige Details in
den Schaltplänen des TO hin, z.B. der Serienwiderstand bei der Heizung.
Kritisch ist wohl bei dieser speziellen Verstärkerschaltung auch der C
am Gitter der Vorstufe der das Signal nach Masse kurz schließt. In der
Schaltung von Fritz Kühne ist da nur 1nF, in der Schaltung des TO
hingegen 0,47µF. Der größere Kondensator ist zwar für die Bässe gut,
aber dadurch soll wohl der Verstärker zum niederfrequenten Schwingen
neigen. So ist es zumindest hier
https://www.radiomuseum.org/forum/ppp_endstufen_in_neuem_licht.html
beschrieben. Ich selbst kenne die Schaltung zu wenig um da mit Erfahrung
punkten zu können.
Man sollte sich einfach mal verschiede Schaltungsvarianten ansehen. Bei
der Schaltung R. J. de Cneudt ist der besagte Kondensator mit 0,2µF
bemessen aber mit einem Widerstand von 100kOhm gebrückt. Die
Kathodenkombinationen und die Gitterwiderstände der Endröhren sind
hingegen in beiden Schaltungen gleich.
Dem TO ist eigentlich nur zu empfehlen möglichst viele Quellen mit
PPP-Verstärker durchzuackern. Grundlegende Dinge und die Stolperfallen
bei diesem Verstärkerkonzept sind in obigen Link recht ausführlich
beschrieben.
In jedem Falle sollte der TO erst mal Symmetrie an der Enstufe
herstellen. Bei den Widerständen würde ich mich auch nicht nur auf den
aufgedruckten Wert verlassen. Einseitig ablöten und Messen dürfte hier
am ehesten zielführend sein. Es kommsicher hier auch nicht auf den
Absolutwert an, zu Zeiten als dieser Verstärker gebaut wurde, waren bei
den Bautelwerten durchaus Toleranzen von 10-20% üblich, d.h. 270Ohm
könnten auch 220Ohm oder 320Ohm sein. Das ist erst mal auch nicht weiter
schlimm aber die 2 Kathodenwiderstände sollten schon möglichst gleich
sein. Bei dem wohl einzig industriell hergestellten PPP-Verstärker der
Firma Messtechnik und Elektronik, Lange & Klein wurden wohl aus diesem
Grund auch auf 1% tolerierte Bauteile eingesetzt - man hat das damals
bestimm nicht ohne Grund getan. Nachzulesen ist dies ebenfalls im oben
verlinkten Artikel.
Nach dem Studium des verlinkten Artikels glaube ich das das Ding
niederfrequent schwingt. Es bräuchte wahrscheinlich auch mal ein Oszi,
um dies zu verifizieren.
Zeno schrieb:> Nach dem Studium des verlinkten Artikels glaube ich das das Ding> niederfrequent schwingt. Es bräuchte wahrscheinlich auch mal ein Oszi,> um dies zu verifizieren.
Daran habe ich auch schon gedacht und um sowas feststellen zu können,
ohne einen Oszi zur Verfügung zu haben, hatte ich mir vor ewigen Zeiten
einen Tastkopf gebastelt, nach dem im Bild gezeigten Prinzip.
Das Ding hat mir viele Jahre lang gute Dienste erwiesen.
Dieter schrieb:> Die Kathodenspannung und Gitterspannung deren zwei Endstufenröhren> hättest Du schon messen sollen und hinschreiben sollen.
Hat er hier Beitrag "Re: Hilfe Bei Reparatur Röhrenverstärker"
ja prinzipiell gemacht. Allerdings sind manche Angaben recht unlogisch.
Z.B. stehen am Minuspol des Ladeelkos 378V und am Pluspol 380V. Da wurde
definitiv mit falschem Bezug gemessen.
Die Gitterspannung am Gitter gemessen ist Käse. Das ist genau die
Spannung die über dem Kathodenwiderstand abfällt.
Die Messung des Schirmgitterstromes wär auch mal interessant.
Ich würde mir mal ne Veröffentlichung suchen wo die Schaltung bis ins
Detail beschrieben ist und wo auch mal ein paar Spannungs- und
Stromwerte stehen. Muß ja nicht 100% identisch mit Schaltung des TO
sein. Einfach damit man mal ein Gefühl für die Größenverhältnisse
bekommt.
Phasenschieber S. schrieb:> Daran habe ich auch schon gedacht und um sowas feststellen zu können,> ohne einen Oszi zur Verfügung zu haben, hatte ich mir vor ewigen Zeiten> einen Tastkopf gebastelt, nach dem im Bild gezeigten Prinzip.
Tja man muß sich halt irgendwie zu helfen wissen. Entweder hat man Kohle
für's passende Equipment oder Kreativität, dann geht's eben auch mal
ohne Kohle.
Wir brauchen uns nicht auf irgendwelches hoch- oder niederfrequente
Schwingen zu versteifen. Zunächst sollten einfach die
Koppelkondensatoren am g1 der beiden EL34 abgehängt und erneut gemessen
werden.
@Röhrenfan: wieso mißt Du immer irgendwo negative Spannungen an der
Katode und am g1? Es ist doch nun ganz einfach: COM des Meßgerätes an
Masse. Mit dem Anschluß des Meßgerätes, an dem + dransteht, gehst Du die
einzelnen Punkte der Schaltung ab.
Willi schrieb:> @Röhrenfan: wieso mißt Du immer irgendwo negative Spannungen an der> Katode und am g1? Es ist doch nun ganz einfach: COM des Meßgerätes an> Masse. Mit dem Anschluß des Meßgerätes, an dem + dransteht, gehst Du die> einzelnen Punkte der Schaltung ab.
Um in dieser Schaltung die Gittervorspannung der Endröhren zu messen,
geht es halt nicht ganz so einfach, weil die Kathodenkombination eben
nicht auf Masse liegt. Der Massebezug wird über den Ausgangstrafo
hergestellt, d.h. das Bezugspotential ist dadurch etwas verschoben.
Wenn man das Messinstrument einseitig an Masse klemmt, dann muß man auf
beiden Seiten der Kathodenkombination messen. Die Differenz zwischen
beiden Werten entspricht dann der negativen Gittervorspannung.
Eigentlich mißt man auch keine negativen Spannungen in
Röhrenschaltungen. Alle Spannungen gegen den Bezugspunkt sind positiv.
Die für den Betrieb der Röhre erforderliche negative Gittervorspannung
wird, bis auf wenige Ausnahmen, durch das Zusammenspiel von
Kathodenwiderstand und Gitteraleitwiderstand erzeugt - man macht die
Kathode gegenüber Bezugspotenzial einfach positiver und legt das Gitter
über den Gitterableitwiderstand einfach auf Bezugspotenzial. Ausnahmen
von dieser Art der Erzeugung der Gittervorspannung, wäre z.B. die
Erzeugung über Gitteranlaufstrom, da entsteht die Vorspannung durch
einen, wenn auch sehr geringen Gitterstrom über einen hochohmigen
(10MOhm) Widerstand. In B-Endstufen wird die Vorspannung über eine
separate Gleichrichterstrecke, also quasi ein eigenes Netzteil, erzeugt.
Im Zusammenhang mit Verbundröhren gibt es noch eine weitere Variante der
Erzeugung, die sich halbautomatische Gittervorspannungserzeugung nennt.
Am Gitter 1 wird gar nichts gemessen, zumindest nicht bei dieser
Schaltung. Wer dort misst, misst Mist.
Die Spannungen die der TO an der Enstufe gemessen hat, sind ja fürs
erste OK, auch wenn er kein System hat/hatte. Bei diesen gemessenen
Werten bekommt die EL34 normalerweise keine roten Backen.
Interessant, aber das schrieb ich schon, wäre auch noch mal den
Schirmgitterstrom zu messen. Auch mit einem zu hohen Schirmgitterstrom
kann man eine Röhre überlasten.
Zweiter Punkt wäre noch mal die Heizung. Am Trafo liegen lt. TO 6,5V,
was erst mal OK ist. Die sollten natürlich auch an den Röhren ankommen
und nicht wie vom TO behauptet 6V oder weniger. Die Röhren leuchten wie
Osram und das ist ein Zeichen dafür, das die Heizspannung eher zu hoch
als zu niedrig ist.
Ein dritter Punkt wäre noch mal die Überprüfung der
Gleichrichterstrecken. Bei dieser Schaltungstechnik kommt es halt auf
die Symmetrie beider Spannung an. Ein Oszi wär hiebei durchaus aus
hilfreich, da man dann an Hand der Restwelligkeit sieht ob nicht doch
eine Diode defekt ist. Durch Messen der Spannung am Ladekondensator
sieht man das nicht unbedingt, da kann sich durchaus im Ruhezustand bzw.
bei geringer Belastung ein plausibler Wert einstellen. Habe ich alles
schon gehabt. Wenn der TO keinen Oszi hat, dann muß er halt jede Diode
einzeln prüfen. Dabei darf die Grätzbrücke weder am Trafo noch am
Ladeelko angeschlossen sein, um Fehlmessungen sicher zu verhindern.
Muß mich doch noch etwas korrigieren. Die vom TO gemessenen Werte sind
doch nicht so OK wie es auf den ersten Blick scheint.
Wenn ich mir hier
http://www.jogis-roehrenbude.de/EL34-Story/EL34-Seite2-Dateien/EL34-Daten.htm
noch mal das Datenblatt und die Kennlinienfelder anschaue, dann trifft
wohl, bei den Werten die der TO gemessen hat (UA=382V, UG2=370V und
UG1=-24V) das Kennlinienfeld 4 bzw das auf Seite 15 zu. Wenn man in
dieser Kennlinie mal den Schnittpunkt zwischen der Linie für UG1=-24V
und der Anodenspannung (382V) sucht, dann wird man feststellen, das die
maximale Verlustleistung der Röhre überschritten ist.
Hatte ich doch geschrieben, daß die Anoden glühen.
So, jetzt wäre dem abzuhelfen. Einfach Rk zu vergrößern sorgt zwar
dafür, daß die Anode nicht mehr überlastet wird, aber auch, daß bei
Aussteuerung der Arbeitspunkt zu weit in Richtung des B-Betriebes
verschoben wird.
Man könnte die Katodenkombination um eine passende Z-Diode aufstocken.
Willi schrieb:> Einfach Rk zu vergrößern sorgt zwar> dafür, daß die Anode nicht mehr überlastet wird, aber auch, daß bei> Aussteuerung der Arbeitspunkt zu weit in Richtung des B-Betriebes> verschoben wird.
Nein der völlig falsche Ansatz, damit wird nicht die Ursache des Fehlers
beseitigt, sondern nur dessen Auswirkung überdeckt. Als negativer
Nebeneffekt kommt noch hinzu das die Enstufe nicht mehr voll symmetrisch
aussteurbar ist, der Klirrfaktor wird bei höheren Aussteuerungen extrem
ansteigen.
Die Dimensionierung der Schaltung entspricht in dieser Betriebsart,
schon den Vorgaben des Röhrenherstellers, das kann man ohne große Mühe
aus dem Datenblatt (hatte ich ja verlinkt) herauslesen.
Die Ursache für die fehlerhafte Funktion ist also nicht in der
Dimensionierung zu suchen, sondern sehr wahrscheinlich in dem Ausfall
eines Bauelementes. Es gilt herauszufinden welches Bauelement die
Fehlfunktion verursacht und dazu muß man systematisch arbeiten. Los
gehts im Netzeil. Wenn dort alles i.O. ist kommt die Enstufe selbst
dran, zuerst von der Vorstufe getrennt indem man mal die
Koppelkondensatoren ablötet. Dann lötet man selbige wieder ein und steck
aber noch keine Vorröhre. Die Werte der Enstufe dürfen sich hierbei
nicht verändern, tun sie es doch wird wohl ein Koppelkondensator defekt
sein. Jetzt erst wird die Vorröhre eingesteckt und erneut alles geprüft,
aber bis es soweit ist hat der TO noch ne Menge zu tun.
Es wird ihm wohl nichts anderes übrigbleiben als alle Bauelement zu
prüfen, notfalls muß er sie raus oder zumindest einseitig ablöten. Durch
alleiniges Messen wird man hier wohl nicht mehr weiter kommen, da sich
die meisten veröffentlichten Schaltungen mit PPP-Verstärkern bezüglich
der zu erwartenden Spannungspegel eher bedeckt halten.
Erst mal muß die Spannungsversorgung in Ordnung gebracht werden, denn da
ist was oberfaul. Knapp 400V Anodenspannung ist an dieser Stelle einfach
zu viel.
Zeno schrieb:> Willi schrieb:>> Einfach Rk zu vergrößern sorgt zwar>> dafür, daß die Anode nicht mehr überlastet wird, aber auch, daß bei>> Aussteuerung der Arbeitspunkt zu weit in Richtung des B-Betriebes>> verschoben wird.> Nein der völlig falsche Ansatz, damit wird nicht die Ursache des Fehlers> beseitigt, sondern nur dessen Auswirkung überdeckt. Als negativer> Nebeneffekt kommt noch hinzu das die Enstufe nicht mehr voll symmetrisch> aussteurbar ist, der Klirrfaktor wird bei höheren Aussteuerungen extrem> ansteigen.
Ich erklär's nochmal ganz genau, weil man erweiterte Kenntnisse über
Röhrenschaltungen heute nicht mehr voraussetzen kann. Also:
Um die Anodenverlustleistung zu senken und damit das Glühen selbiger zu
beenden, muß der Anodenstrom herunter. An der Anodenspannung läßt sich
kaum was ändern, da durch den Trafo vorgegeben.
Ich gehe dabei davon aus, daß der TE nun endlich mal, wie vor langer
Zeit schon angemerkt, die Einkoppelkondensatoren ab hatte und
feststellen konnte, daß es nicht an denen liegt.
Der Anodenstrom muß also gesenkt werden.
Das kann man verschiedentlich bewerkstelligen, in der hier dargestellten
Schaltung könnte man versucht sein, den Katodenwiderstand zu erhöhen.
Das funktioniert zwar im Gleichstromfall.
Bei größerer Aussteuerung wird aber durch den Katodenwiderstand
realisiert, daß der Arbeitspunkt von nahe dem A-Betrieb in Richtung
B-Betrieb absinkt, was auch völlig in Ordnung und so beabsichtigt ist,
es ist schließlich ein Merkmal der Betriebsklasse AB (mit festem
Arbeitspunkt wurde damals als Klasse D bezeichnet).
So. Man bräuchte also mehr Spannung an der Katode, aber möglichst
denselben Widerstand weiterhin zum Verschieben des Arbeitspunktes. Dazu
kann man eine Z-Diode in Reihe zum Katodenwiderstand anbringen. Deren
Spannungsabfall ist weitgehend unabhängig vom Strom, trägt also nichts
zu einer aussteuerungsabhängigen Verschiebung des Arbeitspunktes ein.
Die vergebauten Katodenwiderstände sind übrigens für den AB-Arbeitspunkt
zu groß. Dort ist die Rede von 130 Ohm gemeinsam (was hier nicht geht),
also 260 Ohm pro Röhre. 270 Ohm werden wohl passend sein und sollten
auch verwendet werden.
Im V25 vom Funkwerk Kölleda sind die Endröhrenkatodenwiderstände auch
einstellbar, die maximale Größe liegt bei 285 Ohm. Dort hatte man dann
folgende Werte: Ua=385V, Ia=70mA, Uk=24V und Ug2=350V.
Wenn man sich um die Schirmgitterspannung kümmert, könnte(!) das dem
Anodenglühen abhelfen, ohne daß man die Katodenkombination um Z-Dioden
erweitert: die Widerstände, welche die Vorstufen- und
Schirmgitterspannungen sieben, sind mit 1,2k zu klein. In der
Applikationsschaltung sind 2k vorgesehen. Hier könnte man ein wenig
probieren.
> Die Dimensionierung der Schaltung entspricht in dieser Betriebsart,> schon den Vorgaben des Röhrenherstellers, das kann man ohne große Mühe> aus dem Datenblatt (hatte ich ja verlinkt) herauslesen.
Weiter oben steht's deinerseits anders ... :-)
> Erst mal muß die Spannungsversorgung in Ordnung gebracht werden, denn da> ist was oberfaul. Knapp 400V Anodenspannung ist an dieser Stelle einfach> zu viel.
382V sind von den 375V im Telefunken-Datenblatt so weit nun nicht
entfernt. Der AB-Arbeitspunkt im Datenblatt liegt aber so, daß Qamax
exakt erreicht wird. Da ist keine Reserve mehr nach oben. Wachsen Ua
bzw. Ug2, dann wird es zuviel.
Peter D. schrieb:> Aus der Rubrik, Opa erzählt vom Krieg
ach ja, ich find's spannend. Ist eben historische Technik. Irgendwann
sind auch die, heute modernsten, Fluke & Co- museumsreif. Ich bezweifele
allerdings daß sie dann noch funktionieren, im Gegensatz zum
Analoginstrument.
Röhrenfan schrieb:> und> die Spannungsmessung hat ergeben dass dort 4V fehlen (-24V am> Kathodenwiderstand vs. -20V am g1 gemessen gegen Kathodenwiderstand). An> der 57k Röhre sind es sowohl über dem Kathodenwiderstand wie auch am g1> je ca -24V.
Gegen (welche) Masse gemessen?
Aber so oder so: das bedeutet die Gitterspannung liegt nahe Null. In das
Gitter fließt ja praktisch keine Strom, so daß die Spannung vor dem 1k
gleich Ug1 ist.
Vielleicht mache ich gerade einen groben Gedankenfehler, aber je nach
Betriebsart sollten bei der EL34 die Gitterspannung Ug1 bei -15V oder
mehr liegen.
Die Anoden glühen ... kannst Du mal die Anodenströme messen?
(Immer Achtung - sehr hohe Spannungen!)
Willi schrieb:> Ich erklär's nochmal ganz genau, weil man erweiterte Kenntnisse über> Röhrenschaltungen heute nicht mehr voraussetzen kann.
Sorry Willi, da mußt Du mir ganz bestimmt nichts erklären, schon gar
nicht wie man den Arbeitspunkt einer Röhrenendstufe einstellt. Ich
bastle seit gut 50 Jahren mit Röhren und weiß wie man den Anodenstrom
einstellt.
Ja klar kann man den Kathodenwiderstand erhöhen, damit die
Gittervorspannung erhöhen und den Anodenstrom senken. Das ist ja auch
unstrittig, aber es ist im vorliegenden Fall der falsche Weg, weil man
da nur die Symptome korrigiert aber nicht den Fehler beseitigt. Man
sollte immer im Hinterkopf haben das das Ding mal funktioniert hat.
Du widdersprichst Dir selber. Hier schreibst Du:
Willi schrieb:> Dort ist die Rede von 130 Ohm gemeinsam (was hier nicht geht),> also 260 Ohm pro Röhre. 270 Ohm werden wohl passend sein und sollten> auch verwendet werden.
Ja was denn nun? Nur einen Absatz weiter vorn sollten die Widerstände
noch vergrößert werden oder sogar noch ne Z-Diode rein. Könntest Du Dich
mal auf eine Strategie festlegen.
Willi schrieb:> Bei größerer Aussteuerung wird aber durch den Katodenwiderstand> realisiert, daß der Arbeitspunkt von nahe dem A-Betrieb in Richtung> B-Betrieb absinkt, was auch völlig in Ordnung und so beabsichtigt ist,> es ist schließlich ein Merkmal der Betriebsklasse AB (mit festem> Arbeitspunkt wurde damals als Klasse D bezeichnet).
Arbeitspunkte werden immer im Ruhezustand gemessen und eingestellt, was
dynamisch da passiert ist erst mal nicht relevant. Die Verstärkerklasse
A, AB bzw. B beschreibt nur wo der Arbeitspunkt der Röhre im
Ruhezustand liegt (s. Abb.). Die Lage der Arbeitspunkte erklärt auch,
warum AB und B nur im Gegentakt funktionieren.
Class D Verstärker in Röhrentechnik? Sind mir völlig unbekannt und auch
meine doch recht umfangreiche Bibliothek zum Thema konnte mich
diesbezüglich nur wenig erhellen. Wenn man Wikipedia
(https://de.wikipedia.org/wiki/Class-D-Verstärker) und diversen anderen
Quellen glauben darf, dann funktioniert ein Class D Verstärker vom
Prinzip her mit PWM, d.h. das Verstärkerelement selbst arbeitet in der
Sättigung also 1 oder 0. Die Audioinformation wird über die Pulsbreite
übertragen. Der Vorteil dieses Verfahrens ist das ich die Leistungsdaten
des Bauelmentes sehr gut ausnutzen kann, max. Spannung/min. Strom oder
umgekehrt. Allerdings ist die Ansteuerschaltung für so eine Endstufe
nicht ganz trivial und auch recht aufwendig. Mit modernen Halbleitern
kein Problem, aber mit Röhren?
Aber gut vielleicht ist da auch was an mir vorrüber gegangen und da ich
gern dazu lerne, kannst Du ja mal so einen Class D Verstärker in
Röhrentechnik hier präsentieren. Ich lasse mich dann gern eines Besseren
belehren.
Willi schrieb:>> Die Dimensionierung der Schaltung entspricht in dieser Betriebsart,>> schon den Vorgaben des Röhrenherstellers, das kann man ohne große Mühe>> aus dem Datenblatt (hatte ich ja verlinkt) herauslesen.> Weiter oben steht's deinerseits anders ... :-)
Was ist am Unterschied von Dimensionierung und Realität unverständlich?
Ich hatte geschrieben das die Dimensionierung so passt. Die gemessenen
Werte überschreiten an keiner Stelle die für die EL34 zugelassenen Werte
und insofern ist das erst mal in Ordung. Ich hatte Anfangs das
Zusammenspiel aller Daten etwas außer acht gelassen und habe das dann
aber nach nochmaligem Studium des Datenblattes hier
Beitrag "Re: Hilfe Bei Reparatur Röhrenverstärker" korrigiert. Die
Grundlage für meine neue Bewertung habe ich ja auch verlinkt.
Willi schrieb:> 382V sind von den 375V im Telefunken-Datenblatt so weit nun nicht> entfernt. Der AB-Arbeitspunkt im Datenblatt liegt aber so, daß Qamax> exakt erreicht wird. Da ist keine Reserve mehr nach oben. Wachsen Ua> bzw. Ug2, dann wird es zuviel.
Die gemessenen Werte Ua/Ug2 sind für 24V Gittervorspannung zu viel, das
Datenblatt zeigt dies ganz deutlich.
Ich bleibe dabei die Spannungen passen nicht und da muß man die Ursache
finden. Ich habe nur eine einzige PPP-Verstärkerschaltung gefunden die
mit deutlich über 300V Anodenspannung arbeitet (s.Abb2). Die
unterscheidet sich aber doch schon beträchtlich von der Schaltung des
TO. Alle anderen Schaltungen die ich gefunden habe benutzen
Anodenspannungen unter 300V.
Da bleibt im Fall des TO nur die Möglichkeit das der eingebaute Trafo
von Anfang an falsch dimensioniert war, was ich aber eher nicht glaube.
In den meisten Schaltungen wird ein Trafo mit 250-270V vorgeschlagen.
Selbst wenn man da einen Trafo mit 220V ==>300V verbaut hätte, würde das
bei 230V gerade mal eine Spannung von 315V bewirken und selbst bei 240V
wären es nur 330V aber keine 380V wie uns der TO weis machen will.
Aber vielleicht macht ja der TO auch einen gravierenden Fehler beim
Messen und wir drehen uns hier im Kreis. Wir wissen es schlichtweg
nicht. Da gabs ja auch solche Sachen das beim Betrieb an 220V mit
Stelltrafo die Spannungen noch höher waren. Ich meine mich an 415V zu
erinnern. Insgesamt erscheinen die Messwerte des TO wenig plausibel.
Aber ihm ist oft genug gesagt wurden, von mehreren Leuten, wie er messen
soll. Zu dem hat er noch einen 2. Verstärker der ja nach seiner Aussage
funktioniert, dann wäre doch einfach erst mal nur vergleichende Messung
angesagt.
Mohandes H. schrieb:> In das> Gitter fließt ja praktisch keine Strom, so daß die Spannung vor dem 1k> gleich Ug1 ist.
Nein, in das Gitter fliesst normalerweise kein Strom, aber umgekehrt
fliesst ein Gitterstrom, einer der das Gitter negativ werden lässt,
entspringt der negativen Elektronenwolke um die Katode. Allerdings bei
den hier gezeigten relativ niederohmigen G1-Widerständen, ein zu
vernachlässigender Wert.
Mohandes H. schrieb:> Die Anoden glühen ... kannst Du mal die Anodenströme messen?
da der Anodenstrom nahezu gleich dem Katodenstrom ist, reicht es den
Spannungsabfall über den Katodenwiderständen zu messen.
Defekte Koppel-Cs hatte ich ja schon erwähnt, aber das gleich dreimal?
Dennoch, unmöglich ist nichts und ich würde erstmal alle Cs einbeinig
ablöten und dann nochmal neu messen.
Mohandes H. schrieb:> In das> Gitter fließt ja praktisch keine Strom, so daß die Spannung vor dem 1k> gleich Ug1 ist.
Richtig! Man kan an dieser Stelle auch nichts vernünfiges Messen, weil
dieser Punkt über den Ableitwiderstand mit dem Bezugspunkt verbunden
ist. Im Idealfall, mit einem sehr hochohmigen Instument - so einem z.B.
von dem Peda redet, sollte man da 0 messen. Die Vorspannung wird einfach
dadurch erzeugt das die Kathode gegenüber Bezug etwas positiver.
Ich denke mal der TO misst die Spannungen alle gegen Masse und da kommt
eben bei dieser Schaltung erst ma Mist raus. Wenn man Masse als Bezug
nimmt, dann muß man die Spannung auch am kalten Ende der
Kathodenkombination messen und hinschreiben. Ich wette das das genau die
20V sind die der TO direkt am Gitter misst.
Noch andere Überlegeung: Was wäre den wenn der Massebezug über den AÜ
nicht stimmt? Entweder nicht richtig verbunden oder ein Defekt im AÜ.
Also mal den AÜ durchmessen
Phasenschieber S. schrieb:> da der Anodenstrom nahezu gleich dem Katodenstrom ist, reicht es den> Spannungsabfall über den Katodenwiderständen zu messen.
Ne es wäre in diesem Fall besser den Strom direkt in der Anodenleitung
zu messen, weil der Kathodenstrom sich aus Anoden- und Schirmgitterstrom
zusammensetzt, wobei letzterer bei der EL34 bis zu 14mA betragen kann.
Man könnte auch den Schirmgitterstrom durch Messung des Spannungsabfalls
über dem Schirmgitterwiderstand bestimmen und dann vom Kathodenstronm
abziehen.
Sorry hatte heute nicht soviel Zeit aber ich habe mal noch die Dioden
korrekt eingezeichnet und auch die Schaltung der Widerstände im
Heizstromkreis. Ich hoffe es macht Sinn so - es ist schwierig zu
erkennen wie die Leitungen laufen aber es sieht definitiv Original aus.
Schaltplan sende ich gleich separat.
Röhrenheizung definitv nur 5,5V vielleicht sind damit die Daten der EL34
lt. Schaltplan hinfällig?
Dann habe ich auch nochmal die Koppelkondensatoren abgelötet - weiterhin
Anglühen der Röhren und auch an dem Messwerten konnte ich nichts
auffälliges erkennen. Die Koppelkondensatoren sowie die
Kathodenkondensatoren wurden auch schon ausgetauscht.
Ich habe auch nochmal die Leitung Anzapfung Primärseite AÜ überprüft,
diese führt ausschließlich an den Lautsprecherausgang als weitere
Leitung (Insgesamt 5 Pole + Masse / Alter großer Tuchelstecker). Mir ist
Schleierhaft was man damit am Lautsprecher machen soll. Vielleicht hat
es damit zu tun, dass ich es einfach nicht korrekt verbinde?
-----------------
Also im Wesentlichen gibt es nun folgende Punkte die ich noch abklappern
könnte:
- Kathodenwiderstände auf z.B. 220kOhm ändern um Symmetrie herzustellen,
allerdings sind ja in einem der beiden Verstärker ja schon 2x580kOhm und
der Kathodenwiderstand hatte ich ja schonmal auf gleichen Wert ohne
Erfolg eingestellt. Ich könnte es aber nochmal versuchen, 0,5Watt
dürften ja reichen?
-Kathodenwiderstände ablöten und Werte erneut überprüfen. Ich hätte auch
noch 100Ohm 10 Watt Widerstände da die ich testweise dazuschalten
könnte. Die Kennlinie verstehe ich so dass es eher -26V oder höher sein
sollten?
- Ich könnte mir auch ein Oszi kaufen muss ja nicht das teuerste sein.
Welche Messung schwebt euch denn genau vor?
- 0,47µF Kondensator verkleinern, da hätte ich verschiedene Werte
vorhanden.
- Schirmgitterstrom bzw. Anodenstrom messen: An der Röhre ablöten und
Multimeter dazwischenschalten
- Die Dioden habe ich bereits abgelötet und mit dem Multimeter geprüft.
Ich habe noch 1N5408 da ich könnte sie ersetzen. Aber ob sich der
Aufwand wirklich lohnt?
-1,2kOhm Widerstände vergrößern. Hier könnte ich ebenfalls die 10Ohm
Widerstände dazulöten. Aber die Schaltung muss doch eigentlich auch so
funktioniert haben?
Zeno schrieb:> Noch andere Überlegeung: Was wäre den wenn der Massebezug über den AÜ> nicht stimmt? Entweder nicht richtig verbunden oder ein Defekt im AÜ.> Also mal den AÜ durchmessen
Gleichstrommäßig wird der AÜ wohl keine Rolle spielen.
Der Arbeitspunkt der Röhre wird vom Katodenwiderstand bestimmt und
selbiger ist relativ hochohmig im Vergleich zum AÜ.
Hier ist es ja so, daß scheinbar ein zu hoher Anodenstrom fließt, der AÜ
passt ja nur die Impedanz der Röhre an den Lautsprecher an.
Zeno schrieb:> Ne es wäre in diesem Fall besser den Strom direkt in der Anodenleitung> zu messen, weil der Kathodenstrom sich aus Anoden- und Schirmgitterstrom> zusammensetzt,
Was würde das bringen?
Der grösste Strom ist der Katodenstrom, womit der Anodenstrom um den
Betrag der Gitterströme geringer ist.
Um also feststellen zu können, ob die Röhre überlastet ist, reicht es
den Katodenstrom zu messen.
Sorry, habe die Diodenrichtung gerade noch im Schaltbild abgeändert.
Also die Spannungen sind eigentlich alle an den Bauteilen gemessen, d.h.
Spannung über Kathodenwiderstand, an den beiden Leitungen des Trafos, am
Minus und Pluspol des Ladeelkos usw. Ich habe nichts gegen "Masse"
gemessen..
Der 2. Verstärker zum Vergleich bringt mir ja mittlerweile nix mehr
beide Verstärker gehen an aber haben Probleme mit leuchtenden Röhren..
Röhrenfan schrieb:> Bild Roehre mit abgelöteten Koppelkondensatoren
Es gibt allerdings Verstärker, die Überlasten die Röhren bewußt leicht,
gerade wegend des roten und blauen Glühens, weil das optisch mehr her
macht. Das ist da anscheinend auch so.
Naja eigentlich sieht es bei meinen ganzen anderen Verstärkern schon
sehr viel entspannter aus muss ich sagen. Eine der beiden Originalröhren
war übrigens komplett Tod (Die hat im RPG gar nix mehr angezeigt) - das
ist auch selten. Hatte aber optisch gar keine verdächtigen Spuren (Hatte
keine schwarzen Stellen o.ä.)
Im Hintergrund auf dem Bild sieht man übrigens den roten Draht des
Primär AÜ der direkt zum Lautsprecherausgang führt (parallel zu den 4
Sekundärausgängen).
Röhrenfan schrieb:> Ich könnte mir auch ein Oszi kaufen muss ja nicht das teuerste sein.> Welche Messung schwebt euch denn genau vor?
Oszi ist immer ein gute Idee, ist an diesem Punkt aber nicht notwendig.
Vorerst geht es um die Arbeitspunkte, also alles in Ruhe, ohne Signal.
Röhrenfan schrieb:> Schirmgitterstrom bzw. Anodenstrom messen: An der Röhre ablöten und> Multimeter dazwischenschalten.
Das würde ich machen. Oder den Kathodenstrom messen.
Alles andere (Kondensatoren oder Kathodenwiderstände ändern) ist nur
herumdoktoren an Symptomen. Wenn tatsächlich die Anoden glühen, dann
stimmt ja etwas gravierendes nicht. Wobei mir immer noch nicht klar ist,
ob die Anoden wirklich glühen - und das bei 3 von 4 Röhren. Messung es
Anodenstroms (bei allen 4) schafft schon mal grobe Klarheit.
Es mag vielleicht etwas abstrus klingen, aber bei sovielen
Ungereimtheiten kommen einem auch unorthodoxe Gedanken: Könnte es sein,
daß die Katoden mit dem Heizkreis elektr. Verbindung haben?
Der Heizkreis liegt ja mittels Entbrummer ebenfalls auf Masse und wenn
die Katoden irgendwie dazu Verbindung hätten, dann wären die
Katodenwiderstände geshunted.
mehr fällt mir gerade auch nichtmehr ein.
Über die Meßwerte rätsele ich immer noch. Wenn an der Kathode 24V liegen
und am Gitter ebenfalls (rechte Seite 1k) 24V liegen, dann ist die
Gitterspannung Ug1 Null. Das kann nicht sein (Meßfehler) oder aber das
erklärt warum die Anoden glühen (Arbeitspunkt verrutscht, zu hoher
Anodenstrom).
Wenn das tatsächlich so wäre, daß g1 und Katode gleiches Potential
hätten, dann wäre die Röhre quasi durchgeschaltet und der
Katodenwiderstand würde durchbrennen.
Röhrenfan schrieb:> Geändert er Schaltplan + Bild Roehre mit abgelöteten Koppelkondensator> en
Beim AÜ fehlt die Mittelanzapfung, welche mit Masse verbunden ist. Diese
Masseverbindung ist essentiell.
Die Dioden rechts sind immer noch falsch gepolt!
Wo sind denn die 378V gemessen? - am Minuspol des Elkos? Das wäre ja
fatal, denn dann stünden über dem Ladeelko ja nur ganze 5V an, da Du ja
am Pluspol 382 misst.
Ich denke Du misst Mist.
Röhrenfan schrieb:> Ich habe auch nochmal die Leitung Anzapfung Primärseite AÜ überprüft,> diese führt ausschließlich an den Lautsprecherausgang als weitere> Leitung (Insgesamt 5 Pole + Masse / Alter großer Tuchelstecker). Mir ist> Schleierhaft was man damit am Lautsprecher machen soll. Vielleicht hat> es damit zu tun, dass ich es einfach nicht korrekt verbinde?
Du sollst den AÜ selbst mal messen! Und klar geht der auch zur
Ausgangsbuchse. Man kann dort verschiedene Lautsprecher anschließen.
Schau einfach noch mal in die Orginalschaltung! Du hast doch hoffentlich
einen Lautsprecher oder auch einen Ersatzwiderstand angeschlossen? Wenn
das die Schaltung nach Kühne ist, wofür Vieles spricht, dann gehört an
an die mittleren Buchsen ein Lautsprecher mit 7,5Ohm und an die äußeren
einer mit 15Ohm.
Also prüfe ob es eine Verbindung am Übertrage zur Masse gibt. Ohne
Masseverbindung floaten die Anodenspannungen, d.h. sie haben keinen
Massebezug.
Messe mal mit dem Ohmmeter von Masse gegen alle Anschlüsse des AÜ. Du
müßtest 1x 0Ohm und 3x den gleichen Widerstand messen.
Wozu soll der 0,1Ohm Widerstand in der Heizleitung gut sein? Der ist so
unnötig wie ein Kropf. Wenn über diesen 0,5V abfallen dann bedeutet das
im Umkehrschluß das dort 5A fließen, was eigentlich nicht sein kann,
weil 2xEL34=3A + 2xECC83=600mA macht in der Summe 3,6A. Da fehlen noch
1,4A. Mach das Ding raus das hat keinen Nutzen sondern mach im
ungünstigsten Fall eher Schaden, den wenn man eine Röhre herauszieht
oder ein Heizfaden durchbrennt wird sich die Heizspannung für restlichen
Röhren erhöhen.
Röhrenfan schrieb:> Kathodenwiderstände auf z.B. 220kOhm
Das wäre etwas sehr viel. Mache die Kathodenwiderstände alle auf einen
Wert zwischen 250 und 300Ohm am besten natürlich so wie in der Schaltung
vorgesehen auf 270Ohm.
Röhrenfan schrieb:> Die Kennlinie verstehe ich so dass es eher -26V oder höher sein> sollten?
Richtig aber dann kommst Du so langsam aber sicher in den B-Betrieb.
Röhrenfan schrieb:> Ich könnte mir auch ein Oszi kaufen muss ja nicht das teuerste sein.> Welche Messung schwebt euch denn genau vor?
Da könnte man z.B. schauen ob auf den Spannungen Schwingungen sind. Da
sieht man z.B. auch, wenn man direkt am Ladekondensatot misst, ob die
Gleichrichter richtig arbeiten. Aber Achtung!!!! Die hohen Spannungen
vertragen die meisten Oszis heutzutage nicht mehr, da braucht es also
auch passendes Equipment (Tastköpfe). Dann muß man sehr wahrscheinlich
erdfrei messen, dazu braucht es entweder einen Trennregeltrafo oder
einen Zweikanaloszi wo man im Summationsmodus messen kann. Wenn Du so
was noch nie gemacht hast, dann wird das alles recht schwierig für Dich
werden. Vielleicht kennst Du ja jemanden der eine Oszi und auch die
nötige Erfahrung hat wie man so etwas misst.
Phasenschieber S. schrieb:> Gleichstrommäßig wird der AÜ wohl keine Rolle spielen.> Der Arbeitspunkt der Röhre wird vom Katodenwiderstand bestimmt und> selbiger ist relativ hochohmig im Vergleich zum AÜ.
Das wird wohl so sein, dennoch ist wichtig das die Massevervindung da
ist (s.o.) und halbwegs Symmetrie des Ganzen dürfte auch eher nicht
nachteilig für das Gesamtsystem sein.
Der AÜ könnte ja auch ne Macke haben - sprich ne Unterbrechung. Das Ding
mal zu prüfen macht schon Sinn.
@Röhrenfan
Du solltest versuchen mal konzentrierter und systematischer arbeiten.
Der Fehler mit den Gleichrichterdioden sollte doch nun endlich mal
bereinigt sein.
Phasenschieber S. schrieb:> Um also feststellen zu können, ob die Röhre überlastet ist, reicht es> den Katodenstrom zu messen.
Nö es reicht eben nicht. Der Kathodenstrom darf für die EL34 max. 150mA
betragen. Dieser Wert wird ja ganz offensichtlich nicht überschritten,
wenn man den Messungen des TO glauben darf (24V/270Ohm=89mA). Da habe
ich aber immer noch keine Aussage darüber wie sich der Strom aufteilt.
Es wäre schon interessant zu wissen wie groß der Anodenstrom tatsächlich
ist und das bekommt man eben nur heraus, wenn man direkt in der
Anodenleitung misst oder zusätzlich noch den Schirmgitterstrom misst.
Dann kann man halt auch im Datenblatt nachschauen ob diese Kombination
in die Spezifikation fällt. Die Röhrenhersteller denken sich ganz
bestimmt was dabei, wenn sie für die möglichen Betriebsmodi
unterschiedliche Bedingungen angeben.
Zeno schrieb:> Es wäre schon interessant zu wissen wie groß der Anodenstrom tatsächlich> ist und das bekommt man eben nur heraus, wenn man direkt in der> Anodenleitung misst oder zusätzlich noch den Schirmgitterstrom misst.
Das sagt dir garnichts!
Du gehst davon aus, daß sich der Gitterstrom dem Anodenstrom hinzu
addiert, was aber falsch ist.
Gitterstrom und Anodenstrom summieren sich erst in der Katode.
Je höher der Gitterstrom, desto geringer der Anodenstrom im Vergleich
zum Katodenstrom.
Folglich ist einzig der Katodenstrom aussagefähig.
Phasenschieber S. schrieb:> Wenn das tatsächlich so wäre, daß g1 und Katode gleiches Potential> hätten, dann wäre die Röhre quasi durchgeschaltet und der> Katodenwiderstand würde durchbrennen.
Das erkläre jetz mal? Wieso wird da der Kathodenwiderstand
durchgebrennen? Gott sei Dank weis er das nicht und brennt nicht durch.
G1 und Kathode gleiches Potential bedeutet ja nur das Ug1=0 V ist. Für
die EL34 würde das bedeuten, das die Anodenspannung deutlich unter 50V
liegen muß da ansonsten der maximal zulässige Kathodenstrom
überschritten werden würde.
Zeno schrieb:> Das erkläre jetz mal?
Muß ich dir jetzt die Funktionsweise von Röhren erklären?
Wenn g1 und Katode auf gleichem Potential liegen, heißt das, daß die
Röhre voll durchsteuert und eine voll durchgesteuerte Röhre bildet einen
sehr geringen Widerstand nach und dann kannst du dir ausmalen, wenn die
Anodenspannung über den äußerst geringen Widerstand der Röhre direkt auf
dem Katodenwiderstand liegt, was dann passiert.
Phasenschieber S. schrieb:> Gitterstrom und Anodenstrom summieren sich erst in der Katode.
Und wo messe ich diesen - Kathodenstrom? Ja richtig, durch
Spannungsmessung am Kathodenwiderstand.
Phasenschieber S. schrieb:> Du gehst davon aus, daß sich der Gitterstrom dem Anodenstrom hinzu> addiert, was aber falsch ist.
Hast Du Dir mal Deinen Blödsinn durch gelesen den Du hiergeschrieben
hast. Wohabe ich geschrieben das sich der Gitterstrom zum Anodenstrom
addiert? Ja in der Kathode, deshalb misst man ja über dem
Kathodenwiderstand auch die Summe beider Ströme. Und natürlich fließt
der Schirmgitterstrom durch den in die Schirmgitterleitung eingebauten
Widerstand und man kann ihn auch als Spannung über genau diesem
Widerstand messen - wie sollte es auch anders sein. Wo sollte der Strom
sonst fließen?
Schau Dir einfach mal ein Röhrenprüfgerät an. Da werden in aller Regel
aus gutem Grund Anodenstrom und Schirmgitterstrom getrennt gemessen. Der
Kathodenstrom ergibt sich schlichtweg aus der Summe beider Ströme. Eine
Beispielschaltung eine Röhrenprüfgerätes habe ich mal mit angehangen.
Zeno schrieb:> Hast Du Dir mal Deinen Blödsinn durch gelesen den Du hiergeschrieben> hast.
Du willst mangelnde Kompetenz mit nass-forschem Auftreten kompensieren.
Das gelingt nicht.
Ich ziehe einen gepflegten Umgang miteinander vor, auch wenn man
bisweilen unterschiedlicher Meinung sein kann.
Dein Gockelbenehmen gefällt mir nicht, ich werde dich fortan ignorieren.
Phasenschieber S. schrieb:> Wenn g1 und Katode auf gleichem Potential liegen, heißt das, daß die> Röhre voll durchsteuert und eine voll durchgesteuerte Röhre
Och mein Gutster ich habe nichts anderes geschrieben. Lies Dir einfach
noch mal meinen Post durch.
Phasenschieber S. schrieb:> wenn die> Anodenspannung über den äußerst geringen Widerstand der Röhre direkt auf> dem Katodenwiderstand liegt, was dann passiert.
Das hängt wohl mehr oder weniger von der Leistungsfähigkeit des Kathoden
widerstandes ab. Da der Strom der durch den Kathodenwiderstand fließt
zwangläufig auch durch die Röhre muß wird die das wohl auch nicht
überleben. Die Frage ist ja wer zuerst das Handtuch wirft.
Der TO misst einfach falsch, indem er ganz offensichtlich falsche Bezüge
wählt. Auch dazu hatte ich mich mehr als einmal geäußert. Ich hatte auch
gesagt er möge dazuschreiben welchen Bezug er für die Spannungsmessung
gewählt hat.
Phasenschieber S. schrieb:> Du willst mangelnde Kompetenz mit nass-forschem Auftreten kompensieren.> Das gelingt nicht.>> Ich ziehe einen gepflegten Umgang miteinander vor, auch wenn man> bisweilen unterschiedlicher Meinung sein kann.>> Dein Gockelbenehmen gefällt mir nicht, ich werde dich fortan ignorieren.
Man sollte nicht mit Steinen werfen wenn man im Glashaus sitzt und Du
sitz im Glashaus. Du hast hier einfach nur dummes Zeug erzählt und mir
Dinge unterstellt die ich so nicht gesagt habe.
Im Gegensatz zu Dir habe ich meine Äußerungen auch umfänglich begründet.
Nochmal, die Röhre bei TO arbeitet nicht mit Ug1=0, er hat da einfach
falsch gemessen - Punkt. Wenn dem so wäre (da hättest Du bezüglich des
hohen Stromes schon recht) dann müßte ein sehr hoher Kathodenstrom
fließen, der durch Röhre und besagten Widerstand fließt - geht nun mal
nicht anders. Deine pauschale Schlußfolgerung das da der
Kathodenwiderstand durchbrennt ist schlichtweg falsch. Das kann man
nämlich so pauschal nicht sagen. Es wird das schwächste Glied in der
Kette aufgeben und das muß nicht der Kathodenwiderstand sein. In dieser
Schaltung gibt es gleich mehrere Stellen die da aufgeben könnten. Aber
bevor da irgend etwas durchbrennt wird wohl die Sicherung in der
Anodenspannungsversorgung tschüß sagen. Lt. Orginal sind da 0,2A
vorgesehen und wenn die auch drin sind, brennt da gar nix ab. Bei 0,2A
werden in einem Widerstand von 300Ohm 12W umgesetzt und das können die
Oschis die da verbaut sind (s.h.
Beitrag "Re: Hilfe Bei Reparatur Röhrenverstärker") aber locker
ab.
Streitet euch nicht (in der Hitze der Röhrentechnik).
Zeno schrieb:> Nochmal, die Röhre bei TO arbeitet nicht mit Ug1=0, er hat da einfach> falsch gemessen - Punkt.
Das hoffe ich doch sehr (daß Röhrenfan sich da vermessen hat), denn bei
einer Ug1=0 sähe es düster aus.
Was die Frage aufwirft, welchen Messungen darf man trauen?
Röhrenfan, bitte miß doch alle Signale gegen dieselbe Masse!
Sonst kann man die Werte nicht vergleichen. Siehe oben: die
Gitterspannung Ug1 darf nicht Null sein, nach Deinen Messungen wäre das
aber so.
Nachtrag: wobei ich mich frage, welche sollte eigentlich die Masse
sein, gegen die gemessen wird?
Eines der Eigenarten eines PPP-Verstärkers sind ja zwei 'schwebende'
Spannungsversorgungen, diese sind nicht direkt galvanisch verbunden.
Die beiden Versorgungsspannungen gehen zu den Anoden, an den Kathoden
sitzt dann der AÜ (welcher sonst zwischen den Anoden steckt).
Diese Technik kannte ich bisher nur flüchtig, ich lese gerade den
Artikel auf RM.org.
An den grundsätzlichen Gesetzmäßigkeiten (z.B. die Arbeitspunkte der
Röhren) ändert das aber nichts.
Mohandes H. schrieb:> die> Gitterspannung Ug1 darf nicht Null sein, nach Deinen Messungen wäre das> aber so.
Die g1-Spannung darf nicht NUll sein gegenüber der Katode, jedoch gegen
Masse darf sie durchaus Null sein.
Wenn alle Spannungen gegen Masse gemessen werden, dann wird wohl das g1
nahe Null sein und die Katode dürfte im positiven Bereich um ~+25V
liegen.
Phasenschieber S. schrieb:> Mohandes H. schrieb:>>> die>> Gitterspannung Ug1 darf nicht Null sein, nach Deinen Messungen wäre das>> aber so.>> Die g1-Spannung darf nicht NUll sein gegenüber der Katode, jedoch gegen> Masse darf sie durchaus Null sein.
Ja, natürlich, so meinte ich das. Immer die Spannung am Gitter bezogen
auf die Kathode.
Zeno schrieb:> Willi schrieb:>> Ich erklär's nochmal ganz genau, weil man erweiterte Kenntnisse über>> Röhrenschaltungen heute nicht mehr voraussetzen kann.> Sorry Willi, da mußt Du mir ganz bestimmt nichts erklären, schon gar> nicht wie man den Arbeitspunkt einer Röhrenendstufe einstellt. Ich> bastle seit gut 50 Jahren mit Röhren und weiß wie man den Anodenstrom> einstellt.
dto.
> Ja klar kann man den Kathodenwiderstand erhöhen, damit die> Gittervorspannung erhöhen und den Anodenstrom senken. Das ist ja auch> unstrittig, aber es ist im vorliegenden Fall der falsche Weg, weil man> da nur die Symptome korrigiert aber nicht den Fehler beseitigt. Man> sollte immer im Hinterkopf haben das das Ding mal funktioniert hat.>> Du widdersprichst Dir selber. Hier schreibst Du:
Nein. Es mag höchstens für Dich so aussehen, weil Du meinen Text nicht
zur Gänze erfaßtest.
> Willi schrieb:>> Dort ist die Rede von 130 Ohm gemeinsam (was hier nicht geht),>> also 260 Ohm pro Röhre. 270 Ohm werden wohl passend sein und sollten>> auch verwendet werden.> Ja was denn nun? Nur einen Absatz weiter vorn sollten die Widerstände> noch vergrößert werden oder sogar noch ne Z-Diode rein. Könntest Du Dich> mal auf eine Strategie festlegen.
Es ging mir hier nochmals darum, daß es eben genau keinen Zweck hat, die
Widerstände an der Katode einfach zu erhöhen. So schrieb ich schon
mehrfach.
Deswegen war mein Vorschlag, eine Z-Diode zu verwenden, die eben genau
keine aussteuerungsabhängige Arbeitspunktverschiebung verursacht.
>> Willi schrieb:>> Bei größerer Aussteuerung wird aber durch den Katodenwiderstand>> realisiert, daß der Arbeitspunkt von nahe dem A-Betrieb in Richtung>> B-Betrieb absinkt, was auch völlig in Ordnung und so beabsichtigt ist,>> es ist schließlich ein Merkmal der Betriebsklasse AB (mit festem>> Arbeitspunkt wurde damals als Klasse D bezeichnet).> Arbeitspunkte werden immer im Ruhezustand gemessen und eingestellt, was> dynamisch da passiert ist erst mal nicht relevant. Die Verstärkerklasse> A, AB bzw. B beschreibt nur wo der Arbeitspunkt der Röhre im> Ruhezustand liegt (s. Abb.). Die Lage der Arbeitspunkte erklärt auch,> warum AB und B nur im Gegentakt funktionieren.> Class D Verstärker in Röhrentechnik? Sind mir völlig unbekannt und auch> meine doch recht umfangreiche Bibliothek zum Thema konnte mich> diesbezüglich nur wenig erhellen.
Nochmal: AB-Betrieb meint Arbeitspunktslage zwischen A und B mit
aussteuerungsabhängiger Verschiebung des Arbeitspunktes (Kölleda V25
8321.5). D-Betrieb (alte Definition aus dem Röhrenzeitalter) meinte
Arbeitspunktslage zwischen A und B ohne aussteuerungsabhängige
Verschiebung des Arbeitspunktes (Kölleda 75W 7321.907), D/D-Betrieb
hatte eine zusätzliche aussteuerungsabhängige Stützspannung, die das
Wandern des Arbeitspunktes verhindert (Bouyer ST-75).
Möglicherweise aber hatte man diese Unterscheidung nur kurze Zeit.
> Ich bleibe dabei die Spannungen passen nicht und da muß man die Ursache> finden.
An den Anodenpannungen wird sich aber kaum was ändern lassen, weil die
durch den Trafo vorgegeben sind.
> Da bleibt im Fall des TO nur die Möglichkeit das der eingebaute Trafo> von Anfang an falsch dimensioniert war, was ich aber eher nicht glaube.
Nicht unbedingt der Trafo, aber die g2-Versorgung. Für das, was die
Röhre dort machen soll, ist Ug2 zu hoch. Deswegen kommt man ja auch mit
den Katodenwiderständen nicht hin ohne daß die Anoden glühen.
> Aber vielleicht macht ja der TO auch einen gravierenden Fehler beim> Messen und wir drehen uns hier im Kreis. Wir wissen es schlichtweg> nicht.
Das ist auch möglich.
Willi schrieb:> Um die Anodenverlustleistung zu senken und damit das Glühen selbiger zu> beenden, muß der Anodenstrom herunter. An der Anodenspannung läßt sich> kaum was ändern, da durch den Trafo vorgegeben.
Außer man ändert genau das. Auch wenn das offenbar eine Schaltung
ist, die die Röhren im Grenzbereich betreiben "soll", oder wie das
zu verstehen sein mag: Die extrem hohe Anodenspannung geht darüber
imho ja noch hinaus.
Weswegen ich die "Absenkung auf Nennwert" mit kleinem Spartrafo
empfohlen hatte.
Daß die Spannung so hoch scheint, daß man nicht mal damit (also
Nennspannung am Trafoeingang) den grünen Bereich erreichen würde,
schreibe ich ebenfalls einem Meßfehler oder Bauteildefekt zu.
Als Startbedingung hätte zumindest ich veränderte Bauteil(wert)e
auf Originalwert zurückverändert - DANN durchgemessen (richtig,
alles was einen Bezug haben soll auch mit einem Bezug, auch in
sinnvoller Reihenfolge), und DANN bei Ungereimtheiten versucht,
auf mögliche Bauteildefekte Rückschlüsse zu ziehen.
Man kann sich auch notfalls alles aufschreiben (auch mehrfach, um
die ersten paar male im wahrsten Sinne "abhaken" zu können). Was
ist alles zwingend, was optional, und was kommt wonach. Eine Art
"verzweigtes Handlungsbäumchen". (Worte eines Laien, ich weiß.)
Wie Rainer richtig sagte, ist nicht jeder auf dem gleichen Level
ja nicht mal in der selben "Liga" wenn man das so hart sagen will
- weil nicht jeder die selbe Veranlagung/Talent und Vorwissen in
Form absolut sitzender Grundlagen der Elektrotechnik mitbringt.
Daran kann man ((zeit-)aufwändig) erst mal arbeiten, bevor man in
die Vollen geht, oder sich mit Hilfsmitteln bzw. Tricks solcher
Art behelfen - irgendwann braucht man die nämlich gar nicht mehr,
weswegen "Trick" hier nicht "Cheat" bedeutet.
Willi schrieb:> Es ging mir hier nochmals darum, daß es eben genau keinen Zweck hat, die> Widerstände an der Katode einfach zu erhöhen.
Dann schreib es doch einfach und mach nicht so ein Rumgeeire. Bei der
chaotischen Vorgehenweise des TO wäre es besser erst mal in die Sache
System rein zu bringen.
Das geht doch schon mal mit einen ordentlichen und vorallen korrekten
Schaltplan los. Die Dioden der Grätzbrücken beispielsweise sind immer
noch nicht vollständig richtig eingezeichnet und es gibt noch ein paar
kleinere Fehler. Wurde ihm alles mehrfach gesagt.
Dann bringt er irgenwelche dubiose Messergebnisse die ganz sicher nur
teilweise richtig. Bei der Schaltung ist eben wichtig den Bezug an
zugeben. In seiner Verzweiflung wollte ja auch schon Widerstände ändern.
Jetzt kommst Du daher Ia runter, Kathodenwiderstand hoch und wenn alles
nichts hilft dann ne Z-Diode rein. Damit ist doch TO völlig überfordert.
Wäre es für's erste nicht erst mal besser so halbwegs den Orginalzustand
herzustellen und dazu gehört auch bei der Beschaltung der Endröhren erst
mal ne Symmetrie herzustellen, also gleiche Kathodenwiderstände, gleiche
Gitterableitwiderstände und gleiche Schutzwiderstände (G1/G2). Bei den
Kathodenwiderständen ist ja einer regelbar (durchaus sinnvoll) und dann
muß dieser eben auf den gleichen Widerstandswert wie der feste
eingestellt werden. In dieses Szenario gehört auch der AÜ, der gehört
eben auch überprüft, was mit einem simplen Ohmmeter nun wirklich kein
Hexenwerk ist.
Wenn das alles OK ist kann man hergehen und den Amp mal einschalten.
Die erste Arbeit wird da sein, erst mal den Arbeitspunkt der Endstufe
einzustellen. Da nur eine Endstufe diesbezüglich einstellbar ist muß
zuerst von der nichteinstellbaren der Anodenstrom bestimmt werden und
das geschieht am besten mit einem Milliamperemeter, auch wenn der
Phasenschieber da anderer Meinung ist. Warum? Weil ich den regelbaren
Zweig nicht gleichartig behandeln kann und den Ia/Ig2 durch Messen des
Spannungsabfalles über dem Kathodenwiderstand nicht bestimmen kann, weil
selbiger eben variabel ist. Also wird auch in den regelbaren Zweig ein
mA-Meter in die Anodenleitung eingeschleift und der Anodenstron auf den
gleichen Wert eingestellt, wie im anderen Zweig.
Um einer Intervention von Phasenschieber gleich vorzubeugen, ja man
könnte den Strom auch in der Kathodenleitung durch Messung des
Spannungsabfalls über einen Widerstand machen, wenn denn der
Kathodenwiderstand aufgeteilt wäre. Bei dem von Willi erwähnte Kölleda
V25, der sich nebst Unterlagen in meinem Besitz befindet, wird das
genauso gemacht.
Willi schrieb:> Nochmal: AB-Betrieb meint Arbeitspunktslage zwischen A und B mit> aussteuerungsabhängiger Verschiebung des Arbeitspunktes (Kölleda V25> 8321.5).
Ich habe nie etwas anderebehauptet. Ich meine ich habe sogar ein kleines
Bildle zum Arbeitspunkt gepostet.
Willi schrieb:> D-Betrieb (alte Definition aus dem Röhrenzeitalter) meinte> Arbeitspunktslage zwischen A und B ohne aussteuerungsabhängige> Verschiebung des Arbeitspunktes (Kölleda 75W 7321.907), D/D-Betrieb> hatte eine zusätzliche aussteuerungsabhängige Stützspannung, die das> Wandern des Arbeitspunktes verhindert (Bouyer ST-75).
Also wie ich schon geschrieben habe, meine recht umfangreiche Bibliothek
zum Thema NF-Verstärker, die auch einige Bände aus der Hochzeit der
Röhrentechnik enthält, kennt keinen D-Verstärker. Das internet sprich
Tante Google ist auch nicht Lage da irgendwelche diesbezüglichen
Informationen zu Tage zu fördern. Die Datenblätter der Röhrenhersteller
kennen diesen Verstärktyp ebenfalls nicht.
Der von Dir genannte Kölleda 75W hat eine ganz normale B-Enstufe mit
Gitterspannungserzeugung im Netzteil, die sogar noch durch einen
Glimmstabilisator stabilisiert ist. Die Kathodenwiderstände von wenigen
Ohm dienen nur dazu den Arbeitspunkt durch Kathodenstrommessung (Methode
Phasenschieber) einzustellen. Die EL12 schafft diese Ausgangsleistung
(75W) nur im B-Betrieb. Im AB-Betrieb sind maxmal nur 29W möglich aber
da ist EL12 bereits an ihrer Leistungsgrenze.
Ich habe auch noch zwei 25W Kölleda's mit EL12N, beide Class B
Gitterspannungserzeugung und Einstellung des Arbeitspunktes wie beim
obigen 75W Verstärker, allerdings ohne Stabilisator. Da ist ne einfache
Selengrätzbrücke mit Lade- und Siebelko drin.
Also Du bist mir noch den Beweis schuldig das es da Class D gab. So wie
es da steht ist es Willi's Meinung. Wenn das das wirklich gab, dann gibt
es dazu auch Druckschriften und da zeig doch einfach mal eine her wo das
drin steht. Dann wäre ich ja zufrieden und würde sagen: "Ja der Willi
hat rech, es gab Röhren Class D Verstärker".
Wo liegt das Problem diesen Beweis zu erbringen?
Ich habe nochmal recherchiert. Die Schaltung des TO scheint nicht die
Schaltung von Kühne zu sein sondern die Orginalschaltung von Valvo.
Die Valvoschaltung wurde auch hier
https://www.radiomuseum.org/forum/ppp_endstufen_in_neuem_licht.html
vorgestellt, allerdings ohne eingetragene Bauteilwerte, weshalb diese
Schaltung nicht weiter beachtet habe.
Weiter unten im Artikel hat der Autor noch eine Spice Simulation mit
dieser Schaltung gemacht und dort stehen die Bauteilewerte drin.
Die haben auffallende Übereinstimmung mit dem Verstärker vom TO, als da
wären:
- Siebwiderstände 1,2kOhm
- Kathodenkondensator 270Ohm
- Gitterableitwiderstand 560kOhm
- C am Gitter der Vorröhre 0,47µF
- Gleichrichtung der Anodenspannung mit Graetzbrücke
Also diese Schaltung sollte die Basis darstellen. Sie wird auch mit den
Bauteilwerten so wie von Valvo vorgesehen funktionionieren.
Leider sind die Bildle im obigen Artikel schlecht lesbar und das reinste
Augenpulver, aber mit viel Mühe geht es.
Im Artikel wird das Schaltungsprinzip und auch die Stolpersteine die es
beinhaltet recht detailiert erörtert. Ich habe bisher nichts besseres
zum Thema gefunden. Der TO sollte sich die Zeit nehmen und diesen
Artikel wirklich durcharbeiten.
Ansonsten gibt es recht wenig Material zum PPP-Verstärker und
Referenzeinstellwerten sieht es eher dünn aus.
In einigen Foren (z.B hier
https://www.radiomuseum.org/forum/ppp_endstufen_in_neuem_licht.html)
findet man ein paar spärliche Informationen, aber man schon viel Zeit
mitbringen und den ganzen Diskussionsfaden abarbeiten. Sollte der TO
vielleicht tun.
Habe jetzt nochmal den Verstärker mit den beiden 560 kOhm
Gitterwiderständen und 2x 286 Ohm Kathodenwiderständen mit Massebezug
nachgemessen (Siehe Schaltplan Massezeichen). Leider ist dabei nichts
Neues herausgekommen außer dass die 24V auch bei 286Ohm
Kathodenwiderstand gelten (Vorher 330 Ohm).
Den Widerstand im Heizungskreis habe ich überbrückt, es liegen jetzt
auch an der Röhre 6,5 Volt an. Sonst hat es leider nichts gebracht.
Dann habe ich das Kabel der Anodenspannung am Sockel entfernt und das
Multimeter in mA Stellung dazwischen geschaltet. Leider war die Messung
nicht erfolgreich (Irgendwas mache ich wohl falsch).
Ich habe allerdings so langsam eine Vermutung was das Problem sein
könnte ist mir fast peinlich. Es waren ja vorher 4x 50 µF Elkos wobei
der 1,2kOhm Widerstand dann einen Kondensator übersprungen hat. Im
Schaltplan ist das mit dieser Kreuzzeichnung dargestellt. Ich habe
allerdings 2x 50+50µF Kondensatoren verbaut wobei der 1,2k Ohm
Widerstand am Gleichen Schraubelko angeschlossen ist. Er müsste aber
eigentlich zum anderen Becher führen bzw der g2 Widerstand zur anderen
Röhre.
Ich muss das nochmal genau prüfen aber ich glaube da liegt der Fehler.
Den AÜ habe ich geprüft, alles in Ordnung, die primäre Mitte liegt an
Masse, die beiden anderen Anschlüsse haben jeweils 16 Ohm. Es kommt ja
auch klare Musik aus den Verstärkern raus.
Dass man die Lautsprecher an den Sekundärausgang des AÜ anschließt war
mir schon klar - dafür gibt es ja 4 Anschlüsse. Nur wofür ich zusätzlich
die Mittenanzapfung der Primärseite an den Lautsprechern benötige -
keine Ahnung wüsste nicht wie das verkabelt werden sollte. Ich dachte
auch man muss die beiden Sekundärwindungen auch je nach
Lautsprecherimpedanz zusammenschalten, sonst wäre ja der jeweils
ungenutzte Teil ohne Last bzw der AÜ hat dann nur eine geringere
Belastbarkeit.
Habe die Verdrahtung an den Elkos nochmal komplett überprüft - ist
leider alles doch korrekt verdrahtet. Irgendwie ist das total
frustrierend. Ich glaube ich muss mir jetzt erstmal wieder ein
Erfolgserlebnis in einem anderen Projekt holen oder die Verstärker doch
irgendwo zur Reparatur bringen..
Foxit schrieb:> Da gibt es was zu ppp:>> http://commentatroehrenbude.blogspot.com/2015/
Naja, das Schaltungsprinzip ist ja hinreichend erläutert. Was fehlt sind
eigentlich mal ein paar Referenzwerte, damit man mal ein Gefühl für die
Spannungen und Ströme bei diesem Verstärkerkonzept. Verstärker mit
diesem Prinzip haben sich ja nicht wirklich durchgesetzt, weshalb da die
Erfahrungswerte eher sehr rar sind.
Den meisten Input zum Thema habe ich wirklich von hier
https://www.radiomuseum.org/forum/ppp_endstufen_in_neuem_licht.html
bekommen.
Vielleichte sollte man einfach mal die dort beschriebene Spice
Simalition nach empfinden. Die sollte dann auch die Spannungs und
Stromwerte liefern können. Vielleicht findet sich jemand der in Spice
geübt ist und das kann.
Willi schrieb:> Jetzt bau nur erstmal die Schaltung so, wie sie sein soll.
Genau! Aber vielleicht wäre es gut wenn der TO das Ding erst mal in die
Ecke stellt und sich mit einem anderen Projekt den Kopf frei macht.
Und dann wäre es gut wenn er noch die Mittelanzapfung des AÜ einzeichnen
würde.
Röhrenfan schrieb:> Dann habe ich das Kabel der Anodenspannung am Sockel entfernt und das> Multimeter in mA Stellung dazwischen geschaltet. Leider war die Messung> nicht erfolgreich (Irgendwas mache ich wohl falsch).
Was war denn nicht erfolgreich?
Ich hätte dieses Modell oder noch einen Flux Kompensator von Feutron.
Ich habe aber auch noch 2x Kölleda V125 grundsätzlich funktionsfähig
vielleicht schaue ich mir die Mal lieber zuerst an oder einen Verstärker
wo nur die Potis kratzen oder so..
Aber grundsätzlich finde ich die Idee gut, einfach die Schaltung nach
Schaltplan aufzubauen. Ist nur etwas schade da eigentlich hier ein Profi
am Werk gewesen sein muss der hatte fast schon eine künstlerische Ader
wenn man sich den Aufbau anschaut.
Also bei den mA Messungen habe ich immer das Problem ich schalte das
Messgerät auf mA um aber die Anzeige bleibt bei 0.00. Das war auch schon
bei der Netz-Strom Messung so. Extra eine alte Mehrfachsteckdose
umgebaut so dass man das Messgerät einschleifen kann aber es zeigt nix
an.
Also eigentlich habe ich 3x V125 + 1x 8321.5 davon wollte ich 2 Stück
überholen und gucken ob man den AÜ auf 8 Ohm umbauen kann. Wenn das
nicht klappt würde ich sie evtl. abgeben.
Aber bevor ich kein einwandfrei funktionierendes Paar Röhrenverstärker
habe, will ich eigentlich gar nix abgeben :) Die haben immer Ihre
Macken, ausnahmslos alle.
Mein letzter Versuch Verstärker von jemandem reparieren zu lassen, da
renne ich jetzt seit ca. einem Jahr hinterher dass ich sie wieder
zurückbekomme (ob repariert oder nicht ist mir mittlerweile egal). Der
Versuch davor ist darin geendet dass man mir einen neuen Verstärker aus
China verkaufen wollte ohne sich das Gerät anzuschauen (Es handelt sich
um den wohl bekanntesten Reparaturladen in Düsseldorf)
Röhrenfan schrieb:> Also bei den mA Messungen habe ich immer das Problem ich schalte das> Messgerät auf mA um aber die Anzeige bleibt bei 0.00. Das war auch schon> bei der Netz-Strom Messung so. Extra eine alte Mehrfachsteckdose> umgebaut so dass man das Messgerät einschleifen kann aber es zeigt nix> an.
Daran gedacht das für die Strommessung bei manchen Multimetern eigene
Buchsen benutzt werden? Auch die richtigen Strombuchsen benutzt? - 10A
hat oftmals eine eigene Buchse.
Bei den meisten Multimetern sind für die Strommessbereicher Sicherungen
verbaut - sind die in Ordnung?
Übrigens ein schöner Stelltrafo von einem Zeiss Kinoprojekter. Bei der
Firma habe ich übrigens 40 Jahre gearbeitet, allerdings nicht dort wo
die Projektoren gefertigt wurden.
An so einem V125 hätte ich auch Interesse, wenn Du Dich davon trennen
möchtest. Für den Fall das Du Dich trennen willst, wo waren die
abzuholen?
Ja alle meine Multimeter haben separate Buchsen für Strommessung, aber
so wirklich erfolgreich war ich nie damit. Vermutlich muss ich es in
aller Ruhe nochmal versuchen. Zumal ich es ja bei der Messung
Anodenstrom Einstellung zusätzlich mit der mA Einstellung versucht habe.
Also ich arbeite zwar für einen bekannten Maschinenbauer aus dem Ländle
aber ich wohne in der Nähe von Wiesbaden. Suchst du denn einen oder 2x
V125? Du könntest ja vorbeikommen und die beiden glühenden Backen
beheben und danach unterhalten wir uns über den V125 ;)
Röhrenfan schrieb:> Ja alle meine Multimeter haben separate Buchsen für Strommessung, aber> so wirklich erfolgreich war ich nie damit.
Ich habe ähnliche Multimeter in meinem Bestand. Die haben für die
Strommessbereiche alle Sicherungen verbaut und ich vermute mal, die
haben sich bei Dir verabschiedet - das geht recht schnell. Beim
Voltcraft könnten es auch Kontaktschwierigkeiten sein, ist zumindest bei
meinem so. Bei der Konstruktion des Schalters muß es einen aber auch
nicht wundern.
Röhrenfan schrieb:> Also ich arbeite zwar für einen bekannten Maschinenbauer aus dem Ländle ...
Bei dem war ich bestimmt schon mal. War zwischen 1996 und 2000
eigentlich jede Woche im Ländle in Sachen Messtechnik für den Hersteller
Deines Stelltrafos unterwegs.
Allerdings wohne ich am Gründungsstandort von Zeiss und das ist bis
Wiesbaden schon eine Ecke.
Ich habe aber vor dieses Jahr endlich mal nach Bad Schalbach zu fahren.
Dort gibt es ein Analogrechnermuseum, welches ich mir gern ansehen
würde. Vielleicht können wir uns da noch mal kontaktieren. Wenn ich dort
hin fahre dann kann ich mir ja auch mal den Verstärker anschauen. Es ist
aber noch nicht sicher, hängt auch ein bischen von der Seuche ab und
wird bestimmt erst im Sommer. Bis dahin wirst Du das Ding ja hin
bekommen.
Mach jetzt erst mal ne Pause, stell das Ding in die Ecke und wenn der
Kopf wieder frei ist geht es noch mal ans Werk.
Zeno schrieb:> Den meisten Input zum Thema habe ich wirklich von hier> https://www.radiomuseum.org/forum/ppp_endstufen_in_neuem_licht.html> bekommen.
Das ist ein wirklich informativer Artikel! Habe noch nicht alles gelesen
aber das PPP-Prinzip wird dort sehr gut dargestellt.
> Vielleichte sollte man einfach mal die dort beschriebene Spice> Simalition nach empfinden.
'Einfach' ... ich bin jetzt kein Spice-Spezialist, ich versuche mich
seit 1-2 Jahren daran und bin immer wieder erstaunt was mit Spice
möglich ist. Das hätte mich schon gereizt. Aber schon ein flüchtiger
Blick zeigt, daß der Autor da tief eingestiegen ist und auf einige
Probleme stieß. Teils bedingt durch unzureichende Modelle aber auch
durch Feinheiten des PPP-Prinzips.
Das PPP-Prinzip als solches ist in der Praxis nicht ganz ohne. Und
(Röhrenfan, sorry!) wer schon daran scheitert den Anodenstrom zu messen,
oder die Gitterspannung zu ermitteln, dem traue ich die Inbetriebnahme
eines so tricky Verstärkers nicht zu. Zumindest ist das kein
Wochenendprojekt sondern auch für jemanden der sich auskennt eine
längere Geschichte.
Dies zumindest mein Eindruck nachdem was ich bei RM gelesen habe.
Es gibt schöne Verstärker mit ganz simplen Schaltungen die auch richtig
gut klingen. Zwei ECC81 oder 83 in der Vorstufe und EL34, EL84 oder
6V6GT in PushPull beispielsweise.
Um noch ein Beispiel zu nennen, welches auch bei RM.org erklärt wird:
Nicht jede Röhre ist für den PPP geeignet! Aufgrund der 'schwimmenden'
Versorgung wird u.U. die max. Ufk (Spg. Heizung-Kathode) überschritten.
Bei normalem Betrieb ist das kein Problem, alle Heizungen 6,3V wie die
Hühner auf der Stange und Kathodenpotential überall ähnlich.
Hier aber wird die Ufkmax evtl. überschritten. Manche Röhren verkraften
150V oder 200V, andere nur 100V. Steht im Datenblatt.
Das Problem mit Ufkmax tritt auch bei manchen SRPP-Vorverstärkern auf.
Läßt sich durch 'hochlegen' der Heizung beheben (oder eben durch Wahl
der richtigen Röhren).
Mohandes H. schrieb:> Hier aber wird die Ufkmax evtl. überschritten. Manche Röhren verkraften> 150V oder 200V, andere nur 100V. Steht im Datenblatt.>> Das Problem mit Ufkmax tritt auch bei manchen SRPP-Vorverstärkern auf.> Läßt sich durch 'hochlegen' der Heizung beheben (oder eben durch Wahl> der richtigen Röhren).
Dann wäre meine hier geäußerte Vermutung doch nicht so abstrus:
Phasenschieber S. schrieb:> Es mag vielleicht etwas abstrus klingen, aber bei sovielen> Ungereimtheiten kommen einem auch unorthodoxe Gedanken: Könnte es sein,> daß die Katoden mit dem Heizkreis elektr. Verbindung haben?> Der Heizkreis liegt ja mittels Entbrummer ebenfalls auf Masse und wenn> die Katoden irgendwie dazu Verbindung hätten, dann wären die> Katodenwiderstände geshunted.
Röhrenfan schrieb:> Mein letzter Versuch Verstärker von jemandem reparieren zu lassen, da> renne ich jetzt seit ca. einem Jahr hinterher dass ich sie wieder> zurückbekomme (ob repariert oder nicht ist mir mittlerweile egal). Der> Versuch davor ist darin geendet dass man mir einen neuen Verstärker aus> China verkaufen wollte ohne sich das Gerät anzuschauen (Es handelt sich> um den wohl bekanntesten Reparaturladen in Düsseldorf)Röhrenfan schrieb:> ich wohne in der Nähe von Wiesbaden.Mohandes H. schrieb:> (Röhrenfan, sorry!)
Ich glaube dem Röhrenfan hier kein einiges Wort geschweige denn eine
Messung. Der macht sich hier einen Spaß.
Röhrenfan schrieb:> Ich habe> allerdings 2x 50+50µF Kondensatoren verbaut wobei der 1,2k Ohm> Widerstand am Gleichen Schraubelko angeschlossen ist.
Ich vermute mal durch den Einsatz des 50µF+50µF Elkos bist Du in die
Falle getappt. Bei diesem Kondensatortyp muß der 1,2kOhm Widerstand am
gleichen Schraubelko angeschlossen sein! Außerdem mußt Du die
Verdrahtung entsprechend anpassen sonst geht aber so was von in die
Hose.
Die Isolierscheiben hast Du hoffentlich auch eingesetzt. Elko und
Netzteil dürfen keinerlei Masseverbindung haben, der Massebezu wird erst
über den AÜ hergestellt.
Mach doch mal ein Foto mit den neuen Elkos und zwar von oben und unten.
Ja ich muss zugeben diese Änderung auf Doppelelko war nicht die klügste
Entscheidung. Diese Schraubelkos sind aber sehr schwierig zu bekommen.
Ich habe gestern aber nochmal alles genau nachgemessen und den Verlauf
im Schaltplan grün eingezeichnet. Es müsste alles passen.
Ich habe auch noch ein Bild von vorher.
Röhrenfan schrieb:> Ja ich muss zugeben diese Änderung auf Doppelelko war nicht die klügste> Entscheidung. Diese Schraubelkos sind aber sehr schwierig zu bekommen.
Auf den ersten Blick sieht das in Ordnung aus.
Die Überkreuzerei der Spannungen birgt halt viele Fehlerquellen in sich,
wenn man nicht aufpasst wie ein Heftelmacher.
Wichtig ist halt das die Anodenspannungen über Kreuz angeschlossen
werden.
Um mal bei Deiner Zeichnung zu bleiben:
- Kathode und Schirmgitter der oberen Röhre gehen zum unteren
Netzteilblock
-Anode der oberen Röhre geht zum oberen Netzteilblock.
Für die untere Röhre ist es genau umgekehrt.
Am besten man zeichnet sich so etwas farbig ein, damit man nicht durch
einander kommt.
Übrigens der AÜ hat in Deiner Zeichnung immer noch keine
Mittelanzapfung.
Habe die Mittenanzapfung jetzt noch eingetragen, damit dürfte zumindest
der Schaltplan mal komplett sein.
Ich werde jetzt in der Tat die beiden Verstärker erstmal ins Regal
stellen. Ich habe halt Pech gehabt dass ich mir zu Beginn direkt eine
etwas schwierigere Schaltung herausgesucht habe. Zunächst hat alles sehr
vielversprechend ausgesehen und der grundsätzliche Aufbau des
Verstärkers ist ja auch recht kompakt.
Ob / Wann ich dann das Feintuning nochmal angehe werde ich dann später
entscheiden. Vielleicht habe ich dann etwas mehr Erfahrung in
einfacheren Schaltungen sammeln können. Meine Kenntnisse wurden in
diesem Thread jedenfalls enorm erweitert, also ganz Umsonst war es
definitiv nicht.
Foxit schrieb:> Ich glaube dem Röhrenfan hier kein einiges Wort geschweige denn eine> Messung. Der macht sich hier einen Spaß.
Nein. Wozu so viel Aufwand (Schaltplan)? Hier ist ja jederzeit
Trollalarm %-\
Phasenschieber S. schrieb:> Dann wäre meine hier geäußerte Vermutung doch nicht so abstrus:
Jein. Wenn die Ufk_max zu hoch ist, dann brennt der Heizfaden einfach
durch. Da kommt es nicht zu den beschriebenen Phänomenen.
Röhrenfan schrieb:> Ich werde jetzt in der Tat die beiden Verstärker erstmal ins Regal> stellen. Ich habe halt Pech gehabt dass ich mir zu Beginn direkt eine> etwas schwierigere Schaltung herausgesucht habe.
Gute Entscheidung. Sonst wäre ich auch für hartnäckiges Vorgehen aber
diese Schaltung stellt auch Kenner vor Herausforderungen. Zumindest
nicht mal 'so eben' gemacht.
Alleine die 'schwimmende' Versorgung macht Messungen wegen Abwesenheit
einer Bezugsmasse schwierig.
Aber, wie Du schreibst, man wird nicht dümmer davon. Ich habe auch
wieder einiges gelernt (PPP-Prinzip).
Mohandes H. schrieb:> Wenn die Ufk_max zu hoch ist, dann brennt der Heizfaden einfach> durch. Da kommt es nicht zu den beschriebenen Phänomenen.
Da wäre ich mir nicht so sicher, denn ein Heizfaden erlaubt deutlich
höhere Ströme als Anodenstrom fließt.
Ich will mich ja nicht darauf versteifen, aber denken wir das mal zu
Ende.
Der Heizkreis liegt über den Entbrummer auf Masse.
Die Heizwendel erlauben Ströme größer 1A.
Die Katode schlägt nach Heizung durch. Zum Heizstrom käme lediglich noch
der Anodenstrom hinzu.
hmmm...so ganz abwegig ist das nicht.
Röhrenfan schrieb:> eine etwas schwierigere Schaltung
Wie gesagt, auch ganz simple Verstärker können gut klingen. Vorstufe
Standard ECC8x und z.B. zwei EL84 in PushPull. Die lassen sich auch
wunderbar parallel schalten, also je zwei EL84. Hat auch den Vorteil,
daß alle Bauteile (Röhren, Trafo, AÜ) gut verfügbar und nicht allzu
teuer sind.
Die Leistung von Verstärkern wird oft unter/überschätzt. Auch ein
Verstärker mit wenig Leistung kann klasse klingen! Zumal ein
Röhrenverstärker mehr Reserven hat: während bei Transistoren in PushPull
das Clipping abrupt einsetzt, geht eine Röhrenendstufe nur langsam in
die Verzerrungen.
Phasenschieber S. schrieb:> Die Katode schlägt nach Heizung durch. Zum Heizstrom käme lediglich noch> der Anodenstrom hinzu.
Stimmt. Der Heizfaden muß nicht unbedingt durchbrennen. Eher schlägt
vermutlich die Verbindung zwischen Heizung und Kathode durch.
Schäden an der Heizung entstehen eher langfristig. Ich habe ein Diagramm
im Kopf (finde ich gerade nicht) was die Lebensdauer vs. Heizspannung
zeigt. Abseits von 6,3V fällt diese gravierend ab. Insbesondere
Unterheizung mindert bei normalen Kathoden die Lebensdauer stark! Das
ist hier nicht Thema, finde ich aber bemerkenswert.
Röhrenfan: Du könntest ja mal zwischen Heizung (Pin 2 + 7) und Kathode
(Pin 8) messen, ob da Durchgang ist.
Ich dachte es ging um die Frage ob die Spannung der Heizung irgendwie an
die Kathode kommt. Und diese beiden Widerstände sind da doch die einzige
Möglichkeit?
Ich habe mir zwischenzeitlich auch die V125 angeguckt. Also das würde
eine noch viel größere Baustelle ergeben als diese beiden Verstärker.
Ich würde sie daher abgeben, falls das immer noch ein Thema ist.
Mohandes H. schrieb:> Schäden an der Heizung entstehen eher langfristig. Ich habe ein Diagramm> im Kopf (finde ich gerade nicht) was die Lebensdauer vs. Heizspannung> zeigt. Abseits von 6,3V fällt diese gravierend ab. Insbesondere> Unterheizung mindert bei normalen Kathoden die Lebensdauer stark! Das> ist hier nicht Thema, finde ich aber bemerkenswert.
Du meinst sicher das hier:
http://www.schenk-audio.de/eBay-Bilder/Unterheizung_glass_2_89.gif
Darüber gab es schon längere Diskussionen.
Angesichts des Alters eigentlich ganz okay. Bei einem Gerät habe ich
gestern die Kondensatoren getauscht, dann kam auch klarer Ton raus. Es
hat dann aber nicht lange gedauert bis laute Störgeräusche kamen die
anderen beiden haben ähnliche Probleme.
Röhrenfan schrieb:> Angesichts des Alters eigentlich ganz okay. Bei einem Gerät habe ich> gestern die Kondensatoren getauscht, dann kam auch klarer Ton raus. Es> hat dann aber nicht lange gedauert bis laute Störgeräusche kamen die> anderen beiden haben ähnliche Probleme.
Sehen eigentlich noch gut aus. Das nach so langer Zeit was nicht mehr so
läuft ist eigenlich normal.
Da sind ja sehr wahrscheinlich die alten Becherelkos von Frolyt verbaut.
Die kann u.U. durch Formieren wieder zum Leben erwecken, wenn sie nicht
ausgetrocknet sind.
Von der Schaltungstechnik her sind diese Verstärker eigentlich simpel
aufgebaut - keine Kunstgriffe oder so. Lediglich der 100V ELA Ausgang
könnte den einen oder anderen vor ein Problem stellen - man braucht halt
Übertrager vor den Lautsprechern.
Ich hätte schon Interesse an einem Verstärker, die Frage ist halt wie
wir das Ding zu mir bekommen Da ich nicht gleich um die Ecke wohne.
Könnte höchtens mal einen Kollegen fragen, der wohnt in Rüsselsheim, was
ja nicht so arg weit weg von Dir ist.