Ich bin noch in der Planungsphase eines (etwas größeren) BKWs. "Draußen" soll ein SPD Typ-2 (MOV) von DEHN alles oberhalb von 150 V über 16 mm² nach PE leiten, "drinnen" ein SPD Typ-3 (MOV) ebenfalls von DEHN alles oberhalb von ebenso 150 V nach PE. Der MPPT des geplanten WRs verträgt eine Eingangs-U bis 100 V. Die Lücke zwischen den MOVs bis zur MPPT-Maximal-U wollte ich mit NTC-temperaturüberwachten 1.5KE100CA absichern, heißt: Sollte ein Blitz in einer "gewissen" Nähe einschlagen und dessen EMP-Impuls eine Spannung > 100 V, aber noch < der MOV-U induzieren, sollen die TVS-Dioden in Dreiecksschaltung das in Richtung PE ableiten. Werden sie dabei dauerhaft hochohmig, ist keine Gefahr. Dauerhaft niederohmig auch nicht. Im mittleren Bereich könnten sie heiß werden, aber dann soll die NTC-Überwachung ab 40-45 °C zuschlagen und ein Schütz abschalten. Das ist alles nicht das Problem.
Das Problem ist ein ganz anderes: Bei so einer Überspannungsspitze kann ein kleiner Überschlag entstehen. Ich selbst habe schon Gewitter ohne Wolken erlebt. Wenn nun von den PV-Modulen noch Sonnenstrom erzeugt wird und der Überspannungsimpuls einen Lichtbogen zündet, dann brennt der munter weiter, solange die PV-Module bei Sonne Strom liefern. Die TVS-Dioden können das kurzzeitig ableiten, aber wenn die Funkenstrecke außerhalb der TVS-Dioden entsteht (Schraubverbindungen/Klemmen, ionisierte Luft), dann ist das a bissel bleed, weil ich bzw. die Elektronik dann von dem Ereignis nichts mitbekomme.
Natürlich könnte (und werde) ich das Risiko vorher schon mit einem Isolationstester abzuschätzen versuchen, aber meiner geht nur bis 1 kV und was da von einem Blitz in einer gewissen Nähe mit einer unbekannten Stärke erzeugt wird, das weiß ich nicht. Mir fehlen hier auch die ganzen Grundlagen.
Wie gehe ich hier am besten vor?
Daniel