Weil der Originalthread bis zur Unnutzbarkeit zugekrakelt wurde, neuer Thread zu dem dort aufgeworfenen Thema "Funkwettervorhersage und Funkwellenausbreitung.
Beitrag "Re: Gibt es hier (noch) Funkamateure"
Beitrag "Re: Gibt es hier (noch) Funkamateure"
Ja, Wetter auf 15m ist grad für DX gut:
Danke für die Links. Ich beschäftige mich grade etwas eingehender mit Ausbreitungsbedingungen. Ganz blöde Anfängerfrage zu den Karten im ersten Link: Verstehe ich das richtig, dass je blauer die Farbe, desto schlechter die Ausbreitung?
Das steht in der Legende des Diagrammes, so pauschal kann man das nicht sagen. Gelegentlich geht es nicht primär um die Ausbreitung sondern um die elektrischen Eigenschaften eines bereiches der Erdatmosphäre, deren lokalen Gegegebenheiten die Signalausbreitung beeinflußen. Das interessiert einen Geophysiker mehr als die Hörbarkeit irgendwelcher Funkbuden.
In einer Zeitschrift dagegen habe ich eine Darstellung der "Verbindungswahrscheinlichkeit" gesehen. Dort soll die "Blaustärke angegeben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, mit den entfernten Sationen eine Verbindung aufzubauen und einen Rapport auszutauschen.
Bei Ausbreitung wäre auch zu klären, ob die Strecke zu der entfernten Station übern kurzen oder langen Weg gearbeitet wird. So kann man auf einem Globus eine Linie zwischen Deutschland und Australien über den Äquator (kurzer Weg) und über die Polregion (langer Weg) zeichnen. Beides ist aufgrund der Ausbreitung durch Reflexion an Ionosphärenbereichen möglich.
Um die tatsächliche Entfernung zu ermitteln muss man also die Anzahl der Hops (Reflexionen) mit einbeziehen [das hat nichts wie manche hier behaupten mit einer Physik-Doktorarbeit zu tun, das ist Niveau Kindergartenkind, das einen Flummi über das Parkett hoppeln lässt]. Und auf den langen Weg sind es u.U. mehr Reflexionen als auf dem kurzen.
Und dann ist da noch die Frage, in welcher Höhe die Reflexion stattfindet. Dazu schaut man sich mal die Bilder in den Kursen an, die erklären das eigentlich ganz gut. https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzwelle#Reflexion_an_Schichten_der_Ionosph%C3%A4re
Der screenshot im Anhang (aus https://dr2w.de/dx-propagation/) zeigt laut Legende den erwartbaren Signal-Rausch-Abstand (SNR) für Europa bei Verwendung der modellierten Antenne und Sendeleistung ("Power: 100W, Antenna:3λ/2 monopole").
Natürlich kann man versuchen mit Richtantennen und Azimut-einstellung einzelne Stationen zu optimieren. Auf manchen Dächern hat man schon beeindruckend gr0ße Yagi für 20m gesehen.
Spielt man mit dem angegeben Zeitpunkt sollte man gutdie Verschiebung der toten Zone durch das Aufsteigen/Absenken der Schicht "beobachten"). Je höher das SNR, desto besser kann man die Station "verstehen". Und ja nach betriebsart kann man auch bei geringen SNR und damit stark verrauschten Signal, Informationen austauschen. Das ist beispielsweise der Vorteil vom (Harten) Morsen gegenüber einer "vernuschelten" Sprachverbindung.
Um den angegebenen QTH befindet sich ja quasi eine "blaue Blase". Ist dies auf die tote Zone zurückzuführen?
Kann man den QTH eigentlich manuell noch genauer verschieben?
Wenn die Station/Antenneanlage mobil ist (Wohnwagen, Shelter) ja. Aber die durch den Sonnenstand und -aktivität beeinflußten bereich sind großräumig so dass eine kleine Ortsveränderung wenig bewirkt. Lokale Bodeneigenschaften (feucht, Küstennähe) sind da für KW- wichtiger. Bei Troposcatter mag das anders aussehen, aber das ist auch ein ganz anderes Band und wird nicht mit den Mechanismen der KW-Ausbreitung erklärt.
