Moin,
Da ich vor der Herausforderung stehe, eine "Highspeed" USB2.0-Verbindung über wasserdichte Stecker mit möglichst wenigen Pins zu führen, bin ich auf sog. USB Extender gestoßen. Habe testweise folgendes billig-Modell für 60€ von Amazon bestellt und einfach mal ausprobiert: https://www.amazon.de/Extender-480Mbps-Treiber-Low-Power-Ethernet-Schwarz/dp/B09WVK35C4/
Siehe da, das Teil nutzt nur zwei Adern der angeschlossenen RJ45 Leitung und ermöglicht einwandfrei und ohne merkliche Geschwindigkeitseinbußen (z.B. Kopiervorgang von einem flotten USB Stick) eine Verbindung über eine hingefrickelte Teststrecke inkl. garantiert HF-unfreundlicher Steck- und Schraubverbindungen. Ja, die ist kurz, aber reicht mir im Grunde genommen schon.
Also Ziel erstmal erreicht, schön.
Allerdings bin ich neugierig, wie sowas "so einfach" funktioniert? Der Aufbau sieht erstmal sehr überschaubar aus, bloß findet sich natürlich zu den zentralen ICs mit dem Aufdruck "5619" keinerlei Datenblatt, das mir weiterhelfen könnte.
Kann mir hier vielleicht jemand grundlegend erläutern, was da gemacht wird? Ich würde das ganze als "differenzielle bidirektionale halbduplex (relativ) highspeed Datenübertragung" beschreiben. Aber werden hier einfach nur die USB Signale "verstärkt"? Wird auf etwas ganz anderes umgewandelt? Da die "5619-ICs" jeweils einen 20MHz Quarz (o.ä.) haben, vermute ich, dass da etwas mehr passiert?
Zu den 5619 gehört jeweils ein MX25L1606E 16M-BIT [x 1 / x 2] CMOS SERIAL FLASH, was steht da wohl drin, bzw. wofür könnten die da sein?
Im "Sender" gibt's natürlich noch einen USB Hub, der ist langweilig ;)
Auf der Unterseite des Empfängers sind keine weiteren Bauteile, da habe ich mir das Zerlegen erstmal gespart.
Besonders interessieren mich die elektrischen Eigenschaften der Übertragung, bzw. wie robust das sein dürfte (insb. bzgl. Benutzerfehler...)
Was machen die beiden Übertrager vor den RJ45 Buchsen, warum haben die IC-seitig nur 2 Anschlüsse, Leitungsseitig aber 3? Die mittleren Abgriffe scheinen mir jeweils über R19 und C33 an GND zu gehen.
Während des Betriebs ist mit einem DMM kein Spannungspegel zu messen und die Polung ist egal, funktioniert immer. Mit dem Oszi kann ich leider erst morgen mal schauen...
Was passiert mutmaßlich bei einem Kurzschluss der Datenleitungen oder gar "Fremdspannung"?
Die Geräte von ICRON (https://www.icron.com/products/oem/usb-extenders/) sehen mir deutlich komplexer aus.
Vielleicht hat ja hier jemand die Muße, ein paar Erklärungen zu geben, das würde mich freuen!



