Markus R. schrieb:
Leider kann ich das Vergoldete nicht zuordnen
Die äussere Vergoldung ist auch weitestgehend sinnfrei.
Das scheint eher ein Werbegeschenk/Briefbeschwerer für einen Einkäufer oder einen verdienten Mitarbeiter zu sein.
Die meisten Reflexklystrons waren zur besseren Wärmeabfuhr schwarz lackiert, mit Ausnahme der meist roten von Varian. Von CSF habe ich auch eine türkisfarbige. Die Farbe der Lackierung spielt aber, anders als viele glauben, für die Wärmeabstrahlung praktisch keine Rolle. Hauptsache sie ist überhaupt vorhanden und kein blankes Metall.
Markus R. schrieb:
Im Netz gibt es nur sehr magere bis keine Angaben über die
Verwendung oder Testschaltung.
Wenn du die Eckdaten für Frequenz, Ausgangsleistung, Anodenspannung und Strom kennst (Heizung war regelmässig 6,3V) gibt es da auch nicht viel zu beachten.
Elektrisch ist das eine in Flussrichtung betriebene Diode, wobei die Anode = Resonator auf Masse liegt und Kathode und Heizung auf einer negativen Spannung von ein paar hundert Volt.
Die Abstimmung erfolgt, wie bereits beschrieben, hauptsächlich durch Verformung des Resonators und zum geringeren Teil, allenfalls +/-50MHz, über die Reflektorspannung, das ist die Anschlusskappe.
Die Reflektorspannung darf niemals positiv gegenüber der Kathode werden, sonst geht die Röhre kaputt.
Aus diesem Grund liegt oftmals eine Diode (Halbleiter, ganz früher eine Gleichrichterröhre) vom Reflektor zur Kathode um eine solche Falschpolung sicher zu verhindern.
Dem entsprechend fliesst auch praktisch kein Strom von oder zum Reflektor, aber die Reflektorspannung muss zur Frequenz und zur Anodenspannung passen, sonst sinkt die Ausgangsleistung stark ab und verschwindet evtl sogar ganz.
Meist gibt es zwei Werte der Reflektorspannung, bei denen die Ausgangsleistung maximal ist.
Das ist elektronenoptisch alles theoretisch gut begründet und in der einschlägigen Literatur nachzulesen.
Typische Kennlinien findest du z.B. für die bereits erwähnte 2K25:
https://cdn-reichelt.de/documents/datenblatt/A300/2K25_DB-EN.pdf
Diese Röhre hat allerdings keinen Hohlleiter-Auskopplung, sondern ein Koaxkabel, das als Antenne in einen Hohlleiter hineinragen kann.