Welchen Kondensator für Kompressor?

OP #7491812
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Hallo,

ich habe einen alten Druckluftkompressor aus den 80ern, welcher nicht mehr anläuft. Wenn man ihn erstmalig einschaltet, läuft er kurz ganz langsam und geht dann aus, da die Sicherung fliegt. Danach läuft er gar nicht mehr an und brummt nur noch. Ich vermute daher, dass der Kondensator defekt ist. Optisch kann ich allerdings keinen Defekt feststellen.

Es ist folgender Kondensator verbaut:

1
SR55 93PF40
2
uF40 +/- 5%
3
V~450 DB HPFPU
4
V~500 DB HPFQV

Mein Problem ist, dass ich nicht sicher weiß, welchen Kondensator ich hierfür verbauen kann. Die meisten Kondensatoren im Internet haben keine 500V HPFQV. Meist steht nur 40uF / 400V dran. Ich finde auch nicht, für was HPFQV stehen soll. Kann mir hier jemand weiterhelfen? Ist die 500V Angabe wichtig?

Viele Grüße

#7491837
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Prüfe bitte gleich mal noch dein Rückschlagventil. Könnte verklebt/ verklemmt sein und auch so ein Bild abgeben. Du kannst auch kurz die Druckleitung am Verdichter abmachen, dann muss er eigentlich anlaufen - außer wenn dein Kondensator kaputt ist. Wenn er denn mal Druck aufbaut kommt die nächste Frage: Anlaufentlastung funktioniert?

OP #7491858
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H. H. schrieb:

https://info.elektro-kahlhorn.de/typenschilder-von-motorkondensatoren-entraetselt/

Danke dir für den Link, die Seite ist echt gut! Nun kann ich den kryptischen Namen aufschlüsseln.

Andrew T. schrieb:

Kurz gesagt: wenn der Kompressor nur selten benutzt wird, sind die 1000h von hpfqv erst nach Jahren erreicht.

Ich denke auch, dass es hier ein günstigerer Kondensator tut. Ich brauche den Kompressor auch nur paar mal im Jahr.

Sebbl M. schrieb:

Prüfe bitte gleich mal noch dein Rückschlagventil. Könnte verklebt/ verklemmt sein und auch so ein Bild abgeben. Du kannst auch kurz die Druckleitung am Verdichter abmachen, dann muss er eigentlich anlaufen - außer wenn dein Kondensator kaputt ist. Wenn er denn mal Druck aufbaut kommt die nächste Frage: Anlaufentlastung funktioniert?

Danke für den Tipp! Der Motor läuft auch nicht an und weist exakt die gleichen Probleme auf, wenn die Druckleitung abgeklemmt ist. Wie würde man die Anlaufentlastung testen?

Könnte es auch die kleine Thermosicherung sein? (Weber T11 211-10A) Da hing der Druckknopf in der Vergangenheit schon ein paar mal und dann sprang der Kompressor auch nicht an.

(Firma: Funkenflug Industries) #7491859
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Ist der Motor mit einem Riemen mit dem Kompressor verbunden oder sitzt beides auf einer gemeinsamen Welle?

Bei ersterem könnte man den Riemen runternehmen und schauen was der Motor dann macht. Wenn man ihn andreht und dann einschaltet (während er noch dreht) laufen Kondensatormotoren meistens auch ohne Kondensator an. Bitte nicht einschalten und dann andrehen, das funktioniert zwar technisch auch, kann aber ungesund für die Finger sein.

Gast #7491861
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Peter schrieb:

Könnte es auch die kleine Thermosicherung sein? (Weber T11 211-10A) Da hing der Druckknopf in der Vergangenheit schon ein paar mal und dann sprang der Kompressor auch nicht an.

Kannst du ja auch ersetzen, gibts noch (heute von Schurter), und kostet nicht die Welt.

OP #7491862
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Ben B. schrieb:

Ist der Motor mit einem Riemen mit dem Kompressor verbunden oder sitzt beides auf einer gemeinsamen Welle?

Der Motor ist ohne Riemen, alles sitzt auf einer gemeinsamen Welle, die auch ziemlich heiß bei den Startversuchen wird. Von Hand lässt sich der Kompressor am Lüfter leicht drehen.

H. H. schrieb:

Kannst du ja auch ersetzen, gibts noch (heute von Schurter), und kostet nicht die Welt.

Kannst du einen Onlineshop empfehlen, bei dem man vermutlich beide Artikel bekommt? Mit conrad habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. So könnte ich mir wenigstens einmal Versand sparen.

OP #7493516
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Ich habe heute den neuen Kondensator mal probeweise angeschlossen (es fehlen noch Kabelschuhe). Leider war nach dem Einschalten nur ein elektrisches Bitzeln zu hören - sofort wieder ausgeschaltet. Klang wie ein Kurzschluss, Sicherung ist aber nicht gefallen und es hat auch nirgends auffällig gerochen.

Vermutlich habe ich etwas falsch angeschlossen, finde aber keinen Fehler. Ich habe leider vergessen, ein Bild vom Initialzustand zu machen, das mache ich sonst immer...

Ich habe hier mal zwei Bilder angehängt. Auf dem Anschlussbild sieht man den (falschen?) Anschluss (ohne Kondensator), mit dem es so komisch elektrisch geklungen hat. Den Kondensator braun hatte ich bei V1 angeschlossen und den blauen bei W1. Die zwei losen Kabel sind bei U1, die sollten meinen L1 darstellen, wenn ich mich nicht irre.

Im zweiten Bild ist ein spartanisches Schaltbild vom Deckel.

Könnt ihr hier ein Fehler entdecken?

Angehängte Dateien:
(Firma: Funkenflug Industries) #7493532
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Ein elektrisches Bitzeln... so so. Na anhand dessen kann sicher jeder hier aus der Ferne sofort und eindeutig jeden Fehler erkennen.

Ob man da viel messen kann... Durchgang werden die Wicklungen ja wohl haben, Isolationsmessung bräuchte man ein passendes Messgerät (mindestens 500V, besser 1000V). Ich würde alles ordentlich zusammenbauen (mit Kabelschuhen) und dann den Deckel für einen kurzen Test offen lassen, vielleicht sieht man ja irgendwas wenn ein Defekt vorliegt.

Und Vorsicht dabei, natürlich NICHT in den Kasten reingreifen solange das Ding in der Steckdose steckt, auch dran denken, daß Kondensatoren noch eine ganze Weile nach dem Abschalten höhere Spannung führen können... in diesem Fall vielleicht nicht gleich sofort tödlich, aber auf jeden Fall sehr unangenehm.

Im Zweifel jemanden fragen, der sich damit auskennt.

OP #7493624
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H. H. schrieb:

Deinen Fotos nach hast du alles soweit richtig angeschlossen, von den fehlenden Kabelschuhen abgesehen.

Es wird wohl Zeit für ein paar Messungen...

Schade, hatte schon gehofft, einen Anschlussfehler gemacht zu haben. Welche Messungen kommen hier mit einem einfachen digitalen Multimeter infrage?

Ben B. schrieb:

Ein elektrisches Bitzeln... so so. Na anhand dessen kann sicher jeder hier aus der Ferne sofort und eindeutig jeden Fehler erkennen.

Ob man da viel messen kann... Durchgang werden die Wicklungen ja wohl haben, Isolationsmessung bräuchte man ein passendes Messgerät (mindestens 500V, besser 1000V). Ich würde alles ordentlich zusammenbauen (mit Kabelschuhen) und dann den Deckel für einen kurzen Test offen lassen, vielleicht sieht man ja irgendwas wenn ein Defekt vorliegt.

Geräusche zu beschreiben ist schwer, es war eine Art knisterndes leicht brummendes Geräusch. Getestet hatte ich mit offenem Deckel, es war nirgends ein blitzen/funken zu sehen.

OP #7494031
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H. H. schrieb:

Miss die Widerstände der Motorwicklungen.

Und auch den Durchgangswiderstand des Klixons.

Ich habe die Motorwicklung und die alte Sicherung durchgemessen. Zwischen den Windungen habe ich einen Widerstand zwischen 0 und 3 Ohm. Wobei mich die 0 Ohm stutzig machen.

1
Weiß-Braun: ~3 Ohm 
2
Schwarz-Braun: ~1-2 Ohm 
3
Weiß-Schwarz: 0 Ohm

Die alte Sicherung hat gar keinen Durchgang mehr. Die hat es wohl beim Test des neuen Kondensators innen komplett zerlegt. Zum Glück habe ich die neue Sicherung mitbestellt.

Als ich alles mit Kabelschuhen aufbauen und anschließen wollte, ist mir die Motorklemme beim anziehen abgebrochen. Dabei habe ich gar nicht mal so fest angezogen. Daraufhin habe ich das Klemmbrett rausgeschraubt und sah, dass die braune Leitung dahinter total beschädigt ist. Es hat schwarze Schmorstellen, beschädigte Isolation und auch einige defekte Litzen. Leider ist die Leitung auch weiter hinten am Schutzschlauch defekt, sodass ich sie nicht einfach kürzen kann. Hier muss wohl eine neue Leitung reingezogen werden. Den Aufwand hierfür kann ich nicht abschätzen. Muss erstmal schauen, wie ich den Motor weiter zerlegt bekomme. Ich finde auch die weiße Kalkartige Substanz hinter dem Klemmbrett interessant.

Angehängte Dateien:
OP #7494491
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Ich habe heute den Kompressor weiter zerlegt, um an den Elektromotor zu kommen. Dort habe ich das defekte Kabel hinten abgezwickt und ein neues mit einer Lüsterklemme befestigt. Das defekte Motorklemmbrett konnte wieder gerichtet werden, indem die alte Schraube rausgebohrt und eine neue eingesetzt wurde. Hinten mit Dichtmasse abgedichtet.

Ich habe alles mit der neuen Sicherung und dem alten Kondensator zusammengebaut und siehe da, er läuft wieder! Ich empfehle natürlich niemanden, das so nachzumachen.

Vielen Dank für eure Hilfe.

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