Warum werden Felsen schwarz?

OP #7569126
Lesenswert?

Beim Klettern fällt mir immer wieder auf, wie insbesondere der Quarzteil vieler heimischer Gesteine über die Jahre komplett schwarz wird. Die Färbung ist auch extrem widerstandsfähig, also nicht nur ein bisschen Ruß auf der Oberfläche. In Quarz an sich ist doch aber nichts an Fremdatomen drin, was die Färbung erklärt. Irgendwie muss die mit der Atmosphäre in Zusammenhang stehen. Weiß jemand was der Grund dafür ist?

Beitrag #7569247 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7569375 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7569466
Lesenswert?

Jemin K. schrieb:

Beim Klettern fällt mir immer wieder auf, wie insbesondere der Quarzteil vieler heimischer Gesteine über die Jahre komplett schwarz wird. Die Färbung ist auch extrem widerstandsfähig, also nicht nur ein bisschen Ruß auf der Oberfläche. In Quarz an sich ist doch aber nichts an Fremdatomen drin, was die Färbung erklärt. Irgendwie muss die mit der Atmosphäre in Zusammenhang stehen. Weiß jemand was der Grund dafür ist?

Metallverbindungen im Stein, welche mit der Atmosphäre reagieren. Meistens Eisen.

Aus dem gleichen Grund wird zB die Dresdener Frauenkirche in ein paar Dekaden wieder komplett schwarz sein.

OP #7570715
Lesenswert?

In der Natur klettere ich immer ohne Magnesia, man will die geisteskranken Vogelschützer ja nicht auch noch anlocken. Schwarzer Belag von den Schuhen ist real, aber nur an extrem populären Routen und nur auf wenigen Tritten, wenn die im Regenschatten sind. Weiße Magnesiaflecke dagegen sind real... Komischerweise hat es niemanden interessiert, als die Sandsteinfelsen durch sauren Regen extrem hässliche Flecken und Erosionserscheinungen bekommen haben. Da hat man halt nicht so schnell einen Sündenbock.

(Firma: Hobbytheoretiker) #7571349
Lesenswert?

Mario M. schrieb:

Schwarzalgen

Es gibt Moose, Flechten und Einzeller, die Steine erodieren.

Quelle: https://naturschutz.ch/news/natur/flechten-und-moose-bunte-teppiche-ueberall/162893

Flechten können Säure, sogenannte Flechtensäure herstellen. Damit sind sie fähig Steine zu einer Feinsubstanz zu zersetzen. Diese Feinsubstanz kann zusammen mit organischen Materialen Wasser speichern und somit Pflanzenwachstum ermöglichen. Besiedeln Flechten also steinigen Untergrund, wie er zum Beispiel nach einem Vulkanausbruch entsteht, bereiten sie den Boden für Blütenpflanzen und sorgen auch noch gleich dafür, dass er nicht erodiert. Sie nehmen also ähnlich wie Moose eine Pionierfunktion ein.

#7571470
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:

Maik .. schrieb:

Das man jetzt den Kletterern schon das Talkum verbietet. Oh weh.

War hier in der Sächsischen Schweiz schon immer verboten – schon seit mehr als 100 Jahren. Ganz offensichtlich kann man auch ohne sowas erfolgreich klettern. ;-)

Und wie! Habe es an der Bastei beobachtet, wie Kletterer dort unterwegs waren. Und diese Dinger haben nicht eben solche Pfade, wo jedermann hochkraxeln kann.

Talkum ist ökologisch sicher unbedenklich, aber wenn sämtliche Touri-Berge weiße Streifen haben, würde es mir auch nicht gefallen.

#7571599
Lesenswert?

Rainer Z. schrieb:

Talkum ist ökologisch sicher unbedenklich, aber wenn sämtliche Touri-Berge weiße Streifen haben, würde es mir auch nicht gefallen.

Weiße Streifen gibts an allen Felsen, vor allem, wenn nicht drauf rumgeklettert wird. Die kommen dann von dort nistenden Vögeln, wie z.B. Flugratten. In Meeresnähe oder auf Inseln kann der Vogelbewuchs so dicht werden, daß die Streifen eine dicke Schicht bilden, die man abbauen und als Dünger verwenden kann. Das heißt dann Guano.

#7571660
Lesenswert?

Rainer Z. schrieb:

Jörg W. schrieb:

Maik .. schrieb:

Das man jetzt den Kletterern schon das Talkum verbietet. Oh weh.

War hier in der Sächsischen Schweiz schon immer verboten – schon seit mehr als 100 Jahren. Ganz offensichtlich kann man auch ohne sowas erfolgreich klettern. ;-)

Und wie! Habe es an der Bastei beobachtet, wie Kletterer dort unterwegs waren. Und diese Dinger haben nicht eben solche Pfade, wo jedermann hochkraxeln kann.

Vieleicht einfach mal die Finger still halten wenn man keine Ahnung hat.

  1. Der Chalk oder Magnesia ist meines Wissens Magnesiumcarbonat währende Talkum Magnesiumsilikat ist und eher als Puder auf Babyhintern und in gespachtelten Gesichtern Verwendung findet.

  2. Jeder Amateurturner verwendet auch Magnesia weil es die Hände trocken macht und man nicht so schnell wegen feuchten Händen abrutscht.

  3. Magnesia ist beim Klettern genau dort verboten wo es das Gegenteil des beabsichtigten Effekts bewirkt. Nämlich bei porösen Gesteinen vor allem Sandstein. Denn dort wird die Haut durch den Sandstein getrocknet, das Magnesia verklebt die Poren des Sandsteins und machen ihn speckig. Bei Kalkgestein ist Magnesia eher positiv, weil er verhindert dass die Griffe so schnell durch den sauren Schweiß speckig werden.

Das es genügend Dummbeutel gibt, die meinen bei einer einfachen Kletterei mit Henkelgriffen sich 100ml flüssiges Chalk auf die Hände schmieren zu müssen oder das Zeug auch exzessiv in Sandstein benutzen und völlig unnötig herumsauen steht auf einem anderen Blatt, auch beim Klettern gilt: Etwas Theorie und Wissen hat noch niemandem geschadet.

In der Sächsischen Schweiz liegt eigentlich sogar der Ursprung des sogenannten Freikletterns. Auch hier Wissen: "freiklettern" heißt nicht ungesichert klettern. Allerdings ist das Klettern dort speziell da man in dem weichen Sandstein keine herkömmlichen mobilen Sicherungsmittel benutzen kann/darf, sondern statt dessen Schlingen mit Knoten benutzt.

#7571681
Lesenswert?

Zurück zur Ursprungsfrage: Oft genug sind es auch Eisenpartikel im Gestein, die schlicht und einfach rosten. Rost ist nicht unbedingt immer rot, oft genug auch braun bis schwärzlich. Das sind dann wohl auch z.T. komplexe Hydratverbindungen. Deshalb auch die "Wasserstreifen" bei vielen Felswänden. Sieht man ganz gut wenn man sieht wie sich Felsausbrüche über die Jahre verändern.

#7571686
Lesenswert?

Talkum(Babypuder)Speckstein könnte in der Stoffgemengelage auch Asbest ausbilden, man soll das nicht übermäßig verwenden (einatmen). Arte sagte, daß sich überall Carbonat auf den Steinen anlagert, so quasi 50x CO2-Gehalt der Atmosphäre. Fragt sich halt wie und warum ist das schwarz.(Salzsäuretest ? oder Essig)

#7571719
Lesenswert?

Carypt C. schrieb:

Talkum(Babypuder)Speckstein könnte in der Stoffgemengelage auch Asbest ausbilden, man soll das nicht übermäßig verwenden (einatmen).

Nicht ganz richtig. Talkum wird aus Naturgestein hergestellt. Deshalb entsteht beim Mahlen ein gewisser Anteil an Fasern, die den Asbestfasern zumindest optisch ähnlich sind. Und es gibt Untersuchungen dass intensiver Talkum Einsatz z.B. die Wahrscheinlichkeit von Eierstockkrebs erhöhen kann.

Wieweit das allerdings gesicherte Erkenntnisse sind, weiß ich nicht. Da das Zeugs immer noch als Babypuder benutzt wird vermute ich: nicht so sehr gesichert.

Gast #7572080
Lesenswert?

War hier in der Sächsischen Schweiz schon immer verboten – schon seit mehr als 100 Jahren. Ganz offensichtlich kann man auch ohne sowas erfolgreich klettern. ;-)

Na klar, dafür "dopten" die Sachsenkletterer gleich ihre Füße mit den berüchtigten "Kletties". Ja mit den ganzen Körpergewicht arbeitet sich der Dreck gleich tiefer in den weichen Sandstein der "Sachsenschweiz" ...

https://pantoffelmann.de/Tramper

Und der Vater aller Sachsen Schweiz Kletterer, "Sebastion Abratzky" war ein Steuerbetrüger, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm und sich schließlich in den Tod suff - tolle Vorbilder hat der Osten: https://www.sandsteinblogger.de/2016/04/der-fall-abratzky/ https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Abratzky

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren