Flex Kabel kopieren

OP #7638245
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Hallo, mich würde interessieren wie es rechtlich aussieht wenn man flexkabeln kopiert.

Beispiel: In einem Gerät eines namhaften Herstellers sind 3 Platinen per flexkabel, dass speziell für dieses Gerät hergestellt wird und nur dafür verwendet wird verbunden. Das Kabel geht kaputt und es gibt dieses Flexkabel nicht einzeln zu kaufen, nirgends. Ist es erlaubt dieses Flexkabel herzustellen (1:1 Klon oder zumindest die Anschlüsse)? Wenn ja, auch zu verkaufen?

Danke Lg

#7638435
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Michael B. schrieb:

Ob sich die Herstellung lohnt, steht auf einem anderen Blatt.

Sieh Dir mal an, was das bei jlcpcb.com kostet. Sofern das Kabel nicht besonders lang ist, ist das spottbillig.

Ohne vergoldete Kontakte kostet sowas bei 100x100mm Größe als "flex PCB" 14 EUR plus Versand - das sind dann gleich fünf Stück.

Und das sind dann schon zweilagige Kabel mit Durchkontaktierungen. (Einlagig wird bizarrerweise gleich doppelt so teuer)

https://cart.jlcpcb.com/quote?orderType=1&plateType=7&stencilLayer=2&stencilWidth=100&stencilLength=100

Keine Ahnung, wie sich das für jlcpcb rechnet. Wirklich nicht.

#7638436
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Harald K. schrieb:

Keine Ahnung, wie sich das für jlcpcb rechnet

Automatisierte Fertigung.

Ob da 100000 gleiche oder 100000 verschiedene gefertigt werden, spielt dank Industrie 4.0 keine Rolle.

Resist und Lötstop und Bestückungsdruck mit Inkjet, bohren und fräsen per CNC.

Da könnten deutsche Fabriken was von lernen, aber die nehmen ihre Wucherpreise 'jeder Auftrag kostet 50€ alleine fürs schreiben der Rechnung' noch mit ins Grab.

#7638641
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Daniel J. schrieb:

In einem Gerät eines namhaften Herstellers sind 3 Platinen per flexkabel, dass speziell für dieses Gerät hergestellt wird und nur dafür verwendet wird verbunden. Das Kabel geht kaputt und es gibt dieses Flexkabel nicht einzeln zu kaufen,

M.E. werden Flexkabel nur verwendet, weil sie bei Massenfertigung billiger sind. Bei Reparatur eines einzelnen Gerätes könnte es einfacher sein, diese gegen normale Schaltlitze zu tauschen.

#7638651
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Harald W. schrieb:

Bei Reparatur eines einzelnen Gerätes könnte es einfacher sein, diese gegen normale Schaltlitze zu tauschen.

Kommt auf die Definition dessen an, was man als "Flexkabel" bezeichnet.

Das auch als FFC bezeichnete Flexkabel hat oft Rastermaße, die die Verwendung von Schaltlitze gar nicht erst in Betracht kommen lassen, die Abwesenheit von Steckverbindern, an die die Schaltlitze angeschlossen werden könnte, kommt noch dazu.

Das hier https://www.leotronics.co.uk/wp-content/uploads/2016/03/ffc_cable_assemblies.jpg sind standardisierte Flexkabel (die man sich natürlich nicht anfertigen lassen muss, sondern einfach als Standardteile kaufen kann). So etwas gibt es bis herunter ins 0.5mm-Raster.

Und das hier https://pcbwayfile.s3-us-west-2.amazonaws.com/web/20/05/05/1039003068884.jpg

ist ein Beispiel für ein kundenspezifisches Flexkabel.

#7638724
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Daniel J. schrieb:

In einem Gerät eines namhaften Herstellers sind 3 Platinen per flexkabel, dass speziell für dieses Gerät hergestellt wird und nur dafür verwendet wird verbunden. Das Kabel geht kaputt und es gibt dieses Flexkabel nicht einzeln zu kaufen, nirgends. Ist es erlaubt dieses Flexkabel herzustellen (1:1 Klon oder zumindest die Anschlüsse)? Wenn ja, auch zu verkaufen?

Das Kupferbild auf einer Leiterplatte kann man als graphisches Werk schützen. Genau wie die graphische Darstellung eines Schaltplanes.

Genauso wie Du den Schaltplan selber neu zeichnen und dann als Dein eigenes Werk frei verbreiten darfst, darfst Du auch die Flexfolie nachmalen und dann selber verkaufen. D.h. sie muss funktional identisch sein, sollte aber keine 1:1 Kopie des Leiterbildes darstellen.

#7638732
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Soul E. schrieb:

Das Kupferbild auf einer Leiterplatte kann man als graphisches Werk schützen. Genau wie die graphische Darstellung eines Schaltplanes.

Das Erscheinungsbild ist aber eine Folge der technischen Anforderungen, und keine künstlerische.

Zwar hat man als Urheber auch das Urheberrecht darauf (auf den Originalen), aber ein Durchsetzen etwaiger Rechte ist so aufwändig und teuer, dass sich das nicht lohnt. Vielleicht würde Apple das versuchen.

Selbst bei soetwas, wie Autoscheinwerfer, gibt es nur einen Geschmacksmusterschutz, der allerdings nach relativ kurzer Zeit erlischt, weshalb dann plötzlich 1:1 Kopien auftreten, die auch legal sind. Teilweise sind es die Originalteile mit ausgefrästem Herstellerlogo (sieht man bei wimre Hella öfters).

#7638867
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