Harald K. schrieb im Beitrag #7644419:
Das wird man wohl komplett neumachen müssen, d.h. zwei Platinen mit den
passenden Steckverbindern zum Debugger und zum Zielsystem (oder dem
Adapter, der in das Zielsystem gesteckt wird), und dazwischen sollte man
idealerweise irgendein geeigenetes einfach von der Stange geliefertes
Kabel einsetzen.
Ja, das habe ich mir auch schon so überlegt. Kostet aber einiges an Arbeitszeit und auch bevor es verfügbar ist, vergehen sicher paar Wochen.
Die Kosten für das Mat. sind dabei nebensächlich.
Das können dann auch mehrere vorkonfektionierte Flexkabel sein, die in
die üblichen FFC-Steckverbinder kommen.
Wenn ich die Steckverbinder-LPL mit den 4x 44pol. Stiftleisten selber nachentwickle, würde ich überlegen, ob man das dann besser mit Flachbandleitungen im Raster 50mil (0,635mm) verbinden kann.
Die Fertigungskosten für die nackten, unbestückten Platinen sind quasi
vernachlässigbar (wenn man sie bei jlcpcb o.ä. ordert), aber das
Beschaffen und Bestücken der benötigten Steckverbinder ist schon
aufwendiger.
Am teuerste ist die Arbeitszeit, die man dafür aufwenden muß und die Wartezeit, in der ein Kollege nicht mit dem Debugger weiter arbeiten kann.
Und dann bleibt als Frage zurück, ob denn der Aufwand noch lohnt. Daß
man Microcontroller oder -Prozessoren mit solchen In-Circuit-Debuggern
untersucht, ist schon sehr, sehr lange her. Also ist auch die Software
für diesen Debugger hier sehr, sehr lange her und die Anwendbarkeit für
Neuentwicklungen ist entsprechend auch schon sehr, sehr lange her.
Ja, das ist ebenso. Die Produkte, die jetzt immer noch mit solchen Debuggern gepflegt werden und mit den jedes Jaht viel Mio. Umsatz generiert werden, sind vor knapp 20 Jahren entwickelt worden.
Die Software läuft nur auf alten OS, also aktuell nur in VM.
Für welchen Controllertyp war das Ding denn gedacht, und was kann man
damit heute noch anstellen?
Das sind Renesas M16 in QFP100 (ab ca. 2005 in Entw. genutzt).
Die Produkte, in denen die uC verbaut sind, werden teiweise bis über 25
Jahre vertrieben. Ist also stock konservative Produktphilosophie, auch deshalb, weil daran sehr aufwendige Zertifizierungen hängen, die viel Geld und viel Zeit kosten. Und wegen überbordender Bürokratie in allen Gegenden dieser Welt wird der Aufwand mit jeder neuen Produktgeneration deutlich höher.
Andererseits ist die Physik immer noch die gleiche wie vor 50 oder 100 Jahren. Solange also Meßgeräte ihren Zweck gut erfüllen, gibt es keinen Grund alles neu zu machen.
Es lohnt sich also Produktpflege so lange zu betreiben, bis es sich eben nicht mehr verkaufen läßt und nicht mehr herstellbar ist (z.B. weil irgend welche Bauteile schon lange abgekündigt wurden und die einstmals angelegten Lagerbestände aufgebraucht sind).
Gruß Uhmel