32A CEE 5 Polig auf 6 x 16A aufteilen

#7674289
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Hallo zusammen,

ich war neulich in der Firma (2 Mann-Betrieb) eines Freundes zu Besuch, in dem derzeit eine kleine Automatisierung entsteht. Diese wird meiner Ansicht nach etwas unprofessionell angegangen... Erstaunt war ich, als ich den Schaltschrank zu der Anlage gesehen habe. Was hier gemacht wurde:

5 Poliger 32 A CEE 6mm2 Stecker geht auf einen FI und wird danach über 6 x LS Schalter 16A Char C aufgeteilt. Auf den daraus entstehenden 6 Phasen sind verschiedene Verbraucher, darunter auch 2 Drehstrom Kappsägen (diese werden nochmal mit einem Motorschutzschalter gesichert)

Meine Frage ist jetzt Folgende: Wenn jetzt alle 6 Leitungen voll ausgelastet werden sollten, fahren durch den Neutralleiter 6 X 16A = 96A. Da wird doch die 6mm2 Leitung (laut Inet bis 44A) völlig überlastet und brennt ab oder verstehe ich da was falsch?

Ist sowas in Ordnung/Vorschriftmäßig? Ich will nicht dass meinem Kumpel die Bude abfackelt. Ich habe Mechatronik studiert aber keine Elektrofachkraftausbildung, daher mein halbes Verständnis der Situation. Ich wäre sehr froh wenn mich jemand mit seinem Fachwissen beruhigen könnte.

Beitrag #7674300 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7674310
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Bernd schrieb:

5 Poliger 32 A CEE 6mm2 Stecker geht auf einen FI und wird danach über 6 x LS Schalter 16A Char C aufgeteilt. Auf den daraus entstehenden 6 Phasen

Das sind 6 Stromkreise. Phasen gibt es da nur die drei, die die CEE-Steckdose liefert, in die der CEE-Stecker eingesteckt wird.

Meine Frage ist jetzt Folgende: Wenn jetzt alle 6 Leitungen voll ausgelastet werden sollten, fahren durch den Neutralleiter 6 X 16A = 96A.

Strom fährt nicht. Außer in deine Glieder, wenn du an der falschen Stelle anfasst.

Wenn alle 3 Phasen gleich belastet werden, fließt im Neutralleiter überhaupt kein Strom. Da aber interschiedliche Verbraucher angeschlossen sind, fließt ggf. ein Differenzstrom. Den nimmt der Neutralleiter schon auf – sonst müsste er ja prinzipiell immer dicker sein als die anderen Adern.

Was die einzelne 6-mm²-Leitung angeht, die ist hoffentlich über die LS-Schalter geschützt, die im Stromweg weiter vorn (zwischen CEE-Steckdose und Stromnetz) sitzen.

Ein einziger FI-Schalter für alles ist IMHO in einem Produktionsbetrieb nicht sinnvoll. Eine Störung soll ja möglichst wenig Dinge ausfallen lassen.

#7674339
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Trotz dessen sind solche Verteiler in der Industrie und auf dem Bau weit verbreitet. Die Baudinger mit 32A Eingangsstecker und ungesicherter 32A Durchschleifdose, einer FI und 3x16A gesicherten cee16 und nochmal 3..6 Schukos. Wobei ich die 32 Dosen ohne internen FI etwas gefährlich finde, wenn wer die "irgendwo" anklemmt.

Oder die Mennekes Industrieverteiler mit Ungesicherter 63A Dose, internem FI und mehreren Dreiphasen- Automaten - Sicherungen mit CEE 32A, CEE16A und zwei Schukos. Das ist genau alles was man für ne große Maschine braucht. Große Dose ohne in Sättigung getriebenem FI für die Servoumrichter, eine kleinere mit FI für den Kompressor, die Absaugung und noch was für nen Rechner, Staubsauger, Lämpchen.. Das ganze gern mit nem FI 300mA Kurzzeitverzögert und Gleichstromtolerant noch gegen die schlimmsten Katastrophen zusätzlich geschützt.

#7674348
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Maik .. schrieb:

Wobei ich die 32 Dosen ohne internen FI etwas gefährlich finde, wenn wer die "irgendwo" anklemmt.

Maik .. schrieb:

Trotz dessen sind solche Verteiler in der Industrie und auf dem Bau weit verbreitet.

Meist mit einem 40A RCD TYP-A, einem oder zwei dreipoligen LSS für die CEE16 Dosen, und 2-6 16A-B LSS für die 230V Dosen.

Interessant wirds wenn die Dinger zu dünn angeschlossen sind und es durch einen 1-phasigen Kurzschluss zu einer Sternpunktverschiebung kommt bis der LSS ausgelöst hat.

Nachtrag: Die billigen auf ebay oder amazon haben z.T. einen in Deutschland nicht erlaubten RCD Typ AC eingebaut. Also Vorsicht wenn man so ein Teil kauft.

Gast #7674368
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Flip B. schrieb:

eine ausnahme sind schaltnetzteile ohne PFC. Durch die stromaufnahme im scheitelpunkt gleichen sich die neutralleiterströme nicht aus, sondern addieren sich. Ist hier ein Problem bei einer Firma, die hunderte Batterien gleichzeitig aufladen.

Passive PFC nachrüsten.

#7674404
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Bernd schrieb:

Meine Frage ist jetzt Folgende: Wenn jetzt alle 6 Leitungen voll ausgelastet werden sollten, fahren durch den Neutralleiter 6 X 16A = 96A

Sag doch einfach, dass du von Elektrik leider nichts verstehst.

Schlimm wird es nur, wenn auf einem Aussenleiter ein Kurzschluss entsteht. Dann bekommen die Verbraucher auf den anderen Aussenleitern leicht 320Vx1.4 ab. Daher baut man das heute nicht mehr so sondern bestückt nur EINEN Aussenleiter mit 230V~ Verbrauchern.

#7674421
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Michael B. schrieb:

Schlimm wird es nur, wenn auf einem Aussenleiter ein Kurzschluss entsteht. Dann bekommen die Verbraucher auf den anderen Aussenleitern leicht 320Vx1.4 ab. Daher baut man das heute nicht mehr so sondern bestückt nur EINEN Aussenleiter mit 230V~ Verbrauchern.

Was? Es werden von 3 Phasen seit neustem zwei nicht mehr verwendet? Mir hat man früher immer was von Symmetrischer Belastung erzählt.

#7674483
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Maik .. schrieb:

... mit einst klassischer Nullung ...

Besonders klassisch kann die Nullung kaum sein. Etwa 1958 wurde in der Gegend in der wir damals wohnten gerade erst von 127 / 220V auf 220 / 380V umgestellt. Und das war in einer Großstadt mit über 300000 Einwohnern.

Da war nix mit Nullen bei 2 Außenleitern. Die einzige Schukosteckdose in der Wohnung (für den Absorber-Kühlschrank) war an der Wasserleitung geerdet.

#7674568
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Besonders klassisch kann die Nullung kaum sein. Etwa 1958 wurde in der Gegend in der wir damals wohnten gerade erst von 127 / 220V auf 220 / 380V umgestellt. Und das war in einer Großstadt mit über 300000 Einwohnern.

Da war nix mit Nullen bei 2 Außenleitern. Die einzige Schukosteckdose in der Wohnung (für den Absorber-Kühlschrank) war an der Wasserleitung geerdet.

... Hier besteht ein Drittel des Wohnbestandes der Stadt aus Gebäuden der 50ger und 60er Jahre. Genau - und wie würden dort die Schukosteckdosen eingebaut : klassische Nullung. Die Wohnbaugesellschaften waren hier so geldgierig, die haben selbst Dachziegelreihen eingespart. Da braucht man auf einen extra grüngelben in den Wänden nicht zu hoffen, wenn vor 1970 das Baujahr war.

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