Kurzschluß nach einstecken eines Steckernetzteils

#7708252
Lesenswert?

Hallo Leute, wenn heute Freitag wäre würd ich das nicht schreiben! Das Einstecken eines Steckernetzteils in eine Steckdosenleiste erzeugte, mit einen lauten Knall, einen Kurzschluß und die Sicherung (16A) schaltete ab. An den Kontakten des Netzteils kann man die Spuren des Kurzschlußstroms erkennen. Erkenntniss - Netzteil defekt! Netzteil geöffnet um zu sehen was da die Ursache ist. Als erstes bemerkte ich, mit erstaunen, das die Sicherung (T2,5A) auf der Platine nicht defekt ist?! Dann hab ich den MosFet Transistor ausgebaut und war erstaunt das dieser auch keinen Kurschluß hat ?! Also - wieder alles zusammengebaut und angeschlossen - und siehe da, das Netzteil funktioniert !!! Jetzt fiel der Verdacht auf die Steckdosenleiste. Nach gewaltsamen öffnen kann ich auch keine Fehlerursache erkennen! Einzig die Erdungsschiene zwischen den Kontakten zeigt Schmauchspuren ! Fazit: Netzteil und Steckdosenleiste demoliert - ich bin ratlos - hat jemand eine Erklärung ?

Angehängte Dateien:
#7708259
Lesenswert?

Ich würde vermuten, dass der Stecker, in nicht beabsichtigtem Winkel eingesteckt, seinen Kontakt schräg rechts an der Aufnahme vorbei gewürgt hat und der Erdung nahe genug gekommen ist. Wenn rekonstruiert werden kann, wie herum die Steckdose steckte würde ich Geld darauf wetten, dass dann Phase an der oberen, blau angekabelten Schiene liegt.

Und gerade zum Einschaltzeipunkt gab es 5kV auf dem Netz für Mikrosekunden. Bumm.

#7708317
Lesenswert?

Udo S. schrieb:

loses Metallteil

Scheint mir möglich, wundert mich aber, dass er dieses nicht gefunden hat. Jedenfalls muß ein schöner Strom über den Schutzleiter geflossen sein, wie man am roten Pfeil sieht. Die linke Steckdose sieht etwas ausgeleiert aus. Ob da etwas verbogen war? Das Kabel könnte man sich auch mal genauer ansehen und messen.

Angehängte Dateien:
#7708359
Lesenswert?

Werner M. schrieb:

Gerhard schrieb:

einen Kurzschluß und die Sicherung (16A) schaltete ab.

Ich denke du hast keinen FI oder? Das Metall auf dem Bild in der Erdung sieht aus als wäre es schon sehr weich geworden. Dafür braucht es ja schon ordentlich Leistung.

Ein FI begrenzt nicht den Fehlerstrom. Es wird lediglich ab einem bestimmten Fehlerstrom abgeschaltet. Je nach Netzimpedanz können da recht hohe Ströme fliessen.

#7708427
Lesenswert?

Jens G. schrieb:

Da hat sich sicherlich eine Spinne bequem eingerichtet, und als der dicke Kontakt rein kam, wollte sie flüchten, und sich zum anderen "Metallgeländer" rüberhangeln - rumms ....

An sowas habe ich auch schon gedacht - hab jedoch keine "Leichenspuren" gefunden - aber es ist ja möglicherweise alles verdampft ?! Übrigens hat der FI nicht ausgelöst!

#7708515
Lesenswert?

Als Erstes hätte ich ein in die Stechdosenleiste gefallenes Metallteil vermutet, zumal diese keine Kindersicherung zu haben schient, also die Löcher offen stehen. Ahm, komisch.

Oder wie weiter oben erwähnt, könnte sich innen drin durch Verschleiß ein kleines Metallteil gelöst haben oder abgebrochen sein, das dann zwischen die Leiter gekommen ist.

mfg

#7709669
Lesenswert?

Das wird der Einschaltstrom gewesen sein, weil sich der leere 400V Elko aufgeladen hat. 60A sind hier nicht unüblich und so ein B16A kann da mit seiner 3-5fachen möglichen Strombelastung schonmal rausfliegen.

Wenn du das Ding eh auf hast mach da einen ICL (inrush current limiter) rein.

#7709675
Lesenswert?

Dieter D. schrieb:

Gerhard schrieb:

Fazit: Netzteil und Steckdosenleiste demoliert - ich bin ratlos - hat jemand eine Erklärung ?

Ja, es gibt eine ganz einfache und reale Erklärung dafür. Die ersten zwei Bilder zeigen bereits alles.

Nö, da ist nix mit Erklärung zu sehen. Die zeigen die Wirkung, aber nicht die Ursache der Wirkung ...

Thomas schrieb:

Das wird der Einschaltstrom gewesen sein, weil sich der leere 400V Elko aufgeladen hat. 60A sind hier nicht unüblich und so ein B16A kann da mit seiner 3-5fachen möglichen Strombelastung schonmal rausfliegen.

Aber nicht bei diesen kleinen Dingern. Es sei denn, der B16A hat sich schon durch vorhergehende Überstromimpulse bis zur Kippe voran gearbeitet, so daß er nur noch einen kleinen Schubs brauchte.

Wenn du das Ding eh auf hast mach da einen ICL (inrush current limiter) rein.

Eher unnötig.

(Firma: Hobbytheoretiker) #7709693
Lesenswert?

Thomas schrieb:

Das wird der Einschaltstrom gewesen sein, weil sich der leere 400V Elko aufgeladen hat.

plus

●DesIntegrator ●. schrieb:

Transienten genau im Moment der Kontaktgabe beim Einstecken.

plus: Prellen

plus: Staub/Schmutz

ergibt: Großen Funken

ergibt: Zündung des Staubs und Schmutzes

ergibt: Ionisierten leitfähigen Kanal

ergibt: Lichtbogen bis zum Nulldurchgang oder Ende des Prellens.

Vorgang zu Ende mit Folgen wie die Bilder zeigen.

(Firma: Hobbytheoretiker) #7709799
Lesenswert?

Thomas schrieb:

dieser Einschaltstrom wird schon so kleinen 15W Netzteilen angegeben

Eine LED-Lampe und eine Wandwarze, die ich zerlegte hatte insgesamt 13 Ohm bis zum Elko von 4,7µF. Bei 230V *1,4142 wären das 325V/13Ω = 25A. Im Realen waren durch die parasitären Induktivitäten die Peaks nicht ganz zu hoch.

Die Simulation zeigt einen Peak bis zu 25A und die Dauer des ganzen Vorgangs ist in rund 0,2ms abgeschlossen.

Angehängte Dateien:
(Firma: Hobbytheoretiker) #7709802
Lesenswert?

So wie hier waren ungefähr die realen Verläufe des Stroms.

Edit: Man beachte die leichte Spannungsüberhöhung am Kondensator. Durch ungünstige Reihenfolge von Netzteilen mit unterschiedlicher Kapazitäten und zwei Steckdosenleisten mit Schalter mit langer Zuleitung in Reihenschaltung schaffte ich es sogar reproduzierbare Überspannungen von über 400V beim Einschalten auf die Elkos zu bringen und zuletzt, dass der Kontakt des ersten Schalters der Steckdosenleiste sich dauerhaft festschweißte.

Beitrag #7710728 wurde von einem Moderator gelöscht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren