Okay, schade... das ist alles nicht so gut.
Der Fehler liegt wohl ganz klar am Netzteil und ohne technisches Wissen über Schaltnetzteile würde ich sagen: Netzteil tauschen.
Was Du machen könntest, wirklich C3 gegen einen neuen ersetzen und nochmal probieren.
Ich vermute den Fehler auf jeden Fall primärseitig, also da wo die 230V~ und 330Vdc anliegen und da sollte man echt wissen, was man tut wenn man dort Messungen vornehmen will. Mindestens ein Trenntrafo ist eigentlich Pflicht.
Die Sekundärseite schließe ich eigentlich aus wenn dort wirklich 0Vdc rauskommen. Eine Gleichrichterdiode ist nur ganz selten mal heile und mal kaputt und alles andere würde zu einer falschen Ausgangsspannung führen, aber nicht zu exakt gar keiner.
Was noch ohne Gefahr durch Netzspannung geht: Prüfe die beiden Startwiderstände R5 und R6 auf der Unterseite. Klingel alles zwischen Netzeingang und dem großen 47µF 400V Kondensator durch, Diodentest am Gleichrichter. Da müssen alle 4 Dioden messbar sein, schau Dir an wie eine Graetzbrücke aufgebaut ist. Keine von den Dioden wird durchgeballert sein, aber ihre Flussspannung (ca 500..700mV) muss beim Diodentest messbar sein.
Prüfe das Netzkabel. Durchgang von den Kontakten des Steckers bis auf die Platine? Wäre schön, wenn es an sowas einfachem liegt.
Prüfe die Diode D6 auf der Oberseite auf die gleiche Weise. In einer Richtung muss die sperren, in die andere müssen beim Diodentest etwa 500..700mV Flussspannung messbar sein. Prüfe R7 auf der Unterseite, ob der Durchgang hat (sehr niederohmig, 4,7 Ohm, sieht fast wie ein Kurzschluss aus, wäre dann aber trotzdem in Ordnung).
Sollte bis dahin alles okay sein, sage ich Dir trotzdem wie's danach weitergeht, aber wenn was schiefgeht oder explodiert, bin ich nicht schuld, sondern immer derjenige, der es ohne Fachwissen selbst probiert!
Ich würde dann als nächstes die Zwischenkreisspannung an dem großen 47µF 400V Kondensator messen, das müssen um die 330Vdc sein. Danach die Spannung an C3, das ist die Betriebsspannung des Regler-ICs. Erwarten würde ich 10..18V oder im Falle eines nicht stabil laufenden Netzteils etwas in diesem Bereich schwankendes - aber ab dann braucht man wirklich Trenntrafo und Oszilloskop.
Wenn das auch noch alles in Ordnung ist (und C3 erneuert) bleiben nur noch exotische Fehler wie PWM-Regler-IC aus nicht erfindlichen Gründen defekt, dann wird's wirklich schwer.
Und nochmal, solltest Du Dich zu den Messungen unter Spannung entscheiden, denke immer daran, Du fummelst an einer offenen Steckdose herum und der große 47µF 400V Kondensator kann auch noch einige Zeit nach dem Ziehen des Netzsteckers geladen bleiben, vor allem wenn das Netzteil nicht läuft. Das hat dann unerwartete Schmerzen und bei Menschen mit schwachem Herz evtl. auch größere Probleme zur Folge wenn man ungeschickt auf die Platine fasst. Daher immer vor dem Anfassen messen, ob dieser Kondensator entladen ist! Und solltest Du bei den Messungen mit den Spitzen abrutschen, hast Du eine gute Chance, daß Dir das ganze Geraffel mit einem hässlichen Geräusch und blau-weißen Lichteffekten um die Ohren fliegt.