Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Netzteil Lenovo 92z ThinkCentre Type 3396 defekt


von Thomas R. (thomasr)



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Einem befreundeten RC sind heute 4 Lenovo ThinkCentres zugelaufen weil 
die sich angeblich nicht mehr auf WIN11 bringen lassen (ggf. noch für 
andere Projekte zu gebrauchen). Nach dem Aufbau funktionierten aber nur 
noch zwei davon, die anderen beiden sind vollkommen tot.

Eine erste Analyse durch simplen Teiletausch ergab zwei defekte 
Netzteile die keine 5 Volt StandBy mehr ausgeben. Leider sind das recht 
komplexe interne Netzteile mit besonderem Formfaktor, aktivem PFC und 12 
Volt/14A sowie 5Volt/2A.

Habt ihr einen Hinweis wo man da suchen könnte? Sehr kompakt gebaut, die 
drei Halbleiter auf der Primärseite/PFC lassen sich ohne Zerlegen nicht 
einmal identifizieren (und einer hat ein seltsames Gehäuse).

Ganze Netzteile als Ersatz scheint es nicht mehr zu geben....

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Thomas R. schrieb:
> die
> drei Halbleiter auf der Primärseite/PFC lassen sich ohne Zerlegen nicht
> einmal identifizieren

Da wirst du aber nicht drumherumkommen, und sei es nur, um ein passendes 
Datenblatt für den Controller des SB Netzteils zu suchen.

Wer einen Trenntrafo hat, kann auch mal oszillografieren, ob die 
Betriebsspannung dieses IC schwankt und doch nur der Stützelko im Eimer 
ist.  Das wäre hier vermutlich C204.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Hier Bilder der beiden primären ICs. Die Gehäuseform ist mir noch nie 
untergekommen...

von Thomas W. (goaty)


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Power Integrations HiperTFS,
ob man die bestellen kann?
https://www.power.com/products/hiper/hipertfs/tfs758hg

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Ja, Datenblatt gefunden, sogar mit einer Applikation die der 
vorliegenden nahe kommt. Aber warum sind zwei dieser Netzteile einfach 
so ausgefallen nachdem sie vom Netz getrennt wurden? "Normalerweise" 
sind das trockene Kondensatoren aber diese Schaltung kommt primärseitig 
ohne jeden Elko aus (den einen 220µF ausgenommen, schon getestet und für 
gut befunden und der dicke HV ist auch gut)

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Thomas R. schrieb:
> Aber warum sind zwei dieser Netzteile einfach
> so ausgefallen nachdem sie vom Netz getrennt wurden?

Woher willst Du wissen, dass diese NT "nach" Netztrennung ausgefallen 
sind?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Thomas R. schrieb:
> den einen 220µF ausgenommen, schon getestet und für
> gut befunden und der dicke HV ist auch gut

Der dicke HV ist auch nicht verdächtig. C204 einfach mal gegen einen 
frischen wechseln, egal, was eine Messung ergibt.

Thomas R. schrieb:
> Aber warum sind zwei dieser Netzteile einfach
> so ausgefallen nachdem sie vom Netz getrennt wurden?

Weil sie nicht mehr starten. Die Startschaltung lädt den Stützelko auf. 
Entweder ist der Stützelko defekt oder die Erzeugung die Hilfsspannung. 
Das ist der Schaltungszug am BP Pin. Im schlimmsten Fall der TFS selber, 
aber dazu kann man mal BP oszillografieren.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Den einzig "sichtbaren" Elko hatte ich bereits getauscht gegen einen 
frischen mit Low ESR. Keine Änderung. Allerdings enthält die Applikation 
noch einen 1µF auf der Primärseite am BP Pin den ich bisher nicht 
gefunden habe.

Was genau soll ich oszillografieren? Habe ein "normales" Speicheroszi 
(mit Netzbetrieb) und ein Handheld (netzgetrennt) zur Verfügung. Ein 
Netzteil kann ich beliebig zerlegen das andere zu Meßzwecken 
zusammengebaut lassen.

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Thomas R. schrieb:
> Was genau soll ich oszillografieren?

Wie o.a. die Spannungen an BP und VDDH. Die sollten nicht gross 
schwanken, die Hilfsspannung nach ein paar Anschwingern stabil sein. Da 
es die Anschwinger nicht gibt, wird die Hilfsspannung vermutlich nicht 
erzeugt. In dem Fall wird immer wieder neu gestartet.
Das klappt nur, wenn der Chip noch i.O. ist.

Beitrag #8002846 wurde vom Autor gelöscht.
von Thomas R. (thomasr)



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Das ist wohlgemerkt nur die Applikationsschaltung aus dem Datenblatt des 
ICs.

Allerdings ware da Primär außer den 320Volt gar nichts zu messen. Kein 
Wunder, der 2,2 Ohm Widerstand ist bei beiden defekten NTs durch. Ein 
einfacher Ersatz bringt aber keine Besserung, die Suche geht weiter.

von Gerald B. (gerald_b)


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Für den PFS708 von Powerintegrations siehts relativ braun aus. TME hat 
zwar einiges von Powerintegrations, aber den nicht(mehr).
Bei Digikey ist er obsolent, LCSC hat null im Bestand und Aliexpress 
kennt ihn garnicht erst. Wobei man von dort alles mögliche bekommt, 
selten auch was Gescheites.

von Thomas R. (thomasr)


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Danke fürs Nachsehen! Parallel untersuchen wir die Möglichkeit einer 
"Fremdspeisung" von einem externen 12 Volt Netzteil (und 5 Volt 
Standby).

Das besondere an diesen PCs ist ihre Bauform, da macht etwas mehr 
Aufwand schon Sinn. In dem Bildschirm ist alles drin, auch DVD Player, 
Festplatte etc.

von Gerald B. (gerald_b)


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Was haben die PCs denn für Anschlusstecker, bzw. was soll aus dem 
Netzteil rauskommen? Wenn man die Spannungen kennt, kann man das auch 
nachbilden. Es gibt auch NT mit 5 & 12V an einem runden Stecker mit 4 
Stiften. Die, die ich kenne, sind aber eher so in der 1,5A Liga für 
beide Spannungen angesiedelt.
Könnte man ja an einem funktionierenden nachmessen und dann versuchen, 
mit was Üblichen nachzubilden. Mit etwas Glück reicht Stecker 
abschneiden, vom Alten und den an ATX anlöten, o.ä.
Die ATX üblichen Spannungen gibt es auch an flachen Industrienetzteilen, 
z.B. von Bickert und anderen.

von Gustav (ne-555)


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Ein ATX anschliessen sollte funktionieren. Auf alle Fälle erstmal 
abklopfen ob und wo der PC ein Bereit-Signal des Netzteiles braucht. 
Damit auch die Spannungen vor Aufschaltung stabil sind.

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