Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Unbekannte Bauteile in Gate-Ansteuerung Schaltnetzteil


von Volker A. (pfriemler)



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Vorweg zum Verständnis:
Ich habe hier ein Schaltnetzteil aus einem höhenverstellbaren 
Schreibtisch. Statt 24 Volt werden nur ca 4 Volt erzeugt. Das SNT läuft 
nicht richtig an, knackt nur ca 3x pro Sekunde (Radio) ca 8x, der erste 
Impuls reicht um Sekundärseite auf 4V und über Hilfswicklung 
SNT-Chip-Versorgung auf 16 V aufzuladen, ich sehe dann 4-5 Schwingungen, 
danach nur noch einzelne Impulse bis Spannung unter 6 Volt sinkt, dann 
beginnt der Zyklus von vorn, Gateansteuerung jeweils für 10 µs (!). Der 
Feedback-Optokoppler wird aber im ersten Impuls schon voll 
durchgesteuert, von den folgenden nur kurz - es ist so also ob das SNT 
quasi viel zu früh "ausgebremst" wird.
Chip ist ein LD5760EGR. Nach kaputtem Chip sieht das irgendwie nicht 
aus, oder doch?

Die eigentliche Frage:
Der externe N-MOS war kurz ausgebaut und getestet und völlig ok. Bei der 
Gelegenheit ist mir eine seltsame Gateansteuerung aufgefallen, siehe 
Bilder. Ein mir unbekanntes Bauteil A (es misst sich nach Flusspannung 
und -richtung wie ein npn-Transistor) liegt im Gatezweig, überbrückt von 
47R und die Verbindung zu GND wird durch ein offensichtlich abhanden 
gekommenes Bauteil B hergestellt.

Kommt das jemandem bekannt vor, was könnte das sein, was könnte da 
fehlen? Irgendwas zum Kurzschluss des Gates zur schnelleren Abschaltung? 
Eine Gatespannungsbegrenzung?
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Volker A. schrieb:
> Ein mir unbekanntes Bauteil A (es misst sich nach Flusspannung
> und -richtung wie ein npn-Transistor) liegt im Gatezweig,

8550, z.B. SS8550.


> überbrückt von
> 47R und die Verbindung zu GND wird durch ein offensichtlich abhanden
> gekommenes Bauteil B hergestellt.

Da kommst du dann gleich drauf.
von Michael B. (laberkopp)


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Volker A. schrieb:
> Kommt das jemandem bekannt vor

Eine Schaltung, um die Gate Auflade/Entladezeiten anzupassen.

Da das Bauteil nach Masse nicht bestückt ist, ist es kein PNP sondern 
der Transistor wird wohl nur als Diode um die 47R zu überbrücken 
genutzt.

Aber warum du einen PNP als NPN misst, ist schleierhaft.
von Volker A. (pfriemler)


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wie H.H. schreibt würde ein pnp an dieser Stelle total sinnvoll sein, 
mit einem eher kleinen R als unbekanntes Bauteil als Gatekurzschluss 
wenn die Ansteuerung auf Gnd zieht. In Unkenntnis des Bauteils habe ich 
einfach Dioden erstochert und vom freien Ende (als Basis angenommen) auf 
die anderen Beine je eine Diode gemessen, das wäre dann ein npn. Wenn 
das also ein pnp wie der besagte ist, hätte ich dann die C-B-Diode 
einmal direkt und einmal über der 47R gemessen, mit minimalem 
Unterschied eben wegen dem 47R.

Mist, darauf hätte ich auch gleich kommen können.

Die Lötstellen sehen benutzt aus, da war was. Nur eine Diode parallel 
bei zu einem Gateserienwiderstand von nur 47 Ohm ergibt für mich keinen 
Sinn.

Dann werde ich da mal was applizieren und schauen ob sich da was ändert 
am Verhalten. Ich rechne aber nicht damit.
: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Nach kaputtem Chip sieht das irgendwie nicht aus, oder doch?

Noe, sieht eher nach Ueberstrom/Kurzschluss am Ausgang aus. Chip 
startet, dann merkt er da ist was komisch, geht aus und probiert es neu. 
Das ist dein knacken.

Vanye
von Volker A. (pfriemler)


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Ja ist typisch für Überstrom und Selbstneustart. War auch meine Idee, 
passt aber irgendwie nicht. Strom wird am Fet Drain-Gnd gemessen, das 
ist im mV-Bereich. Ausgang inkl. Gleichrichter ist sauber, wenn ich 
danach fremdeinspeise fließen bei 24V 25mA und Schaltung scheint zu 
funktionieren, wird hoffentlich heute noch am Tisch getestet. Das 
Feedback über den typischen Optokoppler setzt aber schon bei 3,5V ein. 
Es gibt da aber noch eine Schaltung die ich noch untersuche, 
möglicherweise wird die Sekundärspannung vom Nutzkreis darüber angepasst 
und da stimmt was nicht. Die Logik läuft mit 5V und das wird erst stabil 
oberhalb von 11V Einspeisung. Habe ich auch so nie gesehen. Vielleicht 
eine Absenkung bei Überstrom (Motoranlauf, Blockade). Aber alles zuviel 
Orakel. Bin gespannt auf den Test, werde natürlich berichten oder besser 
neues Thema, weil passt ja nicht zum Topic.
von Volker A. (pfriemler)


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Chipdefekte habe ich schon lustiges gesehen, z.B. einen der ab einer 
bestimmten Spannung die Funktion einstellte, darunter aber wieder lief. 
Stelltrafotest fehlt also auch noch.
von Volker A. (pfriemler)



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Updates!

Ersatzbetrieb mit 24-V-Labornetzteil: Funktioniert! Alle Funktionen, 
inkl. Sanftanlauf und -stopp, werden also durch die Motoransteuerung 
selbst realisiert. Es werden maximal 1,8 A beim Fahren des Tisches 
gezogen.

Dann bin ich  der Feedback-Schaltung nochmal auf den Pelz, siehe erstes 
und zweites Bild. Wenn ich das richtig interpretiere, handelt es sich um 
eine Spannungsreferenz "AS431" im SOT-23-Gehäuse. Wenn ich mich nicht 
verrechnet habe, sollten sich da da 29 Volt (1+100/9,1)*2,500V als 
"Fußpunkt" für den Optokoppler an der "Anode" einstellen, kommt mir 
recht viel vor. Tatsächlich sind es konstant 1,9 Volt, die im Laufe der 
Bastelei auf 2,1 drifteten.
Als Workaround habe ich zunächst eine 12V-Z-Diode aus der Bastelkiste 
als Ersatz angelötet. Damit bekam ich tatsächlich irgendwas um 14 Volt 
am Ausgang, aber der Wandler lief noch nicht stabil, der gleiche 
Wiederholungsrhythmus und das Hochschnellen und Absinken der 
Spannungsversorgung des Wandlerchips. Mutig habe ich noch eine 9,1 
dazugelötet - und bekomme stabile 23,5 Volt am Ausgang, und auch das 
Pumpen ist weg, der Wandler läuft stabil durch und die Ausgangsspannung 
habe ich für 5 Minuten mit 2 A belastet, auch stabil.

Ich finde es ja rührend, welchen Aufwand man zur Stabiliserung einer 
Motorversorgungsspannung betrieben hat mit der Referenzquelle. Ich 
glaube, die Z-Dioden-Lösung ist für diesen Zweck völlig ausreichend. 
Vielleicht noch einen 100nF zur Schwingungsunterdrückung?
Das Pumpen ... hängt möglicherweise mit zu wenig Last zusammen?

Primärleistungsaufnahme des Steuergerätes jetzt übrigens auch 0,3 Watt, 
wie auf dem Typschild.

Problem gelöst, oder habe ich was übersehen? Was meint Ihr?
von H. H. (hhinz)


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Volker A. schrieb:
> Problem gelöst, oder habe ich was übersehen? Was meint Ihr?

Wird in der Anwendung reichen.
von Volker A. (pfriemler)


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H. H. schrieb:
> Wird in der Anwendung reichen.
Danke. Kondensator(en) oder so lassen?

Ich vergaß: Zur Eingangsfrage: Bauteil B durch einen Widerstand 10 Ohm 
ersetzt. Die Schaltimpulse am NMOS-Gate sind jetzt tatsächlich viel 
steiler im Abfall.
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