Hallo, ich möchte eine Platine mit 5V/1,5A per USB-C versorgen. Ich weiß noch dass man sich "früher" am Bus anmelden musste, um mehr als 100mA anzufordern. Mit USB-C hat sich das wohl vereinfacht, aber trotz App-Notes lesen habe ich das noch nicht ganz durchschaut. Soweit bin ich schon: Die CC1 und CC2 Pins mit je 5,1k Pulldown beschalten. Wenn >0,9V anliegen, darf meine Schaltung 1,5A ziehen. Bei >1,7V sogar 3A. Jetzt wäre meine Idee, die beiden CC Spannungen über zwei Dioden zusammen zu fassen und per Komparator oder ADC einzulesen. Ist das machbar, oder muss ich jeden CC Pin separat auswerten? Ich habe von aktiven Kabeln und E-Markern gelesen, die wohl höhere Spannung auf einen der beiden CC Pins schalten? Würde mich freuen wenn jemand eine Lösung postet, wie ich halbwegs standardkonform 1,5A per USB-C nutzen kann :=)
Marc G. schrieb: > Nimm ein fertiges trigger board ;-) Fertige Module passen leider nicht, da ich die USB Datenleitungen auch noch verwenden möchte. Aber der CH224 Chip sieht interessant aus, ich google mal in die Richtung weiter.
L. schrieb: > ich möchte eine Platine mit 5V/1,5A per USB-C versorgen. Geht es um den Betrieb an einem USB-Host (d.h. einem PC), oder um den Betrieb an einem USB-Netzteil? > Ich weiß noch dass man sich "früher" am Bus anmelden musste, > um mehr als 100mA anzufordern. Das betrifft den Betrieb an USB-Hosts, aber letztlich hat praktisch kein Host gemessen, welchen Strom angeschlossene Geräte aufgenommen haben, sondern nur sehr großzügig dimensionierte Polyfuse verwendet. Sonst hätte so etwas wie eine 2.5"-Festplatte im USB-Gehäuse nie funktioniert, denn die ziehem beim Hochlaufen des Spindelmotors alle* für eine Weile mehr als 1 A. Wenn Du Dein Gerät an einem USB-C-Netzteil betreiben willst, brauchst Du nur zwei einfache Widerstände an den CC-Leitungen (jeweils Pulldowns mit 5.1 kΩ), um das Netzteil dazu zu bringen, 5 V auszugeben. Ohne diese Widerstände kommt aus dem Netzteil gar nichts raus. Ein "Trigger Board" ist für USB-C-Netzteile, um diese dazu zu bewegen, andere Spannungen als 5 V auszugeben. Du aber schreibst, daß Du die USB-Datenleitungen verwenden willst, was nicht nach Betrieb an einem USB-C-Netzteil, sondern nach Betrieb an einem USB-Host klingt. *) Manchmal behauptet jemand, es hätte Festplatten gegeben, die länger für das Hochlaufen benötigen und daher das 500-mA-Kritierum nicht verletzen würden. Einen Beleg dafür mit einer Typenbezeichnung wurde aber in solchen Fällen nicht geliefert, daher halte ich das für Wunschdenken.
Es gibt massig CC Line Controller (z.B von NXP) für wenig Geld, die das für dich machen und das ganze per GPIO oder I2C ausgeben.
Nimm das: https://www.st.com/en/interfaces-and-transceivers/stusb4500.html Wenn Du PWRCFG[1:0] auf 11 setzt, dann wird POWER_OK2 auf low gezogen, wenn 1.5A ausgehandelt wurden und POWER_OK3, wenn 3A ausgehandelt wurden. Diese SIgnale kannst Du verwenden, um entweder einen Load Switch anzusteuern, oder einem Mikrocontroller, der dann entweder die Verbraucher aktiviert oder eine Fehlermeldung wirft. fchk
Frank K. schrieb: > Diese SIgnale kannst Du verwenden, um entweder einen Load Switch > anzusteuern, oder einem Mikrocontroller, der dann entweder die > Verbraucher aktiviert oder eine Fehlermeldung wirft. Genau, wenn man aber sowieso einen Mikrocontroller einbaut, kann man auch einen nehmen der diese Funktionalität integriert hat, und das praktisch alles in Software machen. Viele der modernen STM32 können das (und auch das komplette USB-PD Protokoll, aber das braucht man ja nicht nutzen).
Harald K. schrieb: > Geht es um den Betrieb an einem USB-Host (d.h. einem PC), oder um den > Betrieb an einem USB-Netzteil? Beides. Aktuell wird die Platine mit 12V versorgt und hat einen USB-Anschluss zur Konfiguration. Ohne 12V Netzteil funktioniert das gar nicht. Die Platine möchte ich jetzt dahingehend umbauen, dass sie sowohl direkt am PC zum konfigurieren als auch an einem 5V Netzteil/Powerbank zum Betrieb funktioniert. Im PC-Betrieb könnte die Platine mit 500mA auskommen. So wie ich eure Antworten verstehe, nutzt kaum ein Gerät diese 0,9/1,7V Variante? Entweder einfach ignorieren weil die Ports eh mehr hergeben bzw. abgesichert sind, oder direkt USB-PD implementieren? Schade eigentlich, die Lösung mit Komparator sah schön simpel aus.
L. schrieb: > So wie ich eure Antworten verstehe, nutzt kaum ein Gerät diese 0,9/1,7V > Variante? Entweder einfach ignorieren weil die Ports eh mehr hergeben > bzw. abgesichert sind, oder direkt USB-PD implementieren? > Schade eigentlich, die Lösung mit Komparator sah schön simpel aus. Der USB-C Host signalisiert mit seinem Pullup Widerstand wieviel Strom er liefern kann. Je mehr Strom umso kleiner der Widerstand (etwa 4.7..36 kOhm). An der resultierenden Spannung am 5.1k Pulldown Widerstand des USB-C Devices kannst du damit erkennen ob der Host in der Lage ist deinen gewünschten Strom zu liefern. Das ist alles. Du musst dem Host nichts mitteilen, solange du nur 5V brauchst. Ob du die Spannung nun auswertest (mit Komparator oder ADC) bleibt dir überlassen. Du kannst damit halt irgendwie melden, dass das USB-C Netzteil nicht ausreicht. Aber die einzige Lösung ist eine USB-C Quelle anzuschliessen die mehr Strom liefert. Und da kann man ja auch einfach eine Beschriftung beim USB-C Anschluss machen, die sagt wieviel Watt die Quelle mindestens haben sollte. Andi
Andi Y. schrieb: > L. schrieb: > Der USB-C Host signalisiert mit seinem Pullup Widerstand wieviel Strom > er liefern kann. Je mehr Strom umso kleiner der Widerstand (etwa 4.7..36 > kOhm). Das ist aber keine lineare Skala, sondern nur genau 3 Werte sind moeglich (4.7k/12k/36k an 3.3V, oder 10k/22k/56k an 5V, oder aequivalente Stromquellen). Es ist aber AFAICS keine Pflicht, dass ein 5V/3A-Netzteil auch wirklich einen 10k-Widerstand drin hat -- wenn es PD unterstuetzt, koennte es auch 500mA per Widerstand anbieten und ein hoeherer Strom muesste dann erst ueber PD ausgehandelt werden. Wenn das Geraet vom OP mit moeglichst vielen Quellen funktionieren soll, muss es also beides (CC-Widerstaende und USB-PD) unterstuetzen (und am besten auch noch USB-BC, insbesondere falls jemand ein USB-A-auf-USB-C-Kabel anschliesst).
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.