Hallo, als bisher fleißiger Nutzer möchte ich nun selbst ein Problem erörtern, wo ich mir hier Hilfe verspreche. Es geht um einen Lüftermotor einer Wärmepumpe, der bei genau einer Drehzahl ein heulendes Geräusch von sich gibt. Der Lüfter befindet sich in einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (LWWP) und dient dem Luftdurchsatz durch den Verdampfer (bis 2400m³/h). Da der Lüfter stufenlos von Null bis 100% geregelt wird und im Testmode auch in 5%-Schritten in diesem gesamten Bereich einstellbar ist, gehe ich von einem BLDC-Motor aus. Das einzige was man weiß, ist, dass es ein Papst-Lüfter ist, aber ohne jegliche Angabe von Typ. Aufgedruckt ist nur ein Bestellcode des WP-Herstellers. Nun ist es so, dass der Lüfter in meinem Fall bei einer Drehzahl von 300upm störend heult, also bei 5,0ups. Nachgemessen mit einem Stroboskop. Das Störgeräusch ist dann exakt 300Hz bei genau dieser benannten Drehzahl. Zwischen Drehfrequenz (in Umdrehung pro Sekunde) und Störgeräusch in Hz gibt es also den Faktor 60. Dieser Lüfter ist ein auf "Kulanz" ausgetauschter neuer Lüfter, da der vorherige bei einer etwas tieferen Drehzahl dasselbe Problem zeigte: 4,25ups mit 255Hz Störgeräusch. - wieder hier der Faktor 60. Da ich aus der Elektronik komme, aber bisher nichts mit Motoren zu tun hatte, habe ich mich etwas belesen uns tippte auf Kommutierungsgeräusche: 6 bestromte Zustände der Wicklungen und 10 Polpaare sollten diesen Faktor 60 bewirken. Hab ich irgendwo gelesen - kann es aber nicht mehr nachvollziehen.... Sind 10 Polpaare überhaupt üblich bei so einem Groß-Lüfter? Die Frage ist nun: liege ich richtig mit meinen Annahmen und was kann man dagegen tun? Resonanzen in der mechanischen Aufhängung des Lüfters schließe ich eigentlich aus - man kann da drücken und ziehen und festhalten, wo man will - das Geräusch geht nicht weg. Ich tippe eher auf eine Resonanz in der mechanischen Einheit des Motors zusammen mit den 3 großen Lüfter-Flügeln. Meine Befürchtung zum erneuten Lüfterwechsel wäre, dass dieser dann wieder heult - wieder auf einer anderen Frequenz. Oder kann es an der Ansteuerung liegen? Ein Indiz auf letzteres ist ein komischer Umstand, dass der Lüfter lt. Datenblatt bei 100% Drehzahl 600upm machen müsste - er sich aber nur mit ca 500upm dreht. Von da aus dann aber sich linear verringernd bis 0%.
Horst schrieb: > Sind 10 Polpaare überhaupt üblich bei so einem Groß-Lüfter? Durchaus. > Die Frage ist nun: liege ich richtig mit meinen Annahmen und was kann > man dagegen tun? Du liegst richtig, und es hilft nur einen besseren Lüfter zu verwenden, bei dem der Hersteller nicht geschlampt hat.
Danke erstmal @hhinz ! Anderer Lüfter ist einfach gesagt - diese Lüfter sind spezielle Lüfter für Wärmepumpen und die sind quasi ein-designed. Mir bliebe dann nichts anderes übrig, als den Hersteller nochmal zu kontaktieren und ganz gezielt das Problem anzusprechen. Damals beim ersten Austausch hatte ich meine Vermutung der Ursache auch in Richtung Werkskundendienst kommuniziert, aber dann halt mit antwortlosem Austausch. Sollte das ein systematischer Fehler sein, müsste es bei anderen Nutzern auch auftreten. Aber nicht jeder stört sich dran und die Frequenz wird meist nur kurzzeitig überstrichen beim Hoch- und Runterfahren. Und wie gesagt - 500upm als Max-Drehzahl statt der 600 im Datenblatt sind auch sehr eigenartig.
Horst schrieb: > Anderer Lüfter ist einfach gesagt - diese Lüfter sind spezielle Lüfter > für Wärmepumpen und die sind quasi ein-designed. So kann man später nochmal Kasse machen, die Lager halten ja nicht ewig. Von wem stammt denn die Wärmepumpe? > Und wie gesagt - 500upm als Max-Drehzahl statt der 600 im Datenblatt > sind auch sehr eigenartig. Zeig mal.
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Vaillant Arotherm. In der Bedienungsanleitung steht der Wert Max.Drehzahl. Es sind sogar 620U/min @ 100%. 40W Leistung max. Alle kleinen Typen mit 1 Ventilator (VWL35/55/75) haben denselben Ventilator eingebaut. Seit ca. 1 Jahr gibt es ne neue Serie davon (VWLxx/8.1) - vermutlich ist da auch dieser Ventilator eingebaut, da die technischen Daten zum Ventilator dieselben sind.
Selbst bei solchen kundenspezifischen Lüftern sind normalerweise auf den Naben der Motoren die Typennummer von EBM zu finden. Aber wenns ganz blöd läuft, dann ist EBM unschuldig, es handelt sich dann um strömungsbedingte Resonanzen.
Stimmt - vorn auf dem Lüfter steht eine Typbezeichnung: s3g450-eu08-14 Diese Typbezeichnung ist auf der öffentlich zugänglichen Seite von EBM aber nicht auffindbar. Was weiterhin da drauf steht und mich etwas wundert: 100W 830U/min Das hieße, dass die im Datenblatt der WP angegebene max. Drehzahl von 620U/min auch schon eine reduzierte ist, gegenüber der max möglichen. Diese 620U/min sollten dann die max 40Watt im Datenblatt ergeben. Das ganze mag interessant sein, ist aber trotzdem unabhängig von meiner mit Stroboskop gemessenen Drehzahl, bei der die Kommutierung den Krach macht. Das sind 2 eindeutig gemessene Werte : die störende Schallfrequenz und die Drehzahl, verknüpft mit Faktor 60.
Horst schrieb: > s3g450 Die kenne ich, EBM ist unschuldig. Man müsste wohl den Resonanzbereich durch eine zwischengeschaltete Elektronik ausblenden. Aber es ist zu befürchten, dass Vaillant da ein kundenspezifisches Interface einen Riegel vorgeschoben hat. Schau mal, ob dir ein Datenblatt von EBM hilft.
H. H. schrieb: > Schau mal, ob dir ein Datenblatt von EBM hilft. Genau dieses Datenblatt bzw überhaupt diesen Typ finde ich nicht auf der EBM-Seite. Aber danke für deine Einschätzung. Ein Kommutierungsgeräusch könnte es trotzdem sein? Oder wo würdest du sonst die Resonanzursache verorten? Ziel wäre ja, eine Lösung zur Beseitigung zu finden
H. H. schrieb: > Aber wenns ganz blöd läuft, dann ist EBM unschuldig, es handelt sich > dann um strömungsbedingte Resonanzen. Da könnte ein Versuch helfen. Auf die Enden des Flügels zwei bis drei Lagen Klebeband drum rum wickeln. Das ändert das Abreißverhalten der Strömung. Aber Achtung, nur als Versuch!
Horst schrieb: > Ein Kommutierungsgeräusch könnte es trotzdem sein? Wird es wohl sonst am ehesten sein.
Siehe Anhang. Kann natürlich auch komplett kundenspezifisch sein.
Kann mir kaum vorstellen daß EBM so etwas verkauft. Eher daß der Komplettlüfter "falsch" im Gehäuse verbaut ist so daß bei einer bestimmten Drehzahl die Blätter mit etwas in der Umgebung interagieren. Da reicht eine Strebe oder ein zu nah verlegtes Rohr.....
Horst schrieb: > Diese Typbezeichnung ist auf der öffentlich zugänglichen Seite von EBM > aber nicht auffindbar. Das kenne ich bei denen aber zur Genüge aus eigenen Erfahrungen. Wir setzen viele EBM Lüfter ein und selbst die stehen nicht immer auf deren Webseite. Darauf angesprochen sagte man mir ganz offen: Es ist normal, auf unserer Seite ist nur ein kleiner Teil des Sortimentes. Statt dessen wollen sie den direkten Kundenkontakt. Also wenn du den Rumpf der Nummer bei denen findest, ruf einfach an und frage. Ich habe da guten Support erhalten.
In meinen Fall ist ein Datenblatt vielleicht doch eher nur von akademischem Belang. Denn die Frage ist, was kann das zur Lösung des Problems beitragen (auch wenn das Datenblatt interessant wäre...) Ganz praktisch gesehen muss ich mir überlegen, was ich gegen das störende Geräusch machen kann. Der Lüfter und die Ansteuerung sind gesetzt, also vorhanden und nicht austauschbar bzw modifizierbar. Das Gerät hat auch noch 2 Jahre Garantie. Mein Ansatz: ich werde demnächst das Gerät mal wieder öffnen, die kritische Drehzahl in Aktorenmodus statisch einstellen und versuchen, ob ich durch mechanische Experimente (an der Aufhängung drücken, ziehen, Luftstrom manipulieren...) die Störfrequenz doch irgendwie reduzieren kann. Wo mir die Erfahrung fehlt: sind störende Kommutierungsgeräusche bei einem BLDC fix auf eine Frequenz fest gesetzt und kommen nur durch entsprechende Resonanz mit äußeren Gegebenheiten zu Tage, oder "wandert" so eine Frequenz entsprechend der gegebenen äußeren Resonanzmöglichkeiten? Duch den Tausch des Motors weiß ich ja, dass das umgebende Gehäuse und die Aufhängung 1:1 gleich geblieben ist. Lediglich die 3 Lüfterschaufeln sind nun andere. Und die störend Konmmutierungsfrequenz ist nun beim zweiten Motor eine andere.
Horst schrieb: > Duch den Tausch des Motors weiß ich ja, dass das umgebende Gehäuse und > die Aufhängung 1:1 gleich geblieben ist. Lediglich die 3 Lüfterschaufeln > sind nun andere. > Und die störend Konmmutierungsfrequenz ist nun beim zweiten Motor eine > andere. Und GENAU deshalb vermute ich eher eine Wechselwirkung zwischen dem Laufrad/Schaufeln und der Umgebung. Haben wir im Automobilbau ständig bei den Pusher/Puller Fans am Kühler.....
Horst schrieb: > Lediglich die 3 Lüfterschaufeln > sind nun andere. Das ist doch schon mal ein Hinweis darauf, dass es wohl an der Strömung liegt. Ich hatte schon vorgeschlagen, testweise, an Enden der Lüfterflügen Klebeband (Gewebeklebeband eignet sich gut) drum rum zu wickeln. Da verändert den Strömungsabriss und würde so zumindest zeigen, ob es von den Lüfterflügeln kommt.
Danke nochmal für die Hinweise! Ich werde Feedback geben, sobald ich meine geplanten (mechanischen) Experimente gemacht habe .. kann aber noch ne Weile dauern.
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